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ERP-Podcast
#126 - Neue Geschäftsmodelle vs. Homeoffice
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Das ist eine Folge für alle, die sich mit den Auswirkungen von Homeoffice, mit den Veränderungen aus Corona, vor allen Dingen aber mit der Transformation von Unternehmen in neue Geschäftsmodelle beschäftigen.

Viel Vergnügen!

Video:

Homeoffice ist Bullshit!

Verschiedene Innovationskonzepte:

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast, Folge 126. Neue Geschäftsmodelle versus Homeoffice. Das ist eine Folge für alle, die sich mit den Auswirkungen von Homeoffice, mit den Veränderungen aus Corona, vor allen Dingen aber mit der Transformation von Unternehmen in neue Geschäftsmodelle beschäftigen.

Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten.

Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

So, herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge des ERP-Podcasts. Vorweg, dieser Podcast enthält viele eigene Gedanken, aber auch ein kleines bisschen Werbung. Ich glaube, dass unabhängig von der Werbung diese Gedanken sehr wertvoll sein können.

Ja, das ist heute wieder eine Solo-Folge. Eine Solo-Folge habe ich meist dann, wenn ich das Bedürfnis habe, speziell über irgendetwas zu reden oder wenn mal wieder ein Interviewpartner den Termin für das Interview verschoben hat oder ich es aus zeitlichen Gründen, wie auch immer, nicht geschafft habe, einen Interviewpartner für eine Episode zu verpflichten. In dem Fall ist es beides.

Ich habe ein Thema, was mir schon lange im Kopf rumschwebt und gleichzeitig sind momentan alle etwas zögerlich. Bei mir selber steht zurzeit ziemlich viel Arbeit an. Der Grund ist immer noch Corona.

Im öffentlichen Dienst gibt es nach wie vor sehr strenge Beschränkungen. Wir arbeiten immer noch aus dem Homeoffice grundlegend und sämtliche Veranstaltungen sind auf Distance Learning ausgelegt. Das funktioniert bei uns sehr gut.

Wir haben eine Kombination aus aufgezeichnetem Format mit Live-Trainings, mit Live-Seminar. Ich glaube, dass das für die Studierenden ganz zielführend ist, hier immer wieder neue Impulse zu bekommen und gleichzeitig auf Materialien zurückgreifen zu können. Aber es ist auch für die Studierenden natürlich ungewohnt.

Jetzt am Freitag haben wir unsere Nachschreibklausuren gehabt. Ich hatte eine beinahe schon kleinere Klausur mit 150 Teilnehmern. Das ist normalerweise etwas, was wir in den Hörsaalen der Universität machen.

Aufgrund der Regularien, die wir zurzeit haben, müssen wir pro Person, die während einer Klausur anwesend ist, 1,50 Meter Abstand halten und insgesamt, soweit ich weiß, 9 Quadratmeter Raum zur Verfügung stellen pro anwesender Person. Das heißt pro Student und den Aufsichtspersonal. Das ist dann schon eine Herausforderung.

Also einen herzlichen Dank bei uns an alle an der Universität, die es möglich gemacht haben, dass hier Hallen angemietet werden, dass hier große Areale angemietet werden, wo wir solche Klausuren überhaupt schreiben können. Jetzt könnte man natürlich sagen, warum macht ihr das denn nicht alles online und digital usw. Wir haben natürlich immer rechtliche Probleme, denn wir müssen immer nachweisen, dass natürlich auch derjenige, der diese Klausur vermeintlich schreibt, auch tatsächlich der ist, für den er sich ausgibt.

Und das wird natürlich in der digitalen Welt sehr, sehr schwierig möglich sein. Deswegen auch nach wie vor Präsenzklausuren. Aber es hat sehr, sehr gut geklappt, auch wenn der Aufwand dieses Semester an allen Enden vielleicht nicht immer für die Studierenden sichtbar, aber doch für alle in so einem Lehrstuhl-Team unheimlich groß ist.

Ja, ich bin, wie gesagt, immer noch so ein bisschen in meinem Homeoffice. Wer den Podcast verfolgt, weiß, dass ich auch eine Folge über das Homeoffice gemacht habe. Ich habe vor allen Dingen über die relativ hohen Kosten, aber auch über rechtliche Dinge gesprochen.

Und dann gab es so immer mal wieder angedeutet in der Folge auch emotionale Aspekte, nämlich die Fragestellung, wie kriege ich denn das, was normalerweise im Küchengespräch passiert, die Motivation zwischen Mitarbeitern, wie kriege ich die denn transportiert, wenn ich im Homeoffice arbeite und alle Dinge letztendlich immer nach Terminkalender erfolgen, das heißt, man sich zu Telefonaten entsprechend verabredet. Ich glaube, dass das ein ganz wesentliches Momentum ist. Für Leute, die rein abarbeiten müssen, mag das Homeoffice perfekt sein.

Für Leute, die kreativ arbeiten, die vor allen Dingen an neuen Geschäftsmodellen, an neuen Produkten, an Kundenprojekten im Team arbeiten wollen, ist das, glaube ich, an vielen Stellen sehr, sehr schwierig, weil man dieses soziale Mittermann da doch ein bisschen verliert. Und viele Dinge, die einfach auf dem Gang oder dadurch, dass man einfach mal einen Raum betritt oder irgendwas auf dem Tisch, das Kollegen liegen sieht, in Gang kommen, die gibt es zu Hause einfach nicht. Vor einiger Zeit, eine Zeit lang nach meiner Folge, habe ich dann auf YouTube ein kleines Video von Dirk Kreuter gesehen, überschrieben mit Homeoffice ist Bullshit, wo er genau die gleichen Aspekte benennt, wo er genau in die gleiche Kerbe aus seiner Sichtweise schlägt.

Ich werde es mal in die Shownotes verlinken, denn ich glaube, für den einen oder anderen, der immer noch denkt, dass er sein Büroareal von 3000 auf 300 Quadratmeter reduzieren kann, ist das vielleicht auch etwas, worüber man nachdenken kann. Ich hatte jetzt mit einem Unternehmer gesprochen, der sagte, ja, wir sind auf 60 Prozent runter, also rollierendes System, flexible Shared Spaces im Büro. Ich bin sehr gespannt auf die Experimente, die gerade überall passieren.

Ich vermute, dass sie nicht immer nur positiv sein werden und dass da vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle das passieren wird, was ich seit Jahren oder Jahrzehnten eigentlich mit dem Schmunzeln sehe. Achten Sie mal zum Beispiel im Konzern darauf, wer welchen Parkplatz bekommt. Also wer parkt auf F und wer parkt auf A. Wer muss durch den Regen laufen und wer darf über Dach parken.

Und jetzt übertragen Sie das mal auf ein Büro, wo First come, first served die Regel ist. Also derjenige, der morgens um 6.30 Uhr, weil er keine Kinder hat, aus dem Haus geht und vor dem Stau in der Firma ankommt, seinen Laptop an irgendeinen Arbeitsplatz anschließt, ob er sich den Arbeitsplatz aussuchen kann, der wird vermutlich den an der Sonnenseite des Lebens mit Blick in den Garten, auf die schöne Nachbarin, auf was auch immer wählen. Und der, der leider keine Chance hat, zur frühesten Uhrzeit zu kommen, wird immer nur noch den schlechtesten Arbeitsplatz bekommen.

Welche Folgen das hat, kann man sicherlich vermuten. Ich bin sehr gespannt auf die Erfahrungsberichte der Unternehmen genau mit solchen Dingen, bei denen es Menschen gibt. Dieses Homeoffice ist sicherlich nicht förderlich für Innovation, für das Zwischenmenschliche, für Synapsen geben, für Denkprozesse in Gang setzen.

Das ist einfach das Problem. Und gerade bei uns im Mittelstand müssen sich an vielen Stellen die Geschäftsmodelle verändern. Corona zeigt das, glaube ich, überdeutlich.

Die IT-Branche, die schon relativ weit ist, die ist eigentlich kaum betroffen. Teilweise haben die Firmen bereits wieder 110 Prozent Auslastung. Im Maschinen- und Anlagenbau, im produzierenden Gewerbe sind die Umsatzzahlen immer noch weit von einem normalen Maß entfernt.

Und diese unterschiedlichen Geschäftsmodelle, die haben natürlich auch insbesondere mit der Industriellen Revolution zu tun. Es gibt in Deutschland noch viele, viele Geschäftsmodelle, die im Kern aus der ersten Industriellen Revolution stammen. Kraft, das erste Mal Fortbewegung, was man losgelöst von Wasserwesen, von Transportkarren nutzen konnte, die Dampfmaschine, die Eisenbahn, die dann entstand.

Viele Geschäftsmodelle aus der Zeit. Ich denke zum Beispiel an den Einzelhandel. Karstadt, Kaufhof um 1875, 1880.

Später dann Edeka, Rewe 1907, 1908. Alles Geschäftsmodelle, die entstanden sind, weil die Leute plötzlich in der Lage waren, zu zentralen Orten zu wandern, weil wir in der Lage waren, plötzlich Ware zu zentralen Orten zu bringen. Und da kommt dann auch direkt die zweite Industrielle Revolution.

Elektrik, Strom, das Entstehen logistischer Strukturen. Hinzu, wenn ich im Handel bleibe, um die 1920er, 1925er Jahre viele einzelne Versandhandelsunternehmen. Otto, Bauer, viele weitere bekannte Namen, die aus dieser Zeit ihren Ursprung haben.

Und natürlich auch in anderen Branchen viele Unternehmen, die aus der Zeit stammen. Ja, dann die dritte Industrielle Revolution. Computerisierung, Automatisierung hat dazu geführt, dass wir in der Produktion immer schlanker werden konnten.

Hat dazu geführt, dass wir letztendlich so etwas wie das Internet, das World Wide Web entwickeln konnten. Jetzt habe ich eben angefangen mit Einzelhandel. In der Weiterführung E-Commerce.

Jetzt eine hervorragende Ausgangssituation. Die Einzelhandelsläden waren geschlossen. Auch heute noch gehen die Leute tendenziell weniger in die Stadt, gehen nicht so gern in die Stadt.

Der Umsatz verlagert sich entsprechend zu Amazon und Co. Ich hatte vor einiger Zeit, auch das verlinke ich gerne, ein Interview mit Jan Griesel von Plenty Markets, einer großen E-Commerce Software, die ganz klar sagten, viele unserer Kunden sind um mehrere hundert Prozent im Umsatz gestiegen. Und diejenigen, die nur 30, 40 Prozent Umsatzgewinn, Umsatzzuwachs in der Corona-Zeit hatten, die haben vielleicht sogar ein Problem.

Und jetzt kommt die vierte industrielle Revolution. Die Amerikaner sagen Industrie 4.0. Das Thema Sensorik, das Thema Betreibermodelle. Wie gehen wir mit Daten um? Zitat, Daten ist das neue Gold.

Wie entwickeln wir Geschäftsmodelle, bei denen wir nicht nur Produkte abverkaufen, sondern in denen wir Dinge komplett neu denken, auf Erfahrung aufbauen, aber neue Geschäftsmodelle bauen, die aus der alten Welt in diese technologische Zukunft führen. Jetzt stehen da die mittelständischen Unternehmen. Ich bin überzeugt davon, die meisten mittelständischen Unternehmen haben tolle Mitarbeiter.

Das meine ich ganz ernst. Und ich bewundere teilweise, was der Mittelstand leistet. Aber viele dieser Mitarbeiter kommen aus einer anderen inhaltlichen Zeit, einer anderen technologischen Zeit.

In vielen Unternehmen beobachte ich immer das, was ich die Lehmschicht nenne. Also jedes Mal, wenn von unten ein Vorschlag gebracht wird, versandet der auf den Weg nach oben. Und jedes Mal, wenn von oben eine Idee kommt, geht sie irgendwo im mittleren Management verloren.

Das haben wir schon immer so gemacht. Das ist nicht besonders erfolgreich. Das ist eine hervorragende Idee, aber sie alle kennen das sicherlich.

Ich nenne das die Lehmschicht. Ich glaube, das ist etwas, was in vielen Unternehmen die Geschäftsmodellweiterentwicklung massiv blockiert. Wir haben mit dieser Beobachtung schon im letzten Jahr eine Firma gegründet mit extrem guten, sehr, sehr hellen Wirtschaftsinformatikern im Team.

Die beiden Mitgründer verstehen ihr Handwerk und unsere Idee ist es, ganz klar den Mittelstand an die Hand zu nehmen und von der strategischen Überlegung bis hin zur technischen Umsetzung diese Veränderung zu begleiten. Also die Softwarestrategien, die strategische Entwicklung bis zur Umsetzung in die Software, in die Technologie zu begleiten und den Mittelständler, der vielleicht aus ganz anderen Branchen kommt, entsprechend an die Hand zu nehmen. So, aber darüber soll gar nicht meine Folge gehen.

Auch die Digital End GmbH verlinke ich gerne in den Shownotes. Mir ist etwas anderes über den Weg gelaufen und zwar in mehrfacher Art und Weise. Wer mich im Podcast so ein bisschen verfolgt, weiß, dass ich seit einiger Zeit, seit einigen Jahren eigentlich schon immer wieder sage, wir müssen den deutschen Mittelstand vermehrt zum gemeinsamen Denken bringen.

Wir müssen den Mittelstand mit anderen Synapsen, mit anderen Geschäftsmodellen in Kontakt bringen. Das funktioniert nicht mehr rein irgendwo auf dem Land, weil dort die Gewerbesteuer günstig ist, sondern das muss ganz, ganz eng zu anderen Willigen passieren. Das muss idealerweise direkt am Campus einer Universität passieren.

Vor vielen, vielen Jahren war ich Assistent an der Universität Münster in der Wirtschaftsinformatik. Auch ein sehr guter Standort für Wirtschaftsinformatik. Und neben dem Campus, der eigentlich immer das letzte Ende von Münster war, entwickelte sich mit der Zeit ein komplett neues Gewerbeareal.

Ich mache seit 20 Jahren plus minus ERP, Unternehmensdatenfundament. Und da war eine ganz kleine Firma, ein Ableger eines amerikanischen Konzerns, hatte dann einige Zeit später ein Managementbuyout. Ja, und aus dieser kleinen Bude damals, aus diesem kleinen Unternehmen, direkt an der Wirtschaftsinformatik der Universität Münster, entstand über die letzten 20 Jahre das größte Microsoft ERP-Systemhaus, was wir hier in Europa haben, die Cosmo Consult Group.

Scheint Ihnen also nicht ganz so schlecht bekommen zu sein, die Nähe der Universität zu suchen. Ja, und ich hatte vor einigen Jahren bereits die Idee, als sich auch unsere Universität etwas ausdehnte, als wir an der Universität Würzburg einen neuen Campus bekamen, gerade auch für den digitalen Bereich, sozusagen einen IT-Campus, wo wir jetzt auch gerade noch viele KI- und Hightech-Lehrstühle gewinnen, um auf diesem Campus unterzubringen, dass dort am Rande ein ganz, ganz, ganz kleines Gewerbeareal entstand. Das hatte man erst gar nicht so auf der Pfanne, weil es vermeintlich am Rande von Würzburg liegt.

Aus meiner Sicht ganz zentral, weil die Universität direkt daneben ist und man sofort auf der Autobahn ist. Und dort habe ich immer schon gesagt, wir müssen dort für Unternehmen ein Center bauen, ein Hub bauen, wo sich viele Unternehmen vielleicht nur mit kleinen Dependancen niederlassen können, um gemeinsam über Inhalte, über Geschäftsmodelle nachzudenken, mit den Lehrstühlen gemeinsam an neuen Themen zu forschen, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren. Ich habe das Ganze dann InnoHubs genannt.

Ja, und erst habe ich der Politik das so ein bisschen schmackhaft gemacht, weil ich gesagt habe, liebe Politik, zu der damaligen Zeit wurde viel in Betongold für Start-ups investiert, investiert doch nicht nur in die Start-ups, sondern investiert auch in Dependancen für die Firmen, weil die eben für 200, für 300, für 500 Quadratmeter nicht ein eigenes Gelände bauen, erst recht nicht ein Gebäude bauen, erst recht nicht an der Universität, sondern darauf angewiesen sind, dass diese Infrastruktur gut verzinst, gut vergütet meinetwegen, ihnen zur Verfügung steht. Ja, dann habe ich irgendwann einen Investor gefunden, mit dem wir so in den letzten Zügen der Planung sind. Wer sich das anschauen mag, auch wieder in den Show Notes verlinkt, www.innohubs.de, also wirklich innovative Hubs, in die wir die Firmen einziehen können, sowohl zum Kaufen kleinerer Flächen als entsprechend zum Mieten.

14.000 Quadratmeter unmittelbar an der Universität Würzburg, einer fast vollen Universität mit 30.000 Studierenden. Ja, parallel dazu las ich dann plötzlich, dass die SAP sowas ähnliches macht. Die haben mal einfach 100 Millionen in München in die Hand genommen, an der Technischen Universität München, und bauen dann 18.000 Quadratmeter.

Da sollen ein paar Lehrstühle rein, aber vor allen Dingen sollen da ganz viele Brains der SAP SE hinein. 100 Millionen, 18.000 Quadratmeter. Wir planen in Würzburg privatwirtschaftlich 14.000 Quadratmeter.

Dann können sie ungefähr die Größe von dem Vorhaben, was wir gerade stemmen, ermessen. Und dann habe ich über zwei Projekte erfahren, die mich mindestens genauso gefreut haben. Das eine ist ganz in unserer Region etwas, was auch ein Unternehmensgründer startet.

Gunter Wobbser ist Geschäftsführer, ist Inhaber der Lauda AG. Der hat in Lauda Königshofen das ehemalige Bahnhofempfangsgebäude erworben von der Bahn mit dem Konzept aus diesem alten Bahnhof eine Brain Station zu machen. Also in diese alte Architektur symbolhaft die Start-up, die Gründerszene in seine Stadt zu bringen.

Und wenn ich sowas lese und höre und jemand dieses Engagement macht, dann finde ich das wahnsinnig gut. Ich finde den Namen Brain Station auch unheimlich gut. Und Herr Wobbser, Sie sollten das hören, ich drücke beide Daumen, dass das ein unglaublich erfolgsversprechendes Projekt wird.

Ich finde es vom Namen her klasse. Und ich finde die Symbolik, Dinge aus der ersten, Dinge aus der zweiten industriellen Revolution neu zu denken, neu zu nutzen, wie diesen alten Bahnhof. Das finde ich richtig klasse.

Und ich wünsche mir eigentlich, dass aus vielleicht heute noch vorherrschenden Homeoffice-Gedanken wieder dieser soziale Gedanke wird und die Firmen anfangen, genau diese Synapsen zu spielen, sich zu vernetzen, über neue Geschäftsmodelle nachzudenken und bitte nicht nur Mundschutzmasken bauen, sondern wirklich nachhaltige, digitale, technologische Geschäftsmodelle aufzubauen. Das wünsche ich mir. So, und dann habe ich vor kurzem noch ein weiteres Projekt kennenlernen dürfen.

Leider habe ich auch da nicht das Kapital. Das ist von der Familie Fiesmann. Fiesmann zählt, glaube ich, zu den reichsten 500 Deutschen.

Und die haben natürlich aus ihrer Geschichte heraus alte Gebäude. Sie haben verstanden, ihre Geschäftsmodelle immer wieder neu zu denken. Und sie haben dann in Berlin den Maschinenraum gegründet.

Ein altes Gebäude in Prenzlauer Berg, wo sie durchaus mit dem alten Charme architektonisch neue Dinge reingebaut haben, um zu sagen, lieber Mittelstand, ihr könnt hier Teil dieses Maschinenraums werden, weil wir genau wissen, wenn ihr neue Geschäftsmodelle entwickeln wollt, dann geht das nur über Vernetzung, dann geht das über den Austausch, dann geht das über das Drücken auf die Synapsen. Und das funktioniert nicht im stillen Kämmerlein, sondern das funktioniert im sozialen Miteinander, das funktioniert nicht im Homeoffice, das funktioniert nur, wenn wir uns wieder treffen. Ja, und egal, welche Initiativen, ich will da auch gar nicht unbedingt meine nur herausheben oder so, ich finde, wir haben in Deutschland jetzt die Chance und vielleicht jetzt das Jahrzehnt, diese neuen Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Manche Branchen sind gerade bei Betreibermodellen deutlich weiter, weil sie per se digital sind oder virtuell sind. Andere Branchen sind da vielleicht noch ein bisschen zurückhaltend. Ich denke zum Beispiel an die eine oder andere Branche im Handwerk.

Aber auch da bin ich überzeugt davon, dass wir in den nächsten 5 bis 15 Jahren eine massive Veränderung der Branche durch Vorwärts-, durch Rückwärtsintegration, durch neue Geschäftsmodelle, durch technologische Überdenkung, Überarbeitung der Prozessabläufe, des Leistungserbringens sehen werden. Und wie gesagt, ich bin persönlich 100% davon überzeugt, dass das nur über das gemeinsame Austauschen, Sozialisieren, Synapsen gegeneinander halten, neue Synapsen bauen, überhaupt funktionieren kann. Und auf diesem Weg versuche ich mit meinem Podcast natürlich immer mal wieder ein paar Impulse zu geben.

Ich hoffe, das habe ich mit dieser Folge auch als Anregung getan. Ich wünsche Ihnen, ich wünsche Ihren Teams, ich wünsche Ihren Unternehmen viele dieser kreativen Denkprozesse und eine wunderbare Restwoche. Wie immer, keep connected.

Herzlichst, Ihr Axel Winkelmann. Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge.

Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.