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#113b - SAGE in der Cloud - ein Interview mit dem Executive Vice President und Managing Director Central Europe Andreas Zipser
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Sage erfindet sich als reines SaaS-Unternehmen neu. Was das bedeutet und wie die Veränderungen von statten gehen berichtet im Interview der Executive Vice President Andreas Zipser.

Viel Vergnügen!

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast, Folge 113, zweiter Teil. Sage in der Cloud, ein Interview mit dem Executive Vice President und Managing Director Central Europe, Andreas Zipzer. Sage erfindet sich als reines Software-as-a-Service-Unternehmen neu.

Was das bedeutet und wie die Veränderungen vonstatten gehen, berichtet im Interview der Executive Vice President, Andreas Zipzer. Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen.

Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann.

Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast, der zweite Teil einer, denke ich, wahnsinnig spannenden Folge. Wir unterhalten uns mal wieder über das Thema Cloud, eines der meistgehörten Themen auch Jahre 2019.

Insofern glaube ich, dass das auch in 2020 und den folgenden Jahren nicht aufhören wird. Im Gegenteil, ich begrüße hier ganz herzlich Andreas Zipser. Er steht für die Sage-Gruppe und für die Cloud in der Sage-Gruppe.

Herzlich willkommen hier bei uns im ERP-Podcast. Ja, herzlichen Dank für das Vollab sozusagen. Das nehme ich direkt auf.

Vielleicht können Sie sich noch mal kurz vorstellen, wer ist der Mensch Andreas Zipser? Ja, natürlich. Es mag ja nicht jeder zugehört haben letzte Woche. Insofern kann ich nur motivieren, den Podcast der letzten Woche noch mal zu hören.

Ich bin Andreas Zipser. Ich bin für Sage verantwortlich in der Region Zentraleuropa. Das umpasst Deutschland, die Schweiz, Österreich und Polen.

Und bin seit knapp fünf Jahren hier bei Sage. Und freue mich, das Interview mit Ihnen, Herrn Winkelmann, jetzt weiterzuführen. Perfekt.

Sage, ein Riesenunternehmen hier in Europa für Mittelstand, Unternehmenssoftware, Stichwort ERP, aber weit darüber hinaus. Wir haben uns letzte Woche ganz viel unterhalten über das Thema Cloud. Sie haben gesagt, ich nehme wahr, der Markt verändert sich sehr stark.

Wahrscheinlich in einigen Jahren, mag es ein Jahrzehnt sein, vielleicht ist es auch weniger, werden die Leute immer mehr eigentlich weg von ihrer häuslichen IT hin in die Cloud, in Hochsicherheitsrechenzentren. Das finde ich sehr spannend, weil ich diese Wahrnehmung natürlich von verschiedenen Seiten momentan höre. Es gibt natürlich auch immer Gegenstimmen, das ist klar, aber es wäre ja auch schlimm, wenn der Markt nur aus einer Stimme bestehen würde.

Jetzt haben wir letztes Mal gesagt, wie muss ich allgemein vorgehen? Wahrscheinlich wird das so ein mehrstufiges Vorgehen sein. Jetzt würde mich mal interessieren, Sie als Sage, wie gehen Sie damit um? Und was für Angebote gestalten Sie da auch für Ihre Kunden? Tatsächlich sind wir als Sage ja auch ein Haus, das schon eine gewisse Historie hinter sich hat. Wir gründeten in den 80er Jahren und damit eben auch historisch kommend aus der klassischen On-Premise-Software, die meist in einer kleinen Serverumgebung beim Kunden selbst installiert ist und läuft.

Und obgleich wir seit einiger Zeit natürlich sehr stark Richtung Software-as-a-Service und Cloud laufen, ist es so, dass historisch sozusagen die allermeisten unserer Kunden, unsere Bestandskunden, tatsächlich noch On-Premise-Software haben. Im Neukundenbereich ist es schon anders. Da verkaufen wir tatsächlich inzwischen überwiegend Cloud-Lösungen.

However, wenn man alleine in Deutschland, ich spreche jetzt mal für Deutschland, 250.000 Kunden hat, von denen etwa 220.000 auch On-Premise sind, dann braucht man natürlich eine Brücke und einen Weg für diese Unternehmen, meist Mittelständler oder auch kleinere Unternehmen, wie man mit diesen Unternehmen gemeinsam in die reine Cloud gehen kann. Und Sie können sich vorstellen, wenn man Software entwickelt hat, über viele, viele Jahre, gegebenenfalls auch vielleicht zwei Jahrzehnte, in vielen Versionen und immer wieder neue Funktionalität dazugebaut hat, Connectivity, also Schnittstellen dazugebaut hat und so weiter, dann sind solche Softwareprodukte natürlich sehr, sehr, sehr stark und sehr mächtig und sehr funktionsstark. Da können Sie nicht nebenher jetzt erst mal auch zehn Jahre entwickeln, bis Sie das gleiche Ding quasi als native Cloud-Lösung haben, beziehungsweise Sie können nicht warten, bis es fertig ist.

Sie brauchen also irgendeinen Weg dazwischen. Wir als Hersteller, aber natürlich auch unsere Kunden. Stichwort Connected Cloud, oder Cloud Connected, wie wir das nennen.

Wir behaupten also, dass wir in der Lage sind, und das zeigen wir auch, und viele, viele unserer Kunden haben in den letzten zwei bis drei Jahren, vier Jahre fast schon, migriert in eine Cloud-Connected-Welt. Und Sie haben es selber angesprochen, Microsoft 365 ist zum Beispiel etwas, was den meisten Unternehmen jetzt sozusagen sehr präsent ist, dass also das geliebte Office nahezu nur noch in der Cloud verfügbar ist überhaupt. Und so ähnlich wollen wir das auch machen.

Wir haben ein starkes, funktionsreiches Produkt, wollen aber neue Features, neue Services, neue Konnektoren allesamt in der Cloud anbieten und eben Connected, deswegen Cloud Connected, mit unserem bestehenden On-Premise-ERP-Produkt zu knüpfen, sodass dieses ERP-Produkt in seiner weiteren Weiterentwicklung mit weiteren Services, Features, Funktionen etc., quasi in die Cloud-Welt reinwächst. Allerdings mit angebundenen Cloud-Features. Core-System ist nach wie vor On-Premise.

Auf die Art und Weise schafft man es sozusagen auch die Kunden, ohne dass sie einen Systemwechsel ad hoc jetzt umsetzen müssen, was dann vielleicht auch zu neuen Masken, zu einer neuen Bedienung usw. führt. Das sind ja immer Schmerzen alles im Transformationsprozess von Unternehmen.

Dass man ihnen quasi lässt, was sie haben, aber alles, was neu kommt, schon in der Cloud anbietet. Tatsächlich als Services, als Cloud-Services. Und die eben entsprechend einbaut in das System.

Office 365 ist ein Beispiel. Office 365 ist bei uns eingebaut in die 650 und die 600. Beispielsweise Payment-Dienste wie PayPal, dürfte fast jeder kennen.

Stripe, ein bisschen weniger bekannt in Deutschland, in anderen Ländern bekannter. Das heißt, wir haben ja innerhalb des ERPs eine Finanzbuchhaltung, da geht es irgendwann auch mal zu Payments, solche Services dort einzubinden. Und viele andere mehr, die möchte ich jetzt gar nicht alle ausführen.

Aber das sind alles Dienste, das sind Cloud-Dienste, die wir sozusagen in die On-Premise-Welt einbringen. Das kann ein erster Schritt sein, eine sanfte Einstiegsmöglichkeit quasi in die Cloud. Neue Produkte oder Produkte von einer anderen Kategorie, Beispiel ein ERP-Kunde, möchte ein HR-System einführen, neu, da hat er keine Legacy mehr, dann werden wir selbstverständlich, so schnell es geht, dort ein reines Cloud-System einführen, auch wenn er im ERP-Bereich noch On-Premise ist.

Also sowohl über die Funktionsarten der Software, als auch über die neuen weiteren Features und Funktionen und Services, kann der Weg in die Cloud schon beschritten werden, auch wenn ein Kern eines oder mehrerer Produkte noch On-Premise ist. Und das erspart dem Kunden auch ein Stück weit so einen harten Cut. Das ist auch von der Investition her sehr viel einfacher für den Kunden, weil er muss nichts, was er bereits besitzt, sozusagen abschreiben und sich um etwas Neues kümmern.

Das kann auch Infrastrukturen noch eine Weile auslasten, die vielleicht noch nicht abgeschrieben sind und die noch weitergeführt werden, weil möglicherweise auch noch andere Produkte auf diesen Infrastrukturen laufen. Da kann man dann für die Auslastung noch eine Weile dienen und so. Und so kann es eben sein, dass ein Kunde über 2, 3, 4 Jahre hinweg, sozusagen in eine reine Cloud-Lösung, Software-as-a-Service-Lösung hinein migriert und nicht eben auf einmal.

Insbesondere bei unseren Bestandskunden gehen wir den Weg natürlich sehr gerne. Und er ist auch aus meiner Sicht für Hersteller, deren Kundenbestand weitgehend noch On-Premise ist, nahezu alternativlos. Denn es ist nahezu unmöglich, zehntausende oder hunderttausende Kunden mit einem Schlag in eine reine native Cloud-Welt zu überführen.

Das geht selbstverständlich nicht nur uns so, sondern auch anderen Herstellern, die in einer ähnlichen Situation sind. Die Kunden könnten es auch nicht. Die würden da auch nicht mitspielen.

Insofern glaube ich, dass diese Connectivity zu Cloud ein sehr schöner Zwischenschritt ist. Versuch das nochmal mit meinen Worten zu greifen, weil ich habe tatsächlich noch ein paar Fragezeichen, den Hörern geht es vielleicht ähnlich. Also wir haben ja Systeme im Hause Sage, sehr, sehr moderne Systeme.

Ein paar Systeme, die auch eine gewisse Tradition schon auf dem Markt haben, die sie vielleicht auch nicht so ganz einfach, ich sage mal, in eine Browser-basierte, hoch skalierbare neue Welt hineinbekommen, wie das bei neueren Architekturen der Fall sein kann. Das heißt, was bedeutet Cloud bei Ihnen? Also das eine Extremum ist vielleicht jemand wie WeClap, die Multitenant, mehrere tausend Firmen auf dem gleichen Server fahren. Und das andere Extremum ist dann vielleicht auch die Microsoft-Welt, wo zwar auch Cloud draufsteht, aber es letztendlich eine Single-Tenant-Installation gibt.

Also jeder Mandant, jede Firma eigentlich für sich auf dem Software-Code rechnet oder arbeitet. Wie sieht so etwas in der Sage-Welt aus? In der Sage-Welt gibt es von bis. Ungefähr alles, was Sie gerade dargestellt haben.

Weil tatsächlich gibt es, wie Sie schön ausgedrückt haben, Produkte mit großer Tradition, die auch heute noch im Markt sehr, sehr beliebt sind, wir gute Werte für kriegen. Und es gibt überhaupt keinen Grund, diese Produkte in irgendeiner Form in Abrede zu stellen oder aus dem Markt zu nehmen. Gleichzeitig basieren solche Produkte auf einer Architektur, die nicht so einfach übertragbar ist, wie Sie es völlig richtig gesagt haben.

Dann gibt es natürlich Produkte bei uns im Haus, die wir in den letzten Jahren entwickelt haben. Die sind nach modernster Lesart reine Cloud-Produkte. Das gibt es natürlich auch.

Jetzt ist das Problem aber, dass von diesen neuen Cloud-Produkten, die oftmals jetzt auch bei Sage nicht in einem Land entwickelt worden sind, wie beispielsweise die frühere Office-Line hier nur in Deutschland entwickelt worden ist, sondern moderne Cloud-Produkte der letzten zwei, drei Jahre entwickelt Sage global, weltweit, macht dann nur die Lokalisierung und rollt es in den Ländern aus. Das führt jetzt dazu, dass ein bestehender Kunde, der eine in Deutschland entwickelte, etablierte, traditionsreiche On-Premise-Software im Einsatz hat, möglicherweise keinen direkten Migrationspfad hat, in ein from the scratch, völlig neu entwickeltes, top modernes Cloud-Produkt. Heißt also, das wäre für so einen Kunden ein Riesen-Migrationsprojekt mit Datenmigration, einem Schnickschlag.

Die Kunden bräuchten oder die User der Kunden müssen sich in eine neue Software einarbeiten, eine neue Bedienung und so weiter und so fort. Manche Kunden gehen den Weg ganz bewusst richtig, weil sie sagen, nein, wenn wir das machen, dann nutzen wir das auch, um gleich wirklich auch in ein anderes System zu gehen und um intern auch bei unseren Leuten eben diese Transformation darzustellen. Andere Kunden steuern das auch zurück, weil es natürlich mit Kosten und mit Aufwand verbunden ist und sich die Mitarbeiter erst dran gewöhnen müssen.

So was machen wir also für diese Kunden, für diese Kundengruppe. Ich nehme mal die ehemalige Office Line. Viele in Deutschland kennen wahrscheinlich das Produkt noch unter Office Line.

Das Nachfolgeprodukt, das moderne Nachfolgeprodukt heißt heute Sage 100 Cloud. Ist allerdings ein Cloud-Connected-Produkt, wie ich das gerade ausgeführt habe. Ist also noch On-Premise installiert.

Parallel entwickeln wir gerade eben diese Sage 100 Cloud, völlig neu, from the scratch, mit einem neuen Entwicklungsteam, komplett als moderne Multitalent Cloud-Lösung. Das dauert ein bisschen. Gleichzeitig ist es aber so, dass wir das Datenmodell, die Datenbank darunter behalten, wie in der jetzigen On-Premise-Lösung.

Und das ganze Look and Feel einfach ins Web übertragen wird, natürlich optimiert wird in dem Zusammenhang, aber dass ein Kunde einen möglichst einfachen Übergang später hat von seiner jetzigen Sage 100 Cloud On-Premise-Lösung, Cloud-Connected-Lösung, in die native Cloud-Lösung. Währenddessen wollen wir den Kunden aber eben nicht von Cloud-Services fernhalten. Und genau das ist der Grund, warum wir die aktuelle On-Premise, Sage 100, mit Cloud-Connected-Services ausstatten, sodass die Kunden auch schon von modernen Cloud-Services profitieren können in der Zeit, in der wir jetzt gerade aktuell dieses Produkt zu einem reinen, modernen, nativen Cloud-Produkt machen und die Kunden dann ohne großen Migrationsaufwand, ohne Datenmigration und Ähnlichem dann überwechseln können.

Wir erwarten, dass wir wahrscheinlich ca. 2022 komplett fertig sind, also mit einer Funktionsgleichheit von einem Produkt, das seinen Anfang 1993 oder 1994 hatte. Da brauchen wir jetzt etwa zweieinhalb Jahre dafür.

Das finden wir gar nicht so schlecht. Und auf dem Weg dahin nehmen wir unsere Kunden über diese Cloud-Connected-Services quasi mit auf die Reise und werden dann einen relativ smoothen Übergang haben in die reine Cloud-Welt. Das ist die Idee derzeit.

Das nehme ich direkt mal und hake ein, weil ich das bei anderen Softwarehäusern auch sehe natürlich, was Versuchen aus der alten, der traditionellen Welt rüber bewegen, rüber zu bewahren, auch in diese neue Cloud-Welt. Das Marketing ist natürlich immer sehr weit vorne. Ich glaube, die Schwierigkeit ist wirklich, sozusagen den Kunden mitzunehmen.

Also ein großes Haus mit drei Buchstaben, wo dann auch eine starke Funktionskonsolidierung zwischen den beiden, also der alten Produktgruppe und der neuen Produktwelt letztendlich da ist, sodass kein fließender Übergang für den Kunden stattfindet, sondern ein wirkliches Projekt dort stattfindet. Ist das bei Ihnen wirklich als fließender Übergang gedacht? Das heißt, Sie nehmen wirklich die Funktionalität, so wie sie jetzt ist im Sage 100 und bringen sie in diese neue Welt rein? Das ist genau die Idee. Wir wollen nämlich genau das erreichen mit der Sage 100.

Wir haben ein großes Produktportfolio. Wir machen das nicht in jedem Produkt gleich, aber das ist das Flagship-Produkt in Deutschland. Und genau für dieses Flagship-Produkt haben wir uns eben dafür entschieden, nicht ein neues, global entwickeltes oder zugekauftes Cloud-Produkt auf den deutschen Markt anzupassen, mit unseren Kunden dann eine Migrationsstrategie zu fahren, sondern eben das bestehende Produkt der Kunden funktionsgleich in die Cloud zu bringen.

Keine Funktionskonsolidierung an der Stelle. Ausnahmen mögen sein, Funktionen in dem Produkt, wo wir sehen, dass die Nutzung unterhalb von einem Prozent ist. Also warum sollte man das dann mitschleppen? Aber ganz grundsätzlich wollen wir eben gerade keine Funktionskonsolidierung haben, sondern wir wollen den Kunden das ermöglichen.

Natürlich werden wir in den nächsten Jahren insgesamt, nicht nur bei Sage, aber auch im Markt, aufgrund dieser Schwierigkeiten, dieser Herausforderungen und vor allen Dingen auch der Zeit, die es braucht, für Unternehmen ihre komplette IT-Infrastruktur sozusagen in die Cloud-Welt zu shiften, wird in den nächsten fünf, sieben, acht, vielleicht auch zehn Jahren werden hybride Cloud-Architekturen einfach die größte Rolle spielen. Faktisch einfach, was bei den Unternehmen installiert ist. Das Gedicht wird mehr und mehr Richtung Cloud gehen, aber wir werden sehr lange Zeit noch hybride Strukturen sehen mit einer Kombination aus On-Premise-Software, aus On-Premise-Software, die mit Cloud-Services verbunden ist und mit reinen nativen Cloud-Lösungen.

Das wird sicherlich die nächsten Jahre beherrschen in dem ERT-Markt. Okay, jetzt haben wir vorhin gesagt, naja gut, von den Strukturen, man wird sich ein bisschen dem System anpassen müssen, vielleicht noch mehr als das in der Vergangenheit ist. Also man wird sehr viel standardisierter arbeiten, aber dafür holt man sich natürlich viele Vorteile ins Haus, weil ich plötzlich mehr Daten zur Verfügung habe, weil ich leistungsfähige Zusatzlösungen im Hintergrund, im Einsatz habe, beispielsweise aus der KI-Welt oder aus der Welt der Zahl-Services oder, oder, oder.

Die zweite Einschränkung, die natürlich die Kunden immer sehen, ist, ich gebe das in eine Public Cloud, jetzt bin ich plötzlich mit 3000 Firmen parallel auf der gleichen Datenbank, das will ich nicht, das kann ich aus bestimmten Gründen vielleicht auch nicht, gibt es auch eine Möglichkeit, dann eine eigene Cloud, eine Private Cloud aufzubauen bei dem ganzen architektonischen Spiel, was Sie jetzt machen? Absolut, wir haben heute schon Produkte, wo das geht, Sie hatten vorhin, nein, ich glaube nicht vorhin, ich glaube Sie haben letzte Woche das Produkt X3 angesprochen, da ist es bereits so, Sie können das On-Premise, nach wie vor On-Premise bei sich einsetzen, Sie können es in der Public Cloud beziehen und Sie können es in einer Private Cloud für sich selbst sozusagen dezidiert betreiben oder betreiben lassen, entweder im eigenen Rechenzentrum oder Sie suchen sich jemand aus, der das für Sie macht oder lassen das selbst für Sie machen. Das heißt, diese Modelle gibt es ja, die wird es auch bei der Sage 100 geben, man muss sich nur klar sein als Unternehmen, umso mehr individuelle Freiheit und Anpassbarkeit man sich kauft oder aus welchen Gründen immer gefühlte Sicherheit oder möglicherweise auch tatsächlich, wobei da glaube ich nicht so richtig dran, umso mehr man das haben möchte, umso teurer wird das natürlich, weil dann profitieren Sie eben nicht von der Ökonomie aus Geld, einer Public Cloud Lösung und das spiegelt sich letztlich wieder in den monatlichen Beträgen, die Sie für die Nutzung dann eben zu zahlen haben. Man kann das machen, jedes Unternehmen wird da eine andere Entscheidung treffen, aber ich hatte das glaube ich auch schon erwähnt, etwas weiter vorne in dem Interview, dass wir im Markt inzwischen spüren, dass Interessenten auf uns zukommen und sagen, wir wollen erst mal den Standard sehen und dann schauen wir erst mal, ob wir da reinpassen, bevor wir anfangen über Individualisierung nachzudenken.

Ich glaube, diese Idee, umso individualisierter es ist, umso besser ist es für mich, was Business Software in den letzten 20 Jahren ausgemacht hat, diese Idee, die ändert sich gerade. Viele Unternehmen wollen keinen individuellen Schnickschnack mehr, sondern wollen sich aufgrund der geringeren Komplexität, der leichteren Wartung, der besseren Austauschbarkeit durchaus auch von Rechenzentren oder ähnlichen Dingen, die Leute stehen mehr auf Standard, als sie es jemals taten. Und das kommt der Cloud natürlich entgegen und wird auch eine Herausforderung sein.

Also wenn das nicht der Fall wäre, dann hätten wir einen Konflikt und einen Gap aus der höheren Standardisierungsanforderung von Cloud-Produkten, also jedenfalls von Public Cloud. Private können sie ja machen, was sie wollen. Und dem Customizing-Stand, den Kunden heute haben, das ist natürlich ein Gap und der muss in den nächsten Jahren abgebaut werden.

Ich glaube nur, das Mindset der meisten Leute geht schon stark in die Richtung. Daher glaube ich nicht, dass das ein Showstopper wird. Okay, also ich finde das wahnsinnig spannend.

Ich werde die Strategie auch weiterhin beobachten. Was mich natürlich besonders interessieren würde, welche Strategie haben Sie intern? Also die Kunden auf der einen Seite digital zu transformieren, sie mitzunehmen in diese Cloud-Strategie ist das eine. Was macht Sage selber? Also wir haben selbst, und ich hatte das auch schon erwähnt, durch einen Führungswechsel an der Spitze des Unternehmens in England tatsächlich uns selbst eine neue Vision gegeben.

Und die heißt, wir werden ein großartiges SaaS-Unternehmen werden. Da steht nichts mehr anderes drin. Das ist das, was das Zukunftsbild der Sage von sich selbst hat.

Wir haben ganz bewusst kein konkretes Ja dahinter geschrieben, weil wir uns sicher sind, dass die Geschwindigkeit in den unterschiedlichen Märkten, in denen wir operieren, sehr unterschiedlich sein wird. Wir werden bestimmt in Australien, in Kanada, in USA, wahrscheinlich auch in England sehr viel schneller sein als in Märkten wie Frankreich, Spanien, Deutschland, Schweiz oder vielleicht auch Südafrika. Das ist uns schon klar.

Deswegen ist die Vision auch klar. Wir werden ein Software-as-a-Service-Unternehmen. Und die Geschwindigkeiten und die Strategien, wie wir das werden, das müssen wir lokal optimieren.

Und wir haben damit auch tatsächlich einige Dinge geändert, damit wir dem auch Nachdruck verleihen, auch intern Nachdruck verleihen, auch gegenüber unseren Anteilseignern, wir sind ja an der Börse notiert, und gegenüber den Märkten, den Analysten. Da haben wir gesagt, okay, passt auf. Die letzten Jahre konntet ihr von uns immer erwarten, dass wir zweistellig organisches Wachstum haben.

Das interessiert uns nicht mehr. Uns interessiert nur noch das Wachstum, das wir in den recurring revenues haben, also in den jährlich wiederkehrenden revenues. Das ist in der klassischen On-Premise-Welt, wenn Sie Software-Lizenzen verkaufen, nur der entsprechende Wartungsvertrag.

In einer Cloud-Welt sind es die monatlichen Nutzungsgebühren. Und in einer Welt dazwischen, in der wir uns gerade bewegen, ist es On-Premise-Software, die auf einer Subskriptionsbasis zur Nutzung angeboten wird. Das haben wir den Märkten gesagt.

Wir haben ihnen gesagt, ihr werdet großes Wachstum bei uns sehen, bei den recurring revenues. Und wir werden nicht mehr so stark fokussieren auf Lizenzverkäufe. Und das ist etwas, das haben wir den Märkten gesagt, im November letzten Jahres.

Und innerhalb des ersten halben Jahres nach dieser Aussage ist der Marktpreis und der Aktienkurs von selbst 60 % nach oben gegangen. Die Märkte, die Analysten und auch unsere Anteilseigner haben förmlich darauf gewartet, dass ein großes Softwarehaus, wir machen immerhin knapp zwei Milliarden Umsatz mit 13.000 Mitarbeitern, sich tatsächlich dazu committet, diesen Weg einzuschlagen, den Weg der digitalen Transformation mitzugehen und damit schlussendlich voll auf die Cloud- beziehungsweise Software-as-a-Service zu setzen. Das hat sehr gut funktioniert.

Wir haben da sehr viel Zuspruch gekriegt. Und das führt dazu, dass wir unsere internen Strategien, wie wir das erreichen, wie wir mit Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit und Innovationen das zu erreichen, eben auch komplett gedreht haben. Und das heißt, wir steuern unser Unternehmen inzwischen nur noch nach dem Anteil von nativen Cloud-Produkten in unserem Gesamtumsatz, nach dem Anteil von Subskriptionsumsatz innerhalb unseres Gesamtumsatzes, nach dem Anteil der wiederkehrenden Umsätze innerhalb des Gesamtumsatzes und nicht mehr nach der absoluten Höhe des Gesamtumsatzes insgesamt, weil das schlicht und ergreifend momentan in so einer Transition Phase keine besondere Rolle mehr spielt.

Was ist passiert? Wir haben tatsächlich im letzten Geschäftsjahr, unser Geschäftsjahr endet am 30.09., das ist also noch nicht so lange her, wir haben auch gerade die Zahlen für das letzte Geschäftsjahr veröffentlicht, wir sind momentan bei diesen knappen 2 Milliarden Euro oder 1,88 oder sonst was Milliarden britische Pfund, das ändert sich natürlich mit dem Wechselkurs immer, haben wir heute schon 85 % der Umsätze sind wiederkehrend. Da können Sie sehen, dass wir sehr massiv und sehr schnell in diese Richtung gegangen sind, um Einmal-Umsätze, sogenannte Software- und Software-related-Services-Umsätze, sprich Lizenzen und Consulting-Umsätze, auf unter 15 % gefahren. Unter 15.

Und das Ziel ist, deutlich über 90 % mit diesem Recurring Revenue zu kommen. Wir sind da all in, das ist unsere Strategie, unsere Vision und wir hoffen, dass wir die allermeisten unserer bestehenden Kunden motivieren können und mitnehmen können, um sie auch weiter erfolgreich zu halten und gleichzeitig im Neugeschäft setzen wir nahezu ausschließlich darauf, außer es gibt Ausnahmegründe, die das eben erfordern. Aber ansonsten ist das etwas, was Sage tatsächlich macht.

Wenn Sie jetzt nach Deutschland gucken, dann ist das, was ich gerade erzählt habe, dass wir viel Geld in die Hand nehmen und stark investieren, um unser Flaggschiff-Produkt Sage 100 zu einer nativen Cloud-Lösung zu machen. Das ist das Commitment, das wir hier in den deutschen Markt haben. Deswegen tun wir das gerade auch.

Vielleicht zum Hintergrund, warum das eine strategisch wirklich knifflige Entscheidung war, das auch als deutsche Sage gegenüber dem Konzern durchzusetzen. Wir haben vor einiger Zeit Intact gekauft, Sage Intact. Das ist ein Finanzbuchhaltungs- und ERP-System aus den USA, rein Cloud-basiert, pure Cloud-based, und wir haben 850 Millionen dafür bezahlt.

Die Idee ist natürlich, diese Investition zu leveragen und das bisher nur amerikanische und kanadische System in die anderen Länder zu lokalisieren und zu transferieren. Wir konnten dennoch die Gruppe davon überzeugen, dass es für uns in Deutschland und unsere Kunden die bessere Lösung ist, die Sage 100 zu einer nativen Cloud-Lösung zu bauen, anstelle Zehntausende Kunden hier in ein Migrationsprojekt reinzujagen. Und deswegen tun wir das, und das ist quasi das deutsche Commitment zu Cloud, das sich momentan schon materialisiert und sichtbar ist.

Wir werden ähnliche Dinge auch für unsere HR-Lösungen tun. Das vielleicht zum momentanen Standpunkt Committed Sage zu dem Thema ist. Das ist wahnsinnig spannend.

Ich könnte jetzt noch stundenlang mit Ihnen über die Sage sprechen, aber ich nutze das direkt als Überleitung in unsere abschließende Blitzlichtrunde, weil ich Sie auch gerne fragen möchte. Sie brennen unglaublich für dieses Thema. Welche Eigenschaften muss ich haben, um meiner Mannschaft, die ja nun auch aus diesem traditionellen Bereich kommt, wirklich diese neue Strategie auch so schmackhaft zu machen und das Ganze so vorwärts zu bringen, dass am Ende der Markt ist auch gutiert? Naja, also was natürlich unheimlich viel hilft, ist letztlich Analytik.

Also einfach mit Fakten zu überzeugen. Wir haben unheimlich viele Softwareentwickler, logischerweise als Softwarehörer. Viele davon haben schon ihr 20-Jähriges, manche ihr 25-Jähriges und manche sogar schon ihr 30-Jähriges Jubiläum hier in dem Unternehmen.

Überzeugen Sie nur mit Fakten, überzeugen Sie nicht mit schöner heiler Welt und jetzt ist alles klar, sonst kann ja auch nur so ein Modegeg sein oder sowas. Die müssen Sie mit Fakten überzeugen, intern tatsächlich. Und gleichzeitig ist es so, dass wir selbstverständlich mit der gleichen Mannschaft die bestehenden On-Premise-Produkte weiterentwickeln.

Das heißt, die Mitarbeiter würden sich nicht fühlen, wir machen jetzt den alten Graben noch fertig und wickeln den ab, während andere das irgendwie neu machen. Auch das ist eine gute Story von unserer Sage 100, dass wir nicht ein zugekauftes Cloud-Produkt jetzt auf den deutschen Markt anpassen und das dann quasi austauschen, sondern dass wir mit dem, mit dem wir in den letzten Jahren sehr erfolgreich waren und auch unsere Mitarbeiter natürlich intern sehr erfolgreich waren, dass das auch das Zukunftsprodukt ist. Und das knackt natürlich unheimlich schnell Widerstände im eigenen Haus, wenn sozusagen das eigene Baby jetzt in die Zukunft getragen wird.

Und das war bestimmt auch ein Schlüssel zu der entsprechenden Mitarbeiterzufriedenheit, die wir hier erreichen konnten. Also das war wahrscheinlich wirklich sehr wichtig, weil man ansonsten dann im Unternehmen so zwei Geschwindigkeiten fährt und man könnte das Gefühl bekommen, man hat zwei Klassen von Mitarbeitern, die die alte Welt noch betreuen, weil es halt sein muss und die, die die schönen neuen Sachen machen dürfen. Und das wollten wir hier vermeiden.

Ich glaube, das war auch der Schlüssel zum Erfolg. Jetzt hat das natürlich ganz viel mit Weiterbildung eigentlich auch zu tun, also sich immer auf dem Laufenden halten. Was verändert sich? Warum ist es gut, in diese Richtung zu gehen? Und so weiter und so fort.

Und ich nehme an, Sie sind, Sie haben eine entsprechende akademische Prägung, dass Sie auch vermutlich, so ist der Alltag denn überhaupt noch zulässt, viel lesen, sich viel weiterbilden. Gibt es Bücher oder andere Quellen, die Sie den Zuhörern vielleicht auch empfehlen können? Ach ja, es gibt natürlich, also klar, wenn Sie jetzt an die berufliche Weiterbildung denken, da gibt es hunderttausend Sachen, da möchte ich eigentlich auch gar keine Empfehlung machen, weil die Weiterbildung hin zu cloudbasierten Strukturen und die Vorteile dahinter, da gibt es unheimlich viel, auch viele Seminare, die Sie suchen können. Wir haben unsere eigene Learning Development Abteilung hier bei uns, sodass Sie unseren Mitarbeitern eben auch diese Weiterbildung entsprechend anbieten.

Da möchte ich jetzt mal nicht drauf eingehen. Was ich vielleicht empfehlen kann an der Stelle, das hat eher etwas damit zu tun, diese negative Konnotation mit Veränderung und mit Zukunft ein bisschen hinter sich vielleicht zu lassen, denn was wir immer hören, es wird irgendwie alles schlimmer und ich beziehe das nicht nur auf den Business-Bereich, sondern auch auf den privaten Bereich, wir hören über Probleme, Herausforderungen, Nachrichten etc. und das allermeiste ist leider überhaupt nicht faktenbasiert, sondern ist eigentlich nur deswegen so in unseren Köpfen, weil das die Nachrichtenszene und die Social-Media-Szene einfach dominiert. Und wenn ich deswegen etwas anbieten könnte oder etwas vorschlagen könnte, was ich wirklich sehr, sehr hilfreich finde, dann ist es ein Buch, das nennt sich Factfulness. Da geht es tatsächlich darum, die Welt mal unter der Faktenlage zu sehen.

Ich bin Mathematiker, deswegen bin ich da vielleicht ein bisschen nüchtern. Und dann wird man sehr schnell feststellen, dass die Faktenlage ganz eindeutig aufzeigt, dass die Welt viel besser ist, als wir manchmal denken oder als wir in vielen Fällen denken. Das ist schön dargestellt über Beispiele sozusagen aus dem privaten Umfeld bzw.

gesellschaftlichen Umfeld, was sich jeder gut vorstellen kann und dann die Faktenwiesen sagt, oh, ist ja eigentlich richtig. Doch schön, dass wir heute eine Lebenserwartung von über 80 haben und nicht nur 30 Jahre. Also früher war nicht alles besser.

Das kann man aber verdammt gut übertragen auch auf Veränderungen im geschäftlichen Umfeld, in seinem eigenen persönlichen beruflichen Umfeld. Also brauche ich neue Anforderungsprofile? Muss ich meine Skills upgraden sozusagen? Kann ich mit dem Wissen von vor 30 Jahren wirklich mich in die Rente schleppen? Nein, wahrscheinlich nicht. All solche Dinge lassen sich aus diesem Buch auch sehr schön übertragen.

Und ich glaube, dass es nicht schwer ist, diese intellektuelle Transferleistung dort zu machen. Deswegen empfehle ich auch meinen Mitarbeitern, die eher der Veränderung skeptisch oder abwarten gegenüberstellen, gerne dieses Buch. Das ist eine tolle Empfehlung.

Ich persönlich kenne es noch nicht, aber ich schätze den Hans Rosling sehr und insofern werde ich es mir auch mal zulegen. Reinschauen, vielen Dank. Wie immer, es kommt alles, was hier genannt wird im Interview in die Shownotes, liebe Zuhörer.

Sie können dort entsprechend nachschauen. So, jetzt haben wir ganz viel schon über Veränderungen gesprochen. Ich frage jetzt mal nicht, wie wird sich ERP verändern, weil ich glaube, das haben Sie so motiviert.

Aber ich frage jetzt einfach der ERP-Berater, den wir heute haben, wie wird sich denn der verändern in den nächsten zehn Jahren mit dieser Cloud-Strategie? Da haben Sie völlig recht, hier eine Frage zu stellen, denn das ist eine der Schlüsselfragen. Insbesondere für Softwarehersteller wie uns, Sage, aber auch viele unserer Marktbegleiter, die ganz stark im indirekten Geschäft unterwegs sind. Also unsere Software wird mehrheitlich über Reseller sozusagen, IT-Systemhäuser weiterverkauft und dann von denen eben auch eingeführt und das Projekt gemacht und so weiter.

Da steht natürlich eine große Änderung vor der Tür und wir begleiten unsere Partner schon seit einiger Zeit, aber natürlich auch in den nächsten Jahren, diesen Schritt zu gehen. Denn tatsächlich mit der höheren Standardisierung wird die Bedeutung von Consulting und Customizing und Anpassung, wird etwas runtergehen. Gleichzeitig wird die Bedeutung aber auch für Schulungen der Unternehmen, wie man mit einer quasi externen Cloud rumgeht und wie die Zusammenarbeit da ist, die wird eher steigen.

Das heißt, das Dienstleistungsgeschäft wird sich verschieben und ich möchte noch gar nicht unbedingt sagen, dass es vom Wert her irgendwie steigen oder sinken wird, sondern die Inhalte werden sich verschieben. Das ist natürlich nicht ganz so einfach, wenn Sie ein mittelständisches oder eher kleines Systemhaus sind, haben vielleicht 20 oder 25 Mitarbeiter, viele davon auch schon viele Jahre dabei. Da braucht man auch ganz, ganz viel Change Management und auch Upskilling natürlich im Bereich der Mitarbeiter, der Partner und der IT-Systemhäuser.

Aber nicht nur das, auch finanziell ändern sich die Dinge. Auch hier wieder, ich rede gar nicht über die Höhe der Umsätze, sondern über den Cashflow. Sie können sich vorstellen, wenn Sie ein Neuprojekt verkaufen bei einem Neukunden, dann startete das in den letzten Jahren in der Regel damit, dass Sie Lizenzen verkaufen.

Das heißt, ein großer Block an Kosten für den Kunden und als Einnahmen für das Softwareunternehmen oder im indirekten Geschäftsfeld für das Systemhaus materialisiert sich sofort zum Projektstart. Dann gibt es einen Wartungsvertrag, der jährlich irgendwelche Wartungseinnahmen reinspült und natürlich das entsprechende Consulting-Geschäft, das in so einem Projekt dranhängt. Wenn Sie heute jetzt entweder On-Premise-Software auf Subskriptionsbasis verkaufen oder gar eine reine Cloud, die ja ohnehin nicht gekauft werden kann, sondern automatisch nur im Nutzungsmodell möglich ist, verändert sich natürlich der Cashflow-Verlauf dramatisch.

Das heißt, das, was Sie auch als IT-Systemhaus am Anfang einnehmen, ist zunächst mal geringer. Nach hinten raus rechnet sich das alles super, gar keine Frage. Sie müssen aber Dinge ändern, beispielsweise die Kommissionierung und die Provisionierung Ihrer eigenen Betriebsmitarbeiter.

Wenn Sie On-Premise, wenn Sie Subskriptions verkaufen, dann müssen Sie natürlich das Commission-Modell der Betriebsmitarbeiter anpassen. Das ist dann auch, wenn Sie ein Betriebsrat haben, die Ziele immer festgesetzt sind, ist das im laufenden Jahr einigermaßen schwierig, da noch mehr Veränderungen herbeizuführen, aber dann müssen Sie sich eben überlegen, wie Sie es dann zum nächsten Mal, wenn Ziele geändert werden, wie Sie das umstellen. Das sind einfach nur ein paar Dinge, die ich hier ansprechen möchte, dass sich die Art des Geschäfts dramatisch verändert und dass es sowohl kommerzielle als auch Ausbildungs- als auch Portfolio-Themen berücksichtigen muss und da müssen sich auch die IT-Systemhäuser mit auseinandersetzen.

Das Geschäft, wie wir es aus den letzten Jahren kennen, wird es in 5, 7, 8, 10 Jahren so nicht mehr geben und daher muss der Hauptaugenmerk eben auf diesen wiederkehrenden Umsätzen sein und auf der möglichst optimalen Kundenbetreuung, sodass diese wiederkehrenden Umsätze auch nicht irgendwann mal durch die Kündigung des Kunden sozusagen nicht mehr da sind, denn das ist ja der große Vorteil für den Kunden. Er zahlt eine Nutzungsgebühr. Er hat keine große Anfangsinvestition.

Das heißt, wenn er nicht zufrieden ist mit dem Partnerunternehmen oder mit dem Hersteller selbst, dann ist er in der Lage, ohne eine große Anfangsinvestition in den Sand gesetzt zu haben, die Pferde zu wechseln und das bedeutet auch, dass in dieser Welt das Thema Customer Success und damit auch Kundenbetreuung und die Zufriedenheit und nicht nur Zufriedenheit, sondern auch die Begeisterung der Kunden über das, was sie einsetzen, eine noch viel größere Rolle spielt, als es das theoretisch natürlich schon immer getan hat. Aber sie müssen keine große Anfangsinvestition verteidigen, die Kunden. Das heißt, sie sind viel freier.

Das ist gut für die Kunden. Ich begrüße das sehr und gleichzeitig auch eine Aufgabe, die Hersteller und IT-Systemhäuser ins Heft geschrieben kriegen, sich damit auseinanderzusetzen. Jetzt haben wir den Mensch, den Berater an der Stelle so wunderbar in Szene gesetzt.

Wenn ich jetzt meine letzte Frage stellen darf, die Herausforderung von Unternehmenssoftware, die vielleicht gar nicht so sehr in dem Architektur, dem Chip Richtung Cloud, sondern tatsächlich die Leute, die das bedienen sollen oder die dabei helfen sollen, dass es optimal bedient, dazu in die Lage zu versetzen, diese Hilfestellung? Ich glaube, da haben Sie völlig recht und insbesondere, das wird auch nicht immer so sein, aber das ist jetzt so. Das ist in dieser Übergangssucht. Keiner ist sich so richtig sicher, wie das funktioniert, außer Leute, die schon länger betreiben oder die da irgendwie sehr viel Know-How drin haben.

Aber momentan ist es einfach wichtig, die Unsicherheit aus dem Markt rauszunehmen. Die Kunden, die sehr, sehr stark an ihren Unternehmens hängen, zu sagen, kein Problem, du musst nicht zu den Ersten gehören, aber sei dir gewiss, wenn du nicht irgendwann über dieses Stöckchen springst, dann wirst du wahrscheinlich Nachteile haben. Du wirst weniger wettbewerbsfähig sein in der voranschreitenden, gar galoppierenden digitalen Transformation.

Kannst du dir da auch nicht ewig Zeit für lassen. Gleichzeitig aber die Sicherheit zu geben, dass es funktioniert, dass es entscheidend mit allen Playern, mit den Kundenunternehmen und deren Mitarbeitern, vom Softwarehersteller, aber auch gegebenenfalls den IT-Systemhäusern, die dazwischen sind. Das ist immens wichtig.

Wenn wir heute kurz einen gedanklichen Sprung in 2030 plus X machen, dann wird sich das wieder erledigt haben, weil diese Transition stattgefunden und abgeschlossen ist. Dann wird das Wasser einfach aus der Leitung kommen, man dreht den Hahn auf und denkt gar nicht mehr darüber nach, dass man irgendwann nochmal einen Brunnen hatte vor 50 Jahren. Und genauso wird es mit der Software auch sein.

Das heißt, wir haben diese Herausforderungen, die wir jetzt alle angesprochen haben, bei den verschiedenen Playern, für einen bestimmten Zeitraum und dann behaupte ich, ist Cloud-Software Commodity. Herr Zipzer, es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht mit Ihnen über dieses Thema Cloud-Software as a Service, die Veränderungen bei Sage zu sprechen. Unsere Zeit ist um.

Ich bin raus aus diesem Podcast. Die letzten Worte gehören, wie immer, meinem Studiogast. Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, hier mit uns zu diskutieren und darüber zu sprechen.

Ich bedanke mich auch sehr bei allen Zuhörern. Ich hoffe, Sie fanden das interessant. Es hat Ihnen Spaß gemacht.

Wenn Sie Fragen darüber hinaus haben, zu Sage in Deutschland, dann zögern Sie sich nicht, über unsere Webseite die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten zu nutzen. Vielleicht haben Sie auch direkte Zugänge und wir werden Ihnen selbstverständlich auch diese Fragen antworten, jedenfalls, soweit es in unserer Macht steht. Herzlichen Dank.

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Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

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