Wie wir Social Media in Anwendungs- und ERP-Unternehmen einsetzen können, kläre ich in dieser Episode mit dem Social-Media-Experten Dr. Volker Meise. Im zweiten Teil sprechen wir insbesondere über Social Intelligence und die Verknüpfung von ERP und Social Media.
Kontaktdaten:
Dr. Volker Meise
Ex CEO und Geschäftsführer Linkfluence Germany Gmbh
- Web: http://www.meiseonlinestrategie.de/
- LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/volkermeise/
- Facebook: https://www.facebook.com/meise.online.strategie
- Twitter: https://twitter.com/meistermeise
Empfehlungen
Podcasts:
- Online Marketing: OMR Podcast mit Philipp Westermeyer: https://omr.com/de/podcast/
- eCommerce: Kassenzone mit Alexander Graf: https://www.kassenzone.de/
- tägliche Tech-News: Techmeme Ride Home mit Brian McCullough: https://www.ridehome.info/podcast/techmeme-ride-home/
- Social Media Marketing und Unternehmertum: The GaryVee Audio Experience mit Gary Vaynerchuk: https://www.garyvaynerchuk.com/podcast/
- Leadership und Unternehmensführung: Simon Sinek: https://simonsinek.com/. Kein regelmäßiger Podcast von ihm selbst, aber viele hörens- und sehenswerte Interviews und Auftritte, so z.B. bei Inside Quest: https://www.youtube.com/watch?v=zFr_-oFmPRE/ oder bei der How To Academy: https://www.youtube.com/watch?v=3vX2iVIJMFQ/
Content Generierung:
- Wertvolle Tipps für die Content-Generierung und Ausspielung auf Social Media: https://www.garyvaynerchuk.com/the-garyvee-content-strategy-how-to-grow-and-distribute-your-brands-social-media-content/
Best Practice:
- Beispiel Mitarbeiter-Blog mit authentischen Beiträgen: https://blog.westfalen.com/
- Prof. Scott Galloway mit seinen Kommentar-Videos zu aktuellen Themen: https://www.youtube.com/channel/UCDhrtgAGXyecXofKYBNpRqA/featured oder seine #hottake-Videos auf seinem LinkedIn-Profil: https://www.linkedin.com/in/profgalloway/detail/recent-activity/shares/
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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten.
In diesem Sinne: keep connected.
Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann
Transcript:
ERP-Podcast, Folge 107, zweiter Teil. Social Media und ERP, ein Interview mit dem ehemaligen Linkfluence-Geschäftsführer Dr. Volker Meiser. Wie wir Social Media in Anwendungs- und ERP-Unternehmen einsetzen können, kläre ich in dieser Episode mit dem Social Media Experten Dr. Volker Meiser.
In diesem zweiten Teil sprechen wir insbesondere über Social Intelligence und die Verknüpfung von ERP und Social Media. Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast.
Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet.
Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. So, herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast.
Zweite Folge mit Dr. Volker Meise. Volker Meise ist langjähriger Social-Media-Experte, zuletzt Geschäftsführer bei Linkfluence und ich freue mich mit ihm einfach über das Thema ein bisschen zu diskutieren, natürlich mit dem Schwerpunkt B2B. Lohnt sich das überhaupt auch als Anwendungsunternehmen, natürlich auch als Softwarehersteller? Wir haben im ersten Teil schon ganz viel darüber gesprochen.
Text, Audio, lieber Video. Welche Bedeutung hat das heute? Ist das vielleicht zu vernachlässigen oder ist es die Zukunft? Genau da würde ich noch mal reingehen. Lieber Volker, ich begrüße dich hier ganz herzlich wieder im ERP-Podcast.
Bevor wir jetzt wieder in medias res reingehen, die Bitte an dich, stell dich noch mal kurz vor. Wir sind jetzt im zweiten Teil, das heißt, dazwischen liegt eine Woche und ich weiß nicht, ob jeder noch so ganz präsent hat, wer du eigentlich bist. Ja, sehr gerne.
Hallo auch meinerseits. Mein Name ist Volker Meise. Ich war bis vor kurzem CEO und Geschäftsführer von Linkfluence in Deutschland.
Linkfluence ist ein globales Unternehmen, welches Social Media Intelligence betreibt. Das heißt, mit einer weltweit führenden Software, das fast das gesamte Internet abgrast und auf dieser Basis mit eigenen Analysten, Marktforschern und Redakteuren für große Unternehmenauswertungen macht, was die Zielgruppe denn so treibt, was sie denkt, was sie vom Unternehmen hält, was sie von den Produkten hält, was sie von der Marke hält, was sie über den Wettbewerb sagt und was so allgemeine Trends sind. Wenn ich jetzt selber sage, für mich Softwarehersteller, mittelgroß, kleine Marketingabteilung, was weiß ich, zwei, drei Leute, gibt es ein Medium, mit dem man vielleicht starten sollte, gibt es eine Ausrüstung, die man auf jeden Fall braucht, also ein Mindestbudget oder wie würdest du an das ganze Thema herangehen? Man kann mittlerweile schon mit relativ kleinem Budget viel machen, denn auf den allermeisten Kanälen kann man ja auch ohne Budget loslegen und die eigenen Kanäle bestellen, also ob ich eine Facebook-Seite, eine LinkedIn-Seite habe oder ein Twitter-Account oder Ähnliches oder die eigene Webseite, das kostet ja erstmal nichts, das zu bespielen, da braucht man hauptsächlich Zeit und Ressourcen, um eben die Inhalte zu produzieren, aber das kann man wunderbar selbst machen, wenn man kreative Leute hat, wenn man Leute hat, die ein bisschen schreiben können, die halt Video produzieren können und da ist auch mittlerweile die Ausrüstung, glaube ich, nicht mehr so relevant, d.h. im Prinzip kann jedes bessere Handy schon ein vernünftiges Video aufnehmen und wenn man ein Mikrofon hat oder sich auch noch eine bessere Kamera leisten will, dann ist das nichts, was das übliche Marketingbudget jetzt sprengt.
Du hast ja in deinem beruflichen Alltag wahrscheinlich mit ganz, ganz vielen Unternehmen zu tun, die in diesem Bereich irgendwas machen. Kannst du spontan so eine Erfolgsstory aus dem Mittelstand hervorzaubern, um einfach mal zu sagen, ja, man muss ein bisschen ausdauern sein, aber das kann sich vom Potenzial her durchaus lohnen. Ich hatte in der letzten Episode ja auch schon mal so ein bisschen die Zahlen hier aus dem ERP-Podcast genannt, wie sich das über die Jahre aufgebaut hat.
Fällt dir spontan was ein? Ich kann jetzt leider nicht alle Kundencases, die wir haben, hier nennen. Ich kann aber grundsätzlich sagen, dass man einfach anfangen muss mit seinen Sachen. Natürlich schon sich überlegen muss, wo will ich hin, was mache ich, was sind die Inhalte, die meine Zielgruppe interessieren und da vielleicht auch ein bisschen die Zielgruppe mal fragen oder im Internet eben suchen, was die Zielgruppe so umtreibt und dann geduldig bleiben und nicht, wenn der erste Blogartikel halt nur ein paar Mal gelesen wird, sagen, das lohnt alles nicht, sondern man muss halt da, wie du es ja letzte Woche schon gesagt hast, man muss da ein bisschen Geduld haben und die Zahlen werden sich dementsprechend entwickeln, wenn man die Inhalte vernünftig rausbringt und interessante Sachen erzählt.
Ich kann es von uns selbst nur sagen, dass wir von unseren Firmen, die wir als potenzielle Kunden haben, immer besser geworden sind. Das heißt, anfangs, als wir losgelegt haben, waren das eher die kleineren, die sich für uns interessiert haben und die Namen wurden immer größer und wir sind dann dahin gekommen, wo wir hinwollten, nämlich wirklich die globalen Unternehmen, die dann bei uns angefragt haben bzw. die wir dann ansprechen konnten und die dann auch zugehört haben und dafür braucht man halt so eine gewisse Reichweite, so eine gewisse Awareness im Markt, damit die Kontaktpersonen in den Firmen schon mal was von einem gehört haben und dafür, wie gesagt, braucht es Geduld, Hartnäckigkeit und ja, gute Inhalte, interessante Inhalte und dann kommt man da schon relativ weit mit.
Jetzt bist du zuletzt in einem Bereich gewesen, der gar nicht mehr so den Content baut und vermarktet, sondern eigentlich die Analyse hintendran macht. Ich glaube, du nennst es Social Intelligence. Vielleicht kannst du uns ein bisschen sagen, was das genau ist und wie detailliert man eigentlich Auswertungen zu seinem Unternehmen, zu seinen Produkten bei sowas fahren kann? Ja, es ist so, dass mittlerweile ja wirklich über alles im Internet geschrieben wird von Nutzern und wie ich letzte Woche schon sagte, das Internet ist sozial.
Es sind nicht nur die sozialen Netzwerke, wo sich ausgetauscht wird, sondern es sind Rezensionen bei Amazon, es sind Blog-Kommentare, es sind die Blogs selbst, die von Nutzern geschrieben werden über bestimmte Themen, die sie interessieren, die sie als Hobby haben, die sie im Leben begleiten und dementsprechend gibt es wirklich über alles dort Leute, die irgendwas schreiben und Inhalte, die man auswerten kann. Und diese Inhalte können auch ganz trivial sein. Ich glaube, du hast es letzte Woche auch gesagt, was man nur sagt, da postet einer über seine Currywurst, die er mittags isst und warum, was soll ich damit, das interessiert mich nicht.
Vollkommen richtig, interessiert mich als Person vielleicht nicht, aber wenn ich ein Wursthersteller bin oder wenn ich wissen will, was snacken Leute zu Mittag oder zu welchen Zeiten, dann ist das für mich eine relevante Information. Dann kann ich sehen, wenn jetzt einer was über Currywurst postet, okay, nett, wenn aber plötzlich anfangen alle Leute mittags Currywurst zu essen, dann könnte das ja ein Trend sein. Und dann könnte es sein, dass sich da etwas aufbaut, wo ich auch mitspielen möchte, wo ich keine Ahnung, auch etwas, neue Currywurstkette aufmache, wo ich Currywürste herstelle, wo ich vegane Currywürste herstelle, wo ich Soße herstelle, was auch immer oder die Getränke dazu liefere.
Also es gibt da halt, aus den Inhalten her kann man alles Mögliche analysieren von Nennungen der eigenen Marke, von Nennungen der Wettbewerbsmarken, der Produkte von Zuhörern, wie finden denn die Leute diese Produkte, von Zuhörern zu Gesprächen, wo bestimmte Probleme geschildert werden und wie zum Beispiel, wenn man Joghurthersteller ist, dann sollte man sich darüber informieren, wie denn Veganer sich darüber unterhalten, wie sie vielleicht Joghurtersatz bekommen oder was sie eigentlich gerne essen, aber halt eben nicht mit tierischer Milch und was sie dann nehmen. Und dann kann ich halt umstellen und sagen, ich biete vielleicht auch mal einen Joghurt auf Kokosmilchbasis an oder Ähnliches. Also ich kann wahnsinnig viel aus diesen Daten herauslesen, wenn ich genau genug hinschaue und wenn ich viel lese und mitbekomme, was bewegt eigentlich da meine Zielgruppe da draußen.
Also ich glaube, die meisten Unternehmer oder Unternehmen, da ist so das höchste der Gefühle Konunu. Also so, was Mitarbeiter über mich als Unternehmen sage. Ich habe gerade die Uni Würzburg Seite, wenn ich jetzt hier mal meinen Lehrstuhl angebe, 5,0.
Respekt. Geht da noch viel mehr darüber hinaus? Ja, Konunu ist ja nur ein Arbeitgeberbewertungsportal. Das heißt also, da beschreibe ich, wie mir der Arbeitsplatz gefällt, wie mir die Firma gefällt, wie halt meine Arbeit ist.
Das ist sozusagen ein bisschen Social Media Analytics im HR-Bereich. Das gehört dazu und das muss ich natürlich dann lesen und das muss ich aufnehmen. Aber es gibt sicherlich noch andere Bereiche, wo die Leute sich über die Arbeitswelt und die Arbeitsbedingungen äußern.
Und da muss ich auch zuhören, wenn ich vielleicht ein bisschen mehr wissen will, als die Leute, die sich dann in letzter Konsequenz irgendwie auf Konunu äußern, beschweren oder was auch immer. Und das ist wirklich ja auch nur über den Teilbereich, über einen kleinen Teilbereich des Unternehmens. Interessanter jetzt für ERP-Systeme ist ja vielleicht mal reinzuhören in Diskussionen, wo Fachleute sich darüber unterhalten, welche Daten sie gerne miteinander verbinden würden oder wo sie Auswertungen gerne hätten, aber keine bekommen.
Oder wo es immer Probleme mit der Datenqualität gibt. Oder was auch immer. Oder wo sie irgendeine Funktion gerne hätten, die aber noch keiner gebaut hat.
Also das sind ja die spannenden Sachen. Und da kann man dann zuhören und kann sich überlegen, hey Mensch, das ist ja ein guter Hinweis. Vielleicht sollten wir derjenige sein, der diese Funktion als erstes baut und auf den Markt bringt.
Okay. Mit was mache ich das? Also ich kann natürlich, wenn ich so ein einfaches Portal habe, also fünf Sterne von fünf Sternen und so weiter, das ist ja trivial. Aber Social Intelligence setzt ja an einer ganz anderen Stelle an.
Ihr crawlt ja sozusagen das Web und alle Foren, die vielleicht auch erstmal gar nicht so erschließbar sind und verdichtet sie ja wie, wo drin. Was sind das für Tools? Gibt es die auf dem freien Markt? Wie funktioniert das Ganze? Genau. Die gibt es auf dem freien Markt.
Das ist das Geschäft, womit wir unser Geld verdienen. Das heißt, das sind Social Listening oder Social Media Monitoring Tools, die eben das gesamte Web aufnehmen und dann über Keywords die Begriffe oder die Themen erschließen. Ich kann also meinen Unternehmennamen, Unternehmensnamen oder jede beliebige Keywords von Themen eingeben, die mit Ausschlüssen versehen und miteinander kombinieren, damit ich wirklich nur das habe, was ich möchte und halt nicht ganz viele andere Sachen, wo der Name zufälligerweise auch auftaucht.
Und solche Monitoring Tools, die machen natürlich bei größeren Unternehmen Sinn, weil da auch die Zeitersparnis da ist und dass man halt nicht von Hand viele Sachen wieder durchsuchen muss, um zu gucken, hat da irgendwie mal was Neues geschrieben oder ist da irgendwas Neues aufgetaucht. Das kann ich mir dann halt über so ein Tool viel besser ziehen. Da kann ich dann vielleicht täglich reingucken.
Da kann ich mir einen kleinen Alert zuschicken lassen oder eine tägliche Auswertung vollautomatisch und dann bin ich da zumindest auf dem neuesten Stand und kann die im Zweifel auch nutzen, je nachdem, wie sie eingestellt sind, um halt ein bisschen breiter zu schauen, um ab und zu mal reinzugucken. Gibt es irgendwas Neues in der Branche? Was sagen die über den Wettbewerb? Was macht der? Oder solche Geschichten. Also da gibt es wie gesagt diese Tools.
Wer das nicht ausgeben möchte oder kann, der muss halt ein bisschen Zeit investieren und findet garantiert, wenn er nach entsprechenden Stichworten sucht, Gruppen bei Communities bei Facebook, Gruppen bei LinkedIn, kann nach Hashtags suchen, die auf diesen Kanälen sind, kann bestimmte Fachforen sich anschauen. Es gibt geschlossene Gruppen bei Facebook, wo sehr, sehr fachlich diskutiert wird, wo wirklich dann nur Leute reingelassen werden, die eben vom Fach sind und keine Laien. Und dementsprechend ist die Qualität der Beiträge da auch hoch und man kann dann durchaus auch mal in die Runde fragen zu einem bestimmten Thema und kriegt dann gute Antworten.
Also da, wenn man sich ein bisschen in der Szene sozusagen, in der eigenen Szene bewegt, dann kann man da eine ganze Menge rausholen und eine ganze Menge mitbekommen. Es kostet dann natürlich logischerweise immer ein bisschen Zeit, um sich da umzuschauen. Aber man lernt auch eine ganze Menge, weil man alleine durch das Lesen kriegt man halt mit, wie sind da die Stimmungen, wo drückt gerade der Schuh, wo geht es hin, was sind Themen, die die Leute bewegen.
Und das bringt dann unheimlich viel. Etwas, was unheimlich viel bringt oder sagen wir eher unheimlich viel Unruhe bringt, ist, denke ich, gerade im Social-Media-Bereich das Thema Datenschutz, oder? Ja und nein. Also auf der einen Seite muss man natürlich bei allem, was man macht, aufpassen, dass man da gegen die entsprechenden Vorschriften nicht verstößt.
Was aber eigentlich, ja, da muss man schon bewusst was falsch machen, um wirklich da in Probleme zu geraten. Natürlich kann man nicht einfach Leute auf Facebook oder auf LinkedIn nehmen, sie in irgendwelche Newsletter reinpacken und dann anschreiben. Aber das war vor GDPR und DSGVO auch schon so.
Also das sind eigentlich, wie soll man sagen, das ist das Handwerkszeug im Marketing. Wenn man das beherrscht, das ist eigentlich nicht so das große Problem. Wenn man sich ein bisschen genauer damit beschäftigt, wenn man ein bisschen tiefer reingeht und in Facebook sich zum Beispiel einsteigt, in Facebook-Werbung und sowas wie sogenannten lookalike audiences sich mit beschäftigt, wo man eben E-Mail-Adressen hochlädt, die dann bespielt werden, beziehungsweise wo dann ähnliche Profile rausgesucht werden.
Das ist natürlich etwas, wo es dann langsam kritisch wird, wovon ich also dann abraten würde. Aber das sind schon sehr, sehr spezielle Taktiken. Und die sollte man halt auch mit jemandem machen, der das schon mal gemacht hat und da was dran versteht und der einem dann auch sagen kann, bis hierhin würde ich gehen, aber den nächsten Schritt dann vielleicht nicht machen.
Jetzt kann ich gerade aus diesem Analysebereich, und deswegen kam ich eben auch auf Datenschutz, natürlich ganz viele Daten kombinieren und kann sie auch in die Verknüpfung von internen und externen Daten bringen. Ich denke natürlich insbesondere an alle transaktionalen Daten, also alles, was aus dem ERP-Bereich auch kommt. Vielleicht kannst du mal Beispiele machen, wie man eigentlich auch Mehrwert generieren kann aus dem, was ich über Social Media analysieren kann und verknüpfen kann dann entsprechend.
Ja, da kann ich ein Beispiel zugeben, was wir von Linkfluence einmal erlebt haben mit einem Kunden aus Japan. Da war es so, dass die Luxusmarken in Japan immer zu einer bestimmten Zeit im Jahr einen riesigen Absatzpeak hatten, und sie wussten nicht, warum. Wieso fingen plötzlich alle an, da Handtaschen und Ähnliches zu kaufen.
Wir haben dann eine Auswertung gefahren, und dabei kam heraus, dass zum Abschluss, ich glaube der Schule oder der Universität, die Studenten in Japan sich dann was gegönnt haben und sagten, das ist sozusagen meine eigene Belohnung und sind halt losgelaufen und haben diese Luxusgüter dann gekauft. Und als das dann unsere Kunden erfahren haben, haben wir natürlich gedacht, super, darum können wir ja eine Kampagne stricken, darüber können wir halt auch rechtzeitig vorher genug Ware in die Geschäfte bringen und können das Ganze auch noch schön vermarkten und haben also einen riesigen Erfolg damit gehabt. Und das sind so Sachen, wo man dann idealerweise von träumt, wenn halt die Umsatzzahlen mit Social Media korrelieren, wenn man also sagen kann, okay, ich mache eine Kampagne oder ich sehe irgendwas in Social Media und ich kann es dann nachher auch in den Umsatz- und Absatzzahlen ablesen.
Das ist, muss man sagen, leider nicht immer so, weil es natürlich noch tausende andere Faktoren gibt, die den Verkauf und den Absatz beeinflussen. Und dementsprechend kann man nicht immer direkt sagen, ich mache jetzt eine Kampagne und dann gucke ich mal nächste Woche nach, ob denn die Absatzzahlen gestiegen sind. Das kann ich vielleicht auf Einzelprodukt-Kampagnen machen und kann sehen, ich spiele jetzt eine große Kampagne über Facebook aus und schaue, wie viel ist alles abgesetzt worden.
Das ist aber eine Regel dann mehr im B2C-Business, wo man dann direkt auf den Knopf drücken kann und kaufen. Das funktioniert im B2B so natürlich nicht. Trotzdem ist es, glaube ich, wahnsinnig spannend zu sagen, okay, da baut sich gerade irgendetwas auf und ich bevorrate mich lieber ein bisschen mehr mit dem Produkt beispielsweise im Einzelhandel.
Also auch im Großhandel B2B, ja. Absolut, man kann natürlich versuchen Trends zu erkennen und das ist eine spannende Sache, wo ich auch denke, dass das in der Zukunft noch viel, viel mehr kommen wird. Die Verknüpfung von Daten, sei es über Social, sei es über andere und dann die Auswertung und die Vorhersage mittels KI, also künstlicher Intelligenz.
Wir haben bei Linkstrans etwas Ähnliches gemacht. Wir haben uns Zutaten angeschaut, die in Lebensmitteln vorkommen, also über Zutaten, das können irgendwelche Zusatzstoffe sein, das können aber auch ganz normal Äpfel, Nüsse, Birnen, was auch immer sein, was man sich in das Müsli tut und haben für einen Kunden 800 verschiedene Zutaten ausgewertet aus unserer Vergangenheitsdatenbank geschaut. Wie häufig wurden die erwähnt und konnten dann sogenannte BAS-Verläufe, also Verläufe der Nennungen über die Zeit generieren und haben dann herausgefunden, wie diese Verläufe über die Zeit sind, wie häufig die Zutaten im Social Media aufgetaucht sind und dann konnte man für interessante Produkte, die nämlich jetzt plötzlich immer mehr auftauchten, konnte man KI-Algorithmen darauf ansetzen und eine gewisse Vorhersage machen, wie die in den nächsten Monaten sich wahrscheinlich entwickeln werden.
Und das waren dann tatsächlich die Zutaten, die auch die Produktscouts auf der Liste hatten für ganz heiße neue Sachen aus den USA. Und das ist so ein Beispiel für die Auswertung von Vergangenheitsdaten, die Interpretation von Vergangenheitsdaten, um zu schauen, wie funktioniert, wie wird es in der Zukunft weitergehen, um Absatzprognosen zu machen, um vielleicht neue Märkte zu analysieren mit Daten, die halt vielleicht auch vieldimensional sind, wo man halt nicht nur eine Kurve hat, sondern viele verschiedene Einflussfaktoren. Und der KI ist es letztendlich egal, wie viele Faktoren es sind.
Da kann man beliebig viele reinspielen und kann dann viel genauere Aussagen machen über das, was da in der Zukunft kommen wird. Jetzt nehmen wir nochmal unseren ERP-Hersteller, vielleicht abschließend der kleine Marketingmannschaft, irgendwas mit Social Media machen will. Analytics ist das eine, aber er möchte natürlich insbesondere sich, also das Unternehmen, das ERP-Produkt darstellen.
Hast du Tipps, wie er vorgehen sollte? Hast du vielleicht auch ein paar anregende Gedanken? Welche Kanäle oder welche ersten Schritte sich am meisten auszahlen können? Ich muss, glaube ich, erstmal reingehen und gucken, wen möchte ich ansprechen? Was ist meine Zielgruppe? Für wen produziere ich jetzt diesen Content, diese Kampagne? Ist es sozusagen für den Benutzer? Ist es für den Entscheider? Ist es für Unternehmensführung? Wo will ich ansetzen? Und aus meiner Erfahrung bringt es immer sehr viel, wenn man eben Geschichten erzählt, nicht einfach nur Funktionen des Produkts zeigt, sondern sagt, was bringen die für den Anwender? Was bringen die für die Firma? Und das idealerweise auch noch mit Beispielen hinterlegt, mit vielleicht Kunden, mit Referenzen, wo man einen bestehenden Kunden vor die Kamera holt und der sagt, mithilfe dieses ERPs haben wir durch die Funktion das und das endlich im Griff gekriegt, was vorher nie funktionierte und wir sind super happy. Und wenn man dann andere potenzielle Kunden hat, die das gleiche Problem haben und die sehen, oh Mensch, die haben das ja, da hat es funktioniert, dann hat man direkt die Verbindung und hat einen Anknüpfungspunkt. Und das ist viel erfolgsversprechender, als wenn man anfängt, unser Produkt hat die und die Funktionen und Sie können das und das einstellen und das interessiert in der Regel nicht so viel.
Das ist auch bei meinem Podcast so, dass ich das gar nicht als lineare Abfolge von Einzelfolgen sehe, sondern tatsächlich als große Wissensbasis, wo man reingreifen kann und wenn man halt was zur Softwareauswahl wissen will, dann muss man eben beispielsweise auf die Folge 10 zurückgreifen und auf die Folge, ich weiß es nicht genau, 102 oder wie auch immer, um einfach verschiedene Wissensaspekte sich rauszuholen. Also ich glaube, das ist auch so ein Wesensmerkmal, dass Social Media gar nicht so linear funktioniert wie geschriebene Texte in der traditionellen Welt. Absolut, absolut.
Also immer das, was man produziert, bleibt ja erhalten, das wird ja nicht wieder gelöscht nach einer gewissen Zeit und dementsprechend, je mehr man Reichweite hat, je mehr Leute einen kennen, auf die Webseite gehen, die gucken sich dann eben auch mal ältere Sachen an, Sachen, die man schon länger dastehen hat, sodass das also nicht verlorene Investitionen ist, die man da tätigt, sondern das baut halt diese Wissensbasis auf und kann immer noch genutzt werden. Würdest du denn, wenn du so eine Marketingabteilung hättest, würdest du mit Videoformaten beginnen? Würdest du gucken, dass du mehr im Bereich von Blog-Textformaten machst? Würdest du versuchen, Audioformate zu produzieren? Alles hat ja seine Vor- und Nachteile. Wo siehst du das größte Chancen-, Risiko- oder Kostenverhältnis? Ich glaube, es ist immer eine Kombination aus mehreren Elementen.
Wenn ich nur rein Video mache, dann kann ich ja keinen Blog bespielen, sondern dann muss ich die halt über YouTube oder andere Kanäle ausspielen und die Leute, die halt einfach mal kurz was überfliegen wollen oder kurz was lesen wollen, die kann ich halt damit dann nicht abholen und habe auch keine positiven Wirkungen, zum Beispiel auf die Webseite, auf den Google Ranking der Webseite, in dem ich halt Text mit bestimmten Inhalten da platziere. Also es muss immer, es sollte immer eine Kombination aus beiden sein. Ich würde Inhalte heutzutage immer als Text sozusagen, als Geschichte verpacken und versuchen, eine kleine Videosequenz damit reinzubringen, vielleicht auch eine längere Videosequenz, die man dann nochmal in kleineren Blöcken nutzen kann und verschieden ausspielen können zu verschiedenen Zeiten, also dass man nicht nur einen großen, eine große Veröffentlichung hat, sondern viele kleine und damit kann man die Wirkung maximieren.
Man weiß es auch vorher nicht, was funktioniert. Das ist ja, man kann sich immer viel überlegen, welcher Spruch, welches Video, welcher Text am besten funktioniert, welche Überschrift am besten funktioniert. Man weiß es erst, wenn man es ausprobiert hat.
Und das ist das Schöne, weil man halt jetzt anhand von Daten entscheiden kann, das, was einfach mehr Views gibt, was mehr Reaktionen hervorruft, das ist dann das Bessere. Und das kann man dann vielleicht häufiger nutzen und kann es dann halt mehr bewerben und hat noch eine bessere Datenbasis und hat eine bessere Performance, als wenn man einfach mal sozusagen nur dem Bauchgefühl folgt und sich wundert, warum das vielleicht nicht so gut ankommt. Also Tipp, ausprobieren, aber bitte nicht N gleich 1, sondern es ist eine gewisse Stetigkeit.
Absolut. Viel ausprobieren, messen, verbessern, nochmal ausprobieren und Erfahrung sammeln und dann, ja, also viele kleine Inhalte häufiger posten, viel besser als einen großen Inhalt einmal. Okay.
Ich drehe das Blitzlicht nochmal rum auf dich sozusagen unsere kleine Blitzlichtrunde zum Ende einer Folge. Wenn du jetzt mal so in den Spiegel schaust heute und dann aber ein bisschen zurückblickst auf das Gestern, warum bist du beruflich das geworden, was du letztendlich heute bist? Ich habe eigentlich immer das gemacht, was mir Spaß gemacht hat, wo ich mich voll mit identifizieren konnte und wo ich halt mich voll reinhängen konnte sozusagen und das merkt man letztendlich und dann stellt sich hoffentlich auch der Erfolg ein und so bin ich halt von einem zum anderen bekommen. Habe aber halt diese Online-Digitalisierungs-Fokus immer beigehalten und da natürlich dann auch so ein bisschen Erfahrung aufgebaut, die mir dann heutzutage hilft, bestimmte Dinge dann vielleicht schneller einzuordnen oder so zu sehen und dann auch umsetzen zu können.
Gibt es da einen größten beruflichen Erfolg? Ja, kann man schon sagen. Ich bin jetzt eben das die letzten Jahre bei Linkfluence eben für Social Geschäft zuständig gewesen und habe da ein Team aufgebaut, was auch aus schweren Zeiten gekommen ist und wo die Stimmung nicht so gut war und wo das Geschäft ein bisschen umbauen mussten und daraus ist wirklich ein schlagkräftiges Team geworden von ganz tollen Leuten, von super Mitarbeitern, die super zusammengehalten haben und eine klasse Stimmung war, wo man dann halt viel bewegen konnte und wo es einfach Spaß gemacht hat, zur Arbeit zu kommen und mit diesen Leuten etwas zu bewegen und dann, wie gesagt, geht es auch weiter und dann hat man die Erfolge und das vermittelt sich dann nach außen und das ist einfach schön, wenn man so was, ja, wenn man schafft, so was zusammenzustellen und die Leute zu motivieren und dann zusammen mit einer hervorragenden Technologie halt das Geschäft betreiben kann. Jetzt hast du als Wirtschaftsinformatiker natürlich Skills aus zwei Welten, sprich Wirtschaft und IT. Sind das die Fähigkeiten, die man für so ein Berufsumfeld besonders braucht oder sind Eigenschaften wie Geduld zuhören etc.
vielleicht die viel wichtigeren Eigenschaften, die du mitgebracht hast, um solche Teams zu formen? Ich glaube, das eine geht nicht ohne das andere. Also man muss natürlich schon fachlich wissen, was man tut und Dinge einordnen können und vorhersehen können und auf der Basis entscheiden können. Das bringt aber alles nichts, wenn man es nicht schafft, die eigenen Leute zu erreichen und gemeinsam an Sachen zu arbeiten und ein motiviertes Team zusammenzustellen.
Denn alleine geht heutzutage nichts mehr und man kann sich nicht anmaßen, dass man über alles Bescheid weiß und alles besser als die Mitarbeiter. Genau dafür hat man sie ja, die Spezialisten, die sich in ihrem Bereich extrem gut auskennen. Und da ist der fachliche Anspruch bei vielen Dingen mittlerweile so hoch, man muss so tief in den Dingen drinstecken, dass man wirklich da eben die Spezialisten braucht.
Und die dann alle miteinander zu verzahnen und das alles am Laufen zu halten und das Ganze strategisch auszurichten, damit es in die richtige Richtung läuft, da braucht man halt sowohl den Überblick als eben auch ein bisschen Detailwissen und Verständnis, um halt mit den Kollegen und Kolleginnen da sprechen zu können und sie dann auch sozusagen abzuholen und wirklich mit ihnen zu arbeiten. Jetzt ist Leben, Lernen, lebenslanges Lernen meine Frage nach einem Buch, was du unseren Zuhörern beruflich oder privat empfehlen kannst? Oder muss ich vielleicht bei dir direkt fragen und sagen, welche Social Media Kanäle als Fortbildungsmedium kannst du unseren Zuhörern empfehlen? Ja, ich lese unheimlich viel, aber ich lese nur noch wenig Bücher. Und es gibt glaube ich einen ganzen Haufen von Büchern, die hier bei mir zu Hause stehen, die ich angefangen habe und dann irgendwann einfach nicht mehr weitergelesen habe, weil gerade wieder etwas anderes kam.
Ich kann, ich lese natürlich unheimlich viel im Netz, sei es wirklich zu gucken, was gerade durch die Timeline bei LinkedIn oder Twitter läuft. Es gibt viele sehr, sehr tolle Plattformen wie Medium, wo man längere Texte hat, wo super Inhalte draufstehen. Es gibt aber natürlich auch bestimmte Personen, die ich ganz gerne folge und denen ich ganz gerne zuhöre.
Das sind zum Beispiel als sozusagen Online-Marketing-Guru aus den USA Gary Vaynerchuk, der wirklich sehr impulsiv und emotional seine Sachen vorträgt und wo man sehr, sehr viele gute Hinweise zum Unternehmertum findet. Das wird, wenn man ganz viel von ihm anhört, irgendwann ein bisschen anstrengender, aber es sind viele, viele super, super Hinweise da, wo man auch gerne zuhört und wo man einfach mitnimmt, mit welcher Energie und mit welchem Einsatz er dabei ist. Der zweite, den ich da ganz, ganz gerne höre, ist Simon Sinek.
Das ist ebenfalls ein Speaker, der auch TEDx schon gesprochen hat, einen großen Erfolg hatte. Der hat das Konzept des Why weiterentwickelt. Ich will nicht sagen erfunden.
Ich glaube, den gab es vorher schon. Aber dem geht es darum, wie führe ich eine Firma? Wie führe ich Leute? Was macht mich als Mensch und als Führungspersönlichkeit aus? Das ist eben viel mehr als eine inhaltliche Kompetenz. Da spielen auch ganz andere Dinge eine Rolle.
Das ist immer sehr, sehr inspirierend, was man da mitbekommt. Fachlich kann ich noch sagen, ich höre natürlich auch sehr gerne Podcasts. Darum bin ich auch sehr, sehr froh und glücklich, hier bei dir zu Gast sein zu dürfen, mal auf der anderen Seite des Mikrofons.
Viele Podcasts bringen echt enorme Insights von sehr interessanten Leuten, sei es zum Beispiel der OMR-Podcast für Online-Marketing. OMR steht für Online-Marketing Rockstars. Das sind die Kollegen aus Hamburg, die einmal im Jahr dieses große Festival machen.
Es gibt für eCommerce-Leute den Kassenzone-Podcast, der immer sehr interessante Interviewpartner aus der Branche hat und wo man auch merkt, dass fachlich da unheimlich viel passiert und wo man unheimlich viel mitnehmen kann. Wenn man sich da ein bisschen rumsucht und andere Sachen findet, es ist unglaublich, wie viel Wissen man quasi alleine durch das Hören von Podcasts neu generieren kann und wo man immer wieder was dazu lernt. Ich hoffe, dass ich mit diesem Podcast, mit dem ERP-Podcast in aller Bescheidenheit dazu ein bisschen beitragen darf.
Du hast dazu heute auf jeden Fall beigetragen, denn du hast uns aufgezeigt, was in so einer Branche, Social-Media-Branche, in wenigen Jahren eigentlich entstanden ist. Die Frage an dich, wenn du jetzt noch mal zehn Jahre weiterschaust, wie wird sich das Berufsumfeld in dieser Branche in den nächsten zehn Jahren verändern? Ich denke, dass es viel selbstverständlicher wird, mit Social-Media umzugehen und dass es nicht mehr diese Trennung gibt aus Social und aus Nicht-Social, die in manchen Köpfen noch vorher herrscht, sondern dass es völlig selbstverständlich sein wird, auf allen Kanälen mit den Endkunden oder mit den Nutzern oder mit den Kontaktpersonen, die man in Unternehmen hat, zu interagieren. Das ergibt sich alleine schon daraus, dass die Generationen, die damit aufwachsen, sich das gar nicht mehr vorstellen können, es anders zu tun.
Je mehr die Technik sich entwickelt, je mehr es Richtung Mobile geht, was ja nun schon hauptsächlich der Fall ist, je mehr wir quasi über Cloud-Lösungen alles abwickeln, je mehr Daten überall verfügbar sind und miteinander verknüpft sind und sie intelligenter reagieren, desto mehr wird alles miteinander verschmelzen und das alles komplett selbstverständlich sein. Jetzt sind wir hier im ERP-Podcast. ERP steht aus der Vergangenheit natürlich sehr stark für standardisierte Prozesse, häufig auch leider Gottes sehr vorgegebene Prozesse, also eine gewisse Starrheit, sage ich mal, in den Prozessen.
Du stehst für eine andere Welt, soziale Interaktion, Social Media, ad hoc, spontan, kreativ. Schließen sich die beiden Welten aus? Ergänzen sie sich? Ist es vielleicht die ganz große Herausforderung, die wir für die Unternehmens Transaktionen, das Unternehmensdatenfundament, ERP vielleicht zukünftig haben werden? Das ist definitiv eine Herausforderung. Natürlich kann ich nicht alle Prozesse eines Unternehmens plötzlich total volatil und frei und flexibel machen.
Das macht keinen Sinn und in vielen Ecken und Enden und das wäre auch wahrscheinlich nicht beherrschbar beziehungsweise würde die Kosten explodieren lassen. Aber man muss immer vom Kunden ausdenken. Der Kunde ist halt ein anderer, als er noch vor zehn, zwanzig Jahren war, wo er sich an diese standardisierten Prozesse gewöhnt hatte und gewöhnt war, dass er bestimmte Kontaktpunkte, Touchpoints hatte, wo er mit dem Unternehmen interagieren kann, wo er Produkte kaufen konnte und er musste halt irgendwo zum Laden gehen oder im Online-Shop was bestellen.
Und das ist jetzt so, dass es selbstverständlich ist, eben aus dem Handy irgendwas rauszubestellen, egal wo man, in welcher Applikation man gerade ist, in welchem Kanal man gerade ist. Man möchte die Informationen immer haben. Man ist genervt, wenn das Unternehmen, wo man gerade irgendwas bestellen möchte, vielleicht nicht liefern kann oder vielleicht gerade nicht weiß, wer man ist oder wo man da schon ein paar mal bestellt hat und so weiter und so fort.
Also es gibt viel mehr, viel flexiblere Anforderungen vom Kunden, die dann natürlich auch irgendwie in den Datenmodellen abgebildet werden müssen. Und das ist nicht einfach, aber da geht kein Weg dran vorbei, weil es halt letztendlich über den Erfolg des Unternehmens unterscheidet. Und wenn ein Konkurrent vorbeikommt, der vielleicht eine neue Software hat oder der einfach, weil er gerade frisch gegründet wurde, ganz flexible Prozesse hat und plötzlich den Markt aufrollt, dann kann man sehr schnell relativ alt aussehen.
Und das darf natürlich dann nicht passieren. Wenn ich da meine 5 Cent noch dazugeben darf, so abschließend. Ich glaube, dass wir mit Blick in die Glaskugel in Zukunft standardisierte Produkte immer mehr über Standardprozesse, das heißt Online-Prozesse, verkaufen werden.
Und lediglich hochemotionale, hochprofitable Produkte im persönlichen Gespräch. Und damit wird, glaube ich, auch deutlich, welche Bedeutung Social Media und das Beherrschen von entsprechenden Kommunikations-, hochskalierbaren Kommunikationskanälen für die Unternehmen auch bekommen wird. Absolut.
Da stimme ich dazu. Und man muss sich nur sein eigenes Verhalten anschauen. Man möchte, wenn man irgendwie was bestellen möchte, dann möchte man halt einmal auf zwei Knöpfe klicken und es möglichst am nächsten Tag zu Hause haben.
Da möchte man nicht mehr telefonieren oder anrufen oder nachfragen oder warten, bis der Laden wieder offen hat, sondern das soll möglichst jetzt und gleich passieren. Und diesen Anspruch nimmt man auch dann ins B2B mit. Da möchte man halt schnell irgendwas add-on ausschalten oder irgendeine Reaktion haben und nicht erst einen langwierigen Verkaufsprozess durchmachen.
Und das ist die Zukunft. Lieber Volker, du hast erzählt, dass du jetzt langjährig bei Linkfriends Geschäftsführung gemacht hast. Du hast jetzt aufgehört, um auch neue Dinge zu machen.
Was hast du vor? Was passiert in deinem beruflichen Leben jetzt Spannendes? Momentan mache ich eine kleine Pause und das gibt mir die Gelegenheit, so ein paar Seitenprojekte zu verfolgen, die man immer schon mal gerne machen würde, aber keine Zeit hatte. Ich berate jetzt zum Beispiel befreundete Start-ups oder bin jetzt Mentor hier am Digihub in Münster von Münsterland Digital, der seine digitalen Förderungen für das Münsterland. Und das macht mir großen Spaß.
Daneben schaue ich mich jetzt einfach um, was als nächstes kommt. Ich weiß das ehrlich gesagt selbst noch nicht genau, aber genau in diesen ganzen Punkten, die wir da besprochen haben, gibt es extrem viel Spannendes zu entdecken. Und da bin ich mal gespannt, was sich für mich so in den nächsten Monaten ergibt.
Lieber Volker, das sind fast schon Abschlussworte, aber wie immer die letzten Worte sollen meinem Gast natürlich gehören. Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken. Übergebe das Mikrofon an dich, denn ich bin jetzt raus.
Ihnen allen eine schöne Woche und dir lieber Volker, herzlichen Dank. Die letzten Worte sind deine. Ja, von meiner Seite auch vielen Dank fürs Zuhören.
Vielen Dank dir, lieber Axel, dass du mich hier eingeladen hast und mir die Möglichkeit gegeben hast, ein bisschen aus meiner Praxis zu plaudern. Und ich hoffe, jeder hat was mitnehmen können und ich stehe auch weiterhin natürlich gerne zur Verfügung, falls irgendwelche Nachfragen sind oder wenn man noch irgendwas von mir wissen möchte, dann kann ich gerne darauf eingehen und auch nochmal konkrete Fragen beantworten. Vielen Dank.
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Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.