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#102a - Fördergelder für Innovation und Digitalisierung - ein Interview mit dem IHK-Referenten für Innovation und Technologie Frank Albert
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In dieser Folge geht es um Geld, um Ihr Geld – genauer, um mögliche Fördergelder für Innovation und Digitalisierung in Ihrem Unternehmen. Mit Frank Albert, dem Referenten für Innovation und Technologie der hiesigen IHK, bringe ich Licht in den Dschungel der Fördertöpfe und Anträge, um Innovation und Digitalisierung im Unternehmen erfolgreich voran zu bringen.

Ich wünsche Ihnen dabei ganz viel Vergnügen.

Informieren Sie sich über alle Fördermöglichkeiten in der Förderdatenbank des Bundes.

Genannte Förderprogramme in dieser Episode:

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast, Folge 102. Fördergelder für Innovation und Digitalisierung in Ihrem Unternehmen. Ein Interview mit dem IHK-Referenten für Innovation und Technologie der IHK Würzburg-Schweinfurt, Frank Albert.

In dieser Folge geht es um Geld, um Ihr Geld. Genauer, um mögliche Fördergelder für Innovation und Digitalisierung in Ihrem Unternehmen. Mit Frank Albert, dem Referenten für Innovation und Technologie der hiesigen IHK, bringe ich Licht in den Dschungel der Fördertöpfe und Anträge, um Innovation und Digitalisierung im Unternehmen erfolgreich voranzubringen.

Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast. Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen.

Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann.

Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Wie immer versuchen wir so ein bisschen das gesamte Spektrum im Bereich von IT, von ERP, ich nenne es ja auch gerne das Unternehmensdatenfundament, so ein bisschen auszuleuchten.

Und in den letzten 100 Folgen haben wir natürlich ganz, ganz viele Themen besprochen. Ein Thema, über das wir überhaupt noch nicht gesprochen haben, und das ist eigentlich verwunderlich, wenn man einen Professor, der von Fördermitteln lebt, als Gastgeber hat, ist natürlich das Thema Förderungen. Also wie können Unternehmen eigentlich von Innovationen partizipieren? Wie können Unternehmen auch mit Unterstützung des Staates selber Fördermittel für ganz unterschiedliche Bereiche, ich sage immer gehässig vom neuen Server bis hin zu wirklich neuen Geschäftsmodellen, zu ganz neuen Innovationen im Unternehmen gestalten? Und das möchte ich gar nicht so gerne ganz alleine machen.

Deswegen habe ich mir einen echten Experten heute eingeladen. Ich freue mich, dass wir hier bei mir am Lehrstuhl Herrn Frank Albert haben. Er ist Referent für Innovation, Technologie und Fördermittel bei uns an der hiesigen IHK Würzburg-Schweinfurt, hat damit einen Blick natürlich auf unsere Region, hat einen Blick auf das bayerische Ländle sozusagen.

Aber ich denke, wir werden auch ein bisschen über Bundesprogramme sprechen. Es lohnt sich also heute eigentlich für alle eingeschaltet zu bleiben, sowohl für Unternehmen, die innovieren, die neue Dinge im IKT-Bereich machen wollen, als auch für Berater, die vielleicht auch eigene Programme begleiten wollen, als auch Startups. Ich glaube, wir haben heute einen großen Horizont und ich freue mich, dass Sie da sind.

Herzlich willkommen hier bei uns im Studio. Vielen Dank für die Einladung, Herr Prof. Winkelmann. Mein Name ist Frank Albert, alles schon gesagt eigentlich, nur nicht von mir.

Ich bin an der IHK tatsächlich originär zuständig für Fördermittel und Innovationen in dem Bereich. Das heißt, ich werde heute einen Überblick geben ausschließlich über Zuschussprogramme, nicht rückzahlbare Darlehen. Wir werden ein bisschen auf Landesprogramme und auf Bundesprogramme eingehen.

Ich führe da im Jahr so 100 bis 200 Beratungen, Pi mal Daumen oder Erstinformationen in dem Bereich durch, in verschiedensten Unternehmensgrößen, auch in verschiedensten Wirtschaftsbranchen. Vielleicht noch kurz zur Kammer und zur Region, die noch zu den Handelskammern gesprochen wurde, hat rund 77.000 Mitgliedsunternehmen. Das ist eine mittelgroße Kammer.

Der Wirtschaftsraum hier ist geprägt ganz stark durch Maschinenanlagenbau, Sondermaschinenbau, Automobilzulieferer, zweiten, dritten Glieder Wertschöpfungskette, aber auch sehr stark im Bereich Medizintechnik, Gesundheitsbranche, so im Allgemeinen. Ich freue mich, dass ich heute da sein kann und auch ein bisschen was berichten kann, weil wir das als enorm wichtig ansehen, diese Fördermittel auch abzurufen. Ich habe mir in Vorbereitung auf das Gespräch heute auch mal die Daten angeschaut, wie werden Fördermittel abgerufen.

Wir geben dazu alle zwei Jahre den Forschungs- und Entwicklungsreport für Bayern eben raus. Und wenn man sich da die Zahlen anschaut, ist das schon beeindruckend. Bayern erfüllt die Wachstumsstrategie von Europa 2020 deutlich.

Das heißt, mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts sollen für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. Baden-Württemberg ist uns da ein Stück noch überlegen. Wichtig ist allerdings, dass die Wirtschaft ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zum größten Teil selbst finanziert.

Und was wir mit Bedauern zunehmend feststellen, ist, dass wir zwar die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung enorm gesteigert haben in den letzten Jahren, dass aber vor allem die großen Unternehmen davon überproduktional partizipieren und die kleinen und mittleren Unternehmen, sprich bis 250 Mitarbeiter, deutlich zurückfallen. Und da wollen wir natürlich entgegensteuern und da will auch der Staat entgegensteuern, indem er vor allem Förderprogramme viel für KMUs eben in dem Bereich anbietet. Sie haben vorhin gesagt, Sie haben viele Gespräche.

Also wir haben ja wahnsinnig viele Mitgliedsunternehmen der IHK. Das wird sicherlich vielleicht nicht in gleicher Größendimension in anderen IHKs, in anderen Regionen, sogar deutschlandweit ähnlich sein. Wir haben sehr, sehr viele Mitglieder, auch natürlich viele KMU-Mitglieder.

Jetzt machen Sie diese Beratungsgespräche. Wie kann man sich das vorstellen? Kommen die zu Ihnen hier nach Würzburg oder ist es so, dass Sie auch viel durchs Land fahren und direkt vor Ort bei den Unternehmen sind? Beides. Also wir machen vier Sachen tatsächlich ganz verstärkt.

Zum einen der telefonische Erstkontakt ist meistens da. Entweder, wenn es akut ist, wird die Beratung gleich telefonisch vor Ort gemacht oder ich besuche die Unternehmen. Ich besuche so im Jahr 30 bis 40, vielleicht mal 50 Unternehmen.

Es kommt immer darauf an, wie mein Zeithorizont ist. Viele Unternehmen kommen auch zu uns in die Geschäftsstelle. Und dann haben wir noch einen vierten Part.

Wir bieten regelmäßig auch Fördermittelveranstaltungen an, noch Fördermittelsprechtage, wo wir tatsächlich auch in die Regionen gehen. Da fahren wir mal nach Bad Neustadt, mal nach Schweinfurt. Machen wir viel auch mit der Handwerkskammer zusammen, wo wir tatsächlich auch immer uns Projektträger mit einladen und tatsächlich dann auch mal auf einige Förderprogramme eingehen und dann immer Best-Practice-Beispiele dabei haben.

Mal auch mal ein Unternehmen, das eben mal aus eigener Erfahrung berichtet. Jetzt sind Sie sehr tief unten drin. Also Sie wissen über sehr viel Bescheid, aber natürlich bezieht sich das jetzt auf unsere Region.

Aber ich vermute mal, bei den anderen IHKs ist das ähnlich, sodass der Rat schon mal an erster Stelle ist, wer sagt, er will im IKT-Bereich irgendwas innovieren, neu machen, verändern, sollte sich auf jeden Fall mal mit seiner eigenen IHK in Verbindung setzen. Also da würde ich auf jeden Fall eine Lanze für brechen. Die IHKs sind in den Bereichen alle sehr gut aufgestellt.

Deswegen würde ich auch jedem immer empfehlen, zuerst zu seiner IHK oder Handwerkskammer, je nachdem, wo die Organisation oder wo das Unternehmen angesiedelt ist. Da würde ich auf jeden Fall mit einen Erstkontakt holen. Was ich empfehlen kann, gerade wenn es an größere Sachen geht, wie EU- oder Bundesprogramme, da hat gerade der Freistaat Bayern mit Bayern Innovativ, dem Haus der Forschung, viele Stellen geschaffen, die tatsächlich originäre Aufgabe haben, Bundes- und EU-Mittel für die KMUs, für die Unternehmen in Bayern, wieder zurück nach Bayern zu holen.

Das heißt, es gibt eine ganze Menge Ansprechpartner oder Ansprechstellen. Und je nachdem, wenn Sie auch mit einer Hochschule zusammen, auch in Kooperation machen, ist es auch sehr häufig so, dass die Hochschulen da auch ein gewisses Know-how in dem Bereich schon haben und da auch sehr stark bei der Auswahl unterstützen können. So ist es mir zumindest von der Uni und von unserer regionalen Hochschule hier, von der FHWS bekannt.

Jetzt haben Sie eben gesagt, Sie haben hier so eine Studie gerade vorliegen. Es gibt da eine große Lücke zwischen den Großunternehmen in Deutschland, die es eigentlich sehr, sehr gut verstehen, auch Landesmittel, Bundesmittel, europäische Mittel für ihre innovative Weiterentwicklung zu nutzen und den kleineren und mittelständischen Unternehmen, die hier vielleicht auch vom Wissen über Fördermöglichkeiten hinterherhängen, oder? Was wir beobachten, ist tatsächlich, dass die Unternehmen sehr häufig das Wissen über die Förderprogramme haben. Nicht alle.

Es ist tatsächlich sehr häufig der A-Effekt zu beobachten. Was wir allerdings feststellen, ist, es ist eine Ressourcensache im Endeffekt. Mit Fördermitteln verbindet man weitläufig tatsächlich hohen administrativen Aufwand, sehr lange Wartezeiten, sehr viele Berichtspflichten, sehr viel administrativer Aufwand.

Das ist vollkommen klar, dass da natürlich eine gewisse Bürokratie mit einhergeht. Und das lässt tatsächlich viele Unternehmen abschrecken. Und was wir hier auch merken, dass auch viele Unternehmen dann einfach sagen, das dauert mir jetzt zu lange, ich möchte jetzt sofort oder in den nächsten zwei Wochen beginnen mit meinem Projekt, und dann einfach sagen, wir werden das aus eigenen Rücklagen bestreiten.

Das sagt auch die letzte Auswertung des Forschungs- und Entwicklungsreports ganz deutlich, dass viele Unternehmen das aus eigenen Wortmitteln quasi bestreiten. Das ist aber in anderen Regionen, der Freistaat Sachsen beispielsweise, das ist ein sehr starkes Bundesland beim Abrufen von Fördermitteln, gerade auf Bundesebene auch, da merkt man einfach, da ist offensichtlich vielleicht eine andere finanzielle Rücklage gegeben, aber da ist es sehr schwer gesichert, darüber Ausgabe zu geben oder Auskunft zu geben. Deswegen fertigen wir auch gerade im Moment eine Fördermittelstudie bei uns in der Region eben dazu an, um eben mal zu verstehen, warum welche Unternehmen nicht oder überproportional in Anspruch nehmen.

Gehen wir mal ein bisschen in medias res, um einfach auch so ein Gefühl dafür zu geben, was unterstützt die Regierung, was unterstützt der Staat eigentlich alles, wo ich mich als Unternehmen vielleicht auch weiterentwickeln kann. Ich fange mal an, bevor ich ein Unternehmen bin sozusagen, wenn ich eigentlich etwas gründen möchte, gibt es Programme, die Existenzgründer nutzen können, in dem Fall sind es digitale Ideen, aber es können ja auch andere Ideen sein, dann tatsächlich ins Leben zu rufen mit Unterstützung des Staates. Ich glaube, wir können tatsächlich bei der Existenzgründung mal anfangen oder bei einer ersten Geschäftsidee.

Es gibt ja gerade für Hochschulabsolventen oder Menschen, die noch keine fünf Jahre aus der Hochschule raus sind, gibt es ja beispielsweise die Möglichkeit über EXIST, das ist ein Bundesprogramm, das auch mit Mitteln der EU gefördert wird oder bezuschusst wird, gibt es ja die Möglichkeit, technologieintensive, wissensintensive Geschäftsmodelle oder Geschäftsideen quasi zu verfolgen. Da ist es so, dass man sich eine Hochschule sucht oder vielleicht auch seine Heimathochschule, sich dort einen betreuenden Professor sucht und dann eben mit beispielsweise diesem EXIST, diesem Bundesprogramm, da kriegt man gefördert, ich meine, Teams bis zu drei oder vier Mitarbeitern, kriegt man da eben die Zeit, zwei Jahre meine ich, dann eben im geschützten Habitus der Hochschule sein Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Freistaat Bayern hat dazu auch nochmal ein Pendant, das ist das Flügge-Programm, das ist jetzt zum 1.7. novelliert worden und auch leicht verändert jetzt wieder möglich.

Das sind zwei Programme, wo man quasi schon vor der Existenzgründung – wir reden hier und heute, glaube ich, mehr über wissensintensive Geschäftsmodelle – und das sind zwei klassische Förderprogramme, die man da in Anspruch nehmen kann. Es gibt natürlich auch Gründerzuschüsse von der Bundesagentur, da muss ich aber ganz klar dazu sagen, das ist nicht mein Fokus, weil das eben auch für nicht technologieorientierte Gründungen vorgesehen ist und das ist einfach nicht meine Kerngruppe. Das muss ich einfach mal ganz deutlich sagen.

Andere Länder haben wahrscheinlich analog zu Flügge in Bayern ähnliche Programme oder sind die Bayern da in Deutschland Vorreiter? Also beim Flüge-Programm kann ich es nicht ganz genau sagen, weil diese Gründerprogramme tatsächlich jetzt nicht originär in meinem Fokus liegen, weil es tatsächlich eigentlich die Hochschulen, Schrägstrich die Universitäten in jeder Federführung haben. Es ist aber schon deutlich zu erkennen, dass Bayern mehr Förderprogramme hat und viel mehr Förderbestände auch fördert als so manch anderes Bundesland und das hat tatsächlich auch einfach mit der wirtschaftlichen Kraft des Freistaats zu tun und ist auch der Tatsache geschuldet, dass der Freistaat Bayern sich sehr frühzeitig auch eine Digitalisierungsstrategie gegeben hat, mit Bayern Digital und in dem Bereich auch sehr stark fördert und wenn man das mal mit anderen Bundesländern vergleicht, dann ist das schon sehr fortschrittlich, was wir hier bei uns machen. Also vielleicht Tipp auch in die anderen Bundesländer, sowohl IHK als besonders auch Startup-Center, Hochschulen, die vielleicht auch Gründerzentren oder Netzwerke aufgebaut haben, als Wissensträger einfach ansprechen, um derartige Förderung zu machen.

So, das war jetzt sozusagen Vorgeplänkel, jetzt sind wir Unternehmen und wir sind vielleicht schon durchaus langjähriges Unternehmen, traditionelles Geschäftsmodell, wir denken über neue Ideen nach, wie wir neue Geschäftsmodelle auch für das Unternehmen, auch zur Sicherung der Arbeitsplätze natürlich erstellen können. Wir haben aber auch nicht unbedingt die Ressourcen, die finanziellen, um das eben alle selber zu stemmen. Gibt es auch dort, also für existierende Unternehmen Möglichkeiten, Innovation zu treiben, Gründung vorzunehmen? Ich mag es mal an einem ganz einfachen Beispiel.

Ich habe immer gern den Innovationsprozess, dass man sagt, jawohl, wir haben eine neue Geschäftsidee, vielleicht auch ein neues Produkt oder ein neues Verfahren entwickelt. Und da würde ich jetzt einfach einmal den Prozess von der Patentierung bis zur Markteinführung einfach mal exemplarisch durchgehen und würde da auch gern mal aufzeigen, wie sowohl der Bund als auch der Freistaat entlang dieser Entwicklungsschritte auch Förderprogramme zur Verfügung stellen. Ich werde auch was dazu sagen, wie man in optimaler Weise mehrere Programme miteinander in Kombination bringen kann und würde da tatsächlich einfach mal mit der Idee, und einen neuen Produkt beispielsweise mal anfangen. Die Bundesrepublik Deutschland hat über das Bundeswirtschaftsministerium ein Förderprogramm aufgelegt, Wipano. Mit dem Förderprogramm Wipano ist die erstmalige Patentierung eines Unternehmens, oder wenn die letzte Patentanmeldung fünf Jahre zurückliegt, mit 50% förderfähig der komplette Prozess der Patentanmeldung.

Das heißt vom Erstgespräch mit dem Patentanwalt über die Ausarbeitung einer Patentstrategie, die Recherche, die Anmeldegebühren beim Deutschen Patent- und Markenamt oder auch beim Europäischen Patentamt, je nachdem welchen Zielmarkt man verfolgt, kann man tatsächlich bis zur Durchsetzung des Patentschutzes fördern lassen. Das ist beim Projektträger Jülich angesiedelt. Das ist ein Förderprogramm, das kann man bis zu 24 Monate in Anspruch nehmen.

Man kann maximal 16.275 Euro, meine ich, an Fördermitteln abgreifen. Das sind dann über den Daumen gepeilten Projektvolumen von 32.000 Euro. Die man quasi rein nur für den Schutz der Idee oder des geistigen Eigentums aufwenden kann.

Dieses Förderprogramm richtet sich gezielt an Patente und Gebrauchsmuster in dem Bereich, also die technischen Schutzrechte. Hat man dann beispielsweise seine Idee sich schützen lassen und sagt dann Mensch, ich würde jetzt da gerne aber erstmal eine Machbarkeitsstudie machen. Ich möchte gerne mal einen Prototypen dazu bauen oder beispielsweise auch mal einen Produkttest machen oder wenn das Produkt aus dem Prototyp in die Nullserie reingeht, ist es sehr häufig so, dass Produkte auch bestimmte Zertifizierungen brauchen.

Da kann man dann mit dem bayerischen Innovationsgutschein weiter machen. Der hat Förderquoten von 40 bis 60%. 40% ist die Grundförderung.

Unternehmen unter 10 Mitarbeiter kriegen nochmal 10% drauf. Machen Sie ein Forschungsprojekt mit einem Forschungsinstitut oder einer Hochschule, gibt es nochmal 10% drauf. Oder wenn Sie in einer Region mit besonderem Handlungsbedarf sind, das wäre jetzt bei uns im Kammerbezirk, das ist der Spessart, die Rhön, die Hasberge, das Kitzingerland, dann würde man auch nochmal 10% drauf kriegen.

Da ist es so, dass es auch eine Zuschussförderung ist, ähnlich wie bei Wipano eben auch. Wipano richtet sich an Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern und der Innovationsgutschein jetzt an bis zu 50 Mitarbeiter. Das heißt, Sie können sich tatsächlich von der Machbarkeitsstudie bis zum Prototypenbau, bis zu den Produkttests hier bis zu 50-60% oder eben 40%, je nachdem welche Quote Sie erfüllen, fördern lassen.

Das heißt, Sie gehen bei jedem dieser Programme in Vorleistung und holen sich rückwirkend das Geld wieder zurück. Dann hätten Sie jetzt, wenn wir das mal durchexerziert haben, hätten Sie jetzt beispielsweise das Produkt am Markt und haben auch eine Produktzulassung und jetzt überlegen Sie sich, ich möchte aber mein Produkt auch in fremde Märkte reinbringen, beispielsweise der japanische Markt wäre zu mir spannend oder der kanadische Markt und ich war vorher nicht auf diesem Markt aktiv, dann gibt es ein extra bayerisches Förderprogramm, das es auch nur im Freistaat gibt, das heißt Go International. Da können Sie sich dann beispielsweise, wenn Sie sagen, mein Patent möchte ich gerne erstrecken, beispielsweise auf Japan, die Volksrepublik China oder eben Kanada oder die USA, dann ist es so, dass Sie sich mit dem Förderprogramm Go International die Erschließung zwei neuer Märkte fördern lassen können, auch jeweils zu 50%.

Das heißt, da sind dann solche Sachen wie Patentierungsverfahren drin oder wenn Sie sagen, Mensch, meine Homepage muss dringend ins japanische übersetzt werden und in Japan gibt es eine Leitmesse, die möchte ich gerne besuchen und da hätte ich auch gerne einen Messestand, dann können Sie sich das alles mit bis zu 50% fördern lassen. Wichtig ist hier aber auch, es gilt die Erschließung von zwei neuen Märkten. Wir haben hier in Bayern durchschnittlich, ich meine über 50% Exportquote, hier im Kammerbezirk zwischen 43 und 44%, das heißt bei uns wird schon gut jeder zweite Euro im Ausland erwirtschaftet.

Das wären jetzt einfach mal so drei Förderprogramme in dem Bereich, um eben mal vom Start an der Innovation bis quasi das Produkt auch da steht. Also das steht allen offen, das heißt, ob ich jetzt der drei Mitarbeiter Handwerksmeister bin oder der 3000 Mitarbeiter Autozuliefererkonzern. Die Programme stehen tatsächlich nur kleinen und mittleren zur Verfügung.

Für das erstgenannte Dipanum bis 250 Mitarbeiter, für den Innovationsgutschein tatsächlich für kleine Unternehmen, weil es nämlich auch noch ein Bundesprogramm gibt, zu dem komme ich später, bis zu 50 Mitarbeiter und bei Go International meine ich auch die KMU-Definition bis 250 Mitarbeiter. Wichtig ist aber hier zu sagen, alle drei Programme fördern nur die Leistungen externer. Das heißt, sie können hier nicht ihre eigenen Leistungen ansetzen, wenn sie sagen, Mensch, ich habe aber einen guten Techniker oder einen guten Entwicklungsingenieur, der könnte bei mir sehr viel abfedern.

Dafür gibt es eben bewusst andere Förderprogramme. Das heißt, hier wird tatsächlich gefördert, dass Unternehmen die Leistungen dritter in Anspruch nehmen. Kann ich denn beispielsweise auch, weil mir vielleicht auch internes Wissen fehlt, also das ist klar, habe ich verstanden, ich will auf die japanische Messe, das sind so typische Leistungen, aber ich sage mal, wenn ich jetzt, keine Ahnung, aus einem wettbewerblichen Bereich komme und jetzt würde ich in einen anderen Bereich springen, was weiß ich, ich bin aus dem handwerklichen Bereich und will jetzt eigentlich viel, viel mehr im Solarbereich machen, habe da auch tolle Ideen, was man machen kann.

Und jetzt möchte ich eigentlich mit einem universitären, außeruniversitären Institut oder muss gar nicht mal Hochschule sein, kann ja auch was komplett anderes sein, ich möchte da eigentlich auch Forschung machen, damit da tatsächlich am Ende ein wirklich neues, hochinnovatives Produkt entsteht. Lässt sich sowas auch fördern? Ja, was es auch gibt und das sind dann eben Bundesprogramme. Ich spreche jetzt hier einfach mal exemplarisch mal zwei an.

Es gibt zum einen das zentrale Innovationsprogramm Mittelstand. Wichtig ist hier zu sagen, dass es themenoffen ist, wie die anderen drei vorgenannten auch. Das heißt, es ist nicht an bestimmte Technologien geknüpft, sondern es ist tatsächlich themenoffen.

Das heißt über KI-Projekte, Robotik-Projekte, Projekte im Bereich Augmented Reality, Virtual Reality. Im Bereich Maschinenbau, Medizin, die sind da sehr breit aufgestellt, weil sie eben themenoffene Programme sind. Das zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, das teilt sich auf in drei Bereiche.

Es gibt zum einen den Bereich Einzelprojekte, da sagt man im Endeffekt jawohl, ich habe Know-how bei mir im eigenen Unternehmen. Ich habe beispielsweise eine Entwicklungsabteilung, da sind wirklich zwei pfiffige technische Informatiker, die können beispielsweise für mich die Entwicklungsleistung machen. Aber wenn ich die jetzt quasi aus dem Tagesgeschäft raushole, fehlen die mir einfach in meinem Alltagsbetrieb.

Und das muss irgendwie abgefedert werden, weil die nicht originär zum Umsatz beitragen. Wenn man sagt jawohl, man macht so ein Zim-Einzelprojekt und sagt, ich habe hier ein Projekt, das würde jetzt sagen wir mal 24 Monate dauern, da hätte ich jetzt zwei technische Informatiker, die müsste ich in der Woche mit 10, 15 Stunden oder was ansetzen, um eben hier eine Weiterentwicklung zu machen. Kann ich aber jetzt so nicht aus dem Tagesgeschäft raus, weil mir dafür einfach der Cashflow fehlt, dann ist es so, dann kann man dieses Zim-Einzelprojekt beantragen und hier ist es im Endeffekt so, hier haben sie das Know-how im eigenen Unternehmen.

Das aber nicht heißt, dass sie trotzdem einzelne Unteraufträge vergeben können. Das können jetzt beispielsweise mal auf Maschinen- und Anlagenbau gehen, da sagt man jawohl, ich hätte hier durchaus das Know-how, um die Maschine selber zu bauen. Ich habe den Dreher, ich habe den Fräser, ich habe den technischen Konstrukteur.

Was mir aber jetzt zum Beispiel fehlt, ist die Softwareprogrammierungskomponente. Dann kann man sagen, jawohl, bis zu einem gewissen Prozentsatz X von der Gesamtsumme kann man auch nochmal einen Unterauftrag vergeben, entweder an ein Forschungsinstitut beispielsweise, weil man einfach sagt, sowas gibt es noch nicht am Markt. Das müsste man tatsächlich mal in einem kleineren Unterprojekt entwickeln oder man gibt es an einen Kooperationspartner oder an ein drittes Unternehmen.

Es gibt aber auch noch die Möglichkeit zu sagen, nee, ich will von vornherein ein neues Projekt oder ein neues Produkt erarbeiten. Beispielsweise jetzt mal, wenn man sagt, ich brauche eine Weiterentwicklung zu einem Handlingsroboter und sagt, Mensch, ich habe hier eine gute Universität, die hat einen super Lehrstuhl, beispielsweise jetzt mal für technische Robotik und sagt dann jawohl, wir würden da gerne auf Augenhöhe was machen. Da kann sich ein Unternehmen mit einer Forschungseinrichtung oder ein Unternehmen mit einem anderen Unternehmen oder mehrere Unternehmen zusammenschließen.

Dann sagt man ganz einfach, ich habe hier ein konkretes Projekt und das möchte ich gemeinsam umsetzen. Dafür gibt es eben den Bereich Zim-Kooperationsprojekte. Bei Zim gibt es noch einen dritten Baustein, das heißt Zim-Kooperationsnetzwerke.

Da schließen sich fünf, sechs Unternehmen entlang einer Wertschöpfungskette zusammen und sagen, Mensch, wir haben hier ein gemeinsames Problem oder eine gemeinsame Themenstellung. Wir wissen noch nicht, wo es hingeht, das können wir einfach noch nicht sagen, aber wir würden uns gerne da zusammenschließen. Da ist es dann auch so, dass sich fünf oder sechs Unternehmen einen Netzwerkmanager oder einen wissenschaftlichen Mitarbeiter im Endeffekt teilen für einen gewissen Zeitraum.

Da nimmt die Förderung dann degressiv ab und da ist es dann so, da ist einfach der Ausgang offen. Deswegen sind das Kooperationsnetzwerke, wo sich mehrere zusammenschließen, während bei Kooperationsprojekte, da hat man schon ein festes Projekt definiert und arbeitet das dann in einer gewissen Zeit ab. Das ist jetzt das eine und dann kann man auch noch beispielsweise, es gibt das Förderprogramm I40 Testumgebungen.

Da kann man mit festen Testumgebungen zusammenarbeiten. Wir haben jetzt hier beispielsweise in der Region Mainfranken eine deutliche Verdichtung. Wir haben hier das Zentrum für Telematik, das zu einer I40 Testumgebung ist.

Wir haben das Süddeutsche Kunststoffzentrum. Wir haben die Hochschule Würzburg-Schweinfurt mit dem Campus Schweinfurt bei den Wirtschaftsingenieuren und Maschinenbauern. Und wir haben zum Beispiel das ERP-Labor hier an der Universität Würzburg.

Da ist es im Endeffekt so, da können Unternehmen Projekte realisieren und können da tatsächlich einfach sagen, jawohl, wir haben eine Idee, ein I40 Projekt, ich sage es mal ganz allgemein, und möchten das gerne mit einer sogenannten Industrie-für-null-Testumgebung eben realisieren. Dann ist es so, die Förderhöhe ist dann quasi bis zu 200.000 Euro, das ist Projektvolumen, wobei 100.000 Euro von der 50% Förderung können sie eben ansetzen. Das Schöne an dem Förderprogramm ist, die müssen kein echtes Geld in die Kofinanzierung einbringen, sondern sie können die Kofinanzierung eben über die Stunden ihrer Mitarbeiter machen.

Und das andere Schöne ist, sie können tatsächlich reine Auftragsforschung an eine dieser Testumgebungen vergeben, indem sie dann sagen, okay, liebes ERP-Labor der Uni Würzburg, wir haben eine fest definierte Themenstellung und da vergeben wir einfach eine Auftragsforschung und wir möchten, dass das eben realisiert wird oder umgesetzt wird. Und das ist das Schöne, dass man eben mit wissenschaftlichen Einrichtungen, mit diesen Testumgebungen eben zusammenarbeiten kann. Das sind jetzt mal zwei Möglichkeiten.

Ist das denn regional begrenzt? Also es ist ja immer sehr einfach, wenn man sozusagen seinen Zirkensitz unmittelbar neben einer Hochschule dann sitzen hat, aber man sitzt 50 Kilometer entfernt. Also es ist tatsächlich so, dass wir, ich meine, es sind mittlerweile 70 Testumgebungen in ganz Deutschland. Da sieht man auch mal, wie stark wir in unserer Region hier auch sind mit der Dichte.

Sie können sich natürlich Ihre Testumgebung selber raussuchen. Wenn Sie jetzt sagen, Mensch, ich brauche unbedingt das Know-how eines, keine Ahnung, einer Hochschule oder eines Lehrstuhls für Sensorik und der sitzt halt nicht hier in Bayern, sondern beispielsweise in NRW oder vielleicht in Baden-Württemberg, dann ist das auch durchaus möglich, man ist quasi in der Wahl frei. Das heißt aber auch umgekehrt, dass ein Unternehmen, das in Berlin sitzt, auch definitiv sagen kann, Mensch, ich würde gern mit der I4.0-Testumgebung hier in Würzburg zusammenarbeiten, weil das Wichtige ist an diesen I4.0-Testumgebungen, die haben immer alle bestimmte Kompetenzen und das heißt, sie suchen sich die Testumgebung raus, die für Sie die kompetenteste ist und die auch das Know-how hat, das Sie im Endeffekt haben.

Und das Schöne ist tatsächlich, dass Sie bei diesen I4.0-Testumgebungen mit den Testumgebungen zusammenarbeiten können und die Testumgebungen auch einen großen Teil dieser Antragstellung auch für einen eben übernehmen, weil originär einfach auch mehr Know-how vorhanden ist. Das heißt, da wird man auch durchaus unterstützt. Okay, das heißt, ich habe wirklich eine Möglichkeit, finanziell unterstützt, aber auch über die Infrastruktur, dass ich überhaupt weiß, was passiert hier in Deutschland eigentlich, an Dingen weiterzuarbeiten, wo ich vielleicht meine Mitarbeiter gar nicht oder Mitarbeiter gar nicht habe oder mir einfach auch die finanzielle Ressource fehlt, so etwas im Unternehmen zu machen.

Genau. Wir haben jetzt einfach mal für Förderprogramme gesprochen, wo quasi immer eine Innovation der Kern des Kerns ist. Im Endeffekt, es gibt auch im Digitalisierungsbereich durchaus auch noch andere Förderprogramme.

Und da würde ich gerne gleich darauf eingehen bzw. ich schaue auf meine Uhr, wir haben wieder diese magische Schwelle von einer halben Stunde. Ich würde Sie gerne nächste Woche nochmal hier in den Podcast einladen, dass wir vielleicht an der Stelle nochmal einen zweiten Teil der Folge machen.

Einfach lassen wir es ein bisschen sacken. Wir haben heute ganz viel geredet über Innovation, von Start-up bis hin zu, was mache ich denn eigentlich mit neuen Ideen, die bei mir im Unternehmen passieren, wo mir aber die Ressourcen fehlen, das selber zu machen. Wir werden nächste Woche dann nochmal ein bisschen auf, natürlich auch Innovation sprechen, aber auch auf ganz viele operative Dinge, die ja auch in einem Geschäftsmodell Renovierung, Innovation, aber auch Infrastrukturveränderung, digital usw.

passieren. Da freue ich mich sehr drauf. Ich möchte noch einen Punkt sagen, was wir machen hier ist natürlich keine Förderberatung, wie Sie dann eins zu eins beispielsweise mit Ihrer IHK vor Ort passieren oder auch mit der Landesregierung oder einer Bundesstelle passieren können, sondern wir wollen einfach einen Überblick über das Ganze geben.

Das Ganze ist unverbindlich. Das Ganze soll aber bitte auch nicht in der Rücksprache so passieren, dass irgendein Leser uns sagt, wir haben aber gesagt das, sondern wir wollen einfach so ein bisschen die Breite dieser Förderprogramme auch darstellen. Herr Albert, dann sage ich für diese Woche ganz, ganz herzlichen Dank.

Wir werden uns nächste Woche wieder hören. Ihnen liebe Zuhörer, ich freue mich, wenn Sie auch nächste Woche wieder einschalten. Bis dahin, keep connected.

Herzlichst, Ihr Axel Winkelmann. Hier finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen.

Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

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