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#101a – All about the Money: Was Facebooks Digitalwährung Libra mit ERP zu tun haben könnte
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Was Facebook’s Digitalwährung Libra mit ERP zu tun haben könnte – darüber spreche ich in dieser 101. Episode. Ein Blick in die Glaskugel.

Ich wünsche Ihnen dabei ganz viel Vergnügen.

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast Folge 101 – All about the money – Was Facebooks Digitalwährung Libra mit ERP zu tun haben könnte, darüber spreche ich in dieser 101. Episode. Ein Blick in die Glaskugel.

Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten.

Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

So, herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Diese Woche mal wieder eine Solo-Folge und es geht um Geld, also vordergründig, denn eigentlich, und deswegen lohnt es sich, in der Folge auch dran zu bleiben, geht es nicht um Geld, sondern natürlich um ERP. Alles, was ich heute sage, ist natürlich rein hypothetisch.

Ich nenne auch keine Namen. Was in der Zukunft passiert, weiß ich auch nicht, aber ich kann mir natürlich aus meiner Gedankenwelt Dinge ableiten oder Gedanken machen, wie es zukünftig sein kann. Also ich rede über Geld, ich rede vor allen Dingen über Facebooks Digitalwährung und im zweiten Teil dann, was das mit ERP zu tun hat und warum das hier im ERP-Podcast relevant ist.

Ich fange mal ganz harmlos an. Wenn wir digitalisieren, wenn wir also Objekte oder Subjekte oder was auch immer haben, dann haben wir verschiedene Daten, mit denen wir das jeweilige Objekt charakterisieren. Also wenn wir, was weiß ich, einen Apfel einlagern, dann haben wir sowas wie eine Menge, nämlich 1, wir haben eine Beschreibung, das ist ein roter Apfel, wir haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum und so weiter und so fort und wir haben so eine ganz komische Dimension, ein ganz komisches Attribut, Wert.

Jetzt ist es schwierig, den Apfel in seinem Wert erstmal absolut zu bestimmen, aber wir können das natürlich immer relativ tun, Klammer auf, wir bestimmen zwar den Wert eines Apfels absolut, indem wir sagen 1,99, aber was 1,99 bedeutet, steht natürlich in einem Referenzrahmen, also welche Produkte können wir uns dafür kaufen und deswegen ist es eben sehr, sehr schwierig, anders als die Stückanzahl beispielsweise zu sagen, was ist der Wert losgelöst von anderen Objekten. So, also wir haben, als wir angefangen haben, uns zu überlegen, wie hängen Objekte eigentlich miteinander in Verbindung, haben wir da irgendwie als Menschheit das Geld erfunden, denn am Anfang hat man eben den Apfel getauscht gegen Pflaumen, drei Pflaumen oder einen Huhn gegen einen Esel und schon da wurde es schwierig, weil der Esel, wenn er nicht fast an Altersschwäche stirbt, wahrscheinlich viel mehr wert ist als ein einzelnes Huhn, also der direkte Tauschhandel hat nie so richtig funktioniert und man hat dann eine normierte Bezugsgröße, eben das Geld, entwickelt. Am Anfang hat man das sicherlich noch getan, indem man statt Geldschein und ähnlichen Muscheln oder sowas getauscht hat, mit der Zeit wurden dann Münzen, Scheine gedruckt, irgendwann wurde in Italien die Doppik erfunden, die Buchführung erfunden, man hat angefangen, Geld, Kredite, Schulden, Guthaben nur noch aufzuschreiben, miteinander in Abstimmung zu bringen.

Ja und das geht eigentlich bis zu unseren heutigen Fiat-Währungen, wo wir Kunden gegeneinander ausgleichen, aber letztendlich beschreiben wir damit normiert irgendeinen Wert, den wir loslösen von den einzelnen Objekten, also wenn sie auf dem Konto 100 Euro draufstehen haben, dann heißt das ja nicht, dass sie so viele Äpfel in der Einheit haben, sondern diese Wertdimension ist völlig losgelöst und was sie damit machen, bleibt ihnen unbenommen. Das Problem ist nur, dass die Zentralbanken natürlich auch mit dieser losgelösten Bezugsgröße Dinge machen können und auch die Banken, das ist ja Teil des Fiat-Systems. Nun gibt es eine Reihe von findigen Digitalexperten, so nenne ich das mal, die an unterschiedlichen Stellen darüber nachdenken, wie wir reine Digitalwährungen erschaffen können.

Ich habe mich in der Folge 97 des ERP-Podcasts sehr lange mit meinem Mitarbeiter Adrian Hofmann über verteilte Datenbanken, über Blockchain, das ist letztendlich der Mechanismus, und Bitcoins, die populärste Digitalwährung, unterhalten. Vielleicht ganz spannend, in diese Folge 97 reinzuhören. Ich war auch vor einigen Monaten in einem Finanzcirkel zu einem Vortrag über Blockchain eingeladen worden und als ich dann über digitale Währungen gesprochen habe, da wurde es doch sehr ruhig in dem Veranstaltungssaal und man konnte merken, wie auch bei den unterschiedlichen Bankern dieses Thema seine Kreise zieht.

Ja, und jetzt letzten Monat ist plötzlich Facebook, die ja schon lange angekündigt hatten, etwas in diesem Bereich zu machen, plötzlich an die Oberfläche gekommen mit einer neuen Digitalwährung, die sie beabsichtigen, auf den Markt zu bringen, Libra. Ich nehme an, die Zuhörer, die diesen Podcast verfolgen, haben auch das in der Tagespresse gelesen. Also, man möchte gerne in Q1, Q2 2020 eine eigene Digitalwährung namens Libra an den Start bringen, mit der eben auch per WhatsApp und per Smartphone gezahlt werden, wo Waren untereinander versendet werden können, wo Geld unter Menschen problemlos ausgetauscht werden kann.

Das Ganze soll nicht ein reines Facebook-Konstrukt sein, obwohl Facebook natürlich sehr stark sicherlich den Daumen und das Interesse drauf haben wird, sondern im Prinzip sind verschiedenste Institutionen gefragt, in so ein Konsortium mit hineinzugehen. Die Bundesbank ist direkt aufgestanden, hat europäische Alternativen für Bezahlsysteme gefordert, ja, und damit macht Facebook den Verhandlungsdruck natürlich entsprechend größer für alle europäischen Finanzdienstleister. Also, das Ganze ist sehr, sehr spannend.

Ich könnte mir vorstellen, dass das im Bereich von Consumern, von Konsumenten sehr schnell auf dem Markt platziert werden kann. Gerade in Ländern, wo das Bankwesen vielleicht nicht ganz so gut funktioniert wie hier bei uns im deutschsprachigen Raum, könnte ich mir vorstellen, dass Geldtransfers auf ganz einfache Art und Weise sehr, sehr gut ankommen werden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in Regionen der Welt, wo die Inflation, wo die Werthaltigkeit, wo die Normierung des Wertes vielleicht nicht so gut funktioniert wie bei uns hier im deutschsprachigen Raum, ein sehr, sehr großes Interesse ist, seitens der Privathaushalte entsprechend in derartige Währungen zu wechseln.

Man möchte gerne eine Organisation dazu gründen, das Libra Networks, mit Wahlstandort in Genf. Warum Genf? Die Schweiz ist ja bekannt für ihr Rechtssystem, für Stabilität, für Geldstabilität. Man möchte natürlich andere Partner auch mit reinziehen in das Ganze.

Also, ob das der weiße letzter Schluss ist, das wage ich zu dem jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht zu beurteilen. Man möchte es unterlegen. Also, es ist ein sogenanntes Stablecoin, der eben mit bisherigen Währungen, mit Staatsanleihen, mit Cash unterschiedlicher Nationalitäten unterlegt ist.

All das sind Dinge, die hier zum Tragen kommen werden. Wie gesagt, ob das der weiße letzter Schluss ist, kann ich nicht beurteilen, denn letzten Endes kann keiner in die Zukunft gucken, ob Facebook tatsächlich so angenommen werden wird, vermag ich nicht zu sagen. Tatsache ist aber, dass Facebook im Konsumentenbereich unglaublich stark nach wie vor aufgestellt ist in vielen Ländern dieser Erde und dass hier sicherlich eine gute Vertriebsmöglichkeit gerade in Richtung von Konsumenten und damit Geldüberweisung zwischen Konsumenten gegeben ist.

Also, man hätte plötzlich eine digitale weltweite Währung, die ich eben auch in der Werthaltigkeit so halten kann, wie sie ist. Das heißt, sobald ich eben diese digitale Libra-Währung oder einen Teil überwiesen bekomme, bin ich nicht gezwungen, das in Dollar, Euro oder was auch immer zurück zu transferieren und damit auch noch Transaktionskosten zu haben, sondern ich kann sie einfach so nehmen, wie sie ist und kann sie dann für den nächsten Kauf oder für das nächste Tauschgeschäft oder was auch immer wiederverwenden. Und das ist natürlich ein Riesenvorteil in einigen Ländern.

So, jetzt habe ich gesagt, was hat das Ganze mit ERP zu tun, warum könnte das interessant werden die nächsten Jahre. Ich habe gesagt, Libra sehe ich vor allen Dingen sehr stark im Konsumentenbereich, bei den Privathaushalten, aber wenn so eine Digitalwährung wirklich erfolgreich werden soll und nicht nur als Hilfskonstrukt dastehen soll, sondern als zentrale weltweite Währung, dann ist es natürlich ganz wichtig, dass eben nicht nur die Privathaushalte hier mitspielen, sondern vor allen Dingen auch die Unternehmen mitspielen, dass die Unternehmen auch zwischen oder innerhalb der Lieferkette entsprechend diese Währung einsetzen und nicht permanent zwischen einzelnen Währungen hin und her wechseln oder von Digitalwährung wieder in Realwährung oder sogar in Gold oder was auch immer wechseln, sondern wirklich in dieser Digitalwährungseinheit verbleiben. Ja, und das ist natürlich entsprechend ein bisschen schwieriger zu realisieren als über Facebooks Consumerkanäle.

Und wenn ich jetzt so ein großer Softwarehersteller mit entsprechend derart großen weltweiten Vertriebsnetzen im Consumerbereich, der sich eben überlegen muss, wie komme ich jetzt auch in den Businessbereich hinein, ja, was könnte man machen? Nochmal an dieser Stelle, ich gebe hier keine Empfehlungen, ich sage nicht, dass es so kommt, ich nenne keine Namen, ich möchte einfach nur eine Überlegung weitergeben. Also was könnte man machen? Es gibt in jedem Unternehmen mittlerweile ein Unternehmensdatenfundament, ein ERP-System, was dafür sorgt, dass das Unternehmen Ressourcen, unter anderem die Finanzressourcen, aber auch eingekaufte Artikel etc. pp.

verwaltet und bedient. Ja, und wenn ich so eine Digitalwährung in den Unternehmen implementieren will, dann würde ich vielleicht nicht gerade im kleineren Mittelstand anfangen, sondern erstmal gucken, wie komme ich besser an die Konzerne ran. Und diese Konzerne haben natürlich alle ein großes ERP-System im Einsatz.

Das kann durchaus sich unterscheiden, aber was wäre zum Beispiel, wenn ein Hersteller wie Facebook, tauschen sie den Namen gegen einen beliebigen anderen Digitalgiganten der Entzugzwang gerät aus, wenn so ein Hersteller einen marktrepräsentierenden ERP-Hersteller kaufen würde, entsprechende Funktionalität für Digitalwährungsnutzung in das ERP-System implementieren würde und damit von jetzt auf gleich in ganz vielen Konzernen weltweit die Möglichkeit hätte, diese neue Währung zu spielen. Jetzt werden sie vielleicht sagen, ach, das ist aber ein unwahrscheinliches Szenario. Wenn ich ihnen vor fünf Jahren gesagt hätte, wir reden im Jahr 2019 ernsthaft über Digitalwährungen und selbst die Bundesbank beschäftigt sich sehr intensiv und auch die EZB beschäftigen sich sehr intensiv mit diesem Thema, dann hätten sie wahrscheinlich auch gesagt, das glaube ich nicht so richtig.

Was wäre also, wenn so ein Tech-Gigant jemanden kaufen würde, der selber sehr erfolgreich im Umfeld von ERP ist, um dort entsprechende Digitalwährungsfunktionalität im ERP-System zu verankern? Rein hypothetisch gesprochen gäbe es zum Beispiel ERP-Hersteller, die bei 75 Prozent aller Fortune 500 Unternehmen ihr System implementiert haben. Von den 100 wertvollsten Marken weltweit nutzen das ERP-System sogar 85 Prozent. Bereits 50 Prozent aller weltweiten Finanztransaktionen bauen auf diesem ERP-System auf und weltweit rund 200.000 Kunden arbeiten, also Anwendungsunternehmen arbeiten mit dem System.

Rein hypothetisch gesprochen, wenn es so ein System gäbe, wäre das vielleicht interessant. Jetzt werden sie sagen, naja gut, das ist ja in Privatbesitz, das ist ja gar nicht so einfach zu kaufen, warum sollte das jemand machen? Erstens, Geld beherrscht alles und zweitens, vielleicht ist so ein Unternehmen ja gar nicht in Privatbesitz, sondern börsennotiert. Jetzt werden sie sagen, naja, es hat aber einen ziemlich hohen Börsenwert, ja lassen wir es doch mal zum Beispiel 140 Milliarden Euro sein.

Jetzt schauen wir mal auf die weltweiten Tech-Giganten. Microsoft hat zurzeit ungefähr einen Börsenwert von einer Billion US-Dollar. Amazon schafft 900 Milliarden, Apple knapp darunter 875, Google, also Alphabet, 750 Milliarden und auch Facebook rund 500 Milliarden US-Dollar Börsenwert.

In die Liga wie unser hypothetisches Unternehmen schlagen mit rund 150 Milliarden, zum Beispiel Salesforce oder PayPal. Ja und wenn wir uns jetzt rein hypothetisch mal die Cashbestände anschauen, dann werden wir feststellen, dass alleine Apple roundabout 250 Milliarden US-Dollar an Cashreserven hat. Könnte also so ein hypothetisches Unternehmen mit dem derzeitigen Börsenwert problemlos übernehmen.

Facebook hat auch noch fast 50 Milliarden freien Cashbestand. Auch da wäre es theoretisch denkbar, große Anteile eines derartigen Unternehmens zu kaufen, um die eigene Digitalwährung von jetzt auf gleich über das ERP-System weltweit in den Konzernen zu verankern. Das alles sind natürlich rein hypothetische Überlegungen, die ich hier anstelle.

Nochmal, ich nenne keine Namen, aber ich möchte sie mit dem Podcast ja auch für die verschiedensten Themen von ERP, vom Unternehmensdatenfundament anregen, ihnen Impulse für die eigenen Synapse geben. In diesem Sinne verbleibe ich. Keep Connected, Ihr Axel Winkelmann.

Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen.

Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

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