Sie finden die Eingaben in Ihrem ERP-System manchmal unintuitiv und verzweifeln häufig an den starren Masken der Unternehmenssoftware?
Sie sind selbst Softwarehersteller und fragen sich, wie ERP in Zukunft aussehen kann?
Wie manuelle Tätigkeiten zu Gunsten von Softwareautonomität in den betriebswirtschaftlichen Abläufen zukünftig reduziert werden kann?
Dann ist dieses Interview über künstliche Intelligenz in Unternehmenssoftware mit dem vielzitierten Thought Leader für die digitale Transformation in Europa Alain Veuve sicherlich hochinteressant für Sie.
Er ist quasi ein ein digital Native: Digitalisierung in der Wirtschaft begleitet er seit rund 20 Jahren als Berater, im Management von Digitaldiensten und als Start-Up Unternehmer. Im Rahmen dieser Tätigkeit hilft er Entscheidungsträgern und Unternehmen in ihrem Wandel hin zu einem digitalen und/oder agilen Unternehmen.
Seine Erfahrungen kombiniert er mit brillianten Analysen zu zahlreichen spannenden Blogeinträgen unter www.alainveuve.com. Außerdem ist er Gründer des Unternehmens Accounto.io, das sich mit Machine Learning im ERP-Umfeld beschäftigt. Was das für Sie und für die ERP-Branche bedeutet, darauf werden wir heute eingehen.
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In diesem Sinne: keep connected.
Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann
Transcript:
EAP Podcast Folge 19: Maschinelles Lernen und EAP. Ein Interview mit Alan Wölf. Sie finden die Eingaben in Ihrem EAP System manchmal unintuitiv und verzweifeln häufig an den starren Masken der Unternehmenssoftware. Sie sind selbst Softwarehersteller und fragen sich, wie ERP in Zukunft aussehen kann, wie manuelle Tätigkeiten zugunsten von Softwareautonomität in den betriebswirtschaftlichen Abläufen zukünftig reduziert werden kann? Dann ist dieses Interview über künstliche Intelligenz in Unternehmenssoftware mit dem vielzitierten Thought Leader für die digitale Transformation in Europa, Alan Wölf, sicherlich hochinteressant für Sie. Viel Vergnügen. (Hintergrundmusik) Herzlich willkommen zum EAP Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich willkommen zur neuen EAP Podcast Folge, Folge 19. Wir wollen uns heute ein bisschen über maschinelles Lernen und EAP Systeme, was hat das eigentlich miteinander zu tun, unterhalten. Ich habe heute einen ganz spannenden Interviewpartner. ja, heute geht mein Interviewgespräch in die Schweiz zu Alan Wölf. Ich hoffe, ich hab’s jetzt richtig ausgesprochen, aber er kann mich gleich noch korrigieren. ich möchte mich insbesondere mit ihm über das Thema maschinelles Lernen unterhalten. Keine Angst, das wird nicht technisch, aber wir wollen uns ein bisschen für Unternehmenssoftware natürlich auch über diesen Themenbereich unterhalten. Ich habe damit quasi einen Digital Native hier im Interview sitzen. Er macht Digitalisierung in der Wirtschaft bereits seit, ja, rund zwanzig Jahren als Berater im Management von Dienstleistern, digitalen Dienstleistern und natürlich als Start-up-Unternehmer. Er ist also Vollblut Unternehmer. Im Rahmen dieser Tätigkeiten hilft er Entscheidungsträgern und Unternehmen in ihrem Wandel hin zu einem digitalen oder, und/oder agilen Unternehmen. Und das Spannende ist, er ist nicht nur Berater, sondern er kombiniert seine Erfahrung mit brillanten Analysen zu zahlreichen hochinteressanten, zum Nachdenken anregenden Blogeinträgen unter www. alanwoelf.com. Das werden wir auch in den Shownotes verlinken. also viele spannende Beiträge, die ich dort schon lesen durfte. Außerdem ist der Gründer aktuell des Unternehmens Accounto.io, das sich eben, wie gesagt, mit Machine Learning im ERP-Umfeld beschäftigt. Und was das für Sie und für die ERP-Branche bedeutet, darauf werden wir heute ein bisschen eingehen. Herr Wölf, herzlich willkommen bei uns. Ich freue mich, dass ich Sie für ein Interview gewinnen konnte. vielleicht vorweg, mögen Sie sich ein bisschen vorstellen? Gerne, ja klar. Hallo, Herr Winkelmann. Vielen Dank für die Introduction. Ich fühle mich immer ein bisschen zu fest geehrt und fast ein bisschen werde ich nervös, wenn ich so was höre, was ich alles tue. In der Tat, beschäftige ich mich die letzten zwanzig Jahre mit IT-Projekten, und mache in dem Sinn eine digitale Transformation oder habe schon digitale Transformation gemacht in einer Zeit, wo das noch nicht so hieß. im Moment, wie richtig ausgeführt, bin ich, bin ichhauptsächlich eigentlich für Accountor tätig. Wir versuchen hier ein autonomes System zu erarbeiten, das Buchhaltung, komplett selbstständig machen kann, also eigentlich die Arbeit rauszieht aus diesen Buchhaltungsprozessen. sonst für mich, zu mir als Person, ich bin knapp vierzig, wohne in der Schweiz, habe sehr viel in Deutschland zu tun gehabt die letzten Jahre, habe ein gutes Umfeld in Deutschland und, bin Vater von drei Kindern. Hab also privat auch ein bisschen, verschiedene Dinge zu tun, halt noch, neben Geschäft und Business. Ja, da sind Sie ja (lacht) Tag und Nacht sozusagen im Einsatz. Und wenn’s nicht reicht, dann eben auch noch darüber hinaus. Ja. Sie zuerst. Ja, Sie haben eben gesagt, Sie arbeiten zurzeit an einem Unternehmen, Accounto, mit dem Sie die Buchhaltung voll automatisieren wollen, also digitalisieren wollen natürlich auch. damit sind wir natürlich voll in dem Thema Digitalisierung drin und ich weiß aus Ihrem Blog, dass Sie sich mit dem Themenbereich sehr, sehr intensiv befasst haben. Sie haben viele Thesen dazu aufgestellt. aus Unternehmenssoftware-Perspektive, was ist das zentrale Manifest, wo Sie sagen, das ist das zentrale Argument? Ja, also es gibt halt so, wie soll ich sagen, was ich zur digitalen Transformation geschrieben habe, ist eigentlich so aus verschiedenen Erlebnissen heraus, hat sich herausentwickelt aus Erlebnissen. Sie müssen sich vorstellen, dass wir ganz am Anfang, ich sag mal, vor zwanzig Jahren bin ich mit meinen damaligen Kollegen losgezogen. Wir haben, IT verkauft, wir haben Webseiten verkauft, wir haben E-Business verkauft und wir haben sehr oft die Situation gehabt, dass die Leute uns gesagt haben: „Ja, dieses Internet zum Beispiel, wir glauben nicht so recht daran, dass das kommt. Wir finden cool, was ihr als Jungunternehmer macht und dass ihr euch Mühe gebt und ihr arbeitet ja auch hart, aber das mit dem Internet, das wird nicht so wirklich, wichtig werden. das ist– Oder die Aussage, das betrifft uns als Geschäft nicht, ja. Und, das war ziemlich frustrierend damals, weil wir die Entwicklung voraussehen konnten und es für uns sonnenklar war, dass das Internet eigentlich und die digitalen Technologien eine sehr große Rolle spielen werden im, im Business, aber auch in der Gesellschaft. Und getrieben durch diese Erfahrung, hab ich natürlich auch eine Karriere gemacht aus diesem Pfad. Also mit, mit dem, mit dem Wachstum all dieser Technologien, mit der Business-Fähigkeit von Systemen, vor allem auch von Content-Management-Systemen. Ich war da, eine lange Zeit in der, in der Webbranche eigentlich tätig und hab damit sehr viel mit Content-Management-Systemen zu tun gehabt. Und ich bin so eigentlich mit der Welle auch mitgegangen und habe durch das auch unternehmerischen Erfolg gehabt und die ganzen Dinge haben sich bewahrheitet. Ja? Also dass das Internet wichtig wird, dass es für die Firmen schwierig wird, die nicht auf dem Internet sind. Und aus dieser, aus dieser Entwicklung heraus, sind wir halt meistens wieder mit denselben Kunden auch wieder in, in Berührung gekommen und haben dann festgestellt: „Okay, die sind ja mittlerweile echt unter Druck geraten.“ Und früher oder später hat dann auch die Beratungsbranche, also die klassischen, die Unternehmensberater, relativ spät das Thema erkannt. Und das war eigentlich der Moment, ich sage mal, vor fünf, sechs Jahren so, wo es tatsächlich als digitale Transformation so gemünzt wurde. Und was dann passiert ist, ist halt, dass man, dass vor allem die großen etablierten Beratereien A nicht genau gewusst haben, um was geht es eigentlich in der digitalen Transformation, aber mit diesem Buzzword halt sehr viel Angst gemacht haben, den Unternehmen gesagt haben: „Jetzt müsst ihr sofort das und das und das und das alles realisieren, sonst seid ihr übermorgen tot.“ Und, Sie kennen sicher diese Ausführungen von wegen, wir wollen, dass Amazon von, ich sage mal, der Schraubenbranche werden oder dass Amazon von irgendwas. es wurden da diese Ambitionen kreiert und diese Bilder kreiert, dass es jetzt, dass man jetzt super schnell super viel investieren muss und super alles über den Kopf stellen muss. Und ich glaube, das ist falsch. Ich glaube, durch sehr viel von dieser Kommunikation und dieser Haltung, die wir immer noch draußen im Business sehen, wird verhindert, dass man, auf die, auf die eigentlichen Treiber dieser Entwicklung sieht. Und wenn wir das angucken, sehen wir halt, dass, der ganzen Entwicklung zugrunde eigentlich die, das exponentielle Wachstum der Technologie zugrunde liegt. Und das ist so, hat dann dazu geführt, eigentlich die Diskussion darüber, dass ich dieses Digital-, wie sagt man? Digital Transformation Model, gemacht habe. Das war mehr so ’ne, wie soll ich sagen, ein Schnellschuss, wo wir einfach mal hingestanden sind, mein Kollege und ich, und haben gesagt: „Okay, das sollte so und so aussehen. Und dann, hab ich diesen Blogpost geschrieben und dann haben sich plötzlich ganz viele Leute für diese Erklärunginteressiert und es wurde sehr oft übernommen und da ging das eigentlich los, dass ich so, über diese Themen auch mehr gesprochen habe. Und interessant ist halt, dass sehr viele Leute dann zu mir gekommen sind, jetzt Unternehmenslenker, und gesagt haben: „Ich habe das mit der digitalen Transformation nie verstanden, obwohl ich mit Beraterei X und Beraterei Y Beratungsprojekt hatte. Erst diese Grafik hat mir gezeigt, um was es hier eigentlich geht. Ich verstehe jetzt, es geht nicht, dass wir zum Beispiel den nächsten E-Commerce-Shop machen oder eine BI-Plattform aufbauen, sondern es geht darum, dass wir verstehen, dass die Dinge schneller in Wandel kommen und dass ich meine Art, Unternehmen zu führen, ändern muss. Nämlich, dass ich darauf vorbereitet sein muss, permanenten Wandel prestieren zu können. Da würde ich gerne mal eingreifen, weil das lag mir eben auch schon auf der Zunge. Eins, eines der schönsten Zitate, die ich eigentlich in den letzten Jahren gehört habe, ich glaube, es stammt von 2009: „Tradition ist kein Geschäftsmodell und ich habe gerade zwei Folgen zu, zu Prozessen im Internet oder im, im, im Verhältnis von Offline- und Onlinewelt auch, live gestellt. Äh, wie nehmen Sie das wahr? Gehen die Firmen hin und sagen: „Wir nehmen unsere Prozesse, die wir stationär, die wir offline haben und transformieren die eins zu eins in die digitale Welt, oder wie sehen Sie das? Wie helfen Sie da den Unternehmen? Na ja, also was ich halt oft sehe, ist, dass versucht wird, genau, versucht wird, bestehende Prozesse einfach zu digitalisieren. Das ist auch nicht, in meinen Augen auch nicht komplett falsch, weil Sie praktisch jeden analogen Prozess oder jeden, ich sage mal, offlinigen Prozess grundsätzlich mit digitaler Technologie, sicher kostenmäßig mal über eine gewisse Zeit verkürzen können. Das ist, ich nenne immer das, das immer, das ist die Pflicht der ganzen Übung, ja, dass wir halt gucken, wo können wir Technologie einsetzen, um das bestehende Geschäft zu optimieren. Das der andere Teil, das ist das, was die wenigsten Firmen machen, dass sie halt hingehen und sagen okay, wir haben eine Nachfrage im Markt, wir haben Bedürfnisse im Markt und wir haben neue Technologie. Wie könnten wir mit der neuen Technologie etwas erbringen, etwas schaffen, um diese Bedürfnisse zu decken und eine komplett neue Prozesse eigentlich hier zu generieren? Das hat halt sehr viel grundsätzlich mit Strategie zu tun, aber es hat halt genau damit zu tun, diesen Schritt rückwärts zu machen, die Dinge ein bisschen aus dem aus dem, aus der Distanz zu betrachten und mal sagen okay, wie können wir das besser lösen? Weil wir jetzt, heute ich sage mal Gadget xy Technologie x haben. Wie können wir das kombinieren? Wie können wir diese neuen Paradigmen schaffen, die uns einfach extreme Vorteile bieten? Und das ist das, was mich eigentlich immer interessiert hat und glücklicherweise in den in den Sessions, die ich mit Kunden gemacht habe, werde ich oder wurde ich, weil ich. Im Moment habe ich so viel zu tun mit dem Startup, dass ich nicht so viel in dem Bereich mache. Aber ich wurde eigentlich immer da auch gerufen zu genau solchen Diskussionen. Also nicht um operative Projekte zu machen, wo es darum geht, wie können wir Prozesse xy verbessern, sondern wie könnten wir einen Teilmarkt jetzt mitnehmen, den wir vorher nicht mitnehmen konnten. Ja, und interessant ist, dass viele Unternehmen eigentlich diese neuen Möglichkeiten schon auf dem Schirm haben. Aber der Mut ist nicht da. Meistens ist es auch nicht das Geld, was fehlt. Es ist einfach die Denke, dass mal jemand sagt okay, wir probieren das jetzt mal aus, wir machen einen kleinen Schritt. Und da kommt dann eben dieser Design Thinking Approach natürlich auch dazu, die sehr viel etablierter sind heute. Aber ich denke, es ist echt das Erste Thema sind die Leute mittlerweile finde ich recht gut im Reinoptimieren der bestehenden Prozesse, im Finden von neuen Prozessen oder gar neuen Geschäftsmodellen, neuen Produkten, die erst durch neue Technologie möglich sind. Da ist es einfach so, dass im Moment echt die Start ups praktisch allen großen Firmen den Rang ablaufen. Ja, sie haben gerade schon anklingen lassen die Vorstellung von Unternehmen. Wir werden das Amazon der Schraubenbranche, das zeigt eigentlich schon so dieses Verständnis der neuen Welt. Alles oder nichts Märkte. Also ich sage mal, statt Lokalmärkten, wo es sicherlich viele verschiedene Anbieter gibt, hin zu. Global globaleren Märkten, bei denen die Umsatzverteilung eben nicht mehr in der Normalverteilung ist. Also alle kriegen was ab vom Kuchen, sondern nur noch ganz, ganz wenige. Also die Amazons dieser Welt haben plötzlich einen extrem großen Teil des Kuchens des Umsatzes, können die Geschäfte bestimmen können im Grunde genommen auf ihren Märkten Preise, können Angebot und Nachfrage zusammenbringen, ganz nach Gusto. Ist den Unternehmen das klar? Was, was sich hier komplett verändert? Ja, ich denke nicht. Ich glaube es nicht. Ich glaube, es wird. Sagen wir es mal so Es wird sehr viel nachgeplappert. Das ist das, was ich das Gefühl habe. Es wird halt sehr viel irgendwo in mitgelesen, in kurzen, oberflächlichen Beiträgen. Und das ist das, was ich dann teilweise auch immer wieder höre von den Leuten. Es ist wirklich erschreckend, wie schlecht informiert gewisse Geschäftsleitungsmitglieder sind, wenn es um ihren eigenen Markt geht. Das ist das eine. Das andere ist, dass ich in der Tat auch, dass es nicht so richtig finde, das zu dramatisieren, weil das ist das andere, was passiert, dass die Leute sagen, es wird alles so krass, also dass man so sagt, Amazon wird alles übernehmen. Es ist. Amazon hat eine eindrückliche über wie soll ich sagen? Eine eindrückliche Entwicklung natürlich gemacht. Dasselbe gilt für Airbnb und Uber und all die, die jetzt da hier zur Diskussion stehen. Aber es ist ja nicht so, dass Airbnb zum Beispiel jetzt 80 % des Marktes mitgenommen hat und gerade in der Schweiz zum Beispiel, wo es ziemlich schwierig ist mit dem Tourismus dank des oder ja, dank des Hohen Frankens. Ist ja nicht so, dass die kein gutes Geschäft machen. Im Gegenteil. Teil läuft ja immer noch und trotzdem haben sprechen sie alle darüber. Und was ich halt teilweise so ein bisschen ankreide, ist anstatt man sich Gedanken macht, wie kann man sein eigenes Geschäft verbessern? In kleinen Schritten mit neuer Technologie? Hält man sich auf mit so Themen wie eben Airbnb? Macht jetzt den ganzen übernimmt den ganzen Hotelleriemarkt. Dem gegenüber steht die wahnwitzige Ambitionen, die ich teilweise daraus höre. Eben der Kollege von der von der von der Schreibenfabrik. Das ist ein reales Beispiel. Da war ich in einer Session Beratungssession und in der Introduction hat der Geschäftsleiter verkündet Ja, wir wollen, dass Amazon werden für. Es gibt so eine spezielle Schreibtechnik. Wir wollen für die Art schreiben, wollen wir, dass Amazon werden. Und wir haben dann eine Stunde später ein bisschen gegoogelt und so und mussten sagen und ich habe ihm dann gesagt ja, ich habe das Gefühl, es gibt das Amazon für Schreiben, für diese Art Schreiben gibt es schon. Und er fragt mich ja, welche Firma ist denn das? Es ist Amazon. Gucken Sie doch mal, was die alles schon im Sortiment haben, wo die alle überall hinliefen. Da hat es doch keinen Sinn, wenn wir denen versuchen Paroli zu bieten. Wir müssen bessere Wege finden. Und das ist das, was ich unter wahnwitzige Ambitionen so ein bisschen paraphrasiert, weil ich denke, die Leute gehen da teilweise. Wollen zu fest wieder in eingetrampelte Pfade schon wieder laufen, wo halt die großen Start ups oder diese Game Changers durchgegangen sind. Und indem sie das tun, fällen sie falsche Entscheidungen für die Entwicklung der Unternehmung. Weil man kann einfach nicht ein zweites Amazon aufbauen, zum Beispiel. Das sind so die, also ist ja völlig klar, dass sie das nicht in der Breite des Sortiments machen wollen und so, aber die Ambition halt wirklich etwas Großes zu schaffen und Schnelles zu schaffen, glaube ich, ist irreführend für etablierte Unternehmen, weil die sind ja etabliert, weil sie eben auch diese permanente Weiterentwicklung, das inkrementelle kleine eigentlich vorantreiben können oder gut können ah. Jetzt verändern diese neuen Prozesse, egal ob die Unternehmen jetzt das neue Amazon werden wollen oder einfach nur in dem Datenfundament automatisieren, natürlich auch den Anspruch an die Mitarbeiter und den Bedarf an Mitarbeitern im Unternehmen. Ist ja auch ein großes Thema seit ein paar ah Jahren, dass sag mal irgendwelche Studien durchs Dorf getrieben werden, nach der eben sehr sehr viele Arbeitsplätze durch neue Technologien auch wegfallen können. Es gibt jetzt zwei Deutungsweisen, auch in den Wirtschaftswissenschaften. Das größere Lager der Wirtschaftswissenschaften geht sicherlich in der durchaus schon längeren Diskussion, wir sprechen ja schließlich über industrielle Revolution, zwar von einem Arbeitsplatzverlust aus, aber eben auch davon, dass aus dem Wegfall von nicht wertschöpfenden Tätigkeiten, aus dem Wegfall von schwach wertschöpfenden Tätigkeiten auch neue, gewöhnlich bessere Chancen entstehen können. Dann gibt es aber auch ein anderes Lager, zu dem beispielsweise schon in den dreißiger Jahren der Keynes gehört hat, der eben vorsichtig gesagt hat, aber Technologie macht eventuell auch manche Menschen auf Dauer arbeitslos. Leontief hat es dann beschrieben als die Bedeutung des Menschen als wichtiger Produktionsfaktor, der könnte vielleicht auch in solchen evolutionären Dingen oder revolutionären Dingen, Technologie ähm Veränderungen zwangsläufig abnehmen. Wie stehen sie zu dem ganzen Thema? Ich bin klar Verfechter ähm mit der Theorie, dass es mehr Arbeitsplätze geben wird. Ähm Die Frage ist in dem Kontext natürlich, wenn wir in eine Zeit laufen, wo wir so schnelle technologische Veränderungen und Neuerungen gewertigen müssen, wie hält unsere Volkswirtschaft oder unser Wirtschaftsmodell damit? Und ich glaube, es wird das ist die hauptsächliche Herausforderung, weil ich denke, wir werden mehr Arbeit haben, viel mehr Arbeit haben. Die Frage ist aber, haben wir durch das auch mehr klassische Jobs, wie wir sie kennen? Das kann ich überhaupt nicht beurteilen im Moment. Warum ich zum Schluss komme, dass es mehr Arbeit geben wird, ist eigentlich ganz eine einfache Überlegung. Nämlich, neue Technologie schafft immer mehr Möglichkeiten und die Kombination von neuer Technologie schafft noch mal mehr Möglichkeiten. Das heißt, wir haben plötzlich viele Dinge, die wir tun könnten als Menschen, als Menschheit, sagen wir es mal so. Und wenn der Mensch etwas bewiesen hat, dann ist es, dass er das tut. Wenn er etwas tun könnte, dann tut er es auch. Wir sind extrem schlecht darin, gewisse Dinge unversucht zu lassen. Unsinnig oder sinnig ist mal dahingestellt, aber der Mensch ist in der Natur so, dass er Dinge explort, dass er weitergeht, dass er Dinge versucht und dass er natürlich das auch ökonomisch versucht umzusetzen. Und aus diese Überlegung denke ich, wir werden langfristig, und das zeigt auch die Entwicklung jetzt in den letzten hundert Jahren, ähm wir werden unter dem Strich mehr Arbeit haben ah durch den Einsatz von mehr Technologie. Jetzt, wenn diese Studien da natürlich diese Überlegungen machen, dann ist ja das nicht komplett falsch. Das Problem bei der Überlegung ist einfach die, dass wir vergessen, dass wir nur die bestehenden Jobs kennen. Wir wissen ja gar nicht, ähm welche Jobs in Zukunft geschaffen werden. Wenn wir jemandem gesagt haben, wir brauchen Testautomatisierer so im Softwarebereich, die automatisierte Testroutinen bewerten und umschreiben können. Vor dreißig Jahren, wenn ich das jemandem gesagt hätte, dann hätte der gesagt: „Keine Ahnung, glaube ich nicht oder weiß ich nicht, ob das kommt. Heute haben wir in Deutschland, wir gehen davon aus, irgendwo dreißigtausend Tester, die solche Dinge tun ja. Und ich glaube, unter dem Strich werden die langfristig werden mehr Jobs dazukommen, als jetzt aus diesen repetitiven Arbeiten wegfallen werden. Ähm Und es ist natürlich eine falsche Betrachtung, wenn man jetzt hingeht und sagt: „So und so viele Jobs fallen weg und man nicht einpreist, welche kommen dazu. Das ist vergleichbar, wie wenn Sie zum Beispiel Ihren heutigen Geldbestand, privaten Geldbestand ähm aufnotieren und dann ziehen Sie einfach mal alle Ausgaben der nächsten zwanzig Jahre ab. Da landen Sie auch im Minus. Sie kennen ja die Nutzungszugänge noch gar nicht und wir kennen halt die neuen Jobs nicht, die da laufend entstehen. Und ich denke, unter dem Strich ist die Herausforderung bei der Sache die, dass wir ähm vor allem eben politisch gucken, dass diese Umbrüche von Jobs, die wegfallen, zu neuen Jobs, dass die möglichst sozial gestaltet werden. Und ich denke, das ist eine der Hauptherausforderungen, die wir als Gesellschaft haben in dem ganzen Wandel. Ähm Und leider sind wir da nicht besonders gut. Also es werden heute noch Taxifahrer ausgebildet, es werden heute noch in Berufsausbildung investiert, empfohlen, wo eigentlich ziemlich absehbar ist, dass das in zehn Jahren wahrscheinlich nicht mehr so ein gutes Ding ist. UndAlso, ich, ich denke, was wir tun sollten, ist uns der– die versuchen, die Entwicklung zu antizipieren. Man darf ja nicht vergessen, dass, sagen wir, da fallen in der Produktion so und so viele Leute weg. Das ist natürlich schlimm, wenn das auf einmal passiert. Und man muss auch nicht denken, dass man jemand, der ist, sagen wir mal, dreißig Jahre bei Opel am Band stand, zum Tester machen kann dann. Das macht auch gar keinen Sinn. vielleicht müssen wir das aber auch nicht tun. Vielleicht sorgen wir lieber, mit, mit, mit sozialem Einsatz, also hauptsächlich der Staat halt, dafür, dass die Nachrückenden in möglichst zukunftsgerichtete Jobs kommen, ein zukunftsgerichtetes Skillset aufbauen können, wo sie eben neue Berufe besser, äh lernen können. Und bei den Alten versuchen wir es vielleicht gar nicht mehr, dass wir einen Sechzigjährigen jetzt nochmals versuchen anzulernen, mit Computer oder so irgendwas umzugehen macht vielleicht gar keinen Sinn. Ja? Also ich denke, das ist was, was wir, was viel zu wenig getan wird. Und das ist, haben Sie sicher schon gelesen, da schreibe ich auch ziemlich viel dazu, dass man eigentlich versuchen sollte, den, den sozialen Umbruch und den sozialen Schaden, wie ich das nenne, der diese Umstellung absolut natürlich generiert, dass man den versuchen sollte so klein zu halten und so, so, wie soll ich sagen, laufend eigentlich zu prästieren, dass nicht das passiert, wie wir das sonst in industriellen Revolutionen gesehen haben, wo dann vielleicht noch wirtschaftliche oder volkswirtschaftliche Probleme dazukommen und dann wirklich schnell viele Leute irgendwie auf der Straße stehen oder irgendwas tun müssendas, auf das sie nicht vorbereitet sind. Ich denke, das ist so mein, mein Take. Ich habe das auch schon ein paar Mal durchgerechnet, by the way, so für verschiedene Branchen und, das sieht gar nicht so schlecht aus, wenn man, wenn man, einzelne, also so neue Jobs erfindet, sage ich einfach mal. Ist ja so ein, ein, ein wishful thinking natürlich auch ein Stück weit, aber andere Jobs sind absehbar. Ja, Sie sind ja nun selber (räuspert sich) ein Teufel auf, diesem Markt, denn Sie haben letztendlich auch eine Fundamentalmen– Fundamentalkritik an, an heutigen ERP-Systemen und arbeiten ja auch darauf hin, dass zukünftige Unternehmenssoftware, zukünftige ERP Software entsprechend auch anders gestaltet ist. Was, was ist Ihre Kritik eigentlich an dem, was wir heute tun in den Unternehmen? Na ja, also ich kann natürlich nur, ich sage mal, für den Finanz-ERP-Teil sprechen, mal grundsätzlich. Und da ist es einfach so, dass wir sehr, sehr viele Arbeit immer noch manuell erledigen, die eigentlich, ähm nicht manuell erledigt werden sollte. wie komme ich dazu, dass ich sage, sie sollte es nicht? Ich denke, immer wenn eine Arbeit sehr repetitiv ist, sehr klar strukturiert ist, dann ist es eigentlich so, dass man versuchen sollte, Anstrengungen zu unternehmen, dass man eben die, diese Prozesse automatisieren kann. und wenn ich etwas der ERP-, -Branche in dem Sinne ankreide, dann ist es das, dass man halt jetzt auch in einer Situation ist, wo man mit diesen Usern gut leben kann, rein vom Businessmodell her, weil es halt eine Lizenzierung gibt oder weil man sich halt irgendwie da engagiert hat, und dass man gar nicht erst versucht, diese Automatisierung reinzubringen, weil das im Moment einem das eigene Geschäft kaputt machen würde. Kommt dazu, dass es nicht so ein einfacher Task ist, so was zu realisieren. wir wissen ja, wir sind ja selbst noch nicht am Ziel. Wir denken nur, wir haben, wir haben den Weg dahin. Ja? Und– Aber grundsätzlich ist es natürlich schon witzig zu sehen, wie viel investiert wird in Produkte und wie wenig in solche grundlegenden Paradigmenwechsel investiert wird in der ERP-Branche. Und, ich habe nicht das Gefühl, dass die Leute, die jetzt in der, es wieder aus sozialer Sicht, nicht das Gefühl, dass die Leute, die in der, in, in Buchhaltungsabteilungen arbeiten und zum Beispiel Belege eintippen oder diese massiv repetitiven Arbeiten machen, dass die wahnsinnig glücklich wären damit. Ja? Also es ist ja nicht so, dass die das alle wahnsinnig spannend finden. Wenn wir ein, zwei Level höher gehen, wo es darum geht, Sachverhalte zu bewerten, finanzielle Abhängigkeiten oder Konstrukte zu analysieren und, und entscheidende Reports aufzubereiten, das ist wieder anders. Das macht den Leuten Spaß, weil es an-anspruchsvolle Arbeit ist. Und, ich denke einfach, wir können wir können als Industrie, können wir das einiges besser machen. Aber es braucht halt Mut dazu, solche Dinge in Angriff zu nehmen. Und es ist ja witzig, dass auch sehr viele jetzt im Buchhaltungsbereich, sehr viele Start-ups da im Moment rauskommen, Cloud-Lösungen bauen, die nichts anderes sind als sehr konventionelle Buchhaltungslösungen. Tradition ist kein Geschäftsmodell, ja. Genau. Genau. Witzigerweise verdienen die auch kein Geld. Das ist das andere. Also da, da gibt’s wohl eine Nachfrage, da kann man User generieren, aber es ist ziemlich schwierig, dann einen Pfad zu generieren in die Wirtschaftlichkeit. Ja? Also wenn wir die, die großen zum Beispiel gucken, Xero oder so was, was so ein KMU Accounting Tool ist, die sind nicht profitabel. Und ich sehe im Moment, wenn man das so von außen betrachtet, habe ich auch keinen Plan, wie die da hinkommen wollen mit den Preisen. Und das ist eigentlich bei allen so. Also Sie sagen quasi, bestehende ERP-Systeme bauen sehr, sehr stark oder Fibosysteme bauen sehr, sehr stark auf Strukturen auf, auf vorgegebenen Mechanismen. Ich brauche viel manuelle Tätigkeit, um die Abläufe des Unternehmens in diesen, diesen Systemen abzubilden. Ich muss beispielsweise Belegeabtippen, ich muss die Belege auf die entsprechenden Buchungskonten packen, ich muss am Ende dieses Jahres den Jahresabschluss manuell tätigen und so weiter und so fort. Und-Sie haben Wege gefunden, wie man das mithilfe von maschinellem Lernen besser darstellen kann. Genau, genau. Wobei wir nicht die Einzigen sind, die, ich sage mal, das besser darstellen kann. Automatisierung in dem Bereich oder ich sage mal, Teilautomatisierung in dem Bereich ist ja weit fortgeschritten. Denken Sie nur an die Belegerkennung. Das können viele Programme heute. Die Frage ist wirklich: Kann man ein System entwickeln, dass das belastbar autonom macht? Und darum sprechen wir in unserem Zusammenhang auch nicht von automatisierter Buchhaltung. Das schreiben wir noch auf der Webseite, aber bei uns intern geht es eigentlich immer autonome Buchhaltung. Ein System, das autonom Buchhaltung machen kann. Ich sage: „Ich gebe dir nur den Beleg, der macht die Buchhaltung selber. Das System macht die Buchhaltung selber. Belastbar in besserer Qualität als der Mensch. Und das ist, denke ich, die Herausforderung, überhaupt diese Denke zu haben und zu sagen: „Okay, wir entwickeln das, wir können das entwickeln, wir werden das hinkriegen. Und das ist natürlich ein großer Unterschied zu: „Ich automatisiere einfach entlang den bestehenden Prozesspfaden, baue ich Automatisierung ein, das Arbeit rauszunehmen. Das ist auch gut, aber ist natürlich was komplett anderes, als wenn wir die Vollautomatisierung anstreben. Ja, also diese Autonomität, die Sie anstreben, wenn ich es richtig verstehe, heißt das für Sie, dass nicht mehr Regeln in der Software hinterlegt werden, wie mit bestimmten Belegen umgegangen wird, sondern das System entscheidet auf Basis von bestehenden Daten selbstständig, was das für ein Beleg ist und wie damit umzugehen ist. Korrekt. Das ist das, was bei uns passiert. Genau. Und das bezeichnen Sie als maschinelles Lernen? Der Weg dahin … Also ist maschinelles Lernen ist ja de facto eine Technologie oder ein Konzept grundsätzlich, auf das Software aufbaut. Und der Punkt ist ja: Was wir versuchen zu tun, ist, wir versuchen eigentlich das, was der Steuerberater macht, die Erfahrung des Steuerberaters, nachzubauen, maschinell. Weil der Steuerberater macht auch nichts anderes. Er kriegt einen Beleg rein, er sieht sich den an, er muss den verstehen zum einen und dann greift er intuitiv auf seinen Erfahrungsschatz zurück, gewisse Dinge, also seinen Wissens- und Erfahrungsschatz, gewisse Dinge, Teilentscheidungen zu fällen, dass ihn am Schluss dann dazu führt, dass er einen Buchensatz formt und die Verarbeitung im besten Wissen und Gewissen vornimmt. Und was wir versuchen zu tun, ist genau diesen Erfahrungsschatz mit dem Wissensschatz, das sind meistens Regulatorien, zu kombinieren, dass die Maschine genau dasselbe machen kann. Und das ist natürlich komplett was anderes, als wenn sie das mit regelbasiert machen, weil ein regelbasiertes Konstrukt wird nie hundertprozentig funktionieren. Also kein System wird hundertprozentig funktionieren, muss es auch nicht, aber es wird nie besser sein als der Mensch, weil der Mensch extrem gut im Lernen ist und extrem schnell in diesen Verarbeitungszyklen wieder noch eine Schippe drauflegen kann, wenn Sie so wollen. Und ich denke, darum lohnt es sich überhaupt, das zu tun, weil Buchhaltung ist halt wirklich was, was Sie grundsätzlich nicht mit Regeln nur abdecken können, sonst hätten wir das ja schon lange. Glauben Sie, dass das, was Sie da tun, auch auf andere Bereiche der Unternehmenssoftware, auf andere Bereiche des Unternehmens anwendbar ist? Ja, absolut. Also das steht auch im Zentrum unserer Überlegung, wie wir das bauen, ist, das System bauen wir so, dass wir es grundsätzlich mit vielen anderen Geschäften auch machen könnten. Wir haben erste Versuche gemacht mit Legal Tech zum Beispiel. Vielversprechende Geschichten eigentlich so schon. Wir verfolgen das nicht weiter, weil wir die Kapazität dazu nicht haben. Wir glauben, dass das Konzept des Lernens aus der Interaktion des Fachpersonals, weil darum geht es ja. Wir lernen ja nicht nur aus den Daten, die wir einfach auf der Plattform haben, sondern wir lernen zu einem großen Teil aus der Interaktion des Fachpersonals. Wir korrigieren, wenn die Maschine sagt, ein Beleg stimmt nicht oder ist mein Arbeitsresultat, ich bin nicht sicher, ob mein Arbeitsresultat stimmt, dann spuckt die Maschine diesen Datensatz oder diese Transaktion einem fachkundigen Mitarbeiter aus und der bewertet die dann und korrigiert die bei Bedarf. Und aus diesen Interaktionen – das ist eigentlich unser Konzept – lernen wir extrem schnell. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir es rein mathematisch, machine learning-mäßig, kann man gute Verbesserungen hinkriegen, aber man ist wirklich richtig schnell und gut wird man erst, wenn man diese Learnings mit einbezieht. Und das ist eigentlich unser Konzept. Das ist gar nicht so rocket science oder so was, sondern das ist eigentlich ziemlich banal. Und was wir tun können, ist, wir können das eigentlich für jedes Geschäft machen, grundsätzlich, wo komplexe oder komplizierte Arbeit gemacht wird durch Menschen, dass die Maschine vom Menschen mitlernt und dann nach und nach diese Transaktion auch in derselben Qualität wieder mensch machen kann. Vielleicht können Sie ein bisschen was zu den … Das hört sich erst mal schön an, sage ich mal, für Leute, für Zuhörer, die überhaupt nicht aus unserem Bereich, sprich IT-Software-Entwicklung, auch kommen. Vielleicht könnt ihr so ein bisschen was sagen, wie es sie selber beeindruckt hat oder wie schnell man eigentlich in diesem Bereich Machine Learning anlernen kann, erfolgreich arbeiten kann. Ja, wir haben– das, das Interessante ist, dass wir eigentlich gedacht haben, wir wären, also wir sind jetzt rund zehn, zwölf Monate im Business. Also wo wir angefangen mit den ersten Prototypen, fast zwei Monate oder länger sogar noch, haben wir mit dem Prototypen schon angefangen. Wir haben also nicht so wahnsinnig viel schon gemacht, sage ich mal. Und wir haben– sind davon ausgegangen, dass wir ein, ein erster Schritt in dieser Transaktionskette ist die, die fehlerfreie Identifizierung von, Belegarten. Zum Beispiel ist das eine Kreditorenrechnung? Ist das ein Kreditkartenbeleg? Ist das eine Quittung? Ist es– da gibt es ein ganzes, ein ganzes Verzeichnis an Belegarten. Und das ist der erste Schritt, den Sie beherrschen müssen, wenn Sie auf dem Weg weitergehen wollen. Und wir haben eigentlich gedacht, wir brauchen für das rund eineinhalb Jahre, um das wirklich hinzukriegen, dass das wirklich belastbar funktioniert. Belastbar heißt, der Mensch muss es nicht mehr in die Finger nehmen, er muss es nicht noch korrigieren, muss nicht noch mal drauf gucken. Im Gegenteil, wenn er es korrigiert, ist es schädlich für die Qualität, ja. Und wir sind heute jetzt, ich sage mal, nach einem guten Jahr sind wir so weit, dass wir das im Einsatz haben, dass das funktioniert. Und, das ist spannend zu sehen, dass das schneller geht. Ist aber eigentlich ziemlich logisch, weil eben wir aus den Erfahrungen gelernt haben, die der Menschmit einbringt und dass wir nicht einfach hingehen und sagen, wir versuchen alle die, die Patterns zu finden, die in den Daten sein könnten. ich denke, der Weg ist auch möglich. Es gibt einen Pfad, dass man das tut. Was jetzt diese klassifizierten Belege angeht. Man muss einfach sehr, sehr viele Belege haben und die, und die menschliche Interaktion ist diesbezüglich eigentlich wie ein Shortcut, der uns einfach schneller dahin bringt. der Grund warum wir Accounto gegründet haben, ist, dass wir gemerkt haben, Machine Learning ist zwar in den, in den Medien in aller Munde und, und sehr weit verbreitetes, spannendes Thema, alle sprechen darüber, aber eigentlich gibt es sehr, sehr wenige Leute, die wirklich was machen damit. Es gibt natürlich die Großen wie Google und Tesla etc., die diese großen Themen abfrühstücken oder versuchen abzufrühstücken. Aber im Kleinen, im Businessbereich gibt es praktisch nix. Warum gibt es das nichts? Das ist, das war so die Frage, wo wir uns überlegt haben, eigentlich sollten wir ein System bauen, das wir, das diese Lücke füllen kann, das von außen versatil einsetzbar ist. Und, weil das so ungreifbar ist, haben wir uns dann halt ein Thema gesucht, ein Business gesucht, wo wir sagen können, okay, wo können wir die Technologie eigentlich weiterbringen? Und da war es glücklicher Zufall, dass ich selber eine kleine Steuerberatungskanzlei hier in der Schweiz habe und dann haben wir dieses Business halt einfach gemerged und haben dann diesen, diesen Service gemacht. Es gibt auch sehr viel Nachfrage nach diesem digitalen Buchhaltungsthema. Zum Glück. Das hilft natürlich, um auch die Entwicklung mit zu bezahlen. Ja. Das war so der Treiber, ja, dass wir gesagt haben, im ERP-Bereich gibt es viel zu wenig Machine Learning. Es muss viel zu viel Interaktion mit dem Programm gemacht werden, die eigentlich klar ist, die auf einer logischen Ebene dem System eigentlich bewusst sein muss, dass das die nächste Interaktion ist. Woran liegt das? Also ich, ich meine, wenn wir uns den Markt hier in, in, in, im deutschsprachigen Raum anschauen, dann würde ich sagen, wir haben round about vier bis sechshundert Standard-ERP-Systeme, sprich ERP-Hersteller, die Tag für Tag bemüht sind, ihre Systeme immer besser zu machen. Ich sag mal, heute werden Systeme nicht mehr pro heute werden Systeme maßgeblich objektorientiert programmiert. Wir haben, serviceorientierte Architekturen, die immer wieder von den Herstellern auch als sehr offen, sehr zukunftsweisend herausgestellt werden. Wir haben tolle Ansätze von den Herstellern und doch sagen sie und ich kann das auch nur unterstreichen, ja, dass die, dass die Entwicklungsabteilungen hier viel, viel, viel zu wenig Augenmerk auf, auf derartige Technologien eigentlich legen. Ich glaube, es liegt wieder daran, dass es, dass man einen Paradigmenwechsel vornehmen muss. Und wenn sich das in der Entwicklung sozusagen unter der Haube tun, ist das kein Problem, weil es betrifft nur die Entwickler. Äh, was wir aber sehr und vor allem im Finanzbuchhaltungsbereich sehen, sind so diese Benutzungskonventionen, die sich er– herauskristallisiert haben über die Jahre. Es ist für die Benutzer einfach klar oder die Erwartung des Benutzers ist zum Beispiel, es gibt eine Buchungsmaske, wo ich das verbuchen kann. Und wir haben zum Beispiel größte Schwierigkeiten gehabt am Anfang, weil unsere Tool hat das nicht, weil wir sagen, du musst den Beleg schicken, wir verbuchen den. Punkt. Der Kunde muss nichts machen. größte Schwierigkeit gehabt, dass die Leute das nicht hatten und wir ihnen klären, erklären mussten oder die halt angefragt haben, wo ist denn hier die Buchungsmaske? Wo habe ich keine Buchungsmaske? Sage ich: „Wir machen das automatisiert. Ihr braucht keine Buchungsmaske.“ Wir stellen als Firma sicher, dass die Belege, die nicht korrekt verarbeitet wurden durch die Engine, dass wir die korrekt verbuchen. Ja? Wir haben hier Leute angestellt, die das können, die die Ausbildung haben. Und dann an der Diskussion, an dem Punkt ist die Diskussion nicht Schluss, sondern dann fragt der Kunde: „Ja, aber ich möchte eine Buchungsmaske.“ Und dann frage ich zurück: „Warum? Für was brauchst du denn noch eine Buchungsmaske?“ Und erst dann fällt der Groschen und der User schnallt: „Okay, brauche ich ja gar nicht mehr.“ Und das ist der Paradigmenwechsel, der stattfinden will. Und es ist sehr einfach natürlich— Ich stelle mir das so vor, aus, aus ERP-Ausdruck, als Sicht eines traditionellen ERP-Herstellers, ist halt sehr einfach, diese gewöhnten Pfade zu bedienen, halt Funktionalität und, und, ich sage mal, Interaktionswege so zu gestalten, dass der, dass, dass der Kunde, dass es für den Kunden nicht neu ist. Weil dann ist es sehr einfach zu akzeptieren. Ich kann ja heute hingehen und eine konventionelle ERP Lösung bauen oder ist immer auf den Finanzteil und ich weiß ganz genau, was da drin sein muss und wie das in der Bedienung aussehen muss, dass das vom Kunden akzeptiert wird, weil es so ein Riesenmarkt ist, weil es so breit akzeptiert ist auch und von dem her ist es schon spannend, also das Risiko einzugehen, diese Paradigmenwechsel in der Lösung selber dem Kunden sichtbar zu vermitteln, das ist was, was viele Anbieter sich halt sagen ja warum soll ich mir denn die Mühe machen, wenn der Kunde ja sich gewisse Dinge gewohnt ist, auch wenn es jetzt besser wäre, wir sollten es nicht tun. Ich denke, das ist so die Überlegung, die da dahinter steckt und ich kann es mir nicht anders erklären. Also wenn ich. Wenn ich Ihr Bild so nehme, dann kommt bei mir selber ein anderes Bild hoch die die etwas hemdsärmelige Produktionsmannschaft, die Produktionsumgebung, die das bislang auf dem Reißbrett gemacht haben. Jetzt haben sie ein ERP System. Jetzt kann man sicherlich in der Produktionsplanung mit bestehenden ERP Systemen sehr viel schneller, sehr viel effizienter, sagen wir am Computer das Ganze hin und her schieben oder der Computer rechnet ein bisschen was vor. Aber richtig spannend wird es ja eigentlich erst, wenn das System selbstständig erkennt Wo muss ich denn wann welche Maschine wie belegen? Und wenn, dann der Produktionsmitarbeiter noch eingreift in diese Planung und irgendwelche Dinge doch anders will. Dass die Maschine genau daraus erkennt, welche Hintergründe darin stecken, dass der Mitarbeiter noch mal eingreift und vielleicht anders plant als die Maschine es ursprünglich mal dachte. Exakt. Das heißt, wir müssen eigentlich weg von diesem in Stein gemeißelten Maskendenken, was wir haben, mehr zu wenn sie so wollen, der Googleoberfläche. Ja. Ein Feld für alles, oder? Ja. Wie das konkret aussieht, denke ich auch irgendwie. Es muss einfacher werden, dass wir weniger Schulungsaufwände haben werden. Aber ich sehe es eigentlich gerne so oder wie wir das so ein bisschen sehen. Wir haben eigentlich die Vision, dass die Software schlussendlich so wie zu einem Coworker wird oder Sparringpartner ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber so wie ein wie ein Buddy, der da in der Firma zur Verfügung steht und der gewisse Kompetenzen hat, mit dem man gewisse Dinge erledigen kann, also nicht mehr eigentlich der der Toolgedanke im Vordergrund steht, sondern mehr so okay, wir haben hier einen Assistenten einen, einen technologischen Assistenten, dem ich gewisse Arbeiten geben kann. Der macht das. Das ist so unsere Vision, wie Software sich eigentlich in Zukunft ausgestalten sollte oder wo wir denken, das wird mehr in diese Richtung gehen, wenn wir. Wenn mehr Maschine learning und künstliche Intelligenz in all diese Prozesse fallen und da ist mir eigentlich auch egal, unter dem ist mir unter dem Strich ja dann Wurst, wie der das intern macht. Ich habe ein Vertrauen gefasst in diese, in diesen Technologieteil. Ich weiß, dass der das kann, also gebe ich dem das einfach. Ich muss mich gar nicht mehr kontrollieren und ich muss gar nicht mehr meine Ideen und Vorstellungen, wie die Prozesse laufen sollen, da intern eigentlich. Das muss ich gar nicht kennen. Ich muss eigentlich einverstanden sein mit dem und das ist so der Paradigmenwechsel, den ich denke, Maschine learning wird ein Riesenimpact haben auf die auf die Softwarebranche. Vielleicht bin ich viel zu früh mit diesem Gedanken. Kann gut sein, dass es alles viel langsamer geht. Aber wenn wir sehen, wie schnell sich eigentlich Maschine learning entwickelt und wie viele auch neue Unternehmen in dem Bereich jetzt kommen werden. Ich denke, wir vergessen, dass diese klassische Softwarebranche Target Nummer eins ist für diese Technologie. Ja, und? Und ich denke, wer diesen Paradigmenwechsel versteht, dass das Tool nicht mehr, als dass die Software nicht nur ein Tool ist, um Arbeit zu machen, sondern direkt die Arbeit abliefert. Ich denke, wer das verstanden hat und so denkt, der hat eine Chance. Echt halt Software zu bauen, die in Zukunft sehr viel machen kann und sehr auch Marktanteile gewinnen kann. Ist auch eine Wette. Ja, klar, ist eine Wette. Aber witzig ist, dass sehr viele, wenn ich mit ERP Herstellern spreche es kommt nicht so wahnsinnig viel vor, aber es kommt vor, dass die mir sagen ja, wir sehen das schon auch, aber wir sind nicht bereit, das Investment zu tätigen, das Risiko einzugehen, da irgendwie vorzupreschen. Und das hat dazu auch schlussendlich auch dazu geführt, dass wir hier Account über startet haben, was hochrisikobehaftetes Unternehmen ist. Ja, wir sind fremdfinanziert, haben riesige Aufwände, um da hinzukommen und ob wir da wirklich erfolgreich sind in the long run? Ich sage mal, als Firma ist ist mehr denn ungewiss. Das ist die Natur eines solchen ambitiösen Vorhabens. Ja, aber es ist die Chance, es zu schaffen ist zu groß, um es nicht zu versuchen. Ich denke, das ist ganz wichtig. Und das ist natürlich eine Denk oder Bewegungsfreiheit, die man in einem in meinem Fall mit einem größeren Softwarehaus nicht hat, weil man ja halt Verantwortung hat, vom Mitarbeiter bis zum Stakeholder und darüber hinaus. Und da werden halt diese Entscheidungen nicht so leicht fällig bei zwei Startup Unternehmen. Ja, verstehe ich schon, das verstehe ich schon auch. Will ich damit sagen. Also ich glaube, dass es tatsächlich sehr, sehr schwierig ist, wenn man in dieser Denke verhaftet ist, wenn man über zehn, über 20 Jahre lang ein System entwickelt hat und jetzt quasi mit neuer Technologie eigentlich noch mal neu denken muss. Ja. Ähm. Was Sie machen, finde ich unglaublich spannend, weil wenn man über Autonomie nachdenkt, dann kommt man sofort eigentlich beim Google Auto oder beim autonomen Auto raus bei der autonomen Drohne. Vielleicht landet man gedanklich noch. Bei irgendeiner Roboterhandindustrie vier null oder einer automatisierten oder autonomen Produktionseinheit. aber es ist in der Tat so, dass gerade wir im, im Bereich Unternehmenssoftware da eigentlich ein bisschen traditioneller aufgestellt sind und das Thema gar nicht so auf die Agenda kommt, wie Sie das jetzt auch hier präsentieren. Ja, das ist genau der Fall. Der Punkt ist, früher oder später kommt ein Player, der halt diese Technologie hat und der kann halt, ich sage mal, zu, zu den selben Preisen, wie das Tool angeboten wird, direkt die Arbeit machen. Ja, vielleicht können Sie, um, um, um mal so ’n, so ’n Impact an der Stelle zu bekommen. Also ich, ich lagere damit ja quasi die Buchhaltung aus an ein autonomes System. Gut, ich könnte heute als mittelständisches Unternehmen auch sagen, ich lagere das aus an irgendjemanden, der mir als Selbstständiger meine Buchhaltung macht, inklusive Jahresabschluss. wie valide ist das, was Sie anstreben? Wie gut ist das? Was bedeutet das monetär ausgedrückt? Also wie reduzieren sich da Aufwände? So ’n, so ’n bisschen Gefühl für unsere Hörer. Also die Kunden, die wir jetzt haben, bei denen, mit denen sprechen wir natürlich und, und unterheben das auch. Und die haben im Schnitt, je nach Größe unterscheidet sich das ein wenig zwischen siebzig und neunzig Prozent Zeit- und Kostenersparnis. Äh, lustig ist, dass Zeit und Kosten sich eigentlich ziemlich … Also das hat natürlich damit zu tun, dass wir die Arbeit ersetzen und, darum ist eigentlich die, ist das ziemlich dasselbe unter dem Strich dann. es funktioniert. Also das ist mal grundsätzlich so der Wert. dann gibt’s natürlich solche, gerade bei Kleinunternehmen, die haben das Gefühl, ihre Arbeit wäre nichts wert und sagen: „Ja, wenn ich das Samstag und Sonntagmorgen die Buchhaltung mache für meinen Zweimannbetrieb, dann kostet das ja nichts.“ Dann, gegen solche Argumente haben wir natürlich nichts in der Hand. Ja, wenn jemand so rechnet dann macht er es einfach für sich eigentlich kostenlos. aber ich sage mal, für alle Unternehmen, die normal Kostensätze rechnen, liegen wir bei diesen siebzig bis neunzig Prozent. Das kommt ein bisschen darauf an, weil man bei uns verschiedene Dinge optional haben kann, zum Beispiel die Postverarbeitung. Wir haben bei den Firmen, die tatsächlich ihre Post an uns weitergeleitet haben und wir alles machen, also die Digitalisierung der Buchhandlungsbelege, das, die, die Aufbewahrung, die automatisierte Verarbeitung, die Zahlung direkt über die Plattforminklusiv Abschluss und, und Steuererklärung, mit denen liegen wir im Schnitt so bei neunzig, ja. Die profitieren am meisten. Ist aber auch der radikalste Schritt, um die Administration so umzubauen, muss man auch klar sagen. Das braucht Mut, auch das, auch in einem, für so ein junges Unternehmen. wie mit uns zusammenzuarbeiten, ist natürlich was, was jetzt viele Firmen noch nicht machen. Wir haben sehr viele Firmen, die sagen: „Ja, wir gucken jetzt mal noch ein paar Monate und dann kommen wir wieder und sprechen mit euch und werden dann Kunde.“ Das ist dann, die Vertrauensfrage ist noch. Aber von der, von dem, von, von, von den, wie soll ich sagen, Optimierungseffekten ist es tatsächlich so, dass man sehr, sehr viel Geld und Zeit sparen kann mit so einer Lösung. Wie stark müssen bei Ihnen noch Mitarbeiter in die Belegverbuchung, die die Maschine letztendlich ausspuckt, eingreifen? und wie weit lässt sich das voll automatisieren? So hundert Prozent zu achtzig Prozent? also das, das eine ist die Situation jetzt ist so, dass wir tatsächlich mit ziemlich schlechten Automatisierungsraten unterwegs sind. wenn ich schlecht sage, dann denke ich immer in, in, wie soll ich sagen, in, in Räumen von Vollautomatisierung. was wir jetzt macht– gemacht haben, ist, wir haben den Aufwand für den gesamten Prozess gegenüber eines neuen normalen Steuerberaters, wo Sie als Kunde die Buchhaltung jetzt komplett ausgelagert hätten. sind wir, haben wir eine Reduktion von siebzig bis achtzig Prozent. Das heißt, wir haben nur noch, nur noch, ja, sagen wir mal dreißig Prozent der Kosten, die ein normaler Steuerberater hat, um dieselbe Arbeit zu machen. die Vollautomatisierung ist was, was wir… Wir haben sehr wenige Belege, die tatsächlich vollautomatisiert durchgehen. Ganz einfach, weil wir… weil das in dieser Validierung und Korrekturschritt, ein Wert, eine, eine Stellschraube im System ist, um das Learning zu generieren. Also es kann Sinn machen, dass wir, hingehen und sagen, wir gucken uns mehr Belege an, weil wir durch das die, die Maschine zusätzlich trainieren können. Und das ist auch so die Vision für die Zukunft, dass wir das tatsächlich so machen, dass wenn wir eine personelle Auslastung haben, die nicht so wahnsinnig hoch ist, dass wir mehr Belege kontrollieren, obwohl die Maschine sagt: „Ich bin mir sicher, dass die Belege gut sind oder dass das Verarbeitungsresultat gut ist.“ Wir lernen auch aus diesen aus diesen, Ergebnissen ziemlich stark. von dem her ist es … ich hab, ich glaub, letzte Woche schon mal gesagt, wir haben irgendwo, zwölf, zehn, zwölftausend Transaktionen durch. Ich weiß es gar nicht auswendig. und wir brauchen irgendwo zwischen achthunderttausend und einer Million, um dieser Autonomie sehr nahe zu kommen. Sie haben vorhin die hundert Prozent erwähnt. Ich glaube, die hundert Prozent sind nicht möglich. Generell mit, mit, mit einer komplizierten Aufgabe wie der, ist die, ist hundert Prozent nicht möglich. Es ist aber auch nicht, gar nicht relevant, weil der Mensch schafft auch nicht hundert Prozent. Wir müssen ja nur besser werden als der Mensch und dann ist das Ziel eigentlich schon erreicht. Also wenn ich jetzt nur sage, da muss man die in dicke, fette Ausführungs Ausrufe Ausführungszeichen setzen. Ja, weil das ist natürlich schon ziemliches Ding, das zu erreichen. Aber ich glaube, wir werden, ich sage mal so in 123 Jahren tatsächlich dort ankommen, dass wir wie ein API eine API haben, wo sie irgendwelche Belege hinwerfen können und sie bekommen zurück qualifizierte, belastbare Buchungssätze mit allen kontextuellen Daten dazu. Das ist auch unsere Vision schlussendlich, dass wir sagen, wir wollen ja nicht irgendwie das nächste Buchhaltungsprogramm aufbauen à la Xero oder sowas. Viel spannender ist Technologie zu erarbeiten, die wir dann etablierten Herstellern zur Verfügung stellen können und mit diese Lernmechanismen versuchen dort zu implementieren, dann kriegen wir noch mal sehr viel mehr Belege rein. Was macht dann der Buchhalter und der Steuerberater in Zukunft? Naja, also der Steuerberater braucht es ja weiterhin. Es ist ja nicht so, dass es dass es den nicht, nicht braucht. Also wenn Sie gucken, wie viel macht denn ein Steuerberater eigentlich, dann ist es schon so, also die Qualifizierten sage ich mal, dann ist es schon so, dass die halt auch sehr viel Arbeit machen, die mit Beratung zu tun haben, die mit Bewertung von steuerlichen Dingen zu tun haben, dass eigentlich nicht nur Abbildung eines Geschäftes, sondern eher auch finanzielle Gestaltung oder Steuergestaltung. Das ist ja kein Bereich, den wir einfach da mitmachen. Das machen wir nicht. Zum anderen, wenn Sie eine Plattform haben, die so viele Daten hat, die so breit aufgestellt ist, können wir aus diesen Daten natürlich auch ganz andere Entscheidungsgrundlagen bereitstellen. Das ist in der Tat aus der Business Sicht eine Hoffnung, die ich habe, dass wir relativ schnell in der Lage sein werden, dem Steuerberater Entscheidungsgrundlagen zu geben, mit denen er für seinen Kunden viel bessere Beratung ermöglichen wird. Und das wäre dann auch ein Grund, zum Beispiel um mit Account zusammenzuarbeiten, weil man dann als Steuerberater für seine Kunden ein viel besseres Resultat liefern kann. Die was die klassischen Buchhalter angeht, da denke ich, denen wird natürlich die Arbeit wegfallen. Also diese Art Berufsbilder wird es nicht mehr geben. Mein Vater zum Beispiel hat Typograf gelernt, also hat tatsächlich mit Bleisätzen die die Saiten an der Druckmaschine zusammengestellt und der Beruf ist irgendwann verschwunden. Und trotzdem hat er gearbeitet bis zur Rente und gut gearbeitet. Er musste sich halt bewegen und er war in der Branche treu geblieben und es kamen neue Druckmaschinen auf. Und dann gab es halt dort wieder gewisse Umstellungen und plötzlich gab es wieder Möglichkeiten, um neue Berufe, die aufkamen, dann auch zu erlernen und mitzunehmen. Wie ich vorhin erwähnt habe ich glaube, es macht keinen Sinn, 65 oder 60-jährige Buchhalter noch unbedingt in neue Berufe oder neue Berufsbilder hineinzwängen zu wollen, wenn die das. Vor allem, wenn die das selber nicht mehr bereit sind, solche Veränderungen zu machen. Da bin ich ziemlich easy einig, dass ich denke, wir sollten das einfach bezahlen. Den sozialen Aufwand ist dieser Umbrüche. Aber dasselbe gilt natürlich nicht für 30-jährige, die das ganze Berufsleben noch vor sich haben. Und von dem her mache ich mir da auch nicht so einen Kopf, was die was die wegfallenden Jobs angeht. Zum anderen muss man auch sagen, wenn wir jetzt das hätten, wenn wir jetzt schon vollautonome Buchhaltung hätten, heißt das ja nicht, dass das ab morgen auf der ganzen Welt eingesetzt wird. Das ist ja ein Prozess, der sich extrem lange hinzieht, bis eine Technologie sich in einem solchen Setting auch wirklich durchsetzt. Weil die Leute sind ja nicht einfach von heute auf morgen bereit jetzt, ich sage mal Softwareinvestitionen abzuschreiben und wieder neu anzuschaffen. Also es wird ja niemand tun und niemand wird auch von heute auf morgen Personal entlassen, einfach weil man das, ich sage mal jetzt betriebswirtschaftlich komplett Sinn macht. Das machen ja nur die Unanständigen, sage ich mal, die anderen ein bisschen mehr unternehmerischen Weitblick haben. Die suchen längerfristige Übergangslösungen, die wollen auch dahin. Natürlich, die wollen profitieren von dem. Aber es ist ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinzieht und der, der in dem Sinne auch ich sage mal ein bisschen abgefedert wird. Von dem her vielleicht beruhige ich mich da auch nur mein soziales Gewissen, sage ich mal, aber ich denke in der Tat, das ist nicht so hart, wie das, wie das auf den ersten Blick scheint. Ja, ich bin sehr, sehr gespannt, wie das ganze Thema weitergeht. Und wir sehen das ja auch bei anderen Technologien. Als die Dampfkraft abgelöst wurde durch die Elektrizität, hat man einfach nur die Turbinen ersetzt und der Rest ist gleich geblieben. Und erst die nächste Generation hat dann verstanden, dass man die Elektrizität ganz anders ansetzen kann, einsetzen kann, als man das mit der Dampfkraft konnte, nämlich nicht so zentralisiert, sondern viel dezentraler und damit erst das Potenzial geschöpft. Und ich könnte mir vorstellen, dass wir hier auch vielleicht schneller, aber durchaus auch eine Zeit brauchen, um genau solche neuen Technologien, solche neuen Ansätze dann auch vollständig zu verstehen. Auf jeden Fall sehr, sehr spannend. Wir werden die Firma Accounto auch in unseren Shownotes verlinken. www accountop io. Herr Wülf, ich schaue ein bisschen auf die Uhr. Wir könnten stundenlang weiterreden. Ich weiß das, weil es so spannende Themen auch in der Unternehmenssoftwarewelt sind. Ich würde jetzt abschließend gerne in unsere Blitzrichtrunde kommen und mal wieder den Fokus auf Sie werfen. Warum sind Sie denn das, was Sie heute sind? Ist es die Neidwut? Weil ich. Weil ich nie mit dem Status quo zufrieden bin? Ich denke, das trifft es ziemlich genau. Das ist ja, das ist glaube ich eine sehr, sehr gute Antwort da drauf. Ja. Das heißt nicht, dass ich unglücklich bin, aber das ist der Punkt. Was war Ihr größter beruflicher Erfolg bislang? kann ich so nicht sagen. Ich denke, was, was, was ich für mich als Erfolg werte, ist, wenn ich nie Rückschläge erleiden muss, erhebliche und am nächsten, gerade unmittelbar danach weitergehe, dann habe ich immer das Gefühl, ich bin erfolgreich. Ja. Gibt es besondere Eigenschaften, die Sie haben oder glauben zu haben, die Sie, ja, besonders erfolgreich macht in Ihrem Tun? Ja, ich glaube, ja, ich glaube, Sinn fürs analytisches Denken, versuchen strukturiert denken zu können, durch, das auf diese ersten Prinzipien runtersehen zu können und danach zu handeln. Das ist was, was ich schon immer gut konnte und was mir hier sehr, sehr zugutekommt. Definitiv. Jetzt bin ich ja nicht nur, neugieriger Wissenschaftler, sondern natürlich auch Hochschullehrer. Und, infolgedessen habe ich natürlich auch immer den mahnenden Finger des lebenslangen Lernens. Gibt es bei Ihnen Bücher, die einen besonderen Stellplatz in Ihrem Regal haben oder die Sie besonders weitergetragen haben? ja, wobei ich in der letzten Zeit nicht mehr so viele Bücher lese. ich lese sehr viel, sicher vierzig, fünfzig, sechzig Seiten pro Tag, aber das ist tatsächlich verteilt über andere Formate. nichtsdestotrotz lese ich jedes, jeden Monat noch ein Buch, aber das war echt schon viel mehr. Ich denke, zwei Bücher, die ich, die ich so empfehlen kann, sind nicht mehr die neuesten. Das eine ist von Nate Silver, The Signal and the Noise, wo es darum geht, wie sich Statistik, warum statistische Predictions, oder so viele Statistiken vorhersagen, eigentlich fehlschlagen und warum es gewisse eben nicht tun. Das Thema, das für uns, für mich ein Game Changer war, auch was, was, wenn es darum geht, ja, mit Machine Learning umzugehen und vielleicht im privaten Bereich. Ich kann alles empfehlen von T. C. Boyle, besonders aber The Women, weiß nicht, vielleicht kennen einige das Buch, die eine Biografie, von Frank Lloyd Wright, dem großartigen amerikanischen Architekten, der die Prairie Houses gebaut hat und da ziemlich viel gemacht hat. Sehr unterhaltsames Buch, spannend so für Urlaub und so. Gibt es für Sie neben Accounto natürlich weitere Internetdienste, die für Sie einen ganz hohen Wert haben? Ja, tonnenweise. Tonnenweise. Vielleicht ein Tool, das mich, schon extrem lange begleitet, ist Evernote. So primitiv das eigentlich ist, ist es echt– Ich notiere mir sehr viele Dinge, Gesprächsnotizen, Eindrücke und ich habe Evernote immer dabei und von dem her ist eigentlich lustig, dass sich ein sehr banaler Dienst so, so unverzichtbar gemacht hat, jetzt für mich. Jetzt haben wir ganz viel über Herausforderungen für Unternehmenssoftware durch Machine Learning gesprochen. Sehen Sie weitere Herausforderungen bei Unternehmenssoftware? Gibt es einen Wandel? Was steht der Branche bevor? Also wir haben– ich denke, ein Wandel, der noch nicht abgeschlossen ist, ist gerade auch im, im ERP Bereich noch nicht abgeschlossen ist der Wandel hin zu Cloud, was ein spannendes Thema ist. Ich bin tief beeindruckt, wie zum Beispiel Microsoft das hingekriegt hat, das Geschäftsmodell, also ist ja auch noch nicht fertig, aber echt ernsthafte Schritte in diese Richtung zu nehmen. Ich denke, Cloud Lösungen haben extrem große Vorteile und, da gibt’s noch etliche ERP-Hersteller, welche sich in diese, gerade im, im, im Bereich der kleineren, Kunden gibt es noch etliche Hersteller, die sich da bewegen müssen. das andere ist halt, dass wir immer mehr versuchen, oder ich, das denke ich, ist etwas, was interessant ist, immer mehr versuchen tatsächlich wegzukommen von den, von den bestehenden Lizenzmodellen, hin zu stark verbrauchs- oder nutzungsorientierten, Lizenzmodellen. Das ist ’ne Herausforderung, das zu tun, glaube ich, aber es ist mehr natürlich denkbar, dass man Software eigentlich nur noch, dass man halt möglichst viel eigentlich in, in, in, wie soll ich sagen, in die variablen Kosten pflanzen kann und dass die klassischen Softwarelizenzen halt so als, als Investition, dass man das längerfristig abschafft. Ich denke, das ist eine, ein großer Vorteil für, für die, für die Kunden natürlich, weil die dann, sehr viel einfacher eigentlich zu guter Software kommen. Es ist halt schon immer noch so, also wenn man gerade einzelne Komponenten anguckt, so in der, in der Dokumentenerkennung oder sowas, da gibt es halt schon Lösungen, die sind sehr, sehr gut. Die haben aber eine riesige Eintrittshürde für, für Unternehmen, weil sie einfach in der Lizenzkostenanschaffung relativ hoch sind. Und ich denke, da könnte ich mir gut vorstellen, dass es da auch ein Umdenken gibt. Es wäre eigentlich logisch, dass man das tut. Ja. Ich finde, das ist ein sehr, sehr spannender Bereich und, ja, ich würde Sie gerne einladen, vielleicht in einem Jahr oder zwei Jahren, wenn Sie mit Ihrer Klassifikation sehr viel weiter fortgeschritten sind, mit dem maschinellen Lernen auch noch viel, viel mehr Erfahrungen gesammelt haben, hier wieder zu uns in den ERP-Podcast zu kommen. Ich glaube, das war heute ’ne wahnsinnig spannende Folge, die sehr viel in die Zukunft geblickt hat. Ganz herzlichen Dank Ihnen. Herr Löw. So, liebe Zuhörer, ich bin sicher, Sie haben heute auch ganz viele neue Dinge gehört. Ich freue mich immer über Kommentare, über Anregungen, über unsere Webseite www.erp-podcast.de. Ich freue mich auch über positive Bewertungen, weil uns das natürlich zum Beispiel auf iTunes hilft, dass auch andere auf unser Angebot aufmerksam werden können. Äh, wir werden, wie versprochen, die Seiten von Herrn Löw auch entsprechend verlinken. Ich wünsche noch eine schöne Restwoche und ja, viele anregende Fragen, die Sie, und Antworten, die Sie aus unserem Gespräch mitnehmen konnten. In diesem Sinne, keep connected. Herzlichst, Ihr Axel Winkelmann. (Leichte Hintergrundmusik) Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.