ERP Podcast Logo
ERP-Podcast
#125a - Datenqualität in ERP-Systemen – ein Interview mit dem Navibis-Startupgründer David Julian Hornung
Loading
/

Auf dem Weg zum Unternehmensdatenfundament und automatisierten Prozessen ist eine gute Datenqualität wichtig. Kostspielige Fehler, manuelle Korrekturen und Compliance-Verstöße sind nur einige der Aspekte über die ich heute mit dem NAVIBIS-Gründer David Julian Hornung spreche. Warum wir eine hohe Datenqualität benötigen und wie wir sie automatisiert mit entsprechenden Tools erreichen können, erfahren Sie in der heutigen Episode des ERP-Podcast.de.

Viel Vergnügen!

Empfehlungen:

Handelscontrolling: Optimale Informationsversorgung mit Kennzahlen

Kontaktinfos:

EXIST-Gründerteam NAVIBIS, David Julian Hornung
NAVIBIS

————————–

Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst 
Ihr  
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast, Folge 125. Datenqualität im ERP-System. Ein Interview mit dem Navibiz-Startup-Gründer David Julian Hornung.

Auf dem Weg zum Unternehmensdatenfundament und zu automatisierten Prozessen ist natürlich gute Datenqualität wichtig. Kostspielige Fehler, manuelle Korrekturen und Compliance-Verstöße sind nur einige der Aspekte, über die ich heute mit dem Navibiz-Gründer David Julian Hornung spreche. Warum wir eine hohe Datenqualität benötigen und wie wir sie automatisiert mit entsprechenden Tools erreichen können, das erfahren Sie in der heutigen Episode des ERP-Podcast.de. Viel Vergnügen.

Herzlich willkommen zum ERP-Podcast. Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten.

Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

Herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Ich freue mich auf eine neue Wochenepisode. Wir werden heute ein bisschen sprechen über das Thema Datenqualität, was das Thema Datenqualität, vor allem Stammdatenqualität, natürlich auch mit dem ERP-System zu tun hat.

Ich habe mir einen Experten eingeladen, hat bei mir promoviert, ist mittlerweile in einem Existenzgründerteam und ich freue mich, dass er sich heute die Zeit genommen hat, mit mir über das Thema zu sprechen. Herzlich willkommen hier im ERP-Podcast, David Julian Hornung. Ja, hallo, hallo.

Einen wunderschönen guten Morgen, Herr Professor Winkelmann. Ich freue mich sehr, dass Sie mich in Ihren Podcast eingeladen haben. Ja, wunderbar.

Mögen Sie ein bisschen was über sich sagen? Wer ist der Mensch Julian Hornung? Also zuvorderst ist der Mensch Julian Hornung ein treuer Hörer des ERP-Podcasts. Deswegen habe ich diese Frage natürlich erahnt, aber auch befürchtet, weil es mit Sicherheit die schwierigste Frage im ganzen Interview ist. Ich glaube, das geht allen, Ihren Gesprächspartnern so.

Ich habe mir ein bisschen was zurechtgelegt, nämlich ich bin überzeugter Wirtschaftsinformatiker und zwar quasi von fast schon Tag 1 meines Studiums an. Das hat an der Universität Mannheim begonnen und dann hier an der Universität Würzburg geendet. Und ich bin wirklich begeistert von den Inhalten, mit denen ich mich in diesem Fach auseinandersetzen kann.

Das können jetzt Außenstehende wahrscheinlich nicht so wirklich nachvollziehen, warum man sich gerne mit Unternehmenssoftware oder Organisationen von Unternehmen beschäftigt. Aber ich glaube, da die Zuhörerschaft hier im Podcast natürlich auch da eine gewisse Affinität dazu hat, die kann das hoffentlich besser nachvollziehen. Direkt nach meinem Studium bin ich ja an ihren Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik an der Uni Würzburg gekommen, war hier als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und hatte die Chance, mich in ganz vielen Bereichen da ein bisschen auszuprobieren und mir regelrecht auszuleben.

Ich war sehr engagiert in der Lehre, habe Forschungsprojekte mitgestaltet, neue Forschungskooperationen angebahnt. Dann gegen Ende meiner Tätigkeit war ich sehr stark im Forschungs- und Wissenstransfer noch mal involviert und habe da auch mit sehr vielen kleineren Unternehmen, Anwendungsunternehmen zu tun gehabt. Und aus jedem Bereich habe ich so meine Erfahrungen sammeln können, die mich dann im Endeffekt auch dazu gebracht haben, meine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die ich während der Zeit, während meiner Promotion gesammelt habe, auch zu versuchen, in der Praxis zu etablieren, ein Unternehmen zu gründen oder ein Start-up an den Start zu bringen.

Und ja, mit diesem Vorhaben konnte ich erstens zwei weitere Mitsprachereiter, mittlerweile noch einige mehr, und zum Zweiten auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie überzeugen, die uns drei Gründungspersonen, also mit den sogenannten Exist-Gründer-Stipendien ausgezeichnet hat, oder nicht ausgezeichnet, sondern die also zur Verfügung gestellt hat. Und ja, das erlaubt uns jetzt mittlerweile seit gut einem halben Jahr in einem Team Navibiz, uns mit der Qualität von Daten in ERP-Systemen auseinanderzusetzen. Sie haben ja bei mir am Lehrstuhl lange Zeit das ERP-Labor auch begleitet, Software für betriebswirtschaftliche Problemstellungen implementiert.

Können Sie mal Beispiele geben, was Sie in so einem Forschungs- und Lehrlabor alles mit Unternehmenssoftware gemacht haben? Das ist auf jeden Fall ganz vielseitig und ich glaube, das ist auch wirklich eine regelrechte Einzigartigkeit, die Sie hier an Ihrem Lehrstuhl geschaffen haben. Soweit ich informiert bin, ist das auch das größte ERP-Labor überhaupt, auf jeden Fall in Deutschland, in dem dort wirklich ganz vielseitige Software-Systeme, Unternehmenssoftware-Lösungen zur Verfügung stehen, die hier von Ihrem Lehrstuhl selbst betrieben werden. Und das erlaubt natürlich ganz tiefe Auseinandersetzungen mit den Systemen und Vergleiche, die anderen Wissenschaftlern, natürlich auch anderen Praxisunternehmen so in der Form überhaupt nicht zur Verfügung stehen.

Also Sie haben ja in diesem ERP-Labor einerseits sehr große etablierte und entsprechend auch komplexe Softwarelösungen, die auch eher dann für große Mittelständler und Großunternehmen in Frage kommen, aber auch ganz spezialisierte, eher kleinere Systeme. Und gleichzeitig unterscheiden sich die Systeme noch sehr stark, zum Beispiel in Ihrer Technologie. Es gibt relativ alte Systeme, die schon einige Jahrzehnte entwickelt werden, gleichzeitig aber auch sehr moderne, junge Systeme, die zum Teil erst nach dem Jahr 2010 begonnen wurden, deren Entwicklungsvorhaben.

Und ja, das erlaubt einem auch so ein bisschen den Blick auf die Breite des ERP-Markts. Also ich habe mich selbst in meiner Forschungsarbeit sehr stark damit auseinandergesetzt, welche Möglichkeiten die Systeme eigentlich im Bereich Entscheidungsunterstützung, Entscheidungsfindung bieten. Ich habe mir angeschaut, welche Kennzahlen, welche Controlling-Instrumente, welche Metriken in den Systemen implementiert sind und habe herausgefunden, dass es da auch wirklich erhebliche Unterschiede gibt.

Und auf die Art kann man natürlich ganz viele verschiedene Funktionsbereiche, Technologien und Einsatzbereiche vergleichen. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, umso klarer wird es auch, dass es nicht ein System für alle Zwecke, für alle Unternehmen gibt, sondern dass diese große Bandbreite doch auch seine Existenzberechtigung hat, sodass doch jedes Unternehmen da eigentlich einen passenden IT-Counterpart für sich finden kann. Sie haben sich ganz viel beschäftigt mit den Abläufen innerhalb der Systeme, mit Daten, mit Schnittstellen auch zwischen den Systemen.

Wie sind Sie dann letztendlich auf Ihr Dissertationsthema gekommen aus der sich ja auch die Gründung der Navibiz Ihres Exist Gründerteams ergeben hat? Der ursprüngliche Moment, wo ich mich begonnen habe für das Thema zu interessieren, das Thema ist weiter gefasst, das soll ich vielleicht mal vorne weg schicken. Also grundsätzlich sowohl in meiner Promotion als auch in diesem Gründungsvorhaben war immer der Kerngedanke, was kann man eigentlich mit den Daten, die in einem ERP-System sowieso gespeichert sind, eigentlich noch anfangen zum Nutze, zum Mehrwert eines Anwendungsunternehmens. Wir sind uns natürlich einig darüber, dass in so einem ERP-System laufend neue Daten anfallen und gespeichert werden.

Also durch die komplette Umsetzung, die transaktionale Umsetzung der Unternehmensprozesse im ERP-System, dem Moment, wenn das Mitarbeiter benutzen, ihre Bestellungen anlegen, Rechnungen schreiben, Buchungen auslösen, fallen natürlich Daten an. Dazu brauchen sie einerseits Stammdaten, die sie vorher anlegen müssen und durch die Nutzung kommen dann noch die Bewegungsdaten dazu, noch andere Datentypen, aber das wird jetzt wahrscheinlich ein bisschen zu weit führen. Und ich habe mich dann gefragt, ja, das ist ja schön und gut, dass da so viele Daten da sind, die sind ja auch gut strukturiert, die haben viele Informationen, die da miteinander zusammenhängen.

Es gibt Zeitstempel, es gibt Klarabfolgen von Vorgängen, die also wiederum die Prozesse des Unternehmens widerspiegeln. Aber wie kann es eigentlich sein, dass diese Daten, zumindest meinem ersten Eindruck nach, und der hat sich dann noch gespätigt, weitgehend brach liegen und auch in den meisten Unternehmen gar nichts mit diesem Datenschatz anfangen? Natürlich kann man sich da mal ein Report ziehen, hin und wieder, und sich versuchen, das irgendwie zu erschließen, welche Informationen man aus diesem Datenschatz rausholen kann. Aber so eine aktive Unterstützung seitens des ERP-Systems gab es.

Bis vor kurzem, sage ich mal, kaum oder gibt es eigentlich immer noch nicht wirklich Herstellerarbeiten daran, das muss ich auch anerkennen. Aber da gibt es auf jeden Fall noch Potenzial für alle, die in dieser Branche tätig sind. Und dieses Potenzial war was, was Sie gereizt hat, das Ganze dann aus der Theorie in die Praxis zu überführen, richtig? Genau, das ist richtig.

Also ich, wie gesagt, irgendwann hat sich der Moment herauskristallisiert, wo ich mich initial damit auseinandergesetzt habe, welche Entscheidungsunterstützung so ein ERP-System für einen Nutzer eigentlich anbieten kann, auf Basis der Daten, wie gesagt, die da sowieso schon drin vorhanden sind. Es ist nunmehr so, dass viele Menschen, wenn sie auch natürlich im Berufsumfeld irgendwas entscheiden müssen, da gibt es unterschiedliche Entscheidungsebenen, da gibt es die täglichen operativen Entscheidungen, die einen ganz kurzen Zeithorizont haben und natürlich auch taktische und strategische Entscheidungen. Je nachdem, auf welcher Ebene im Unternehmen ich auch tätig bin, habe ich eher mit dem einen Typ oder mit dem anderen Typ zu tun.

Aber mehr oder weniger jeder Mitarbeiter im Unternehmen muss hin und wieder Entscheidungen treffen. Das fängt an mit, wie viel soll ich eigentlich bestellen? Was soll ich bestellen? Wann soll ich genau bestellen? Zu welchem Preis sollte ich die Produkte anbieten? Zu welchem Preis wollen wir verkaufen? Wie viel Kapazität brauchen wir in der Periode? Sind hier mehr Mitarbeiter, mehr Maschinen benötigt oder auch weniger? Das sind also alles richtungsweisende Entscheidungen. Manche haben weniger Tragweite, manche sind natürlich noch bedeutsamer.

Aber alle oder viele kann ich durch Daten, die im ERP-System sowieso schon drin sind, wenn ich das aktiv nutze, zumindest fungieren und objektivieren. Und es ist, wie gesagt, leider so, dass viele ERP-Systeme da keinerlei aktive Unterstützung anbieten. Also mit entsprechender Mühe, wenn ich da mir viel Zeit nehme, finde ich natürlich alle Informationen raus, indem ich mich über die Masken und die Auswertungsmöglichkeiten und so weiter des Systems entlanghangle und da dann eben die nötigen Informationen zusammentrage.

Zum Beispiel, was ist denn eigentlich der prognostizierte Bedarf für einen bestimmten Artikel, aus dem ich mir vielleicht ableiten kann, wie viel bestellt werden muss oder wie viel wurden denn die letzten Male bestellt und wie lange hat das Zeug, sag ich jetzt mal ganz salopp, im Lager dann gelegen, wie lange hat das also ausgereicht? Wenn die letzte Bestellung über 10.000 Einheiten fast ein halbes Jahr bei uns im Lager lag, dann wäre es vielleicht schlau, diesmal ein bisschen weniger zu nehmen und dann auch damit zum Beispiel die Kapitalbindung zu senken und die Flexibilität zu erhöhen. Und all diese Referenzpunkte, wie gesagt, kann ich mir natürlich aus dem System herleiten. Aber bislang ist es in vielen Systemen so, dass ich mich nie mühsam zusammentreiben muss.

Und da habe ich tatsächlich sowohl wissenschaftlich als auch praktisch ein großes Potenzial gesehen, eine Verbesserung herbeizuführen und deswegen habe ich mich begonnen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Darf ich gerne mal einhaken? Also ich stelle mir gerade den, jetzt möchte ich niemanden diskriminieren, den 50-jährigen Sachbearbeiter stellvertretend für irgendjemand, den man selber im Kopf hat, vor, der irgendwie mal vor 35 Jahren im Unternehmen gelernt hat, seitdem im Unternehmen arbeitet, jetzt das Ganze nicht mehr händisch macht, sondern mit ERP-System seit 5, seit 10 Jahren. Wo ist für den der Vorteil? Wo ist der Nutzen von dem, was Sie erkannt haben? Wie Sie richtig sagen, es gibt doch alle Daten bereits im ERP-System.

Also das ist, jetzt muss ich leider ein bisschen weiter ausholen. Also ich möchte gerne das Ganze noch mal ein bisschen mehr framen, einen weiteren Rahmen spannen. Am liebsten möchte ich jetzt so ein bisschen über mittelständische Unternehmen reden, also nicht über den wirklich absoluten Großunternehmen und Konzerne, weil die ja doch anders strukturiert sind.

Da sind die Aufgabenstellungen meistens noch sehr viel feinkranularer. Es gibt Spezialisten für allmöglichen Themen. Auch Großunternehmen haben zum Teil organisatorische Probleme und Schwächen, aber das soll heute nicht unser Thema sein.

Und ich möchte auch nicht über das kleinste Unternehmen sprechen, wo es quasi eine Person gibt, einen Geschäftsführer, einen Gründer, der quasi alles macht und managt. Der kann natürlich ein paar Mitarbeiter haben, aber die letzte Instanz ist immer er. Sondern wir reden so von einem Unternehmen, das kann vielleicht schon 50 Mitarbeiter haben, kann so um die 200 haben, kann auch bis zu 1.000 oder noch mehr haben.

Gerade Produktionsunternehmen haben ja meistens eine relativ große Belegschaft, die dann allerdings nicht in die betriebswirtschaftlichen Prozesse derart eingebunden sind. Aber wirklich von einem klassischen Mittelstand sprechen. Da gibt es also eine Reihe von Abteilungen, da gibt es auch wirklich fähige Leute, aber die sind dann normalerweise zum Beispiel für einen ganzen Aufgabenbereich zuständig.

Die sind jetzt nicht der Spezialist für die Systemfunktion und auch nicht für die betriebswirtschaftliche Aufgabenstellung unten links, sondern die decken einen relativ großen Bereich an, zum Beispiel den ganzen Vertrieb und das Marketing und auch noch die Rechnungsstellung und auch noch Logistik und sind auch noch verantwortlicher für Forschung und Entwicklung. Also solche Konstellationen finden wir im Mittelstand ziemlich oft. Und da möchte ich gerne ansetzen.

Also der Mitarbeiter, den Sie gerade skizziert haben, der hat natürlich eine wahnsinnige Erfahrung. Der hat ja schon wirklich einen Blick auf eine spannende Historie an dem Unternehmen zurück und wird ja auch durch IT-Systeme unterstützt. Das können wir, glaube ich, auch festhalten, weil ERP-Systeme oder andere Unternehmenssoftwarelösungen, zumindest in Deutschland, im deutschen Mittelstand, auch weit verbreitet sind.

Ich kenne kaum ein Unternehmen, das noch nicht so eine derartige Lösung im Einsatz hat und auch die werden natürlich immer, immer weniger. Gleichzeitig ist natürlich aber auch dieses Aufgabenfeld des Mitarbeiters derart groß und derart vielseitig, dass er nicht in allem der absolute Spezialist sein kann. Und da kann natürlich ein ERP-System, das aktiv eine Hilfestellung anbietet oder eine Unterstützung anbietet.

Ich will jetzt gar nicht sagen, dass der Mitarbeiter dann Hilfe bräuchte, sondern der hat ja bislang seine Aufgaben auch schon ganz gut erledigt. Aber ein System, das also eine Unterstützung anbietet, so dass der Mitarbeiter noch schneller in seinen Aufgaben ist, sich noch differenzierter, sich ausführlicher mit wirklich den wichtigen Themen auseinandersetzen kann und Sachen, die vielleicht eher nebenläufig sind, schneller abarbeiten kann und gleichzeitig noch so ein bisschen einen objektiven Referenzpunkt hat für sein eigenes Erfahrungswissen, für seine Intuition, die sich daraus ergibt, sehe ich auf jeden Fall als großen Mehrwert. Okay, das heißt, da wo er normalerweise im System sich selber Hypothesen setzen muss, also wenn ich den Preis gestalte, beispielsweise im Marketing, in der Artikellistung, dann muss ich vielleicht gucken, wie viel haben wir auf Lager, wie schnell können wir nachbestellen, kriegen wir Mengenrabatte beim Hersteller, wenn wir eine bestimmte Menge bestellen, so dass es sinnvoll wäre, den Preis vielleicht etwas niedriger zu setzen etc.

pp. All diese Dinge muss er ja implizit durchführen. Er muss also auf die vielen Masken schauen, um diese Daten für sich zusammenzutragen, auf Basis seiner Hypothesen letzten Endes.

Und wenn er das nicht tut, weil er nicht das komplette Bild überschaut, dann ist es halt eine unvollständige Entscheidung, die er letztendlich im operativen Geschäft fällt, richtig? Absolut richtig. Und ich würde da sogar noch einen Schritt weiter gehen, weil das ist zwar ein ehres Ziel, sich all diese Informationen zusammenzutragen und dann eine fundierte Entscheidung sorgfältig abzuwägen, aber so sieht die Realität im Unternehmen schlichtweg nicht aus, weil die Mitarbeiter im Tagesgeschäft ganz die Zeit haben, sich mit jeder einzelnen Entscheidung derart ausführlich auseinandersetzen und zu beschäftigen. Ich habe das Ganze, wie gesagt, ja auch wissenschaftlich überprüft, einerseits im Hinblick auf die ERP-Systeme, andererseits auch mit vielen Unternehmen gesprochen und auch befragt, standardisiert mit dem Interview, deren Arbeitsweisen aufgenommen.

Und da ist es so, dass ERP-Systeme auf der einen Seite natürlich auch durch ihre Komplexität, durch ihren Funktionsumfang es einem Nutzer nicht unbedingt erleichtern, schnell zu irgendwelchen Informationen zu gelangen, sondern oft ist es so, und das habe ich mir wirklich auch sehr, sehr detailliert angeschaut, dass ich Masken oder Informationen von verschiedenen Masken erstmal zusammentragen müsste, wenn ich die alle berücksichtigen wollte. Also bei so einer, Anführungszeichen, fast schon trivialen Fragestellung. Wie viel soll ich wann bestellen? Optimale Bestellmenge zum optimalen Bestellzeitpunkt.

Finde ich Informationen im ERP-System? Das ist gar keine Frage. Aber ich denke jetzt gerade an ein sehr modernes, mir sehr gut gefallenes ERP-System und selbst in diesem musste ich da oft mit, wenn ich mich richtig hin auf 5 oder auf 6 mache, mich erstmal umtun, also tummeln, unterschiedliche Masken aufrufen, um da die entsprechende Information der Wiederbeschaffungszeit, der Lagerbespende, der Bedarfe, also die sich aus den schon eingeplanten Produktionsvorgängen speist, zusammenzutragen, musste mir die eigentlich auch noch außerhalb des Systems dann irgendwie aufschreiben oder in meine Excel-Liste überführen, um sie dann quasi diese Faktoren gegenüberzustellen und mir zu überlegen, okay, welchen Wert nehme ich denn jetzt ganz genau? Und das ist ein wahnsinnig aufwendiges Vorgehen, das dauert einige Zeit, also selbst für mich auch, dass ich mich in dem System gut auskenne. Einfach das hat Ladezeiten, ich muss Eingaben tätigen, also da brauche ich 5 Minuten, 10 Minuten mindestens.

Und diese Zeit hat ein Mitarbeiter im Mittelstand einfach nicht, um sich mit jeder seiner Entscheidung so ausführlich auseinanderzusetzen. Das ist vollkommen unrealistisch. Und deswegen, genau aus dem Grund ist ja so eine aktive Unterstützung aus meiner Sicht sehr willkommen.

Und exakt, dass es so ist, haben mir also viele Unternehmen, exemplarische Unternehmen auch bestätigt, dass die Betroffenen, also die Nutzer des Systems, nicht die Zeit haben, sich so ausführlich mit allem auseinanderzusetzen. Sie würden natürlich nun wieder gerne, also Ihnen ist bewusst, dass das gar nicht die beste Art ist, wie Sie momentan entscheiden, also viel mit Bauchgefühl und punktuell mal zusätzliche Informationen hinzugezogen, sondern dass man da noch vieles optimieren könnte. Aber durch die derzeitigen Prozesse und durch das derzeitige System mit seinen Funktionen ist das schlichtweg nicht möglich.

Bleiben wir nochmal kurz bei dem Sachbearbeiter. Der macht eine Artikellistung für das Produkt 4711. Das ist ein Nachfolgeprodukt für das Produkt 4611.

Und weil es der direkte Nachfolger ist, weiß er, 4611 haben wir immer mit 1,99 € bepreist, wird Produkt 4711 auch mit 1,99 € bepreist. Der könnte jetzt noch nachschauen, wie gut wird es nachgeliefert, wie sind die Mengenrabatte. Er könnte vielleicht noch nachschauen, gibt es konkurrierende Produkte.

Aber aufgrund dessen, dass er die Bauchgefühlerfahrung hat, würde er das wahrscheinlich gar nicht tun. Und Sie sagen ja selber, er müsste auf 17 Masken all diese Hypothesen erstmal überprüfen. Dafür hat er gar nicht die Zeit.

Und das ist für ihn auch viel zu umständlich. Und vielleicht hat er auch gar nicht das Wissen, sich all diese Hypothesen zu bilden, was er alles nachschauen müsste, um diesen Preis wirklich nicht nur bauchgefühlmäßig zu steuern, sondern fundiert abzusichern, richtig? Das ist absolut richtig. In der Wissenschaft gibt es natürlich entsprechende Methoden oder Metriken, mit denen man zum Beispiel auch einen Preis kalkulieren kann.

Das ist das Konzept der sogenannten Preissensibilität. Das heißt, für jeden Artikel kann ich mir einen Zusammenhang aufstellen, wie hoch der Preis ist, wie hoch wird dann dessen Nachfrage sein. Da gibt es auch Artikel, die haben eine weniger stark ausgeprägte Preissensibilität.

Sprich, da können sie den Preis erhöhen und die Leute kaufen trotzdem. Und andere haben eine sehr viel höhere Preissensibilität. Sprich, wenn es dann nur ein bisschen teurer wird, dann gehen sie halt zum Konkurrenten.

Und deswegen kann man das über alle Produkte, die man so verkaufen kann, natürlich nicht pauschalisieren. Ein Artikel in eines Unternehmens, ein Verkaufsartikel steht normalerweise auch nicht allein auf weiter Flur, sondern da gibt es vielleicht noch Alternativen, die das Unternehmen anbietet. Da gibt es also Möglichkeiten für Cross- und Upselling, auch wieder so ein wissenschaftlicher Begriff.

Also sprich, Möglichkeiten, Alternativen für Artikel anzubieten, die dann vielleicht in einem niedrigpreisigeren Segment liegen oder in einem höherpreisigen Segment. Oder es gibt Setartikel, Bündelartikel. Also alle möglichen Facetten, die man sich ausdenken kann, sind natürlich in vielen Unternehmen tatsächlich dann in der Praxis auch genutzt.

Und auch da bieten die Systeme tatsächlich wenig Unterstützung. Also hin und wieder findet man die Möglichkeit, sich eine Preismatrix in einem ERP-System anzulegen, wobei das dann aber schon eine relativ seltene Funktion ist, muss man zugeben. Die Unterstützung bieten vom Standard her wenige Systeme.

Und trotzdem ist das natürlich ein Bereich, der wahnsinnig komplex ist. Wir haben es ja gerade beide schon thematisiert, welche Faktoren man auch gerade bei der Preissetzung berücksichtigen kann, um da wirklich zu einer verlässlichen, soliden Lösung zu kommen, die natürlich einerseits schöne hohe Umsätze für das Unternehmen verspricht, andererseits aber auch den Abverkauf, den sich das Unternehmen vorstellt. Und das alles zu berücksichtigen, das kann kaum ein Mensch also händisch oder manuell objektiv durchführen.

Dafür ist das auch einfach zu vielseitig. Aber die Systeme bieten da stand jetzt auch wenig Unterstützung und auch dem Bereich ist auf jeden Fall eine Weiterentwicklung, eine technische Weiterentwicklung durch Ansätze von uns, durch Ansätze von vielleicht auch anderen IT-Unternehmen mit Sicherheit sehr stark willkommen. Das führt mich, bevor wir dann noch ein bisschen tiefer in das Thema auch Datenqualität an der Stelle einsteigen.

Sie haben gerade gesagt, die ERP-Systeme sind betriebswirtschaftlich gut, aber genau bei solcher Unterstützung von transaktionalen Entscheidungen, das heißt Entscheidungen, die ich operativ tagtäglich durchführe, sind die Systeme eigentlich relativ schlecht, weil sie nur die Daten darstellen, aber eigentlich nicht die betriebswirtschaftliche Entscheidung und die Hypothesen auf Basis der Entscheidung irgendwo korrekt so konsolidieren und darstellen, dass der Sachbearbeiter wirklich fundiert entscheiden kann. So, das sind die ERP-Systeme per se. Und jetzt ist meine zweite Frage eigentlich in diese Richtung gehend.

Wie sieht denn ERP im Mittelstand heute aus? Was ist denn Ihre Erfahrung mit Unternehmen, die vielleicht ERP einsetzen oder auch noch zwei Schritte davor stehen? Also das ist jetzt eine wahnsinnig schwierige Frage für mich, weil natürlich jedes Unternehmen hat so ein bisschen seine eigenen Rahmenbedingungen. Es gibt ja in der Wissenschaft das Konzept der Reifegrade, also sprich wie fortgeschritten ist zum Beispiel die IT- und Organisationslandschaft eines Unternehmens und da ist die Bandbreite wahnsinnig groß. Es gibt einige wenige, die da sehr stark voranschreiten und IT-seitig super aufgestellt sind.

Dann gibt es Unternehmen, die ein ERP-System und noch weitere Softwarelösungen einsetzen und da ganz gut zurechtkommen, so formuliere ich es. Da gehe ich gleich auch nochmal rein. Und dann gibt es auch nach wie vor Unternehmen, die ja sehr stark auf händische, manuelle Prozesse gestützt sind, wo die Informationsarbeit mit der Weitergabe zwischen Kollegen im persönlichen Gespräch zum Beispiel sehr stark im Vordergrund steht.

Und die können natürlich dann weniger von solchen Lösungen, die wir sie gerade besprechen, profitieren, weil da die Daten einfach nirgendwo so strukturiert vorliegen und so sauber gepflegt, weil das Ganze natürlich sehr stark mit der Datenqualität im Endeffekt auch zusammenhängt. Also wenn die Datenqualität nicht ausreichend ist im System, dann kann ich die natürlich auch nicht auswerten und auch nicht aktiven Nutzer als Entscheidungsunterstützung zurückspiegeln. Aber das ist ein anderes Thema, das wir ja gerne gleich nochmal ein bisschen detaillierter vertiefen können.

Jetzt nochmal zurück, wie stehen Unternehmen da? Also beispielhaft kann man sagen, die meisten Unternehmen in diesem Mittelstand, den ich vorhin schon charakterisiert habe, ist ein ERP-Systemeinsatz. Das ist meistens auch in einer relativ neuen Version. Das ist zum Teil relativ stark angepasst, zum Teil aber auch nicht.

Jedes Unternehmen, das da eben seine Philosophie verfolgt hat. Es gibt häufig noch andere spezialisierte Softwarelösungen, zum Beispiel ein spezielles System zur Lagerverwaltung oder meinetwegen zur Fuhrparkverwaltung. Also Bereiche, die jetzt auch nicht unbedingt in jedem ERP-System so ausführlich abgebildet sind, funktional.

Deswegen hat das auch durchaus seine Berechtigung, dass da noch weitere Spezialsysteme dazukommen. Und die Unternehmen sind natürlich auch nicht auf den Kopf gefallen, sondern die versuchen schon auch was mit den Daten anzufangen. Aber wie gesagt, wir reden Mittelstand.

Das heißt, da sind normalerweise jetzt keine Data-Analytics-Experten beschäftigt, die dann mit irgendwelchen KI-Algorithmen oder noch nicht mal mit irgendwelchen Business-Intelligence-Funktionen an die Daten rangehen, sondern die Unternehmen, die ich kennengelernt habe, die behelfen sich da häufig auch mit Lösungen in Excel oder anderen Tabellen-Kalkulationsprogrammen. Und deswegen ist das ja auch quasi die Relevanz dieses Themas so stark gegeben. Wir reden eben nicht von Unternehmen, die große Investitionsmöglichkeiten haben und dann wirklich auch IT-Spezialisten beschäftigen und BI-Lösungen sich einkaufen, die sie auch genau zur Beantwortung dieser Fragestellung einsetzen könnten, die wir gerade thematisiert haben, ob jetzt Preisgestaltung oder Bestellmengen.

Sondern wir reden von einem Mittelstand, das erstmal mit den Möglichkeiten zurechtkommen muss, die das Unternehmen hat und wo jede Investition, ob jetzt in eine neue IT-Lösung oder auch in neue Produktionsvorgänge, wie auch immer, sorgsam abgewogen werden muss. Und dieses Thema ist, so wie ich das wahrgenommen habe, in der Wissenschaft leider nicht sehr stark präsent, also die Möglichkeiten für mittelständische Unternehmen, und ist aber auch in der Praxis zumindest bislang noch nicht so stark präsent gewesen. Auch hier tut sich wahnsinnig viel, das muss ich durchaus anerkennen.

Nicht nur ich und mein Team, sondern auch noch viele andere Unternehmen haben mehr und mehr den Mittelstand als Zielgruppe für ihre Lösungen erkannt. Und da werden die Methoden und die Angebote inzwischen immer reicher, aber Stand jetzt ist es tatsächlich so, dass viele Unternehmer einfach mit dem auskommen, was ein ERP-System für sie anbietet. Und weitere Möglichkeiten der Entscheidungsfindung und der Entscheidungsunterstützung sind da eben zum Teil nur sehr schwach ausgeprägt.

Sie haben bei der Entwicklung von Tools, von Hilfestellungen für diese Entscheidungsunterstützung festgestellt, dass das größte Problem eigentlich, oder eins der größten Probleme im Mittelstand, aber das geht wahrscheinlich auch genauso für die Großindustrie, die Datenqualität ist, oder? Das ist richtig, ja. Und deswegen liegt auch der Entwicklungsfokus unserer Startups momentan nicht primär auf eben dieser betriebswirtschaftlichen Intelligenz und Unterstützung, die wir in die Systeme eigentlich hinein implementieren möchten oder als Zusatzmodule zur Verfügung stellen möchten, sondern wir beschäftigen uns sehr, sehr stark momentan mit Methoden zur erstmal Feststellung des Datenqualitätsstands und natürlich dann auch dessen Verbesserung. Was ist Datenqualität? Datenqualität? Datenqualität beschreibt erstmal, wie zuverlässig die Unternehmensdaten sind.

Also es gibt da auch verschiedene Perspektiven. Ein Informatiker oder auch ein Sprachwissenschaftler versteht auf jeden Fall was anderes unter Datenqualität als wir zumindest im Kontext von Unternehmen, Unternehmensdaten. Gewissermaßen der betriebswirtschaftliche Datenqualität.

Da gibt es tatsächlich auch in der Forschung ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Ich würde mich jetzt natürlich aufgrund unserer Thematik eher auf die betriebswirtschaftliche Datenqualität konzentrieren. Und da ist die Datenqualität im IT-System vor allem eine ausreichende Ausgestaltung der Detailgenauigkeit und der Fehlerfreiheit, sodass die Geschäftsprozesse des Unternehmens in dem Maße reibungsfrei ablaufen können, wie das Unternehmen sich das vorstellt.

Also eine Datenqualität meint nicht, ist kein Maßstab. Daten sind völlig frei von Fehlern. Also perfekte Datenqualität gibt es in dem Sinne nicht.

Ist aber auch gar nicht der Anspruch, weil die Daten immer nur in der qualitativ nötigen Form vorliegen sollten, wie sie halt für den Verwendungszweck gebraucht werden. Das ist erstmal ganz wichtig zu betonen. Und die Datenqualität wird beeinflusst durch solche Themen wie Aktualität.

Also sprich, sind denn die Daten, die zur Verfügung stehen, dann wirklich aktuell? Oder wurden die realweltlichen Sachverhalte, haben sich die vielleicht inzwischen schon verändert? Also wenn ich jetzt zum Beispiel meine Einkaufsartikel im ERP-System anlege, um dann entsprechend darüber auch direkt bestellen zu können bei meinem Lieferanten, dann sind da normalerweise Preise hinterlegt. Das System und auch ich als Nutzer eines Systems kann natürlich aber nur dann auch gute Entscheidungen treffen, wenn diese Preise auch aktuell sind und nicht die Preise aus dem Jahr 2004 sind, denn seitdem ist manches teurer geworden, vielleicht war das auch weniger, manches gibt es schon gar nicht mehr bei dem Lieferanten. Also um da logischerweise fundierte Entscheidungen zu treffen, ist es besonders wichtig, dass die Daten aktuell sind.

Eine weitere Dimension, die die Datenqualität beeinflusst, ist die Abwesenheit von Fehlern und auch von Duplikaten. Ich glaube, gerade im Mittelstand, und da sind sich viele Mittelständler auch einig, ist das ein großes Problem, die nötige Sorgfalt bei der Pflege und Aktualisierung und Archivierung nicht mehr benötigter Daten walten zu lassen, weil auch da ERP-Systeme relativ wenig Unterstützung anbieten und die manuelle Datenpflege einfach wahnsinnig aufwendig ist. Und deswegen kommt es natürlich vor, dass auch durch Fehleingaben, durch konfigurierte Schnittstellen oder durch kleine Nachlässigkeiten immer wieder Fehler entstehen bei den Daten.

Manche Datensätze werden dann vielleicht mal anders geschrieben, zum Beispiel. Es gibt Tippfehler, es gibt Zahlendreher. Einer setzt einen Bindestrich zwischen einem Namen, ein anderer nicht.

Und so entstehen über die Zeit hinweg natürlich relativ viele Ungenauigkeiten, Anomalien in den Daten. Ein Fehler ist noch nicht so wahnsinnig schlimm meistens, aber der macht natürlich dann die Summe, das Problem aus. Sprich, wenn ich über eine Zeit hinweg kaum in die Datenqualität investiere, wird meine Datengrundlage mit der Zeit umso schlechter, umso ungenauer.

Und auch das sorgt für eine ganze Reihe von Problemen, nämlich dass zum Beispiel dann Duplikate auch entstehen oder leicht entstehen können. Ein Duplikat bedeutet, dass, ich sage es wieder an einem Beispiel, ein Artikel im System eben mehrfach angelegt ist, obwohl es den nur ein einziges Mal liegt. Und jetzt kann es natürlich dann vorkommen, dass ein bestimmter Bestand auf die eine Version dieses Artikels gebucht ist.

In der anderen Version ist der Bestand leer. Und ich als Mensch habe dann zwei Möglichkeiten quasi zur Auswahl, weiß nicht genau, welche Realität ist denn jetzt eigentlich die richtige. Oder wenn ich in dem Moment, wo ich diesen Artikel benutzen möchte, nur die eine Version vor mir habe, zum Beispiel die, die keinen Bestand mehr hat, dann kann es sich wiederum auswirken, dass ich annehme, ich als Unternehmen sei nicht lieferfähig oder da müsste jetzt schnellstmöglich nachbestellt werden.

Also das hat eine ganze Reihe von betriebswirtschaftlichen Konsequenzen, die dann Mehraufwände verursachen können oder auch entgangene Umsätze. Ich würde da gerne nochmal tiefer eintauchen und vor allen Dingen würde ich natürlich auch gerne auf Lösungsansätze, insbesondere Ihren Lösungsansatz, in dem Zusammenhang eingehen. Ich gucke ein bisschen auf die Uhr, wir sind wieder leicht über meiner magischen Schwelle von einer halben Stunde.

Wenn es für Sie okay ist, möchte ich Sie gerne nochmal nächste Woche hier in den Podcast einladen, dass wir das Thema vielleicht nochmal ein bisschen vertiefen und in medias res gehen und uns vielleicht auch anschauen, wo die Probleme im Mittelstand in den ERP-Systemen überall sitzen. Wäre das für Sie okay? Sehr gerne, das würde mich freuen. Dann bis nächste Woche.

Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen, losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen.

Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.