Die SHD ist eines der wenigen ERP- bzw. WWS-Hersteller, die nach der Jahrtausendwende eine komplette Neuentwicklung gewagt und damit zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt haben. Neue Technologien, anfängliche Akzeptanzprobleme auf Kundenseite und der unglaublich hohe Aufwand für eine derartige Entwicklung sind nur einige Herausforderungen, mit denen sich die SHD auseinandersetzen musste.
Mittlerweile wird das System mit vielen tausend Nutzern erfolgreich insbesondere im Möbelhandel eingesetzt und ich kann gemeinsam mit meinem heutigen Interviewpartner Sven Krone, Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung in der SHD-Gruppe, die Erfahrungen mit einem heute sehr erfolgreichem Produkt reflektieren.
Sie planen selbst die Entwicklung einer Unternehmenssoftware oder wollen verstehen, warum auch Standartsoftware ihren Preis haben muss und wie schwierig es ist, eine neue integrierte Unternehmenssoftware zu erstellen? Dann ist diese Folge genau richtig für Sie.
Buchempfehlung:
- Meyer, J.-U.: Digitale Disruption. Die nächste Stufe der Evolution. 2016.
Webempfehlung:
————————–
Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten.
In diesem Sinne: keep connected.
Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann
Transcript:
ERP-Podcast Folge 20 Herausforderungen bei der ERP-Entwicklung Ein Interview mit Sven Krohne von der Firma SAD Die SAD ist eines der wenigen ERP- bzw. Warenwirtschaftshersteller, die nach der Jahrtausendwende eine komplette Neuentwicklung gewagt und damit zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt haben. Neue Technologien, anfängliche Akzeptanzprobleme auf Kundenseite und der unglaublich hohe Aufwand für eine derartige Entwicklung sind nur einige Herausforderungen, mit der sich die SAD auseinandersetzen musste.
Mittlerweile wird das System mit vielen tausend Nutzern erfolgreich, insbesondere im Möbelhandel, eingesetzt und ich kann gemeinsam mit meinem heutigen Interviewpartner Sven Krohne, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung in der SAD-Gruppe, rückwirkend die Erfahrungen mit einem heute sehr erfolgreichen Produkt reflektieren. Sie planen selbst die Entwicklung einer neuen Unternehmenssoftware? Oder wollen verstehen, warum auch Standardsoftware ihren Preis haben muss und wie schwierig es ist, eine neue, integrierte Unternehmenssoftware zu erstellen? Dann ist diese Folge genau richtig für Sie. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast.
Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet.
Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Ja, hallo zurück zum ERP-Podcast.
Heute habe ich ein besonders spannendes Thema, was, glaube ich, viele Unternehmen sowohl auf der Anwendungsseite als auch auf der Entwicklungsseite immer wieder betrifft. Das ist nämlich das Thema Herausforderungen bei der ERP-Entwicklung. Und ich habe ein Unternehmen mir herausgesucht, das ich schon relativ lange kenne und punktuell immer mal wieder von innen betrachten durfte.
Das ist die Firma SAD Datentechnik aus Andernach mit vielen, vielen Tochterfirmen, die dazu gehören. Das ist ein Firmenverbund, der 1983 von Manfred Sattler gegründet wurde. Warum betone ich das so? 1983, das heißt, die ursprüngliche ERP- bzw.
Warenwirtschaftssoftware ist natürlich vergleichsweise älter. Man hat sich von Anfang an sehr stark auf Software- und Organisationslösungen, insbesondere für die Möbelbranche, dann auch für die Küchenbranche, fokussiert. Und das Unternehmen ist eigentlich durch alle Höhen, aber auch Tiefen gegangen.
Die Süddeutsche Zeitung hat das mal 2015 bezeichnet als Tsunami im Federbett. Eine wahnsinnige Marktkonsolidierung bei den Möbelhändlern. Wir haben heute nur noch sehr, sehr wenige, sehr extrem große Möbelhändler.
Angefangen von Ikea, um die 4 Milliarden Umsatz, Höfner, rund 2 Milliarden, XXXLutz. Und dann kommen noch so ein paar andere wie Roller, Porter, Poco, Seegmüller und so weiter. Aber der Markt ist heute relativ stark konsolidiert.
Und durch diese ganze Phase ist das Unternehmen mit seiner Software natürlich auch als Marktführer auf dem Segment durchgegangen. Mittlerweile hat das Unternehmen knapp 500 Mitarbeiter, eine gute mittlere zweistellige Millionen-Euro-Umsatzzahl. Und wenn ich die Anwender der verschiedenen Software-Systeme zusammenfasse, nahezu 100.000 Anwender in Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden, die alle mit Lösungen aus dem Hause SAD arbeiten.
Ich habe heute mir jemanden eingeladen, der seit vielen, vielen Jahren für mich Ansprechpartner im Hause SAD ist, aber auch die Entwicklung im Hause SAD natürlich sehr intensiv mitbegleitet hat. Herr Sven Krone, er ist Leiter im Bereich Produktmanagement, macht Organisationsberatung und ist auch ansonsten sehr stark in die Managementprozesse der SAD eingebunden. Herr Krone, schön, dass Sie heute da sind und mit mir über das Thema diskutieren.
Herzlich willkommen. Ja, guten Morgen, Herr Professor Winkelmann. Das freut mich auch, dass das heute geklappt hat.
Ich müsste Sie an einem Punkt allerdings gleich korrigieren, denn das Unternehmen, das in dem ich heute bin, das ist nicht die SAD Datentechnik, sondern die SAD Einzelhandelssoftware GmbH. Die Datentechnik, so war das Unternehmen 1983 benannt, tituliert, so wurde das Unternehmen gegründet und heute ist es die SAD AG, unter der dann acht weitere Töchter laufen. Gut, damit merkt man gleich, Sie sind voll involviert in die Organisationsbelange des Konzerns.
Mögen Sie sich ein bisschen vorstellen, Herr Krone? Ja, sehr gerne. Ich bin Prokurist und wie eben schon gesagt, verantwortlich für den Bereich Produktmanagement und Organisationsberatung, bin Mitglied der Geschäftsleitung und bin auch eigentlich schon sehr lange in dem Unternehmen, nämlich seit 2000. Und nichtsdestotrotz ist es nicht selbstverständlich, dass wir uns heute hier drüber unterhalten, über das Thema ERP und IT-Themen, denn ich bin eigentlich doch ein Quereinsteiger in dieses Thema.
Ich hatte ursprünglich nie die Vision, wirklich in der IT zu landen, denn ich bin gelernter Tischler, Schreiner in manchen Bundesländern sagt man, glaube ich, und hatte immer den Anspruch, Architekt zu werden. Und dabei war das nie das Ziel, Software-Architekt zu werden, sondern eben dann entsprechende Häuser zu bauen. Wie bin ich trotzdem in dieser Branche gelandet und dann doch auch dort ja heute auch sehr gerne unterwegs? Ich habe nach der Ausbildung als Tischler die Zeit nutzen wollen, um kaufmännisches Wissen zu erwerben, bin dann an die Fachschule des Möbelhandels in Köln gegangen und habe dort entsprechend das Wissen erworben, weil ich mir dachte, als Architekt ist es mit Sicherheit hilfreich, auch als selbstständiger Architekt, dann auch kaufmännische Belange zu können und habe dann aber durch private Umstände das Studium, das Architekturstudium nie absolvieren können, bin von dort aus dann direkt in die Branche eingestiegen und habe auch in einem der damalig größten Handelskonzerne begonnen, das war die Möbelwalde AG, und hatte das Glück, damals tatsächlich als Trainee, als Assistent des Vorstands, direkt voll einzutauchen, sowohl in die strategischen, aber auch operativen Belange, konnte damals eine Wohnkonzeptschiene begleiten, das heißt also Aufbau von etwas Neuem, das war total spannend, und bin letztendlich dann aus der Zentrale nach Mannheim gezogen und habe dort dann noch ein Haus geleitet und hatte natürlich dann das volle operative Geschäft, das heißt auch in jungen Jahren schon Personalverantwortung für unterschiedlichste Bereiche, Verwaltung, Verkauf, Logistik, und was da passierte, das war für mich total spannend, die Aufbauphase war natürlich wirklich interessant, als das Haus neu gebaut wurde, es hat viel mit Organisation zu tun gehabt, und ich merkte dann aber nach einem Jahr, wie weit man doch von der Zentrale dann weg war, und vor allem enttäuschte mich dann auch, wie sehr Dinge doppelt gemacht wurden, wie sehr von zentraler Organisationsstruktur abgewichen wurde, wie Arbeiten doppelt gemacht wurden, wie viel Ineffizienz auch existierte, weil das bestehende ERP-System, oder Warenwirtschaftssystem, nicht wirklich effizient genutzt wurde, und da war ich so ein bisschen der Rufer in der Wüste und hatte versucht, natürlich noch mehr Effekte, noch mehr Effizienz reinzubringen.
Das war sehr bescheiden, weil das Unternehmen noch im sehr starken Wachstum damals war, und natürlich, klar, man erst mal sich auf die Erweiterung des Marktes letztendlich konzentrierte, damit wurde natürlich, heute sage ich natürlich, aber auf gerade organisatorische Belange weniger geachtet. Das hat mich damals schon ein bisschen enttäuscht und hat mich aber auch dann motiviert zu sagen, Mensch, eigentlich ist das doch das Thema, du musst gucken, wo kannst du einen Beitrag dazu leisten, dass eben mehr Nutzen im Handel letztendlich produziert wird, und wie es dann manchmal die glückliche Fügung will, hatte die SAD damals noch Datentechnik, dann Menschen gesucht, die Handelserfahrung hatten, und ich habe mich dort als Organisationsberater beworben, bin dort eingestiegen, eigentlich mit dem Ziel, damals schon ein neues System, was sich anbahnte, auch bei Kunden zu implementieren, und da kann ich schon direkt auf das einzahlen, was Sie gerade gesagt haben, man hatte damals schon die Vision in 2000, dass man innerhalb von zwei Jahren 80 neue Kunden gewinnt, beziehungsweise auch bestehende Kunden natürlich von dem alten System umstellt, und ich kann heute sagen, einige Jahre weiter, 17 Jahre weiter, sind wir heute bei ca. 90 Kunden, die mit dem System arbeiten, und da sieht man also schon die krasse Zeit, die da vergangen ist, über die wir ja, denke ich, nachher auch im Detail noch sprechen werden, was da passiert ist.
Ich habe dann bei der SAD, wie gesagt, Organisationsberater begonnen, und ich stellte relativ schnell fest, dass das Produkt den funktionalen Ansprüchen eigentlich größerer Unternehmen noch gar nicht reichte, und ich auch dann erkannte, naja, also das, was man mir versprochen hat, das wird hier gar nicht funktionieren, als Berater wirst du hier nicht glücklich werden, und das hat sich dann ergeben, dass man dann sagte, Mensch, dann versuchen Sie das Produkt doch auch 100 zu machen, und damit ist eigentlich der Schwingen ins Produktmanagement gekommen. Parallel dazu habe ich dann noch an der FH BWL nochmal klassisch studiert, den Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik habe ich nie bereut, weil letztendlich hat sich damit natürlich der Weg auch noch weiter befestigt. Das ist ein langer, aber hoch spannender Weg, den Sie hinter sich haben, den Sie persönlich, aber auch innerhalb der SAD hinter sich haben.
Die SAD wurde 1983, habe ich mir aufgeschrieben, durch Herrn Sattler gegründet. Wie kam es dazu, und für welche Produkte steht die SAD? Also der Herr Sattler und der Herr Hüning waren das, das sind zwei Personen gewesen, die zusammen das Unternehmen damals geführt haben, deswegen auch SAD, Sattler und Hüning Datentechnik, so war die originäre Bezeichnung. Zwischenzeitlich hat man das Unternehmen als Software-Hardware-Dienstleistung bezeichnet.
Wie ist es dazu gekommen? Der Herr Sattler hatte vorher schon einen Werdegang im IT-Umfeld. Es gab dort eine Lösung, ich weiß gar nicht genau, wo er damit aktiv gewesen ist, aber letztendlich ist da eine Kernwarenwirtschaft schon existent gewesen, die dann letztendlich genutzt wurde, um das daraus zu machen, was die SAD dann auch groß gemacht hat, nämlich die MAS, so nennt sich das heutige Warenwirtschaftsprodukt, das originäre Warenwirtschaftsprodukt von 1983. Und die Frage, wo ist die SAD unterwegs, kann ich so beantworten, wir bedienen den Handel, wir bedienen die Industrie und mittlerweile auch die Endkunden, also die Konsumenten, schwerpunktmäßig klar, IAP, daraus ist das ganze Unternehmen groß geworden, dazu zählen Logistik, Finanzen, Personal, aber auch Konfiguratoren, Planungssysteme, also wenn Sie heute eine IKEA-Küche planen, zum Beispiel solche Planungssysteme, bieten wir heute für den Handel oder für den Endkonsumenten letztendlich auch.
Wir sind Datenlieferant für die Industrie, das heißt auch die Kataloge etc. kaufmännischer Natur, als auch die 3D-Daten werden für uns hergestellt, bis hin, dass wir auch Technologie, Services, Cloud-Infrastruktur, Rechenzentrumslösungen anbieten. Auf der Industrieseite ergänzend noch dazu zu nennen, sind solche Dinge wie CGI, also das heißt Computer Generated Images, Dinge, wenn Sie heute einen IKEA-Katalog in die Hand nehmen, dann ist daraus eigentlich kein Foto mehr drin, sondern das sind alles computergenerierte Bilder, die wir auch in unserem Hause eben mit dran gestalten oder gestalten lassen.
Darüber hinaus, klar, auf Endkundenseite, sind das natürlich Themen, klar, Kassensysteme, aber auch Webservice-Plattformen, Lösungen, die originäre Warenwirtschaftsfunktionalitäten sind, und da ist so ein bisschen der, ich sag mal, Selbstbedienungsladen eigentlich gemeint, im Sinne von, wenn Sie heute Online-Banking machen, dann können Sie ja auch vieles als Kunde machen, was ja früher eben nur am Schalter möglich war, und so ist es uns heute auch aufgrund der neuen Architektur möglich, immer mehr Services eigentlich auszulagern, die es dann auch zum Beispiel ermöglichen, dass ein Kunde ja seine Küchenplanung zu Hause anfängt, im Web ganz normal, dann entsprechend diese Planung im stationären Handel parallel mit begleitet werden können, also im gleichen Kernsystem, wir reden also nicht über eine Redundanz, das Ganze ist dann auch schon kaufmännisch mit, verbunden mit dem Warenwirtschaftssystem als Beispiel, das sind so die Dinge, die wir eigentlich machen. Okay, vielleicht für unsere Hörer nochmal, ich rede immer über ERP, in Ihrem Umfeld müssten wir wahrscheinlich über Warenwirtschaft reden, weil Sie mit der eigentlichen Produktion von Möbeln nichts zu tun haben, sondern Sie unterstützen mit Ihrer Software tatsächlich die Warenwirtschaftsfunktionalitäten, das ist richtig, ne? Das ist vollkommen gerecht, genau, also wir haben keine eigenen Produktionssysteme, wir arbeiten natürlich mit Industriesystemen zusammen, das ist klar, aber da ist es vor allem eben die Kataloge, die letztendlich dann auch mit erstellt werden. So, jetzt haben Sie gesagt, 83 die Gründung mit dem Ziel, ein eigenes Warenwirtschaftssystem zu entwickeln und ich weiß es von anderen, die in dieser Zeit gegründet hatten, die Anforderung an IT-Systeme, an integrierte Systeme war quasi Preis mal Menge, was man abbilden musste und dann wurde es immer größer und immer kompakter und man konnte eigentlich mit relativ wenig Funktionalität zunächst mal in den Markt starten und wahrscheinlich war das damals, als man mit MIS auf den Markt gekommen ist, paradiesische Zeiten, oder? Gut, die Zeit habe ich ja selber nicht wirklich erlebt, also das System ist ja heute noch bei unseren Kunden auch im Einsatz, das muss man ganz klar sagen, wir haben, das ist schon Wahnsinn, also ich bezeichne das immer als Panzer, dass die Software, weil die ist so robust, die ist heute, wie gesagt, auch noch bei den größten Kunden im Einsatz und da reden wir dann über 6000, 7000 User, die damit aktiv arbeiten, das ist schon eine Nummer und da werden auch immer noch Anforderungen logischerweise an diese Software gestellt.
Ja, ich denke, es ist ein stabiles System. Ist das denn überhaupt noch möglich? Also wir reden jetzt über eine Software, die ist vielleicht um die 35 Jahre alt im Kern. Ist es da noch möglich, überhaupt diese Anforderungen zu erfüllen? Wir kommen ja aus einer Branche, 1983, da haben wir die Holding-Strukturen, diese Dezentralisierung im Filialhandel, im Möbelfilialhandel in der Form, wie wir sie heute haben, ja überhaupt noch nicht gehabt.
Absolut, also das ist eine berechtigte Frage und das Verrückte daran ist, ich muss operativ beantworten, ja, es ist möglich, sonst könnten ja diese Kunden nicht mitarbeiten und da reden wir ja einerseits über gesetzliche Dinge, die berücksichtigt werden müssen, sei es im GDBDO oder sei es eben letztendlich auch andere datenschutzrechtliche Aspekte, die sie berücksichtigen müssen, das können wir heute. Was die Konzernstrukturen angeht, da haben wir ja die Situation, dass diese Unternehmen im Ausland unterwegs sind. Dort sind ja auch Sprachen im Einsatz, die es uns eigentlich gar nicht ermöglicht, auf einem regulären Weg Sonderzeichen darüber abzubilden.
Das ist den Strukturen dieser Software natürlich geschuldet. Aber nichtsdestotrotz, es finden immer wieder kreative Köpfe Wege. Also es ist möglich, aber sie haben natürlich recht, der Weg wird immer härter und es wird auch immer schwieriger, auch natürlich Entwickler zu finden, die diese Sprache noch kennen, denn die Entwicklungssprache, in der das Produkt, das originäre Produkt geschrieben wurde, nennt sich MAMS und ich behaupte, den wenigsten, auch heutigen Studenten an den Hochschulen, die sich mit IT beschäftigen, wird MAMS etwas sagen, obwohl diese Sprache gerade im Healthcare-Bereich oder auch im Bankensektor immer noch heute gesetzt ist, auch sehr aktiv gesetzt ist.
Okay, also wahrscheinlich hat man das ja auch relativ früh kommen sehen, weil Sie haben gesagt, um 2000 herum stand dann die Entscheidung, ein komplett neues System zu entwickeln, also vielleicht für die jüngeren Zuhörer, das alte MAS-System zu bewundern, unter anderem noch bei Größen wie XXXLutz, wenn ich richtig informiert bin. Ja. Das ist ja rein zeichenbasiert, das heißt, Sie haben eine reine Tastaturbedienung, keine Mausbedienung in dem Sinne.
Ist es also aus heutiger Sicht für die Facebook-Generation durchaus gewöhnungsbedürftig, damit zu arbeiten? Ja, absolut. Auch wenn Sie heute Auszubildende im Unternehmen haben und versuchen darüber natürlich jemanden für den Support zum Beispiel zu gewinnen oder auch mal sich diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem System auseinanderzusetzen, das ist schon sehr schwierig. Wir haben wirklich das Problem, dass die jüngere Generation ja wirklich Touchpads erwartet, die mit der Maus arbeiten wollen und genau das kann dieses System nicht.
Ich vergleiche das immer mit einem Basic-Programm, also das ist ähnlich, als wenn Sie die Sprache sehen. Okay, und das ist ja bei Ihnen sehr früh offensichtlich geworden, dass man gesagt hat, okay, wir wollen in die in der Anführungszeichen Zukunft, natürlich ist auch das alte System in gewisser Weise zukunftsfähig, aber es wird immer schwieriger. Wir wollen was völlig Neues machen und Sie sind 2000 dann hingegangen und haben angefangen, das System Ecoro zu entwickeln.
Ich nehme an, ich habe das nicht 2000, ich habe es erst 2003, 2004 ein bisschen intern mitbekommen, aber Sie haben von Anfang an auf Java gesetzt, wollten ein komplett neues System entwickeln. Das ist vollkommen korrekt, genau. Ich sage mal so, SAD hat damals schon, wie Sie richtig gesagt haben, früher kannte oder zumindest geglaubt, dass es notwendig ist, ein neues System zu entwickeln.
Man hat sich eben dann mit neuen Technologien auseinandergesetzt und rückblickend ist es natürlich immer leicht zu identifizieren, was da vielleicht nicht so optimal gelaufen ist. Wir haben ja schon festgestellt, dass der Zeithorizont zwischen dem heutigen Tage und dem Start ja doch sehr lange ist und Fakt ist gewesen, man hat zu einem Zeitfenster begonnen, wo Java überhaupt noch nicht ausgereift war. Man hat da viel darauf gesetzt, dass sich dieses System in der Zukunft weiterentwickeln wird.
Dazu kommt, dass natürlich auch die Menschen nicht so reich gesät waren, die sich wirklich mit dieser Sprache auskannten und das hat natürlich auch dazu geführt, dass die Menschen bei uns im Unternehmen eher autodidaktisch sich das Wissen angeeignet haben. Und was man dann halt leider feststellen muss, ist, dass im Nachhinein man versucht hat, objektorientiert zu entwickeln, also man wusste schon darüber und man wusste auch über die Vorteile einer objektorientierten, theoretischen Objektorientierung, aber man hat dann prozedural entwickelt und das hat natürlich auch viele Fehler produziert in der Software und Sie haben es vorhin gesagt, die uns auch in die Täler geführt haben, die es uns sehr schwierig gemacht haben, dieses Produkt auch viel schneller letztendlich im Markt auch erfolgreich zu platzieren. Also zur Ehrenrettung, das ist auch bei anderen Softwarehäusern durchaus zu sehen, wie schwierig es doch ist, eine Entwicklermannschaft, die in einer Denkrichtung ausgebildet wurde, jahrelang in einer Denkrichtung entwickelt, programmiert hat, plötzlich einen Schwenk machen muss, etwas ganz anderes machen muss.
Wie sind Sie damit umgegangen? Haben Sie komplett die Mannschaft neu aufgestellt? Nein, nein, gar nicht. Das ist eine spannende Frage. Es sind tatsächlich sehr viele heute noch von den Menschen da.
Natürlich ist in der Zeit ja auch viel passiert. Im Endergebnis sind wir heute an einem Punkt gelandet, wo es richtig und auch gut war, dass diese Menschen an Bord geblieben sind. Warum? Die Menschen, die MAS ja erfolgreich gemacht haben, das waren zu dem Zeitpunkt klassische Organisationsprogrammierer, so bezeichnen sich die Leute auch heute noch.
Ich glaube, dass es sehr, sehr schwierig ist für Entwickler, und das sehe ich auch in anderen Häusern, das ist nichts SAD-spezifisches, wenn man erst jahrelang in einer Denkrichtung, in einer Sprache entwickelt hat, dann plötzlich mit einer neuen Sprache anzufangen. Wie sind Sie damit umgegangen? Haben Sie die alte Mannschaft, also alt in Anführungszeichen, neu geschult, oder haben Sie versucht, mit neuen Mitarbeitern ein komplett anderes Produkt zu machen? Der Start war natürlich mit den alten Recken, und die haben wir auch in weiten Teilen heute immer noch an Bord, und das war auch gut so, denn diese Menschen haben sich damals als Organisationsprogrammierer bezeichnet. Das heißt, sie sind selber auch sehr weit fachlich in das Thema eingestiegen, haben damit natürlich die Warenwirtschaft MAS ja dann auch inhaltlich geprägt.
Und ja, es ist ihnen natürlich schwer gefallen, sie sind dann geschult worden, klar, in Java, aber es gibt auch Leute, die dann gesagt haben, das ist gar nichts für mich, ich muss wieder zurück in die alte Sprache. Natürlich haben wir dann neue Leute eingestellt, wir haben heute viele junge Leute natürlich an Bord, und wir sind halt auch letztendlich heute in der AG-Entwicklungsmethodik gelandet, also nach Scrum, und das befähigt uns natürlich auch dem Anspruch des Marktes, heute gerecht zu werden. Aus heutiger Sicht, in der Retrospektive, was sind die größten Fehler, die man damals vielleicht auch gemacht hat, wo man die Entwicklung eines neuen ERP-Systems auch komplett unterschätzt hat? Also ich glaube, keiner hat gedacht, dass es so lange braucht, bis der Reifegrad, damit meine ich erstmal fachlich soweit ist, das hat man komplett unterschätzt.
Das zweite ist tatsächlich auch, man hat darauf gesetzt, dass die Möglichkeiten von Java viel schneller wachsen. Das ist ja heute gar kein Thema mehr, aber gerade in den Anfängen haben wir da viele selber machen müssen, bis wir einen Applikationsserver selbst entwickeln mussten. Also das sind ja Dinge, das würden sie heute nicht mehr tun.
Und darüber hinaus, glaube ich, ist auch ein ganz wichtiger Faktor unterschätzt worden, nämlich die Wechselbereitschaft des Marktes auf ein neues System. Das hat ja weniger mit Software zu tun, sondern mehr mit den Menschen und auch der zwingenden Notwendigkeit, weil, Sie haben es vorhin richtig angesprochen, die Strukturen im Handel und auch im Möbelhandel waren natürlich auch vor 17 Jahren noch ein bisschen anders. Da hat ja noch keiner wirklich über Online-Märkte nachgedacht oder irgendwelche Omnichannel-Thematiken, sondern da ging es ja erstmal ganz klassisch darum, den stationären Handel zu bedienen, Warenflüsse letztendlich zu steuern.
Jetzt haben wir zwei Systeme. Also wir haben das alte System, tastaturbasiert, und das neue System mit einer mittlerweile wunderbaren grafischen Oberfläche. Das war sicherlich bei der anfänglichen Entwicklung noch nicht der Fall und ich erinnere mich da an manche Masken, wo wir auch ein bisschen geschmunzelt haben.
Was fällt den Unternehmen jetzt in ihre Branche? Warum fällt es manchen Unternehmen so schwer, von dem alten System wegzugehen und zu sagen, jawohl, ich mache den Schritt. Ich meine, die Auszubildenden hätten ein leichteres System, die Mitarbeiter hätten ein leichteres System. Letztendlich wird es von den gleichen organisatorisch aufgestellten Leuten bei ihnen entwickelt.
Wo ist dieser Hemmschuh? Da muss man natürlich immer dem Unternehmen fragen und ich glaube, das ist auch unternehmensindividuell zu betrachten, aber eines ist, denke ich, klar, so ein Wechsel ist natürlich nichts, was sie einfach von heute auf morgen machen. Sie merken schon im Markt, dass eine Bewegung da ist, dass man sich auch mit der Idee einem Change beschäftigt, einem Wechsel auf ein neues System. Aber der Markt ist, denke ich, auch insgesamt natürlich unsicher, wo die Reise hingeht.
Worauf soll man jetzt Schwerpunkte setzen? Ich denke mal, es gibt am Markt auch Mitbewunderer, die durchaus auch attraktive Systeme haben, die vielleicht nicht, sage ich mal, dieses Branchen-Know-how mitbringen und da setzt man sich natürlich mit auseinander. Das ist vollkommen klar und auch legitim, finde ich auch gut. Nichtsdestotrotz ist so ein Schritt natürlich ein Riesenschritt und den scheut jedes Unternehmen, gerade auch, weil man natürlich auch das eine oder andere erlebt hat, wo Unternehmen einer gewissen Größe einen Wechsel vollzogen haben und ich behaupte heute, diese Wechsel sind dann nicht wirklich gut gelaufen und haben auch über Jahre gebraucht, bis die Unternehmen sich wieder gefangen haben beziehungsweise auch in Einzelfällen sogar dazu geführt haben, dass sie natürlich dann auch verkauft wurden.
Das sind einfach Hemmschuhe, glaube ich, die hindern heute tatsächlich daran, diese Entscheidungen durchzuführen und ich denke, ein weiterer Punkt ist natürlich auch, wenn wir darüber sprechen, warum haben sich Kunden heute noch nicht für unser Produkt entschieden. Ich denke, wir sind gerade in der Phase, wo wir ja jetzt auch aus diesem Tal der Tränen ja endlich seit, ich denke mal, drei Jahren jetzt raus sind und wir natürlich auch wieder erst den Markt überzeugen müssen, dass das, was wir hier jetzt auch als neues Produkt, und wir sprechen heute von dem Produkt SRD Co. in der Version 3.0, dass das Produkt auch für die Zukunft geeignet ist, dass es den Anforderungen des Marktes gerecht wird, weil, wie gesagt, das war ja in der Vergangenheit einfach eben nicht der Fall.
Da haben wir halt gemerkt, dass es uns sehr schwer gefallen ist, dass wir die Kunden zu überzeugen und, wie gesagt, wir haben da leider eben auch keine guten Leistungen abgeliefert. Das kann man rückblickend heute so sagen, muss man selbstkritisch so sagen, aber wie gesagt, da stehen wir auch dazu und heute, glaube ich, sind wir aber an einem Punkt, wo wir auch mit stolz geschwellter Brust sagen können, das, was wir jetzt liefern können, ist ein gutes Produkt für diese Branche. Also, um das ein bisschen einzuordnen, ohne jetzt Namen anderer Softwarehersteller nennen zu wollen, die Problematik, die habe ich bei vielen Softwareherstellern verfolgt, relativ impulsiv in den Markt gehen zu wollen mit einer neuen Lösung, die dann doch nicht so schnell realisiert werden kann oder wo sich ein Migrationspfad letztendlich auch nicht so schnell abzeichnet.
Was mich persönlich interessieren würde, vielleicht können Sie dazu was sagen, viele ERP-Hersteller gehen da relativ ambitioniert rein und haben Ziele, dass sie nach 2, 3, maximal 4 Jahren den Return on Investment in den ganzen Aufwand, den sie reingesteckt haben, letztendlich erreicht haben. Können Sie dazu was sagen, was realistisch ist, was sich bei Ihnen erwiesen hat? Return on Invest, das ist eine gute Frage. Also ich sage mal, wenn ich das heute betrachte, muss man ja eigentlich 17 Jahre betrachten und die Millionen, die da reingeflossen sind, auch die hat natürlich das Produkt heute noch nicht eingespielt.
Das muss man ganz klar so sagen. Also ich halte das persönlich für unrealistisch und sehr ambitioniert, in 2, 3 Jahren ein komplett neues System aus dem Boden zu stampfen, dass es sich dann schon amortisiert. Also ich denke, das ist unrealistisch.
Also das ist auch das, was ich bei vielen Mitbewerbern bei anderen Systemhäusern wahrgenommen habe. Vielleicht können Sie mal eine Schätzung abgeben, wie viel Manpower in Mannjahrenentwicklung ist in das System, bis es heute so gereift letztendlich dasteht, reingeflossen? Das sind mehrere hundert Mannjahre. Also das habe ich noch nie nachgerechnet.
Aber ich meine, das können Sie, ich kann das mal überschlagen. Also im Prinzip haben wir heute nur bezogen auf das Thema Warenwirtschaft 100 Mitarbeiter, die direkt, indirekt natürlich involviert sind und ja auch mitbezahlt werden müssen, unmittelbar entwickeln. Also ich sage mal, ja, da kommen da schon noch ein paar hundert Mannjahre.
Ich würde mal sagen, wenn nicht sogar tausend. Das würde schon passen. Also ein klares Plädoyer eigentlich gegen jedes Unternehmen, was sich für eine Individualentwicklung entscheidet und mit ERP-Softwarehäusern nichts zu tun haben will, richtig? Genau, also das glaube ich, also das erlebe ich persönlich jetzt auch nicht mehr.
Es war vor ein paar Jahren noch anders, dass Handelsunternehmen immer noch den Drang hatten, Eigenentwicklung zu betreiben. Man muss dazu sagen, wir haben heute auch Kunden, die über viele Jahre auf Basis des MAS-Kerns Eigenentwicklung betrieben haben.
Genau das Gegenteil der Fall. Also die versuchen heute wieder einen Weg zurückzufinden auf einen Standard, was natürlich echt schwierig ist, also auf das originäre Produkt. Da sind wir tatsächlich auch in Gesprächen, beziehungsweise da wird eigentlich eher mehr darüber nachgedacht, wie kann eigentlich jetzt das neue Produkt SRD Koro die Basis sein, um auf wieder einen Standard zu kommen.
Aber das ist ein verdammt harter Weg. Das sehen wir auch, weil da sind wirklich Strukturen geschaffen worden. Da muss man im Unternehmen dann tatsächlich einige Zöpfe abschneiden und das tut natürlich weh organisatorisch.
Dazu muss das Unternehmen bereit sein, weil ansonsten ist egal, welchen Versuch sie nachher machen, glaube ich sehr schwierig. Wie schwierig ist es für die Unternehmen, so ein modernes System einzusetzen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir eine extreme Konsolidierung in ihrem Markt haben und sie gleichzeitig ja nicht nur ganz, ganz große Kunden, sondern auch kleine Kunden mit ihrem System bedienen müssen. Also sie haben auf der einen Seite, haben sie die eine Filiale, die mit so einem Software System bedient werden muss.
Auf der anderen Seite haben sie ein großes Filial Netz mit entsprechenden Intercompany Prozessen vielleicht auch dahinter und so weiter und so fort. Ja, ich verstehe. Ich habe gerade nur gezögert, weil die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn wir haben tatsächlich, glaube ich, eine Ausnahmesituation bei uns heute.
Wir haben wirklich von einem 3-User-Haus bis eben zu mehr als 7000, 6000, 7000 Usern tatsächlich alles über eine Software heute abgebildet. Das ist tatsächlich so. Wie schwierig ist das für die Unternehmen? Also wir merken natürlich schon klar, dass die Anforderungen immer divergenter werden.
Das ist so. Wir merken, dass das, was den Kleinen drängt, zwar im Kern natürlich dasselbe ist, was den Großen drängt, aber die Wünsche und Bedürfnisse, auch vielleicht jetzt Drittsysteme noch intelligenter zu integrieren und nicht nur über eine Schnittstelle anzubinden, das ist natürlich bei Großen ausgeprägt als bei den Kleinen. Und da ist es momentan tatsächlich spannend, weil auch hier die Komplexität dieser Systeme nicht immer weiter zunimmt.
Aber bisher, sage ich mal, haben wir das ganz gut hinbekommen. Und ich glaube, ein wesentlicher Punkt ist auch, dass wir ja eben letztendlich eine Lösung haben, die ja auch auf diese Branche gefittet ist, die, denke ich, das gut aus den Erfahrungen auch in den letzten 35 Jahren abbildet. Und dazu kommt auch, dass über die Architektur, die wir heute abbilden, es eben auch ermöglicht wird, ich sage mal, das Frontend so zu vereinfachen, dass sie, ich fange jetzt mal an, im Verkauf zum Beispiel webbasiert einen einfachen Kaufvertrag erstellen können, der ähnlich ist, wie wenn sie in einem Webshop letztendlich arbeiten und das den Verkäufer natürlich dann ein einfaches Verkaufen ermöglicht.
Und das genauso auch in einem kleinen Unternehmen wie eben auch im großen Unternehmen. Und die Backend-Prozesse, die sind in vielen Teilen natürlich automatisiert. Da ist es eher so, dass sogar die Kleineren ja noch händisch arbeiten wollen.
Aber das bildet das System natürlich ab. Also von daher, denke ich mal, ist es uns bis dato gelungen. Und ja, es gibt Bereiche, wo wir tatsächlich auch noch einen weiteren Weg gegangen sind.
Ich nenne mal explizit zum Beispiel Küchenhändler. Das sind ja vor allem sehr kleine Studios. Und diese kleinen Küchenstudios machen mehr Planung, als dass sie, sage ich mal, kaufmännisch den Gesamtprozess abbilden.
Und da sind die auch noch sehr weit von. Da haben wir tatsächlich drüber nachgedacht, auch das Kern-Verhandlungssystem zu nutzen. Aber wir sind heute an den Punkt gekommen, wo wir eigentlich dafür sogar noch ein drittes Verhandlungssystem, was sehr küchenspezifisch ist, auch einsetzen und was, ich sage mal, Mitarbeiterstamm verwaltet, wo sie Kundenstamm haben, wo sie Termine und Wiederverlager-Funktionalitäten haben, wo sie einfache letztendlich Aufträge erfassen, Angebote erstellen können, wo sie letztendlich eine einfache Rechnung drucken.
Aber da ist nicht wirklich prozessoral unterstützend Großinvest betrieben worden. Und das ist dann eine eigene Lösung. Jetzt haben Sie gesagt, Sie haben sogar drei Warenwirtschaftssysteme und Sie haben natürlich ganz viele verschiedene Lösungen, die einzelne Probleme des Möbelhandels oder des Küchenhandels adressieren.
Das ist natürlich nicht die gleiche Entwicklermannschaft, nur die an allen Produkten gleichzeitig sitzt. Wie gehen Sie damit um? Letztendlich kommt alles aus Ihrem Hause. Aber wie schaffen Sie das, das so zusammenzubringen? Genau, das ist auch ein wichtiger Punkt.
Ich hatte es vorhin ja gesagt, es sind heute acht Gesellschaften, die arbeiten. Darunter sind auch Zukäufe, gerade aus den letzten Jahren. Wenn man es so will, hätten wir sogar heute vier Warenwirtschaftssysteme, denn einer unserer Wettbewerber ist im letzten Jahr auch in die SAD AG übernommen worden.
Das ist die Kopito Retail. Und da sind auch vor allem gerade sehr große Kunden ja heute auch mit diesem System unterwegs. Das schaffen wir natürlich dadurch, wie gesagt, weil es eigene Gesellschaften sind, die natürlich auch kostensteilenseitig natürlich eigenständig sind.
Und da haben wir sogar auch unterschiedliche Entwicklungssprachen. Was aber der entscheidende Punkt ist für die Zukunft und das ist was, was wir für uns auch heute als SAD Ökosystem bezeichnen. Wir haben mit dem Produkt SAD Ecoro eine Architektur geschaffen, die es eben ermöglicht, neue Teilfunktionalität zu entwickeln, neue Module zu entwickeln, die dann auch den Töchtern über eine, wir nennen das Warenwirtschaftsbrücke, letztendlich angeboten werden können.
Das heißt zum Beispiel heute MAS Anwender, also wir haben eine Grundsatzentscheidung im Unternehmen getroffen vor drei Jahren, die da lautet, dass wenn wir große Neuentwicklungen haben, dann basiert es auf SAD Ecoro und diese Produkte werden dann tatsächlich auch dem MAS Anwender oder eben auch theoretischen Kopito Anwender zur Verfügung gestellt. Okay, ich entnehme Ihren Worten, dass Sie durchaus auch in der Lage wären und vielleicht auch Interesse hätten, in andere Branchen mit Ihrem Kernsystem sich zu erweitern, jedenfalls über Partner. Das ist absolut interessant für uns.
Also wir sind sogar heute schon so weit, wir sind ja schon in anderen Branchen unterwegs. Ich habe zwar vorhin über den Möbelhandel gesprochen, darüber sind wir eingestiegen, weil es unser Kerngeschäft ist, aber nehmen wir mal Beispiel Logistik. Im Logistikumfeld haben wir heute Güllewagenbauer, das hat jetzt mit Möbeln und Weißgott nichts zu tun.
Das ist, glaube ich, Europas größter, der mit unserem Logistiksystem arbeitet. Wir sind an andere Warnwirtschaftssysteme oder ERP-Systeme angebunden. Wir haben im Lebensmitteleinzelhandel tatsächlich auch unsere Kasse schon im Einsatz.
Wir haben, also da sind verschiedenste Branchen und wir sind durchaus bereit und auch offen und auch auf der Suche, kann ich heute so sagen, in anderen Branchen aktiv zu werden. Und das kann durchaus sein, dass wenn heute Software- oder ERP- Warnwirtschaftsanbieter unterwegs sind, dass man sich dann gerne zusammennetzen kann und über unsere Architektur sprechen kann. Jetzt wird so eine Software ja Jahr für Jahr weiterentwickelt und natürlich haben Sie mit Sicherheit sehr, sehr gute Ideen.
Aber wo kommt die Innovation für solche Weiterentwicklung her? Ist das nur das State of the Art, der von dem Markt zurückgespielt wird? Oder wie gehen Sie damit um? Ja, also ich bin ja ein bisschen älter geworden und man lernt ja dann, Gott sei Dank, dazu. Gerade in der Anfangsphase, was macht man natürlich? Man liest viel, man beschäftigt sich mit anderen Branchen und jetzt muss ich sagen, dass die Möbelbranche selber mit Sicherheit nicht vor Innovationen strotzt. Man merkt jetzt, ich glaube erst in den letzten zwei, drei Jahren, so habe ich es zumindest aktiv wahrgenommen, gerade durch die großen Player, jetzt kam Home24, jetzt sind West Wing unterwegs, also das sind ja Player im Online-Bereich.
Die hat man schon als ernst wahrgenommen, als potenzieller Wettbewerber wahrgenommen und das hat dazu geführt, dass man natürlich sich jetzt auch mit neuen und innovativen Wegen auseinandersetzt. Trotzdem, es war so in der Vergangenheit, dass ich eigentlich immer schon sehr früh mit neuen Themen an den Markt gekommen bin und habe dann gemerkt, da konnten sie eigentlich keinen vom Hocker reißen. Da waren so sinngemäß die Aussagen, das ist sehr gut, aber machen wir trotzdem nicht.
Und ich habe dann gelernt, neue Konzepte musste ich bis dato wirklich in die Schublade legen. Ein paar Jahre später sind die dann gereift wie ein guter Wein und dann ist tatsächlich dann irgendwann auch die Nachfrage gestartet. Das ist dann so ein bisschen was, da muss man es tatsächlich dem Markt überlassen.
Das hat sich heute, denke ich, ein bisschen verändert, eben durch gerade die neuen Player. Und da überlassen wir es natürlich nicht nur den Kunden, also es ist nicht nur eine inkrementelle Innovation, die wir hier betreiben oder operativ betriebene Innovation, sondern wir sind auch heute dabei, jedes Jahr immer wieder im Bereich Startups unterwegs zu sein, zu gucken, was passiert da. Wir haben uns letztes Jahr gerade auch an einem Startup beteiligt, die sich eben im Personalbereich sehr kreativ unterwegs sind, wo wir natürlich auch gucken, wie können wir da Synergien schaffen.
Wir haben uns vor drei Jahren mit dem ganzen Thema Beacons beschäftigt, auch sehr intensiv. Wir haben mit Produkten dort am Markt, auf der Messe letztendlich, auf unseren Messen letztendlich diese Produkte auch schon präsentiert und zwar so weit, dass sie auch schon eingebunden und angebunden waren an unsere Warnlöschsysteme. Aber auch da merke ich heute immer noch, damit erreichen sie halt noch nicht alle, sondern das dauert dann einfach immer noch ein paar Jahre.
Aber wir sind darauf vorbereitet und wie gesagt, auch gerade jetzt über die Möglichkeiten unserer Architektur können wir sowas eben auch relativ schnell adressieren bzw. auch eben integrieren. Das heißt, aus heutiger Sicht würden Sie ganz klar sagen, es war die richtige Entscheidung, auf Java zu setzen? Also ich würde das heute so sagen, jetzt bin ich kein Technologe im Kern, aber ich denke, ja, also ich habe es bis heute nicht bereut und ganz im Gegenteil, die Möglichkeiten, die sich mittlerweile bieten, sind absolut gut.
Okay, Sie kennen Ihre Branche sehr, sehr gut. Sie haben diese Konsolidierung über zwei Jahrzehnte leidvoll sicherlich als Softwarehaus auch begleiten dürfen mit vielen kleineren Kunden, die dann weggebrochen sind, weil sie in der Konsolidierung aufgegangen sind. Was sind aus heutiger Sicht die größten Herausforderungen für Sie als Softwarehersteller in Ihrer Branche? Ich sage mal so, was sind heute die größten Herausforderungen? Also ich glaube, die größten Herausforderungen sind natürlich die wechselnden Anforderungen eben halt im Markt.
Also wir haben ja die Situation, dass der Konsument nicht mehr den klassisch geradlinigen Weg geht, dass er über ein Prospekt angesprochen wird, dass er dann ins Möbelhaus hineinkommt, sich idealerweise eine Produktentscheidung ist und dann auch noch in dem Haus kauft. Sondern heute ist es so, dass der Endkunde etliche Touchpoints hat, also angefangen von irgendwelchen Videos, die er sich bei YouTube anschaut über Outboxing, wo Kunden sozusagen also dann ein Möbel beschreiben und auch noch erklären, wo sie es gekauft haben, die über Blogs tatsächlich über Möbel schreiben, über Möbelhäuser referieren, es Bewertungsplattformen gibt. Und diese Touchpoints der Endkonsumenten vor dem eigentlichen Kauf, die werden immer vielfältiger und damit natürlich auch die Information, die der Kunde schon hat, bevor er eigentlich in das Unternehmen reinkommt.
Und diese ganzen Dinge einzusammeln, sie aufzubereiten, sie dem Verkäufer, dem Handelsunternehmen zur Verfügung zu stellen, das ist schon ein ganz, ganz wesentlicher Punkt, der eine echte Herausforderung darstellt, sich also auf das Wesentliche noch zu konzentrieren, sich nicht zu verirren und dabei natürlich eben zu gucken, wie kann man daraus intelligente Lösungen letztendlich zimmern, die das Warenwirtschaftssystem oder den Prozess im Handel letztendlich eigentlich auch unterstützen. Glauben Sie, dass es anders ist zu anderen Branchen? Ne, das glaube ich nicht, dass es anders ist zu anderen Branchen. Ich denke, es ist nur direkter mit dem Endkonsumenten und wir sind ja alle Konsumenten und ich glaube, wir merken alle, wie sich unser Verhalten verändert und wir auch ungeduldiger werden, in dem was wir tun.
Das ist, denke ich, der einzige Unterschied. Ja, kommen wir mal zu unserer Blitzlichtrunde. Ein paar Fragen zu Ihnen, zu Ihren Einschätzungen.
Warum sind Sie das beruflich geworden, was Sie heute sind? Ja, ich denke, Ausdauer, Hartnäckigkeit und auch das Abstraktionsvermögen eben auch aus anderen Branchen das Richtige zu machen, das hat dazu geführt, dass ich, denke ich, heute mich auch mit den Produkten der SED auseinandersetzen darf. Was war Ihr größter beruflicher Erfolg bisher? Also ich glaube tatsächlich, das, was jetzt gerade entstanden ist, das SED Ökosystem, so möchte ich das bezeichnen, dass wir eben jetzt als Basis für die Zukunft nutzen können, dass das jetzt so fundamental gesetzt ist, dass wir eben auch gerade aktuell sehr interessante Gespräche mit sehr großen Interessenten, muss ich sagen, aber auch unseren Kunden eben führen können und das, was Sie eben schon angesprochen haben, auch vorbereitet sind für eine Diversifikation. Ich glaube, das ist wirklich was, wo ich schon stolz drauf bin und mich auch darüber freue.
Welche Eigenschaften haben Sie, die man in Ihrem Beruf besonders gut gebrauchen kann? Offenheit für neue Themen, denke ich mal, das ist notwendig. Schon die Bereitschaft, sich mit Innovationen auseinanderzusetzen und sich nicht davon frustrieren lassen, dass Sie vielleicht nicht immer direkt am Markt das Verständnis für diese Innovationen letztendlich finden. Wir sind in einer Branche mit permanenter Veränderung, das heißt quasi lebenslanges Lernen.
Gibt es Bücher, die Sie geprägt haben, die Sie gerne beruflich oder privat weiterempfehlen können? Ja, ich habe witzigerweise auch Ihre Podcasts natürlich gehört und da hatten Sie einen Podcast, da musste ich wirklich schmunzeln, das war, glaube ich, der Podcast Tradition ist kein Geschäftsmodell und da erinnerte ich mich an ein Buch, was ich in den letzten Jahren auch gelesen hatte im Herbst, das ist von Herrn Ramisch, Dr. Jürgen Ramisch heißt er, glaube ich, Digitale Disruption und das ist natürlich ein Wort, was ja fast Modewort, Unwort muss man fast sagen ist, aber ich finde, dem Herrn Meier gelingt es da sehr gut auf, ich weiß nicht genau, ich glaube es sind 280 Seiten ungefähr, das Ganze, den Begriff A nochmal wirklich vernünftig aufzubereiten, ihn praktisch anzuwenden und gibt dort auch durch sehr aufgerundete Gedanken und eine informative Reise eben durch die aktuellen innovativen Entwicklungen und er lässt dabei aus meiner Sicht eigentlich auch keine Branche aus und ich glaube, es ist ein Buch, was jeder Mittelständler eigentlich heute lesen muss, um auch mal für sich auf den Prüfstand zu stellen, wie weit er denn eigentlich davon betroffen ist und ich glaube, es ist eigentlich jeder davon betroffen, natürlich kann keiner in die Glaskugel schauen und wissen, was wirklich passiert, aber es ist nicht nur das Aufrütteln, sondern es ist auch noch eine Handlungsempfehlung drin, was Sie letztendlich als Unternehmer dann auch tun können, um sich darauf vorzubereiten für die Zukunft, das finde ich sehr gut. Wir werden das Buch wie immer in den Shownotes beziehungsweise auf unserer Webseite verlinken für Zuhörer, die Interesse daran haben. Jetzt sitzen Sie wahrscheinlich den ganzen Tag nicht nur an Ihrer Software und Ihren Konzepten, sondern Sie sitzen auch mit dem Mausklick im Internet und gibt es da irgendwelche Ressourcen oder Webseiten, die für Sie besonders hohen Mehrwert bieten? Ja, das ist schwierig.
Also ich nutze das Internet total selbstverständlich mittlerweile, wahrscheinlich wie die meisten, von daher macht man sich da gar nicht mehr so die Gedanken, was ist da ein besonderer Mehrwert, das ist einfach mittlerweile alles Hygienefaktoren, das ist alles irgendwie selbstverständlich und was ich aber wirklich nutze, angefangen von Skype als Dienst oder natürlich Facetime in der Apple-Welt, das sind Dinge, die nutze ich sehr intensiv und natürlich auch solche Angebote von Airbnb, die auch Spaß machen. Die nächste Frage teile ich mal in zwei, weil Sie zwei Perspektiven vielleicht auch haben auf die Berufswelt und die Veränderungen in der Berufswelt. Das eine ist, wie glauben Sie, dass sich die Berufswelt innerhalb der Softwarebranche, der Softwarehersteller verändern wird innerhalb der nächsten zehn Jahre, aber auch innerhalb der Möbelbranche? Okay, Berufswelt, Software, also ich glaube, dass das Thema Lernen, was Sie gerade angesprochen haben, also immer eine höhere Bedeutung bekommen wird, dass die ganzen Prozesse, die ganzen Softwaretechnologien verändern sich so gravierend schnell und ich glaube, es ist schon eine Kunst für auch gerade Softwareentwickler, sich immer auf den aktuellen Stand zu halten, also ich glaube, da ist lebenslanges Lernen wirklich angesagt.
Ich glaube auch, dass Unternehmen das auf jeden Fall noch viel mehr fördern müssen bei ihren Mitarbeitern. Das, denke ich, ist ein wesentlicher Aspekt. Ich glaube auch, dass in den Softwareanbietern im Kontext auch ERP-Systeme es noch wichtiger wird, sich ein bisschen mehr noch von technologischen Themen zu verabschieden und wieder mehr Gespräche mit ihren Kunden zu führen, also nicht irgendwelche abstrakten Modelle entwickeln.
Ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt. Das wird zunehmen, also um auch den Kunden noch zu verstehen und nicht abzuhängen. In der Möbelwelt selber, in der Möbelbranche, ist natürlich eine spannende Frage.
Da hat der Handel natürlich per se das Problem, dass im Wettbewerb auch eben zu den Onlineern qualifiziertes Personal natürlich notwendig ist. Ich glaube, da wird es erforderlich sein, auch Menschen an Technologien noch besser heranzuführen und sei es, dass zum Beispiel Ansätze wie mit einer HoloLens Beratungsgespräche für mich zwischen Endkunden auf dem Sofa und dem Kunden im Laden möglich sein müssen, dass da ein Beratungsgespräch durchgeführt wird oder dass darüber eben auch Support-Fälle abgewickelt werden. Also ich glaube, da müssen auch die Mitarbeiter herangeführt werden, da müssen Ängste vor Technologie genommen werden.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt und vor allem, ich glaube, auch Ausbilden, Ausbilden, Ausbilden, das wird ganz wichtig werden. Ich bin jetzt mal ein bisschen ketzerisch und Sie haben meine Folge Tradition ist kein Geschäftsmodell ja eben selber angeführt. Gibt es im Möbelhandel zukünftig eigentlich noch die traditionellen Verkaufsprozesse? Also brauchen wir den Möbelhandel in seiner jetzigen Form eigentlich noch? Also wenn ich mir Ikea angucke, unglaublich viel Self, ja, deutlich mehr Self-Service als das der Fall ist in klassischen Möbelhäusern.
Ist das die Lösung auch mit der Integration der nachgelagerten oder vorgelagerten Produktionskette? Wo geht das Ganze hin? Wenn ich das wüsste, würde ich wahrscheinlich hochbezahlt in der Branche als Berater unterwegs sein und zwar explizit für die ganzen Handelsunternehmen. Also das kann natürlich keiner wirklich vorhersagen, glaube ich. Aber was natürlich absehbar ist, ist, dass die Onliner stationär werden, dass der stationäre Handel ins Online-Geschäft geht.
Das ist ja nun schon die Realität. Ich glaube, es wird weiterhin den stationären Handel geben. Davon bin ich überzeugt, denn jeder von uns hat, glaube ich, schon das Bedürfnis, im Unterschied vielleicht zu irgendwelchen Lebensmitteln, diese Produkte auch nochmal auszuprobieren, sie zu testen.
Ich glaube schon, dass wir durch moderne Technologien, ich habe jetzt gerade sehr Pseudolenz angesprochen, Möglichkeiten haben werden. Es ist schon sehr plastisch, schon sehr real. Sich ein Sofa konfigurieren zu lassen, aber am Ende, sage ich mal, stehe ich dahinter des Einkaufserlebnisses.
Und was ich mir vorstellen kann, ist, dass es vielleicht Veränderungen dahingehend geben wird, dass auch mehr Hersteller sich tatsächlich im Handel tummeln werden. Unmittelbar als Vertriebler auch direkt die Online-Ansprache von Endkunden letztendlich durchführen, vielleicht perspektivisch auch die Verkäufe durchführen. Und am Ende, glaube ich aber, wollen alle Menschen irgendwann auch wieder mal in Unternehmen gehen, in Laden gehen.
Dort Produkte auch anfassen. Also daran glaube ich schon. Vor welchen Herausforderungen steht Unternehmenssoftware allgemein gesprochen? Heute und zukünftig ganz besonders? Ich glaube, die Interaktion von Endkunden und Industrie, das wird in allen Branchen, in allen Bereichen immer mehr zunehmen.
Also ich glaube auch, dass die Transparenz für den Endkunden immer größer werden muss. Ich hatte es vorhin schon angesprochen, wir bieten heute ein Services letztendlich an, dass der Kunde in der Ware sozusagen wie ein dritter Mitarbeiter letztendlich auch interagieren kann. Ich glaube, das wird immer mehr erforderlich sein.
Das heißt, die Strukturen der Software müssen das letztendlich auch hergeben, diese Transparenz zu schaffen, die Interaktion mit dem Kunden zu ermöglichen und das genauso natürlich auch in Richtung Industrie. Also ich glaube, da wird sich eine ganze Menge noch aufspielen. Wie gehen Sie mit Internationalisierungsanforderungen Ihrer Kunden an? Das ist ja eine sehr offene Frage.
Also das ist ja jetzt für uns kein Neugeschäft. Das machen wir ja heute schon in allen möglichen Ländern. Wir sind in China heute aktiv.
Wir haben heute in China acht oder neun Handelsunternehmen, die dort arbeiten und wir haben dort eine Dependance und daher ist jetzt die Frage, was genau meinen Sie? Also ich glaube, die Konsolidierung des Marktes, egal welcher Markt es ist, wird zwangsläufig auch dazu führen, dass sich die Unternehmen natürlich oder die Händler natürlich nach neuen Märkten umschauen. Sowohl innerhalb von Europa als auch außerhalb von Europa und dass ich natürlich als Softwarehersteller auch sehr stark diesen Anforderungen hinterher oder vorweg gehen muss, was eben auch heißt, dass ich mich mit internationaler Bilanzierung mit internationalen Steuerrecht und so weiter auseinandersetzen muss. Das ist richtig, was Sie sagen.
Die Situation haben wir heute ja schon und natürlich gerade Fiskalisierungsthemen und sowas, die sind individuell zu prüfen, aber da haben wir ja heute Partner. Das heißt, wenn wir wissen, es kommen nämlich Länder, die für uns auch unter den ökonomischen Aspekten gar nicht interessant sind, dann gibt es ja immer noch Partneralternativen, die wir heute auch intelligent integrieren können. Herr Krone, ich schaue auf die Uhr.
Wir sind wieder bei unserer magischen knappen Stunde angelangt. Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Es war ein spannendes Gespräch, ein toller Einblick in das, was Sie letztendlich in den letzten 17 Jahren mit ECORO beziehungsweise seit 1983 mit der SAD geschaffen haben und ich wünsche Ihnen weiterhin ganz viel Erfolg mit Ihrer ganzen Firmengruppe.
Vielen Dank ebenfalls von meiner Seite und ich hoffe darauf, dass noch ein paar sehr spannende Podcasts in den nächsten Wochen natürlich auch dazuhören sind. Alles klar. Dankeschön.
Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge.
Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen im Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.