Immer mehr Softwareprodukte der Firma Microsoft können als Mietlösung aus der Cloud bezogen werden. Das betrifft mittlerweile nicht nur den Office-Bereich, sondern auch die Unternehmenssoftware. Was bedeutet das für Anwendungsunternehmen und die Microsoft-Systemhäuser? Wie hoch ist mittlerweile die Akzeptanz für Cloud im Mittelstand und welche Vor- und Nachteile ergeben sich dabei?
Diese und viele weitere Dinge besprechen wir in dieser Folge mit Dr. Stefan Köhler, Gründer und Geschäftsführer des international tätigen Microsoftsystemhauses infosim.
Das Unternehmen wurde 2003 u. a. von Dr. Stefan Köhler gegründet und arbeitet mittlerweile an vier internationalen Standorten mit 85 Mitarbeitern als marktführender Hersteller automatisierter Service-Fulfillment- und Assurance-Lösungen sowie als Lösungspartner für Unternehmenssoftware im Microsoft-Umfeld.
Buchempfehlungen:
- Hofstadter, D.: Gödel, Escher, Bach. 1979
- Harnish, V.: Scaling Up: How to Build a Meaningful Business …& Enjoy the Ride. 2014
- Bosworth, M.: Solution Selling: Creating Buyers in Difficult Selling Markets. 1994
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In diesem Sinne: keep connected.
Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann
Transcript:
ERP-Podcast Folge 21 Microsoft Dynamics 365 NAV und CRM in der Cloud Ein Interview mit Dr. Stefan Köhler von der Firma Infosim Immer mehr Softwareprodukte der Firma Microsoft können als Mietlösung aus der Cloud bezogen werden. Das betrifft mittlerweile nicht nur den Office-Bereich, sondern auch die Unternehmenssoftware. Was bedeutet das für Anwendungsunternehmen und die Microsoft-Systemhäuser? Wie hoch ist mittlerweile die Akzeptanz für Cloud im Mittelstand? Und welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus? Diese und viele weitere Dinge besprechen wir in dieser Folge mit Dr. Stefan Köhler, Gründer und Geschäftsführer des international tätigen Microsoft-Systemhauses Infosim.
Herzlich willkommen zum ERP-Podcast. Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten.
Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.
Ja, liebe Abonnenten unseres ERP-Podcasts, heute wieder eine spannende Folge. Ich möchte mich ein bisschen mit dem Thema Cloud beschäftigen. Microsoft ist hier ja sehr umtriebig, sehr wolkig sozusagen.
Und ich habe mir heute jemanden eingeladen aus dem Umfeld, der uns, glaube ich, eine ganze Menge mehr dazu sagen kann in Bezug vor allen Dingen zu Unternehmenssoftware. Das ist nämlich Herr Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer und Gründer der Firma Infosim. Herr Köhler ist ursprünglich Informatiker bzw.
Physiker gewesen, hat verschiedene Patente in diesem Bereich, er wird es uns gleich selber sicherlich sagen, eingereicht. Daraus entstammt die Gründung Infosim, mittlerweile mit 85 Personen an vier Standorten hier in Deutschland, in Würzburg und Münster, darüber hinaus in Amerika und in Singapur. Die Firma beschäftigt sich einerseits mit Netzwerksanalyse, andererseits aber auch mit Unternehmenssoftware, insbesondere mit Microsoft Dynamics Nav und dem CRM-System der Firma Microsoft, quasi ein klassisches Systemhausgeschäft.
Und in der Funktion freue ich mich, dass ich ihn hier heute begrüßen kann. Herzlich willkommen, Herr Dr. Köhler. Vielen Dank für die Einladung, ich freue mich natürlich ein bisschen, was von unserem Unternehmen und über die Cloud berichten zu können, aus unserer Erfahrung.
Mögen Sie sich zunächst mal kurz vorstellen, wer ist der Mensch Stefan Köhler? Sie haben mich ja schon eingeführt und viel vorweggenommen, also Name Stefan Köhler. Ich habe mal gestartet mit der Physik, habe auch mein Diplom Physik gemacht, war da sehr engagiert in der theoretischen Physik, bin dann als Nebenfach in die Informatik gewandert, weil ich natürlich in der theoretischen Physik sehr viel simuliert habe. Und zum damaligen Zeitpunkt hat Professor Drangir, was mein Doktorvater ist, Mitarbeiter gesucht, interessante Projekte zur Hand gehabt und hat dann mir ein Angebot gemacht, ob ich nicht einen Fachwechsel machen will.
Und ich habe dann, wie gesagt, mein Physik-Diplom fertig gemacht und bin dann in die Informatik zur Promotion gegangen und habe dann fünf Jahre am Lehrstuhl meine Promotion durchgeführt, wobei man sagen muss, die ersten dreieinhalb, vier Jahre sehr stark an der Universität verbracht und dann mit der Gründung von Infosystems. Das sage ich vielleicht nachher noch ein bisschen, wenn ich so ein Unternehmen vorstelle. Ansonsten habe ich zwei Kinder, die jetzt im Alter von zehn und acht sind, die mich sehr beanspruchen und wie gesagt, bin in die Informatik gekommen und nach der Promotion dann als Firmengründer gestartet mit der Firma Infosystems und habe die Firma Infosystems im Jahr 2003 aufgebaut, anfangs mit fünf Mitarbeitern und heute in die Region von knapp 90 Mitarbeitern in ein internationales Unternehmen verwandelt.
Wir haben zwei Geschäftsfelder, das eine Geschäftsfeld ist StableNet, das ist ein Softwareprodukt zum Netzwerkmanagement, wo wir als Kundengruppe sehr große Kunden haben, die international tätig sind, weil die natürlich große Netze haben und als zweiten Geschäftsfeld, der kam sehr früh dazu, ein Jahr nach der Gründung haben wir festgestellt, dass wir sehr viele Kunden haben, die auch im ERP-Bereich Anforderungen haben, da aber eher der Mittelstand und sind dann dazu übergegangen, eine Lösung zu suchen und haben dann ein Jahr nach der Gründung einen zweiten Geschäftsbereich aufgemacht, in dem wir ein ERP-System für den Mittelstand gepflegt und betreut haben und das ist Dynamics Nav, damals noch in der Vision von Microsoft und mit diesen beiden Geschäftsfeldern ist die Firma Infosystems auch gewachsen und wir stehen nach wie vor zu den beiden Geschäftsfeldern und führen die auch dementsprechend weiter. Das ist auch ganz interessant für uns, weil beide Geschäftsfelder sich ganz gut ergänzen und wir da auch eine gewisse Stabilität ins Unternehmenswachstum hineinbekommen. Das heißt, wenn ich jetzt Ihre Zeitlinie anschaue, dann sind Sie relativ früh auf das Pferd Microsoft, ja damals haben Sie ja selber gesagt, Navision, also relativ kurz nachdem die Firma Microsoft ja eigentlich das dänische Systemhaus, den Hersteller von Navision und Accepta aufgekauft hat, auf dieses Pferd aufgesprungen und haben eigentlich diese ganze Entwicklungsgeschichte ja auch mitgemacht, oder? Ja und man muss auch sagen, wir haben uns damals 25 Produkte angeguckt, davon haben wir dann acht sehr tief analysiert, also wir haben uns da wirklich Zeit genommen.
Wir haben uns zum Beispiel damals auch AX angeguckt oder Accepta, ein technisch sehr gutes Produkt zu dem Zeitpunkt. Wir haben aber damals uns nicht für die Unterstützung dieses Produktes entschieden, weil uns damals die Branchenlösung gefehlt hat und weil damals AX von der Funktionsbreite noch nicht so weit war wie Dynamics Nav zum damaligen Zeitpunkt und wir unsere Kunden, die Kunden waren Produktionsunternehmen, die uns da angefragt haben und da haben eigentlich die Branchenmodule und die Funktionalität in AX damals noch gefehlt und deswegen haben wir uns für Dynamics Nav entschieden und sind auch damit eigentlich, wenn man jetzt zurückblickt, sehr gut gefahren und überzeugt hat uns damals, oder damals Analysion war für uns der Entscheidungsfaktor, die Breite an Branchenmodule und eigentlich das Partnernetzwerk, was sich damals die Firma Analysion vorher schon aufgebaut hat und dann wurde es ja auch von der dänischen Firma von Microsoft aufgekauft. Das war natürlich auch noch ein Grund, dass wir ein großes Unternehmen im Hintergrund haben wollten, das das Produkt weiterentwickelt und wir haben damals von Microsoft einen sehr guten Berater gehabt, der uns davon überzeugt hat, dass auch Navision eine Zukunft bei Microsoft hat und dass Microsoft da sehr viel Zeit und Energie reinsteckt, um das Produkt weiterzutreiben und dann war die Entscheidung eigentlich gefallen, dass wir uns diesem Produkt widmen und ich denke, ERP-Systeme sind im Moment, es gibt sehr viele auf dem Markt, im Mittelstand etwa 250.
Es gibt aber auch so eine Palette von 50 Produkten, wo man sagen kann, funktionell die Grundfunktionalitäten dann eigentlich von allen abgedeckt. Wichtig ist dann, die Spezifika seiner Kunden abbilden zu können und da hat Dynamics Nav uns damals auch eine ganz gute Entwicklungsumgebung geboten, um an unsere bestehenden Kunden Änderungen vorzunehmen und so war dann die Entscheidung gefallen. SAP wäre sicher auch möglich gewesen, aber das war damals auch eine Preisfrage.
Für den Mittelstand, den wir hatten, war SAP einfach zum damaligen Zeitpunkt noch zu teuer. Da hat sich inzwischen natürlich auch ein bisschen was getan. Können Sie ein bisschen was zu der Positionierung von Dynamics Nav sagen? Also aus der Vergangenheit war das ja eher der Mittelstand um die 100 Mitarbeiterplätze, 50, 100, 150 Mitarbeiterplätze.
Was ist das Kleinste, was mittlerweile mit Microsoft Dynamics Nav bedient wird? Was ist der größte Anwendungsspektrum, der da bedient werden kann? Vielleicht können Sie ein paar Daten nennen. Ja, also man muss dazu sagen, dass Microsoft immer noch die Zweiteilung fährt. Dynamics AX oder Accepta wird immer noch so als Wettbewerber zu einer PeopleSoft oder zu einer SAP gesehen und NavVision wird immer noch in dem etwas unteren Bereich angesiedelt, was das Marketing betrifft.
Wenn man es jetzt aber technologisch anguckt, hat NavVision eigentlich sich sehr emanzipiert. Auch von den Funktionalitäten her war es ja schon immer mehrsprachig und mehr währungsfähig und auch eine Intercompany Buchung hat stattgefunden, die ist noch weiter ausgebaut worden. Aber es gab eigentlich einen wichtigen Schritt 2009, wo diese klassische Zwei-Schichten-Architektur, Datenbank und eine GUI, die auf dieser Datenbank arbeitet, in eine Drei-Schichten-Architektur umgewandelt wird natürlich die Möglichkeit geschaffen wurde, eine höhere Skalierbarkeit zu erzeugen und jetzt die prinzipielle Architektur unterscheidet sich eigentlich gar nicht mehr von AX.
Das war ja auch damals das Ziel. Es gab ein Projekt Green von Microsoft, wo man auch versucht hat, beide Systeme zusammen zu merken. Das wurde dann wieder fallen gelassen.
Aber ein Ergebnis dieses Bemühens war halt die Drei-Schichten-Architektur von NavVision und wenn man jetzt neben Skalierbarkeit nachfragt, muss man eigentlich beide Systeme inzwischen schon äquivalent sehen, weil halt die Grundarchitektur ähnlich ist und man auch NavVision sehr hoch skalieren kann. Also sind durchaus 500, 600 gleichzeitige Nutzer ohne Probleme möglich und auch größere Systeme kann man durchaus aufbauen. Aber die klassische Zugegruppe, auch weil natürlich das Marketing von Microsoft ganz gut arbeitet, ist natürlich der Mittelstand.
So bis 300 gleichzeitigen Nutzern und das ist auch so eine Zielgruppe, die wir natürlich haben. Immer mit dem Fokus, seine Prozesse individuell in einem ERP-System abzubilden. Das ist auch, glaube ich, so ein bisschen ein Hauptunterschied zu den anderen Marktbegleitern.
Oft sollen sich die Firmen ja an bestehende Geschäftsprozesse anpassen, die das ERP-System zur Verfügung stellt. In Dynamics Nav geht man ein bisschen anders vor. Da passt sich eigentlich Dynamics Nav an die Geschäftsprozesse des Kunden an und wird dann auf die bestehenden Geschäftsprozesse adaptiert.
Und das ist auch so ein bisschen ein Vorteil, weil jeder Mittelstand ja sagt, ich bin erfolgreich, weil ich genau das so mache und deswegen hätte ich gern diese Prozesse auch im ERP-Produkt und deswegen ist diese Anpassbarkeit natürlich in dieser Zielgruppe sehr gefragt und ist man natürlich dann auch sehr erfolgreich. Wie weit geht das so runter? Welches Unternehmen sollte sich typischerweise damit beschäftigen? Da kommt jetzt die Cloud ins Spiel. Microsoft sagt natürlich, mit einem User darf man anfangen und sie muss natürlich dann auch so einen Zielbereich angeben.
Microsoft sagt ganz klar, so zwischen 1 und 300 wird Dynamics Nav platziert und zwischen 300 und aufwärts soll der AX platziert werden. Das ist so die offizielle Redensart. Wie gesagt, wir sehen das durchaus ein bisschen höher.
Ich glaube, das dürfen wir auch als Partner und die das Produkt auch sehr gut kennen. Wir würden die Grenzen weit höher sehen. Im unteren Bereich fangen wir wirklich auch bei Startup-Unternehmen an, bei Unternehmen, die sehr klein sind.
Also wir haben durchaus auch Installationen zwischen 1 und 3 Usern, die anfangen und dann wachsen so eine typische Kundengröße, die wir oft sehen bei gleichzeitigen Nutzern im System, so zwischen 1 und 50, wo man eigentlich dann anfängt, sich für Dynamics Nav zu interessieren, weil die bestehenden Marktbegleiter, wie jetzt eine Lexware oder eine Sage, halt gewisse Funktionalitäten nur ungenügend abbilden, was auch die Produktion betrifft. Und da fangt dann eigentlich der Kunde an, darüber nachzudenken. Und der eine fängt halt früher an in der Gründungsphase, wo er sagt, er braucht mehr Währungsfähigkeit, mehr Sprachigkeit, er möchte ein Cloud-Angebot haben.
Da fängt es bei einem User an, aber so der klassische Mittelstand fängt bei uns eigentlich so um die 30 bis 50 User an, die dann auch ganz bewusst von einem anderen System, wo sie herausgewachsen sind, in Dynamics Nav übergehen. Okay, jetzt gibt es bei den Systemhäusern, die mit Microsoft Dynamics arbeiten oder viele Mittelständler mit dem System bedienen, ganz unterschiedliche Ansätze. Es gibt Systemhäuser, die sind eigentlich selber ERP Softwarehaus, entwickeln eine Branchenlösung auf Basis von Microsoft Dynamics Nav und andere Systemhäuser bedienen sich eben dieses Portfolios, was Microsoft mit seinen Systemhäusern aufspannt.
Wo würden Sie sich da positionieren in dieser Welt? Also es ist richtig, Microsoft hat natürlich diesen Ansatz, Systemhäuser sollen sich auf eine Branche fokussieren. Das wird auch von Microsoft sehr stark gepusht, weil sie natürlich sagen, wenn du fokussiert bist, grenzt du natürlich deinen Kunden am besten. Wir fahren ein bisschen einen anderen Ansatz, wir fahren den eher lokalen Ansatz.
Wir können den Kunden trotz Remote-Zugang und trotz Nutzung der Remote-Möglichkeiten doch immer noch am besten persönlich betreuen und Kunden wollen auch eine sehr schnelle Reaktionszeit und die kann ich halt bieten, wenn ich mich eher regional aufstelle und wir haben unsere Kunden in dem Umkreis so 200 Kilometer ums Unternehmen rum. Es gibt natürlich immer Ausnahmen, ganz klar, wo dann auch die Kunden mal etwas weiter sind, aber 80 Prozent unserer Klientel ist so 200 Kilometer um Würzburg rum, damit man auch früh mal hinfahren kann, Tag beim Kunden verbringen kann, Analysen fahren kann, Kunden schulen kann und da haben wir eigentlich die beste Erfahrung mit dem Ansatz gemacht. Wir decken ein relativ breites Portfolio ab, von Groß- und Einzelhandel über Produktionsunternehmen, über Biotechnologie und haben damit natürlich auch eine Logistiker und haben natürlich da auch ein relativ breites Wissen an Know-how.
Wir haben natürlich in unseren Unternehmen Mitarbeiter, die dann schon ein bisschen spezialisierter sind. Natürlich gibt es bei einem Logistiker eine Auswahl von vier, fünf Mitarbeitern, die natürlich dann den Logistiker nehmen und im Produktionsunternehmen haben wir auch Leute, die natürlich eher einen gewissen Fokus auf das Produktionsunternehmen haben, aber wir decken als Firma schon die ganze Palette an Unternehmen. Sie haben es vorhin schon gesagt, jetzt kommt Microsoft mit neuen Strategien, das Wort Cloud ist schon gefallen, On-Premise, Off-Premise-Lösung.
Vielleicht müssen wir erstmal definieren, was diese ganzen Begrifflichkeiten überhaupt zu bedeuten haben. Also On-Premise, es gibt da natürlich schöne Definitionen, aber um es mal vereinfacht zu sagen, eine On-Premise-Lösung ist natürlich der klassische Lizenzverkauf. Den gibt es natürlich dann auch wieder in mehreren Formen, Mietkauf, Leasing und so weiter, aber On-Premise ist die klassische Lizenz.
Dann gibt es die Cloud-Thematik, die Microsoft versucht mit Acer sehr stark zu fahren und was Microsoft macht, ist seinen ganzen Stack dann in die Cloud zu packen und dann auch dem End-User zur Verfügung zu stellen. Das heißt Dynamics Nav ist dann ein Teil der gesamten Produktpalette von Microsoft und es ist auch so die Strategie, möglichst viel einem Cloud-Kunden zur Verfügung zu stellen. Und die klassische Strategie hier ist, in der Cloud das Produkt zu betreiben für den Kunden und der Kunde mietet sich im Endeffekt das Produkt und kann in dieser Dauer, wo er Mietgebühren bezahlt, das Produkt dann nutzen.
Man muss ein bisschen auch unterscheiden, wie Cloud-Strategien bei den Herstellern ausgeprägt werden und da ist das ERP-System natürlich ein bisschen schwierig, weil ERP-Systeme, ich habe ja schon gesagt, Vorteil von Dynamics Nav ist, sich an den Kunden anzupassen und das widerspricht eigentlich der Cloud-Strategie, weil Cloud-Strategie im klassischen Sinn ist ja eine sehr gute Standardlösung anzubieten und diese Standardlösung möglichst oft zu multiplizieren, eigentlich eine Industrialisierung der Software. Ich glaube, klassisch wäre das doch zum Beispiel, oder wo es für viele zur Zeit offensichtlich ist, was Microsoft macht, ist dieses Office 365, oder? Genau, genau und da wird Office, glaube ich, ist auch ein sehr gutes Beispiel, was sich eignet. Jetzt ist aber das Office 365 wird natürlich mit Mehrwerten angereicht wie ein Exchange-Server, der jetzt nicht für jeden Kunden aufsetzbar und konfigurierbar ist und einem Link, also einem Kommunikationssystem und das bekomme ich out of the box ordentlich vorkonfiguriert in einem Mietmodell geboten und das ist natürlich dann für Kunden sehr interessant, weil ein Problem bei Kunden natürlich das Thema ist, Ressourcen auch für den Mittelstand zu finden, die einen dieses Umgebung pflegen, warten und auch immer auf dem neuesten Stand halten und das ist das Verlockende an der Cloud, dass dieses Standardangebot da natürlich von Fachleuten, die sich natürlich nur um diese Produkte kümmern, die auch dann vom Hersteller kommen, so konfiguriert werden und so zur Verfügung gestellt werden kann, dass man einen Standardservice dann sofort zur Verfügung bekommt.
Ist es dann, wenn Sie das vergleichen, also Argumentation ist ja immer sehr, sehr häufig bei solchen Dingen, dass die Lizenzen dann gar nicht so teuer wären und dass man viel Komplexität reduzieren kann an der Stelle, würden Sie das unterstreichen? Das kommt darauf an, wie lange man rechnet. Es ist natürlich auch im Verkauf als Unternehmen ein ganz genommenes Argument zu sagen, du kannst den Einstieg sehr günstig schaffen, weil natürlich erstmal nur die Miete anfällt und wenn man jetzt mal, ohne jetzt auf das Preismodell von Navision einzugehen, sondern mal allgemein zu reden, wenn ich jetzt 100.000 Euro Lizenzgebühren zahlen muss, ist das natürlich eine Investitionsentscheidung, die man sich als Mittelständler sehr gut überlegt und was natürlich auch eine gewisse Vorlaufzeit und dann natürlich auch eine gewisse Zeit im Vertriebszyklus benötigt. Das heißt, man muss dem Kunden Sicherheit bieten, diese Entscheidung treffen zu können und diesen Invest zu machen.
In der Cloud ist natürlich, wenn ich jetzt sage, diese 100.000 teile ich jetzt auf, zum Beispiel in 3.000 oder 4.000 Monatsmiete, ist natürlich die Entscheidung zu sagen, jetzt nehme ich mal 10.000 Euro in die Hand und teste das System und wenn mir es nicht gefällt nach drei Monaten, gebe ich es wieder zurück. Natürlich schon ein Argument, wo ich den Vertriebszyklus reduzieren kann. Wenn man dann aber sich überlegt, gehen wir mal von 3.000 Euro aus, was man dann zahlt, dann ist man natürlich in drei Jahren, hat man natürlich den Breakeven erreicht, wo es dann irgendwann die Kauflizenz günstiger wird, weil ich natürlich nur noch Wartung bezahle, damit ich immer die neueste Version bekomme und das ist ja im klassischen Modell wesentlich günstiger als ein Lizenzkauf und da wird natürlich dann das Cloud-Modell teurer, weil ich natürlich da permanent Wartung bezahlen muss und ein Cloud-Modell hat natürlich auch die Thematik, den Vorteil immer die aktuelle Version zu haben, aber ich muss natürlich auch in dem Bereich immer einen permanenten Kostenfaktor monatlich rechnen und das muss man halt abwägen als Unternehmer, was man fahren will, ob man lieber eine große Investition fahren will oder ob man die Flexibilität am Anfang nutzen will und dann die längerfristige Nutzung im Endeffekt über die Miete fahren will.
Wie gesagt, der Riesenvorteil des Mietmodells ist natürlich, dass man immer die aktuelle Version zur Verfügung hat und das Cloud-Modell legt ja auch die automatischen Updates nach, das heißt ich kann keine alten Versionen in Anführungszeichen fahren, sondern es wird ja dann auch geworben im Cloud-Modell, dass ich immer die neueste Version in der Nutzung habe und das hat natürlich auch gewisse Reize im Cloud-Modell, weil ich dann natürlich auch weiß, ich nutze immer das Aktuelle, das Modernste mit den neuesten Features gegenüber einer Kauflizenz, die ich vielleicht mal erworben habe, aber wo ich jetzt nicht immer die Updates einspiele, wo ich natürlich dann technologisch vielleicht auf einem anderen Stand bin. Das heißt, wenn ich als neuer IT-Manager ins Unternehmen reinkomme, dann schaffe ich mir natürlich sehr starke Kostenreduktionen in dem Moment, wo ich die Strategie auf Cloud verändere, habe aber langfristigen Kostenblocken mir ans Bein gebunden, den ich in der Form sicherlich nicht hätte, wenn ich ein eigenes Rechenzentrum, wenn ich die Lizenzen selbst vor Ort hätte. Ja, weil ich natürlich da meine Investitionen besser steuern kann, weil ich sagen kann, ich schiebe die etwas raus, wenn ich auf einen Update mache, vielleicht ist es gerade im Moment nicht nötig, also im Office-Bereich ist sicher das Thema.
Ein Office aus dem Jahr 2010 macht, glaube ich, dasselbe Dokument wie ein aktuelles im Jahr 2017. Ich kann mir entscheiden, ob mir die neuen Features wirklich die Investition wert sind. Mit Office 365 habe ich natürlich immer die aktuelle Version und muss die Entscheidungen treffen und ich habe auch einen Dienstleister, der mir natürlich die aktuelle Version vorhält und zur Verfügung stellt.
Aber das ist natürlich eine Entscheidung, die ein Unternehmen einfach berechnen muss und auch sehen muss, wo ist der Breakeven und welche Strategie fahre ich. Aber kurzfristig habe ich natürlich Einsparungen, ob ich die langfristig habe, muss man dann berechnen. Und jetzt geht Microsoft hin mit seiner Azure Cloud, also mit seinem Konglomerat an Cloud-Dingen und möchte eigentlich nicht nur die Office-Welt integriert in der Cloud anbieten, sondern auch die Business-Software-Welt, die Unternehmenssoftware Dynamics, vor allen Dingen CRM.
Wie nehmen Sie das wahr? Also im CRM sind wir schon recht weit und Microsoft hat eigentlich CRM als ersten Versuchsballon genutzt, um eine doch eher komplexere Software, die aber einen begrenzten Funktionsumfang natürlich hat mit dem Vertriebsmanagement, mit dem Customer-Relationship-Management in die Cloud zu bringen. Und inzwischen ist es auch so, es gibt noch die On-Premise-Lösung natürlich, aber die Cloud-Lösung hat einige Vorteile, weil natürlich Funktionalitäten wie eine Business Intelligence, wie eine KI von Microsoft in der Cloud zur Verfügung gestellt wird und die On-Premise-Lösung ist da inzwischen schon abgehängt. Oder man geht eine Mischlösung ein, dass man sich an diese Funktionalitäten, hauptsächlich im KI-Umfeld, die Microsoft anbietet, mit der On-Premise-Lösung im Endeffekt verknüpft.
Das heißt, gewisse Funktionalitäten sind eigentlich noch nur in der Cloud betreibbar. Das ist nicht mehr ein abgeschlossenes System, sondern für neue Funktionalitäten muss ich mich öffnen und ich muss Daten Microsoft zur Verfügung stellen, bekomme dafür aber den Mehrwert einer künstlichen Intelligenz von Power-Apps geboten und kann dann natürlich die Ergebnisse nutzen, um Vorteile aus diesen Ergebnissen zu ziehen. Aber das sehen wir im CRM-Umfeld schon, dass da natürlich diese Cloud, diese Offenheit, ein wichtiger Bestandteil des Business-Modells ist einfach.
Ja, ich kann mir das sehr, sehr gut vorstellen, dass dieses Zentralisierungsmodell sowohl im Office-Umfeld mit Exchange, mit allen Spielarten der Textverarbeitung und so weiter und so fort, genauso gut funktioniert, wie es vielleicht auch im CRM-Bereich funktioniert, wo relativ wenig Modifikationsaufwand im Vergleich zu ERP-Software vorhanden ist. Wie will Microsoft jetzt mit Dynamics Nav in diesen Bereich gehen? Also wir merken, dass Microsoft da sehr viele Bemühungen macht, um die Partner aus ihrer klassischen Entwicklungsumgebung herauszunehmen. Es ist generell natürlich, wenn man eine Software angepasst hat, die Problematik bei Updates gegeben, weil man natürlich Anpassungen überprüfen muss, kann ich die in der neuen Version, sind die überhaupt noch notwendig? Damit ist der Update-Aufwand natürlich etwas höher und damit habe ich natürlich die Probleme in der Cloud-Lösung, wo ich eine Standardlösung zur Verfügung stellen will, solche Anpassungen, die sehr eng im System vorhanden sind, überhaupt diese Cloud-Lösung zur Verfügung zu stellen.
Deswegen hat sich Microsoft entschieden, die Programmierumgebung umzustellen, uns als Partner in ein neues Framework oder zu einem neuen Framework hinzustimmen, den sogenannten Extensions. Und diese Extensions verlangen bei uns in der Entwicklung schon einen Mehraufwand, weil wir müssen sehr viele Dinge klarer strukturieren und auch angeben, damit in einem Update-Fall sind diese Extensions wesentlich einfacher neu einzuspielen und wir machen im Endeffekt sehr viele Arbeiten schon bei der Entwicklung der Software in Hinsicht auf eine Update-Fähigkeit von Microsoft. Und dieser Weg findet gerade im Moment statt.
Also wir haben noch den klassischen Weg, aber wir werden angehalten von Microsoft, nur noch dieses Framework der Extensions zu nutzen und damit im Endeffekt Microsoft in die Lage zu versetzen, einen Standard-Stack anzubieten, den sie dann zur Verfügung stellen und wir als Partner spielen dann bei einem Update nur noch die Extensions ein und tun bei der Entwicklung der Extensions schon alle Vorrichtungen kehren, damit dieses Einspielen sehr einfach und möglichst dann natürlich, man spart sich Zeit und Aufwände, sehr kostenneutral dann im Endeffekt stattfinden kann, was jetzt natürlich in einem Update-Prozess doch etwas aufwendiger ist und aufwendiger heißt natürlich dann auch immer mehr Kosten verbunden. Ist das jetzt Theorie oder ist das dann auch gelebte Praxis? Es ist gelebte Praxis. Es ist natürlich jetzt auch ein Thema, wir sind hier eigentlich so seit zwei Jahren in dieser Phase und man muss natürlich auch ehrlicherweise sagen, wenn sich solche Konzepte an den Start gehen, sind natürlich gewisse Einschränkungen mit verbunden.
Man muss Erfahrungen sammeln und muss dann auf Basis der Erfahrungen gewisse Änderungen an diesen Frameworks vornehmen. Und ich denke, wir sind jetzt in der Phase, wo sich diese Extensions stabilisieren, wo wir jetzt auch als Partner immer mehr die Tools in die Hand bekommen, um dieses Framework auch sinnvoll zu nutzen. Und es wird sicher ein Entwicklungsprozess über sicher noch ein, zwei Jahre gehen, aber auch bei uns ist der Trend, dass wir Adaption oder Anpassungen immer mehr versuchen, durch Extensions zu machen.
Und nur da, wo wir noch, wie gesagt, technische Limitierungen haben, zu den klassischen Adaptionen übergehen. Weil wir auch natürlich die Zukunft sehen und Microsoft hat ja ganz klar ein Slogan Mobile und Cloud first. Das heißt natürlich, auch für uns als Partner ist die Cloud-Fähigkeit in Zukunft wichtig.
Und von daher fangen wir auch sehr intensiv an, diese Extensions kennen zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und bei einer Entscheidung realisiere ich das über das Extension-Framework oder realisiere ich das klassisch, würden wir immer, wenn es mit Extension geht, dann machen. Wir haben natürlich jetzt ein bisschen die Problematik, dass der Aufwand etwas höher ist, aber das können wir, wenn wir mit den Endkunden reden, oft auch begründen, weil die Endkunden ja dann auch oft wissen, wenn sie erfahrener Anwender sind, dass sie auch einen Aufwand haben, wenn sie ein Update machen, wenn sie der klassischen Methode folgen. Und die sind dann durchaus bereit, wenn sie im Gegenzug versprochen bekommen, bei einem Update reduzieren sich die Aufwendungen, da bei den Extension etwas mehr in die Hand zu nehmen, weil der Aufwand ist ja auch auf unserer Seite da und der muss bezahlt werden.
Microsoft hat in den letzten 15 Jahren mit den Systemhäusern ja eigentlich eine klare Dezentralisierungsstrategie gefahren, ganz viel betriebswirtschaftliches Wissen, was eher auf der Seite der Systemhäuser lag, denn auf der Seite von Microsoft. Jetzt dreht man den Spieß eigentlich so ein bisschen um und fährt eine klare Zentralisierungsstrategie. Haben sie da als Systemhaus nicht auch Angst, dass sie dabei auf der Strecke bleiben? Also klar ist das eine Frage, die wir uns stellen und das ist auch klar in der IT-Welt sind immer diese Pendelbewegungen zu sehen, Zentralisierung, Dezentralisierung und so weiter.
Ich denke, es ist allgemein ein Problem für den Mittelstand, genug Fachleute zu bekommen. Deswegen ist natürlich auch auf dem Mittelstand das Problem eine oder der Druck dahinter da, in die Cloud zu gehen, weil sie natürlich die technischen Möglichkeiten auch ausnutzen wollen und da bietet Microsoft natürlich mit der Cloud-Lösung den Weg. Wir haben natürlich ein Problem, dass die enge Kundenbindung im Moment ist als Systemhaus natürlich bei einer klassischen Lizenz, bei einer perpetual Lizenz, die die Kundenbindung wesentlich stärker, weil wir eigentlich gegenüber dem Kunden als Gesicht auftreten und als Ansprechpartner auftreten und eigentlich der Kunde auch nur bei uns Lizenzen erwerben kann.
Wir sehen jetzt im Cloud-Umfeld, auch im CAM-Umfeld, dass Microsoft diesen direkten Weg durchaus aushöhlt und auch direkt einen Lizenzkauf ermöglicht, wo wir natürlich dann als Partner außen vor sind und natürlich auch eine gewisse Margenreduktion haben. Wir sehen aber auch, dass Microsoft eigentlich kein Beratungshaus ist. Das heißt, früher oder später wird ein Kunde auf jeden Fall ein Systemhaus brauchen, weil er natürlich die Einführung, die Anpassung eines so komplexen System, was ein ERP-System ist, natürlich mit einem Systemhaus einfach verbunden ist und mit lokalen Ressourcen und mit Leuten, die sich das Unternehmen anschauen und das kann ich mit einer standardisierten Cloud-Lösung einfach nicht bieten.
Und wie gesagt, bei Office ist es natürlich einfach, da ist es Know-how bei den Leuten da, die wissen, wie sie mit Office umgehen können. Da kann ich natürlich eine Lösung anbieten und einen Brief zusammenzuschreiben. Da braucht man auch nicht so viele Features, aber wenn ich ein komplettes ERP-System mit Produktionssteuerung, mit Einkauf, mit Vertrieb, mit Lagerhaltung, mit Logistik einrichten will, da muss einfach das Know-how da sein und das holt sich halt ein Mittelständler über den Partner.
Und von daher beäugeln wir das kritisch und wir sind natürlich auch nicht erfreut, weil gewisse Themen natürlich, wir sehen, dass Microsoft sich da in eine Richtung entwickelt, wo wir nicht immer glücklich sind, aber es ist jetzt nicht so, dass wir unser Geschäftsmodell generell in Frage stellen, weil natürlich der Hauptaufwand in der Beratung liegt und da sehen wir einfach, die wird Microsoft nie als Microsoft erbringen können. Stichwort Akzeptanz im Mittelstand. Also wenn wir über Cloud reden und das tun ja mittlerweile sehr viele Hersteller, dann gibt es natürlich die Wahrnehmung in der Presse, die ist ja ein riesen Hype auch nach wie vor um das Thema.
Auf der anderen Seite, wenn sie dann mit Mittelständlern sprechen, dann sind da auch sehr, sehr viele Vorbehalte. Was ist ihre Erfahrung im Mittelstand? Muss man ganz ehrlich sagen, die sind da und ich möchte jetzt auch gar nicht bewerten. Microsoft versucht natürlich da entgegen zu treten.
Der klassische Mittelstand möchte natürlich seine Daten selber behalten. Ich kann auch die Gründe ganz klar verstehen, weil man natürlich die Datenhoheit behalten will und jeder weiß, im Internet sind Daten die neue Währung und je mehr Daten man hat, umso mehr Möglichkeiten und je mehr Verdienstmöglichkeiten aus den Daten hat man. Deswegen ist natürlich auch der Mittelstand beschriebt, seine Datenhoheit weiterhin zu bekommen.
Was Microsoft ja ganz klar fährt, ist gewisse Sicherheitsbedenken auszuräumen mit der deutschen Cloud. Es wird ja mit dem Partner T-Systems oder ist inzwischen eine deutsche Cloud aufgebaut worden. Das heißt, alles Server, das Rechenzentrum steht in Deutschland und wird durch die T-Systems betrieben und es wird auch gewährleistet durch die T-Systems, dass die Compliance-Richtlinien eingehalten werden.
Das heißt, dieses Sicherheitsthema, dieses Daten in den Ausland zu geben, was ja auch ein Thema im Datenschutz ist. Als deutsches Unternehmen darf ich eigentlich meine Daten nicht ins Ausland bringen. Da habe ich gewisse Compliance-Richtlinien zu erfüllen und so weiter.
Das ist sehr heikel eigentlich und ist sehr streng im Datenschutz reguliert. Oft beachtet man es nicht. Das wird sich, denke ich, in Zukunft auch ändern, wenn Datenschutzbeauftragte und auch die Regierung da etwas stärker hinguckt und wenn die ersten Strafen ausgesprochen werden.
Von daher versucht Microsoft, den Bedenken entgegenzukommen. Es ist einfach ein psychologisches Thema. Bin ich der Eigentümer meiner Daten oder nicht? Und viele Mittelständler haben damit einfach Probleme.
Wir haben auch in der Ausschreibung durchaus die Voraussetzung, dass wir keine Cloud-Lösung anbieten sollen. Wir sehen aber auch einen gegenläufigen Trend. Sehr oft bei Startup-Unternehmen, bei jungen Unternehmen, bei Firmengründer, die jetzt nicht der gestandene Mittelstand sind, die jetzt nicht 20 Jahre auf dem Markt aktiv sind, sondern die sich aus der Uni heraus gründen.
Da kommt sehr oft das Thema Gründungskosten. Die können natürlich mit vielen Funktionalitäten zu einem sehr angenehmen Bereich starten und da ist auch das Thema die Cloud-Wege wesentlich offener. Ich sage mal, die Facebook- und WhatsApp-Generation ist da wesentlich offener, was dieses Thema betrifft.
Und man muss auch sagen, es ist ein sehr deutsches Problem. Wir haben ja eine Niederlassung in den USA. Die macht jetzt keinen erwischen, sondern die ist mit unserem Softwareprodukt aktiv.
Aber wenn ich mit den Kollegen in den USA rede, ist On-Premise und die Software lokal installieren oder Cloud die Thematik eigentlich überhaupt keine. Da ist eigentlich die Bequemlichkeit immer das Entscheidungsargument. Wo kriege ich am bequemsten meine Lösung? Da bietet natürlich eine Cloud-Lösung, weil sich jemand um das prinzipielle Aufbau kümmert, um die prinzipielle Einrichtung, um den Standardservice natürlich einen sehr bequemen Einstieg.
Und da werden Cloud-Lösungen sehr offen agiert und man muss dann auch mal als Unternehmen gucken, wie sich die Welt dreht. Deutschland hat zwar eine gewisse Größe, aber wenn die Welt um einen herum immer mehr Richtung Cloud geht, wird es auch irgendwann den deutschen Mittelstand, wenn die Vorteile groß genug sind, in die Cloud drängen. Aber ich kann jeden Mittelständler auch natürlich verstehen, der sagt, er möchte einen Lizenzkauf haben, er möchte es lokal betreiben.
Und wenn er die Ressourcen hat, ist das ja durchaus eine Option. Und Microsoft fördert vielleicht auch die Strategie, beiden gerecht zu werden. Natürlich, die Strategie ist, in die Cloud zu gehen, aber wenn jemand On-Premise und installiert haben will, dann ist natürlich auch das Angebot da und Microsoft verweigert sich ja da nicht.
Sie haben gerade Startups, kleine Unternehmen angesprochen. Ich glaube, für die ist das Cloud-Thema natürlich auch eine riesen Chance, Software-Systeme einsetzen zu können, die sie früher nicht einsetzen konnten, weil sie einfach zu teuer waren. Das Customizing-Problem bleibt natürlich nach wie vor.
Also, wie passe ich die Software auf meine Bedürfnisse an? Wir haben eine Reihe von von Playern mittlerweile, die rein online, also rein als Cloud-Lösung, ERP für kleinere anbieten, wie Scope Visio, wie WeClap, SAP, Business by Design, jetzt Microsoft mit dem Navision auch in der Cloud. Also, ich glaube, da kommen spannende Dinge jetzt auf uns zu, oder? Ja, ich denke, der Kunde wird es beurteilen und wie gesagt, es kommen ja neue Möglichkeiten dazu. Zum einen muss man sagen, die Möglichkeiten, die Microsoft anbietet mit erweiterten Auswerte-Funktionalitäten, mit KI, die ich von Microsoft bekommen kann und wo ich im Endeffekt über eine Schnittstelle die ganze Power von Microsoft nutzen kann, das ist dem jetzigen Mittelstand einfach verwehrt, weil der Aufwand wäre viel zu groß, dasselbe zu machen.
Und es wird natürlich auch, weil wir jetzt in die Cloud gehen und wo sollen die Partner ihre Wertschöpfung erreichen, Microsoft gibt dem Partner natürlich auch eine Option, in dem Microsoft ein Ecosystem aufbaut mit App-Entwicklung und das ist auch ganz klar die Antwort von Microsoft Richtung Partner. Ihr müsst euch halt in die Bereich App-Entwicklung bewegen und ihr müsst in unserem App-Shop das Ganze anbieten und diese Apps, die ihr dann anbietet, dafür bieten wir einen Vertilgskanal und da sollt ihr im Endeffekt euren Mehrwert generieren und so sollt ihr euch gegenüber den Kunden positionieren, dass sich der Kunde mit kleinen, schmalen Apps im Endeffekt sein ERP-System erweitern kann. Und das ist natürlich dann sehr reizvoll, weil dieses Ecosystem als Ganzes natürlich dann auch dem Endkunden plötzlich eine Flexibilität zur Verfügung stellt, ein leichtes System zur Verfügung stellt, wo ich sagen kann, genau diese Features will ich und ich mir das System dann mal zukünftig zurecht designen können soll, wenn diese Apps natürlich so laufen, wie sie laufen sollen und das ist natürlich jetzt ein Entwicklungsprozess, weil wir sind ja am Anfang der Cloud-Entwicklung.
Okay, das heißt aus ihrer Sicht momentan ist das eher ambivalent, es gibt Mittelständler, die lassen dir die Finger davon, es gibt innovative Mittelständler. Für die Zukunft entnehme ich ihren Worten, Cloud ist das Zukunftsmodell? Sagen wir so, Cloud oder eine Mischung, wo ich auf Cloud-Bestandteile zurück kaufe, wo ich eine lokale Installation habe, wo ich vielleicht meine Daten auch kapsele und ich werde aber immer mehr diese lokale Installation mit Services aus der Cloud anreichern und um diese Services zu nutzen, ist dann ein Teil der Daten natürlich weiterzugeben und dann die Ergebnisse wieder in meinem System zu machen und ich sehe eigentlich eher diese Mischsysteme kommen, auch beim Mittelstand, weil natürlich auch die Thematik Anbindung, Internet, Bandbreite immer noch ein Thema ist. Natürlich in den Großstädten, da habe ich meine breitbandige Anbindung, da kann ich wunderbar auch in der Cloud arbeiten, da arbeite ich mit einem Webbrowser und mache meine Funktionen, wenn ich aber mal eine 2M-Begleitung mit 100 Mitarbeitern nutze oder eine 6M-Begleitung mit 100 Mitarbeitern und soll da 50 Mitarbeiter parallel auch in der Cloud arbeiten lassen, dann habe ich ein Problem und man sieht ja auch bei Office 365, ich installiere ja mein Word lokal.
Ich date mir das natürlich ab, ich hole mir das runter, aber das Produkt Word läuft ja lokal auf meinem Rechner und ich glaube, solche Mischmodelle gehören in die Zukunft und natürlich, wenn ich dann den Vorteil der Cloud, dass ich keine eigene Hardware und keine Systembetreuung vorab aber dann nutze und wenn mir da das Angebot der Cloud zusagt, ist natürlich der Schritt ganz in die Cloud zu gehen durchaus auch eine Überlegung, die man als Unternehmen dann relativ schnell trifft. Aber ich denke, diese Mischmodelle werden im Mittelstand immer mehr kommen und die werden natürlich auch sehr attraktiv gemacht und man hat sie ja auch. Also ein Unternehmen wird eine Dropbox verwendet, um große Datenmengen auszutauschen.
Es wird Skype verwendet und so weiter. Das heißt, was findet in der Cloud statt und was findet lokal statt, verwischt sich immer mehr und ich glaube, der Mittelstand wird immer gewisse Daten bei sich haben wollen, aber wird immer mehr Funktionalität in der Cloud nutzen und ich glaube, das bleibt an jeden überlassen, wie viel er noch lokal halten will oder wie viel er in die Cloud abgibt. Das ist ein schönes Fazit, was Sie hier schließen.
Ich kann das unterstreichen, das sehe ich in mehreren Bereichen auch. Ich glaube nicht, dass wir alles zentralisieren können, denn wenn ich allein über das Thema Sensorik, Internet of Things und ähnliches nachdenken, dann entfallen natürlich sehr sehr viele Daten innerhalb des Unternehmens an. Da bin ich natürlich aus der zentralisierten Welt schon wieder komplett weg.
Ich glaube, Mischmodelle ergeben hier durchaus ihre Berechtigung und ihren Sinn. Kommen wir mal zu unserer Blitzlichtrunde. Herr Dr. Köhler, Sie sind beruflich unglaublich erfolgreich mit diesem Unternehmen, knapp 100 Mitarbeiter.
Warum sind Sie beruflich das geworden, was Sie heute sind? Das ist natürlich schwierig, dass man das selber beantwortet. Ich glaube, ich hatte eigentlich immer den Drang, mich unternehmerisch zu betätigen und ich muss dazu sagen, während ich Physik studiert habe, habe ich nebenher ein Beratungsunternehmen gehabt. Ich habe die IT, glaube ich, ja ich habe damals noch einen C64 gehabt, ich habe einen Amiga gehabt.
Ich habe mich immer für IT interessiert und man natürlich als sehr junger Mensch damit aktiv war, war natürlich die Thematik auch relativ schnell gegeben, kannst du mich beraten, kannst du mir helfen und ich habe dann während meinem Studium mir nebenher ganz gut einen Nebenverdienst mit der Beratung dazu verdient und mir hat es immer Spaß gemacht. Das war auch immer das, was ich eigentlich machen wollte. Ich wollte mich selbstständig machen, ich wollte meine Ideen verwirklichen.
Dann hatte ich das Glück, dass ich mit Kollegen an der Uni einige Patente geschrieben habe, eine Ideen gehabt habe, die dann auch freigegeben wurden und dann auch das Thema war, sie zu realisieren und ich glaube, der Entscheidung für mich war damals, möchte ich Dinge, die ich mir ausgedacht habe, wirklich dann mal umgesetzt sehen und da war dann eigentlich keine Frage, unternehmerisch tätig zu werden und ich habe es natürlich, es ist immer leicht, wenn man erfolgreich ist, zu sagen, man hat es nicht bereut. Im Unternehmen ist natürlich auch, wenn man ein Startup gründet, ich habe auch Bekannte und Freunde, die es versucht haben und nicht geschafft haben und dann ist auch nicht immer das Problem bei ihnen zu sehen. Man sieht dann auch oft die erfolgreichen Beispiele.
Ich denke, bei mir war auch eine Menge Glück dabei und das sollte man auch nicht unterschätzen. Dafür sollte man dankbar sein. Natürlich ist auch ein gewisses Durchhaltevermögen und ein gewisser Wille, dass man selber was bewegen will, notwendig und ich freue mich auch und so ein Unternehmen ist natürlich auch in meinem Team, dass ich davon auch viele Kollegen und Mitarbeiter überzeugen konnte und dass man da ein gemeinsames Team aufbaut.
Das ist auch eine ganz wichtige Komponente, wenn man wächst und größer wird, braucht man natürlich auch die richtigen Kollegen und die richtigen Mitspieler, um gemeinsam dann erfolgreich zu sein und je größer man wird, umso unwichtiger wird man selber und umso wichtiger werden eigentlich die Kollegen im Unternehmen und das muss man dann auch sehen und ich traue auch manchmal ein bisschen den Startup-Zeiten hinterher, da hat man noch vieles selber machen können. Jetzt inzwischen gibt man vieles ab, weil man auch den Tag nicht verlängern kann, aber ich glaube, diese Grundeinstellung, dieses grundsätzlich positiv unternehmerisch tätig zu sein, das hat eigentlich so meine Historie geprägt und wie gesagt, da bin ich einfach dankbar, dass wir bis jetzt und Joy, Joy, Joy hoffentlich auch in Zukunft so erfolgreich sind. Was war Ihr größter beruflicher Erfolg? Schwer, schwer zu sagen.
Der größte berufliche Erfolg, ich bin natürlich jetzt immer mehr weg von der Technik, es war natürlich die Umsetzung und das Gefühl mit dem, was man macht, Interesse zu wecken. Das Stable-Net so groß geworden, es ist natürlich ein sehr großer beruflicher Erfolg und da hat man natürlich auch die Möglichkeit, in diesem Bereich seine Ideen sehr stark zu verwirklichen, aber ich bin auch sehr froh, wenn ich mit dem Mittelstand arbeite und sehe, wie der wächst und gedeiht. Wir haben im Mittelstand Unternehmen, die haben mit 15 Mann angefangen und sind jetzt bei 150 Mann und man ist ein kleiner Bestandteil davon und hat die beraten, das befriedigt und natürlich jeder große Vertragsabschluss ist ein beruflicher Erfolg und die Firma Infosim an sich ist natürlich mein Erfolg, der mich freut und das ist natürlich der berufliche Erfolg, aber es ist schwer, da jetzt Punkte rauszukommen, immer mal wieder einschnittreichende Ereignisse und man freut sich dann und das ist natürlich auch die Triebfeder, die einen wieder aufzieht.
Solche Erfolge braucht man, weil unternehmerische Tätigkeit ist nicht nur Erfolge, sondern auch sehr viel Misserfolge und sehr viel Durchhaltevermögen, aber genau diese Ereignisse, die dann kommen, die dann die Erfolge sind, ein großer Deal, ein Vertrauen des Kunden, was umsetzen zu dürfen, ein Unternehmen, das man beratet und wenn seine Beratung erfolgreich ist und man sieht, dass das Unternehmen wächst, das sind genau der Input, der dann das Feuer am Leben erhält, dass man brennt, um weiterzugehen. Aber ich kann jetzt schwer, es sind so viele Ereignisse und oft ist es auch, wenn ein Mitarbeiter mal sagt, hey, schön mit dir zusammenzuarbeiten und ein Feedback kommt, du machst das eigentlich ganz gut, ist oft wesentlich wertvoller und trägt einmal die nächsten zwei Monate weiter und das Lächeln, das man dann sieht, als jetzt der große Deal, den man gemacht hat. Das ist einfach die Selbstbestätigung, die man bekommt.
Gibt es da eine bestimmte Eigenschaft, die Sie besonders weiterbringt in Ihrem Beruf? Also ich habe gemerkt, dass ich mit dem Wachstum der Firma, man kriegt natürlich als Chef oft die Probleme auf dem Tisch gelegt und ich habe mir jetzt eigentlich ein Motto gegeben, seit einem Jahr, ich will mindestens einmal am Tag lachen und ich möchte mich, das versuche ich und das sagen auch meine Mitarbeiter, das kommt mir sehr zugute und ich glaube, das ist das Wichtigste und was man sonst noch sagen kann, dass man einmal öfters aussteht, als hinfällt, dass man sich von kurzfristigen Dingen nicht beeinflussen lässt, sondern an seine Idee glaubt und diese Idee realisiert und ich glaube, dieses Durchhaltevermögen gepaart mit der positiven Einstellung, das ist wichtig und das ist, was ich auch so als Empfehlung geben kann. Gibt es hier irgendein Buch, was Sie persönlich weitergebracht hat, beruflich oder privat, was Sie unseren Hörern empfehlen können? Ich habe natürlich mehrere Bücher, die ich sehr gerne lese. Was mich intellektuell weitergebracht hat, ist ein Buch, was eigentlich gar nichts mit dem Beruf selber.
Wenn man zum Beispiel das Buch Gödel, Escher, Bach kennt, ist ein sehr interessantes, philosophisches Buch. Wenn es jetzt um Unternehmen geht, Unternehmen in unserer Situation, es gibt ein Buch, das nennt sich Scaling Up, also wie wächst man, ist ein sehr interessantes Buch für Unternehmen, die wachsen wollen. Wenn man es vertrieblich anguckt, Solution Selling ist sicher ein sehr interessantes Buch, wie verkauft man Lösungen.
Da haben wir auch so ein bisschen wieder die Schere, wir verkaufen Lösungen, was Spezielles mit StableNet, mit unserem eigenen Produkt und bei Dynamics NAV gehen wir immer mehr in diese Produktschiene rein und die Unterschiede herauszuhaben, sich Gedanken zu machen, wie man vertrieblich aktiv ist. Das wären so drei Bücher, die ich sicher empfehlen kann und je nach Phase, die man gerade hat, ob man privat ein bisschen intellektuelles Futter braucht oder ob man sein Unternehmen wachsen lassen will mit Scaling Up oder ob man jetzt vertrieblich mit Solution Selling ein paar Ansätze einfach sehen will. Ich glaube, das sind so Bücher, die sicher nicht verkehrt sind, aber ich versuche auch eigentlich mindestens im Monat ein Buch zu lesen.
Vorgenommen habe ich mir eigentlich zwei pro Monat, also dass ich so 20, 25 Bücher im Jahr lese und da bin ich eigentlich sehr breit aufgestellt und ich glaube, das ist es auch und ich versuche auch nicht nur firmenspezifischer zu lesen, sondern da auch eine Breite einfach zu haben, weil ich auch gemerkt habe, Innovation kommt nicht durch Fokussierung, sondern durch ein weltoffenes Bild und deswegen ist das auch so eine Eigenschaft und da kommt man immer wieder ein Buch rein und auch das generelle Lesen, glaube ich, ist sehr wichtig auch für den Unternehmer. Wie wird sich denn die Berufswelt in Ihrem Umfeld aus Ihrer Sicht in den nächsten zehn Jahren verändern? Schneller, es ist jetzt schon schnell, aber das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 und das ist auch das Schöne an den beiden Themen, das führen beide Bereiche, die wir machen, eigentlich sehr stark zusammen. Im ERP-Umfeld machen wir Produktionssteuer und Produktionsplanung, im Stable-Net-Umfeld machen wir Netzwerk, Kommunikation, wie können Geräte miteinander kommunizieren und versuchen das natürlich aufrechtzuerhalten und zu managen und im Industrie 4.0-Umfeld kommt es sehr stark zusammen und auch im IoT-Umfeld und die Veränderungen, die da angestoßen werden, die werden weitreichend sein.
Man muss nur beim 3D-Drucker gucken, wenn ich jetzt höre, dass zum Beispiel eine Adidas 3D-Drucker installiert, um Schuhe zu produzieren. Auch dieses Produzieren in Ländern, wo es kostengünstiger wird, das ist eigentlich, wird sich komplett umdrehen. Es wird immer mehr automatisiert, die Maschinen werden immer flexibler, durch die Durchdringung mit IT wird im Endeffekt es egal sein, wo ich produziere und die Ideen werden immer wichtiger und auch die kurzfristigen Ideen, man erkennt es privat, aktuell zum Beispiel bei Jugendlichen sind diese Spinner aktiv, in meiner Zeit war es so ein Adioio, es kommen immer wieder Dinge hoch und man muss sehr schnell auf den Markt reagieren und man muss dann auch, wenn der Bedarf da ist, den Markt befriedigen können und ich glaube, diese Geschwindigkeit erhöht sich immer mehr und da muss man dabei sein und da muss man mit seinen Ideen einen Teil beitragen und diese Flexibilisierung, die versuchen wir auch durchzuziehen bei uns im Unternehmen.
Welche Herausforderungen sehen Sie denn ganz besonders für Unternehmenssoftware in den nächsten Jahren, also insbesondere ERP? Flexibel zu sein und sich sehr schnell an diese Strukturen anpassen zu können und dann die wichtigen Informationen sehr einfach den Leuten in der Form aufbereitet zu liefern, wie sie brauchen und diese flexible Datenerfassung, diese flexible Datenverarbeitung, diese flexible Visualisierung, das wird eigentlich das Entscheidende sein und natürlich das immer mit einer vereinfachten Bedienung, dass nicht ein Systemhaus bei allem notwendig ist, sondern dass solche Auswertungen auch von dem Endnutzer sehr flexibel gestaltet werden können, das ist sehr herausfordernd und da sehen wir und dann natürlich die Nutzung, was jetzt auch Microsoft in der App-Entwicklung macht, diese Individualisierung des ERP-Systems, dass ich für meinen Bedarf die Funktionen nutzen kann und alle anderen Funktionen im Endeffekt nicht aktiviere, sondern ich installiere mir die Apps, die ich brauche, habe damit die Funktionen, die ich nutze und die anderen Funktionen, die habe ich nicht drin, weil ERP-Systeme sind gewachsen, sind kompliziert geworden und oft auch undurchschaubar und man versucht, das wieder auf einen Kern zurückzuführen und dann durch flexible Funktionserweiterung Endeffekt in ein System zu verwandeln, das für den Kunden da ist und nicht für den spezifischen Kunden und nicht für alle Kunden alles abdecken kann, aber dann der Kunde in den Funktionen verloren geht und das ist, glaube ich, die Herausforderung, diese Systeme so zu bauen, dass genau diese Funktionen genau für den spezifischen Kunden da sind, auch was in der Industrie für Nullumfeld ist, dass die Maschine mein Stück so produzieren kann, wie es das Stück braucht, genau das finden im ERP auch statt. Ich glaube, das sind spannende Zukunftsansätze, die Sie hier nennen. Herr Dr. Köhler, ich gucke auf die Uhr, wir haben schon wieder die Stunde locker geschafft.
Es war kurzweilig, es war interessant, es war zukunftsorientiert. Ich bin sehr, sehr gespannt, was die Firma Microsoft, was Sie auch als Systemhaus machen werden. Ich möchte mich herzlich bei Ihnen für dieses Interview bedanken und vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass wir uns in ein, zwei Jahren zu dem Thema wieder hören und wir einfach schauen, wie ist die Strategie hier vorangetrieben.
Gerne und ich denke, es passiert sehr viel und es ist auch immer mal wichtig, dann zu sehen, was ist aus den Träumen geworden und was ist die Realität. Ich denke, im Moment sind sehr viele Visionen im Raum und aus den Visionen wird sich die Praxis im Endeffekt die Punkte rauskristallisieren, die dann auch wirklich funktionieren und da freue ich mich natürlich, wenn meine Meinung noch dann so interessant ist, dass man da noch mal drüber redet. Ganz herzlich von meiner Seite, danke, dass ich da auch die Strategie und die Vision ein bisschen verbreiten konnte und ja, wünsche den Zuhörern hoffentlich ein paar Ideen, die sie für ihre berufliche Praxis dann auch nutzen können.
Ganz herzlichen Dank. Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge.
Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen im Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.