ERP Podcast Logo
ERP-Podcast
#27 - Unternehmensarchitekturmanagement und warum wir es brauchen - Einblicke in das Enterprise Architecture Management mit Andre Christ LeanIX
Loading
/

In den meisten Unternehmen sind betriebswirtschaftliche Abläufe stark verbunden mit den IT-Systemen. Das eine kann nicht ohne das andere, doch wie deckt man diese Zusammenhänge auf und dokumentiert Sie?

Sie leiden selbst permanent unter Anforderungen aus der fachlichen oder der IT-Welt?

Sie wollen Ihre IT-Systeme konsolidieren oder Risiken aufdecken? Sie benötigen mehr Transparenz über die Nutzung und die Kosten Ihrer Unternehmenssoftware?

Dann freuen Sie sich auf ein spannendes Interview mit LeanIX-Gründer und –Geschäftsführer André Christ zum Thema Enterprise Architecture Management.

Literaturempfehlungen:

————————–

Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten.

In diesem Sinne: keep connected.

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann

Transcript:

ERP-Podcast Folge 27 Warum wir ein Unternehmensarchitekturmanagement brauchen Einblicke in das Enterprise Architecture Management mit LeanIX-Geschäftsführer Andre Christ In den meisten Unternehmen sind betriebswirtschaftliche Abläufe stark verbunden mit den IT-Systemen. Das eine kann nicht ohne das andere, doch wie deckt man diese Zusammenhänge auf und dokumentiert sie? Sie leiden selbst permanent unter Anforderungen aus der fachlichen oder der IT-Welt? Sie wollen Ihre IT-Systeme konsolidieren oder Risiken aufdecken? Sie benötigen mehr Transparenz über die Nutzung und die Kosten Ihrer Unternehmenssoftware? Dann freuen Sie sich auf ein spannendes Interview mit LeanIX-Gründer und Geschäftsführer Andre Christ zum Thema Enterprise Architecture Management. Herzlich Willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen.

Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann.

Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich Willkommen zurück zu einer neuen Folge hier im ERP-Podcast. Schön, dass Sie auch wieder zugeschaltet haben.

Ich habe heute wieder ein sehr spannendes Thema, das Thema Unternehmenssoftware, Unternehmenssoftwaredokumentation, neudeutsch Enterprise Architecture Management. Wer sich das jetzt komplett in der Informatik vorstellt, liegt ein bisschen falsch, denn es geht eigentlich vielmehr darum, das, was von der Geschäftswelt gewünscht wird in Geschäftsmodellen, Geschäftsprozessen und das, was von der IT ermöglicht wird, miteinander in Einklang zu bringen, zu dokumentieren, darüber zu sprechen, das zu verbessern. Und ich freue mich, dass ich heute einen alten Weggefährten, zumindest für kurze Zeit, einen ehemaligen Studierenden aus meinen Tagen als Assistent hier in der Leitung habe, den André Christ, der seit einigen Jahren in diesem Umfeld unterwegs ist.

Herzlich Willkommen, André. Ja, vielen Dank, Axel. Freut mich.

Thema heute Enterprise Architecture Management. Bevor wir in das Thema reingehen, vielleicht magst du dich selber mal kurz vorstellen. Wer bist du? Was zeichnet dich aus? Ja, mein Name ist André Christ.

Ich bin einer der beiden Gründer der Firma LeanIX. Wir sitzen in Bonn. Wir haben die Firma vor fünf Jahren gegründet und widmen uns eben diesem Thema Enterprise Architecture Management, weil wir in unseren Rollen vorher erkannt haben, dass das eben heutzutage ein großes Thema ist für Unternehmen, die sich mitten in der Digitalisierung, digitale Transformation befinden.

Und in dem Zuge freue ich mich, dass im Kontext der Wirtschaftsinformatik einzusiedeln ja auch ist, mehr über das Thema einfach sprechen zu können. Du hast damals in Münster ein Studium der Wirtschaftsinformatik mit vielen Zwischenstationen gemacht. Du bist dann entsprechend auch in die Beratung reingegangen.

Du warst bei der Deutschen Post, glaube ich, wenn ich das richtig im Kopf habe, eine lange Zeit. Wie kommt man aus diesem Beratungszweig aus der Wirtschaftsinformatik dann auf die Idee, Unternehmensarchitekturen letztendlich zu dokumentieren und verbessern zu wollen? Genau. Also ich habe vor der Gründung von LeanIX vier Jahre im Inhouse-Consulting bei der DHL gearbeitet.

Das ist eine Einheit, die hilft den CIOs des Konzerns, Projekte umzusetzen, häufig mit taktischer oder strategischer Natur. Das heißt, es geht darum, Fragestellungen zu lösen, wie sieht eigentlich mein Applikationsportfolio am besten aus oder wie stelle ich das Datacenter am besten auf, was ich selber habe. Und in dem Zuge fiel uns immer wieder auf, dass die Einheiten des Unternehmens sowohl in der IT, aber auch auf der Fachseite mit mangelnder Transparenz zu kämpfen haben.

Das heißt also, man tut sich immer schwer, bei Projekten zu verstehen, welche Software gibt es eigentlich, welche Schnittstellen sind verfügbar, wer sind eigentlich die Verantwortlichen und die Ansprechpartner. Und in dem Zuge haben wir dort verschiedene Projekte durchgeführt, die immer sich eigentlich zum Start verzögerten durch so eine Bestandsaufnahme. Und das war für uns der Anlass, mal genauer drüber nachzudenken, wie kann man das eigentlich besser aufstellen.

Und vor fünf Jahren war das Thema SaaS noch nicht ganz so etabliert, wie es eigentlich heute ist. Insofern haben wir frühzeitig darauf gesetzt, dass eine Software-as-a-Service-Lösung für Enterprise Architecture eigentlich eine gute Idee sein könnte. Okay.

Also wenn ich so den klassischen Mittelstand anschaue, dann kommt aus der Unternehmensleitungsebene eigentlich immer so die Idee, dass die IT-Abteilung natürlich darüber Bescheid wissen muss, welche IT-Systeme, welche Unternehmenssoftware wie und wo im Einsatz ist. Aber dass das die Businesswelt, die Geschäftswelt eigentlich herzlich wenig zu interessieren hat und dass die Software sich eigentlich den Anforderungen des Unternehmens, der Geschäftswelt anzupassen hat, weil es ist ja Software, also weiche Ware, die sich verändern lässt, die sich anpassen lässt. Würdest du das so unterstreichen oder hast du da ganz andere Erfahrungen gemacht? Ja, also ich glaube, da ist doch ein Wandel jetzt derzeit der einsetzt.

Viele Unternehmen, gerade auch so der Mittelstand und eben auch so die Hidden Champions, die aus Deutschland kommen, sind sehr stark dabei, sich zu professionalisieren in der IT. Das heißt also, viele Unternehmen gehen dort gerade hin und setzen sehr moderne IT-Strukturen auf, weil sie erkannt haben, dass in ihrer Produktion das Thema IT eine sehr, sehr große Rolle spielt. Und das führt letztendlich auch dazu, dass die Art und Weise, wie eine IT gemanagt wird, anders aufgesetzt wird.

Das ist häufig dort zu beobachten, wenn so eine Organisationsänderung oder auch Strukturänderung auch von der Geschäftsleitung gewollt ist. Das heißt, Unternehmen, die bewusst sich entscheiden, IT spielt eine große Rolle in der Gesamtleistungserbringung meines Unternehmens. Dort sieht man häufig auch eine, ich sage mal, modernere Form, wie eine IT aufgestellt ist, wo es eben nicht mehr so ist, dass IT ein Cost-Center ist oder einfach nur ein Leistungserbringer, sondern eingebunden ist in Produktdiskussionen und in Roadmap-Diskussionen, sodass man frühzeitig überlegt, wenn ich ein neues Produkt auf den Markt bringen will, was sind eigentlich die Implikationen nicht nur auf die Infrastruktur in der IT, sondern eben genau auch auf die Architektur in der IT.

Okay. Kannst du mal ein konkretes Beispiel machen vielleicht von einem Kunden, ohne ihn zu nennen jetzt, um einfach mal plastisch zu sagen, wie dieses Zusammenspiel zwischen IT und Geschäftswelt erfolgt? Ja, also ein ganz typischer Fall, vielleicht nehmen wir mal einen Use-Case raus. Das ist das Thema Harmonisierung nach einem Unternehmenszukauf.

Das ist ja typischerweise ein Thema, was jetzt erstmal durch den Fachbereich oder durch den Business-Anteil getrieben wird. Das heißt, man entscheidet sich, ein Unternehmensfeld hinzuzukaufen und zu integrieren. Und das ist dann aber in einem Strang immer auch eine IT-Diskussion, weil man sich überlegen muss, was sind eigentlich Applikationen und Infrastruktur, die bei so einer Harmonisierung dann eigentlich nachher die führenden Systeme werden.

Das heißt also, wenn zwei Unternehmen zusammengeschmolzen werden, um eigentlich ein gut funktionierendes System daraus zu machen, muss man sich schon Gedanken machen, welche Systeme sollen eigentlich überleben und wie müssen diese mit bestehenden Systemen integriert werden. Und diese Diskussion ist dann sehr stark sowohl von der Geschäftsseite, aber auch von der IT-Seite getrieben, wo das Thema Enterprise-Architektur eben eine große Rolle spielt. Das heißt aber, um die Frage von vorhin nochmal wieder aufzugreifen, es ist nicht so einfach möglich, die Software nur nach den gewünschten Geschäftsabläufen und Geschäftsmodellen auszurichten, sondern ich muss letztendlich auch ein Mapping zwischen den Fähigkeiten der IT und dem, was die Geschäftswelt will, hinbekommen, richtig? Genau, das ist ganz genau, das ist typischerweise der Prozess, der jetzt an so einem Beispiel stattfindet.

Also wir sehen immer wieder, dass es in so einem Vorhaben unklar ist, welche Software ist eigentlich verfügbar und typischerweise geht man dann hin und erstellt ein Rahmenwerk. Das nennt man schon mal Domain-Modell. Es gibt Unternehmen, die das auch Business-Capability-Modell nennen, also Geschäftsfertigkeiten, in denen beschrieben wird, wie quasi die Wertschöpfungskette des Unternehmens zerfällt in einzelne Bereiche, also ganz plastisch.

Es gibt dann HR, Finance so als Supportfunktion, aber eben auch Logistik, Produktion, Produktentwicklung. So und dann bricht man dieses Domain-Modell oder Capability-Modell runter auf verschiedene Ebenen. Wir empfehlen häufig mit maximal zwei Ebenen dort zu beginnen als Rahmenwerk und dann erstellt man ein Mapping zwischen diesem Domain-Modell und den Applikationen.

Und wenn man das getan hat, dann kann man sehr schnell Lücken, aber auch Redundanzen feststellen. Und das ebnet dann genau die Diskussion mit den Fachbereichen der einzelnen Domänen, um zu diskutieren, wie kann man Lücken schließen oder wie kann man eigentlich Redundanzen beseitigen. Das Thema ist ja eigentlich gar nicht neu.

Also wenn ich so ein bisschen in die Historie reingucke, 87, Segment, das Segment-Framework, dann Anfang der 90er Jahre, August Willem Scheer hier in Deutschland, der sich sehr stark vor allen Dingen aus dem Bereich der Prozesse mit der integrierten Architektur, mit dem Zusammenspiel der betriebswirtschaftlichen Welt und der technischen Welt auseinandergesetzt hat. Also man könnte ja eigentlich denken, da ist schon unglaublich viel gemacht worden. Der Markt hat ausreichend Anbieter, die bei solchen Dokumentations- und Reorganisationsprojekten unterstützen können.

Wie kommt man dann auf die Idee, noch ein weiteres Unternehmen 2012 zu gründen? Ja, das ist eine Frage, die wir auch immer wieder sozusagen von Investoren gefragt werden. Und die Tatsache, wie du es beschrieben hast, ist genau richtig. Es gibt einen bestehenden Markt, es gibt einen etablierten bis hin zu einem etablierten Quadrant bei Analysten wie zum Beispiel Gartner oder Forrester, wo man sehen kann, welche Marktteilnehmer diesen Bereich Enterprise Architecture besetzen.

Warum haben wir eigentlich entschieden, dort reinzugehen? Weil wir das Thema ein Stück weit anders angehen. Wenn man sich diese Frameworks ansieht, so ein Zagmann-Framework oder TOGAV, dann stellt man fest, dass diese Frameworks sich richten häufig an Architekten, die sehr gut ausgebildet sind und diesen Sachverhalt sehr gut verstehen. Das passt sehr gut zu einer IT-Organisation, die so vor 10, 15 Jahren eigentlich sehr stark dominierte.

Das heißt also, Entscheidungen über Software und über IT wurde in eine IT-Organisation gegeben und dort haben sich Experten mit dem Thema auseinandergesetzt. Was wir beobachten ist, dass sich das Ganze dreht. Entscheidungen über IT werden eben genau nicht mehr nur beim CIO getroffen und in seiner Organisation, sondern auch außerhalb.

Und dementsprechend haben wir eigentlich erkannt, dass Werkzeuge sich auch daran anpassen müssen und haben deshalb beschlossen, dass wir ganz anders an das Thema herangehen als genau die Werkzeuge, die eben um diese Zeit entstanden sind. Okay. Das heißt, ihr habt nicht mehr aus einer zentralen Position die Absicht, das komplette Unternehmen technisch und fachlich zu dokumentieren, sondern vielmehr dezentral? Oder wo ist euer Ansatz verschieden zu dem, was kommt, was war? Genau.

Das ist eigentlich schon genau das richtige Stichwort. Also während man bei den klassischen Ansätzen häufig beobachtet hat, dass Werkzeuge in der Zentrale großer Konzerne eingesetzt werden, ist unser Ansatz gewesen und ist unser Ansatz heute auch sehr stark eine Lösung zu schaffen, die eben in der gesamten IT-Organisation, also eben auch außerhalb von Zentralfunktionen gut genutzt werden kann. Das kann man dadurch erreichen, dass eben gerade Software-as-a-Service-Lösungen sehr stark nutzerfreundlich sind und darauf orientiert sind, auch eine leichte Einführung hinzubekommen, weil ich eben nicht mehr nur ein klassisches Lizenzgeschäft habe, wo ich einmal am Anfang Lizenz verkaufe und sehr, sehr stark dann eine Schulung mache und das ausrolle, sondern wir als Unternehmen leben ja davon, dass die Lösung kontinuierlich gut genutzt wird.

Das heißt also, wir machen uns kontinuierlich Gedanken darüber, wie die Nutzbarkeit der Lösung ist und wie sie auch von möglichst vielen Benutzergruppen und Unternehmen eigentlich gut eingesetzt werden kann. Und insofern besteht darin schon ein großer Unterschied zu anderen Lösungen, das heißt also kollaborativ zu sein, sich gut zu integrieren in bestehende andere Lösungen auch im Unternehmen. Ihr macht das als Software-as-a-Service, SAAS hast du vorhin gesagt, das heißt eure Software ist nicht in dem Anwendungsunternehmen installiert, sondern man kann darauf über eine Webseite zugreifen und das tun durchaus ja auch viele Kunden von euch, richtig? Genau, Software-as-a-Service mit Hosting durch uns ist das dominante Modell, was wir heute haben.

95 Prozent unserer Kunden machen genau dieses Modell und vertrauen uns eben ihre Daten an und dementsprechend haben wir viele Themen Richtung Security und Datenschutz, um das Ganze eben auf einem hohen Enterprise-Level sicherzustellen. Okay, wenn ich mir eure Kunden angucke, dann ist das ja quer durch alle Branchen viele namhafte Kunden, um ein paar zu nennen, Zalando, Adidas, DHL, RWE, Vodafone, also wenn ich mir überlege, ihr seid 2012 eigentlich erst mit dieser Idee gestartet. Jetzt habe ich neulich gerade über euch im Handelsblatt gelesen, ihr habt eine große Finanzierungsrunde auch gemacht.

Kannst du das Unternehmen mal so ein bisschen beschreiben, wie groß seid ihr, welchen Funktionsumfang deckt ihr ab? Ja, also wir sind heute 30 Personen insgesamt im Unternehmen, davon sitzt ein Großteil in Bonn. Wir haben kürzlich ein Büro in Boston eröffnet, hauptsächlich mit Fokus auf Vertrieb und wir decken gerade jetzt in unserem Büro in Bonn, decken wir Funktionen Entwicklung ab. Wir haben Marketing, Sales, Customer Success, das heißt also sowohl Customer Support, aber auch eben Account Management.

Wir haben Finance, HR seit Start diesen Monats, das heißt also wir haben letztendlich schon die ganze Bandbreite, die wir dort abdecken. Und wie kann ich mir das als Unternehmen vorstellen? Ich bin irgendwo historisch gewachsen natürlich als Unternehmen, meine IT ist historisch gewachsen, die Geschäftsmodelle sind historisch gewachsen, ich stelle fest, dass vielleicht die Modernisierung der Geschäftsmodelle immer wieder an bestimmten IT Voraussetzungen scheitert. Das ist aber auch nicht so ganz offensichtlich, wie dieses Gesamtunternehmen so in der IT abgebildet ist.

Also irgendwo habe ich Bedarf einfach mal auch zu analysieren, zu dokumentieren, zu analysieren, wie ist eigentlich bei mir im Unternehmen das Zusammenspiel IT und Business. Was ist jetzt der erste Schritt, was mache ich? Dank Software as a Service ist der erste Schritt recht einfach, der ist typischerweise die Auswahl einer Lösung. Das läuft bei uns so ab, man kann über unsere Webseite so eine Demo quasi anfragen, dann ermöglichen wir den Zugang zu unserer Lösung, das heißt man kann ganz frei erstmal 30 Tage die Lösung ausprobieren und auch eigene Daten, falls gewünscht, in die Lösung hochladen.

Das heißt, wir machen es Unternehmen sehr einfach, bestehende Daten zu übernehmen. Typischerweise, was wir sehen, es gibt eigentlich zwei Arten, zwei Startpunkte. Es gibt Unternehmen, die haben bereits eine Lösung im Einsatz und sind damit möglicherweise nicht ganz zufrieden oder es gibt Unternehmen, die das bisher mit Excel, PowerPoint oder Visio irgendwie abbilden und haben dann aber schon Daten, die sie hochladen können.

So und wenn man mal bei dem Beispiel bleibt, dann nimmt man diese Daten, nutzt unseren komfortablen Excel-Upload und hat dann relativ schnell die Daten drin und kann dann über entweder über das Tool selber oder über unsere Survey-Funktion Mitarbeiter einladen in diese Plattform. So und über den Weg ist bei uns typischerweise der erste Schritt, dass man eben in so einer Evaluierungsphase herausfindet, bringt das Tool einen Mehrwert und dann gibt es die Möglichkeit, das Tool dann eben zu lizenzieren als Software-as-a-Service. Okay und jetzt dokumentiere ich, du hast vorhin von Layer, von Domains gesprochen, also ich dokumentiere letztendlich, welche Software bei mir im Unternehmen läuft, wie die Anforderungen aus Geschäftsmodell-Sicht an diese Software auch ist.

Was kann ich damit machen? Genau, also wir typischerweise, wenn ein Kunde sich entscheidet, unsere Lösung zu nehmen, dann führen wir gemeinsam mit dem Kunden so ein Onboarding durch, das heißt, wir geben nochmal Hilfestellungen bezogen auf unsere Lösung, welchen Use-Case eigentlich der Kunde löst. Also wir haben verschiedene Use-Cases. Es kann sein, dass was ich eben beschrieben habe, dieses Thema Merger & Acquisition, das kann aber auch sein, dass es rein um die Reduzierung der Applikationsanzahl geht oder aber Richtung Wachstum, dass man sich überlegt, man möchte seine monolithische Anwendungslandschaft irgendwie aufbrechen und mehr in eine moderne, zum Beispiel Microservice-Landschaft gehen.

So, das heißt, wir gucken mit dem Kunden drauf, welcher dieser Use-Cases ist eigentlich dominant und finden dann letztendlich heraus, welche Daten sollen denn überhaupt in so einer Lösung erfasst werden. So und das treibt sehr stark eben genau, was dokumentiere ich, weil in der Vergangenheit oft der Fehler gemacht wurde, dass einfach sehr viel dokumentiert wurde, ohne sich zu überlegen, was möchte ich eigentlich hinten raus haben. So und da helfen wir nicht nur in so einem Onboarding, sondern auch in der Lösung immer wieder zu verstehen, welche Analyse benötigt eigentlich welche Daten.

So und wenn ich Daten in das Tool hochgeladen habe, dann habe ich eben die Möglichkeit über grafische Auswertung sehr schnell zu verstehen, zum Beispiel in einer Bebauungsplanung, wo habe ich Lücken oder wo habe ich Redundanzen und kann dann diese Darstellung nutzen, um in meinem Unternehmen gemeinsam mit den Fachbereichen Diskussionen über die Verbesserung in der IT voranzutreiben. Du hast eben schon gesagt, ich glaube ein großer Fehler, der immer wieder gemacht ist, ist eigentlich dieses exzessive Dokumentieren von irgendwelchen Dingen. Ich habe mir hier auch eine Frage aufgeschrieben, ist das überhaupt möglich im gesamten Unternehmen wirklich alles dokumentieren zu wollen, diesen Anspruch zu haben? Also ich würde sagen, bitte nicht.

Also ich glaube, man sieht das sehr stark in Disziplinen, die Entscheidungen letztendlich vorbereiten sollen und um nichts anderes geht es hier auch, dass man sich am besten von der Entscheidung orientiert, worum möchte ich mich eigentlich kümmern in meinem Unternehmen. Das heißt also, es ist notwendig, schon eine Überlegung anzustellen, warum mache ich eigentlich diese Disziplin. Das Gute ist, was wir sehen in unserem Kundenkreis heute, dass das sehr stark gereift ist im Vergleich zu vor 10 oder vor 15 Jahren, wo es mehr darum ging, einfach erstmal alles zu erfassen.

Das heißt, Unternehmen wissen heute schon, dass sie eben zum Beispiel im Rahmen der digitalen Transformation einen Großteil ihrer IT-Systeme ändern müssen und haben dann eine Idee darüber, dass sie zum Beispiel deshalb Schnittstelleninformationen haben müssen, um zu verstehen, wo gibt es Veränderungen. Das heißt also, dieses Verständnis, ich habe einen Anwendungsfall und brauche dort für ein gewisses Set an Informationen, um gute Entscheidungen zu treffen zu können, ist deutlich vorangeschritten im Vergleich zu früher. Das andere ist, dass wir sehr stark vorantreiben, dass eben genau nicht die Menge der Daten in unserem Werkzeug das Ausschlaggebende ist, sondern die Kollaboration über diesen Sachverhalt.

Das heißt, allein die Kenntnis darüber und die gut gepflegte Kenntnis über Applikationen, Verantwortliche, ermöglicht den Austausch im Unternehmen. Das heißt also, Unternehmen, die geglaubt haben, dass allein mit so einer Datenbasis man im Prinzip zentral alles entscheiden kann, ich glaube, die sind weiterhin nicht der richtige Kunde für uns, sondern wir gucken schon sehr stark darauf auf Unternehmen, die eigentlich verstanden haben, dass sie kollaborativ diese Themen vorantreiben wollen. Kannst du vielleicht mal so ein paar Anwendungsfälle, vorhin hast du das Beispiel genannt, Mergers and Acquisitions, wo quasi ein neues Unternehmen in den Konzern mit reinkommt und man gar nicht weiß, was nutzen die eigentlich an IT, wie sind deren Prozessabläufe, wie kann ich das mit den eigenen Abläufen im Unternehmen, im Konzern vereinheitlichen, wie kann ich Daten konsolidieren, wie kann ich Finanzen konsolidieren.

Aber das ist ja vielleicht nicht nur der einzige Zweck, um sich mehr Gedanken über die IT und die entsprechenden Geschäftsmodelle im Unternehmen zu machen, oder? Ganz genau, also in der Tat, wir unterscheiden heute im Grund neun Use Cases, die man eigentlich findet oder die sehr akut sind, ganz grob unterscheiden die sich in Komplexitätsreduktion, Compliance und Standards sicherstellen. Vielleicht führen wir die jeweils mal kurz aus, also Komplexitätsreduktion heißt einfach, ist es mir irgendwie möglich, meine Prozesse zu vereinfachen und gleichzeitig das Portfolio an Anwendungssystemen zu reduzieren? Ganz genau, konkret fällt dieser Use Case, den wir eben besprochen hatten, das Thema Merger & Acquisition, also fällt dort rein, aber auch das Thema Application Rationalization, das heißt es geht darum, die Anzahl von Applikationen zu reduzieren oder sich eben mit der Integrationsarchitektur zu beschäftigen, das heißt also dafür zu sorgen, dass ich eine gut durchdachte Schnittstellen- und Datenflusslandschaft eigentlich habe. Das sind so drei Use Cases, die sehr dominant sind in diesem Bereich Komplexitätsreduktion.

Okay, was gibt es für weitere Anwendungsfelder? Genau, darüber hinaus sozusagen die zweite Gruppe ist bei uns Compliance und Standards. Da fällt zum Beispiel das Thema rein, Technologierisikomanagement. Das heißt also, ich habe in meiner IT-Landschaft in der Regel Technologien von Herstellern verbaut, die in einem gewissen Lebenszyklus drin sind.

Und ich als Unternehmen muss mir Gedanken darüber machen, was passiert eigentlich, wenn ich diesen Lebenszyklus verlasse und wenn ich eine ausreichende Anzahl an Applikationen habe, das heißt also Hunderte oder möglicherweise Tausende, dann ist es eben nicht mehr so leicht, dort den Überblick zu behalten. Und dort gibt es zwei Dinge, die mir als Risiko dann entstehen können. Das eine ist, ich bekomme Sicherheitsrisiken, weil ich alte Software einsetze oder ich muss mehr Kosten tragen, weil ich zum Beispiel Software weiter lizenzieren muss über deren Ablauf hinweg.

So, das ist zum Beispiel ein Use Case in diesem Bereich Compliance. Ein weiterer ist das Thema Data Compliance, das heißt also ganz konkret die Europäische Datenschutzverordnung, GDPR, treibt gerade sehr viele Unternehmen um, um eben genauer in ihre IT-Landschaft reinzugucken. Vielleicht kannst du nochmal kurz für die Zuhörer erläutern, was alles so unter das Thema Compliance auffällt.

Also Risiko ist klar, aber das ist ja nicht der einzige Bereich, den ihr da auch betrachten könnt und der gefordert wird von euren Kunden, oder? Genau, also wenn man bei dem Thema GDPR mal bleibt, also da geht es um die Fragestellung, in welchen Systemen habe ich eigentlich schützenswerte Daten, das heißt also zum Beispiel Kundendaten oder Mitarbeiterdaten, das heißt dort eine Übersicht zu gewinnen und eben dann sicherzustellen, dass meine Systeme auch diesen Anforderungen dann genügen, ist eben ein wesentliches Thema. Ein anderes ist die Ausprägung Standards Compliance, das heißt also ein Unternehmen hat für sich auserwählt, dass es gewisse Technologien einsetzen darf. Das geht bis hin zu der Fragestellung, welche Lizenztypen möchte ich eigentlich in meinem Unternehmen oder in meiner Software verbaut haben, also Stichwort Open Source Lizenzen auch.

Und dort kann man eben dann mithilfe unserer Lösung auch sicherstellen, dass man dies dokumentiert hat und auch transparent macht, wo welche Softwarelösungen verbaut sind und wo es vielleicht auch Dinge gibt, die heute nicht hinsichtlich der Vorgaben den Standard eigentlich erfüllen. Okay, das wäre also der Bereich Compliance und Standards? Genau. Und dann haben wir eben noch einen dritten Bereich, der fällt bei uns unter das Thema Wachstum ermöglichen.

Da fallen eigentlich drei Dinge rein. Das eine ist das ganze Themenfeld Cloud-Transformation. Das zweite ist die Überführung von einer monolithischen Landschaft in Microservices.

Und der dritte Themenbereich ist bei uns das Thema IoT als Stellvertreter für quasi neue Business-Modelle. Und so vielleicht auch mal ein Beispiel dann zu nehmen, was bedeutet das konkreter Cloud-Transformation bezogen auf Enterprise-Architektur? Hier ist wiederum genau die Fragestellung, wenn ich mich entscheide, dass ich eigentlich nicht mehr fest sitzen möchte an meinem eigenen Datacenter, sondern mehr Chancen erreichen will dadurch, dass ich flexible Datacenter nutze in der Cloud, dann muss ich mir Gedanken darüber machen, welche Applikationen und welche Infrastruktur möchte ich überhaupt verlagern? Und das ist typischerweise genau wieder eine Fragestellung, die zurückgeht auf das Thema Enterprise-Architektur, weil genau dort eben die Verbindung ist, aus welcher Applikation laufen, welche Prozesse werden unterstützt, wer ist verantwortlich und wo läuft das Ganze? Insofern ist das ein wichtiger Treiber, um eine Cloud-Transformation wirklich hinzubekommen. Okay, dann der zweite Punkt, den du genannt hast, die Entwicklung von Microservices aus einem monolithischen System heraus.

Kannst du dazu ein bisschen was sagen? Genau, also auch hier ist das Thema in der Vergangenheit sieht man Systeme, die gebaut wurden die aus sehr vielen einzelnen funktionalen Bereichen bestanden, also monolithisch eben sehr, sehr groß gewachsen sind. Es gibt mittlerweile eine sehr starke Tendenz dazu, Systeme modularer und viel, viel kleiner eigentlich aufzubauen und um damit eben auch eine höhere Geschwindigkeit zu erzielen. Also ganz, ganz plastisch wären früher vielleicht ein Shopsystem aus einer Billing-Funktion bestand, aus einer Logistikfunktion, aus einer Warenhaltung und eben aus einer Online-Bestellfunktion.

So würde man in einer Microservice-Architektur diese Bestandteile alle eben auf einzelne Softwarekomponenten verteilen, die wiederum alle über separate Schnittstellen ansprechbar sind. Das hat den Vorteil, dass ich dann einzelne Komponenten schneller verbessern und auch austauschen kann und somit eben auf Anforderungen aus der von den Kunden oder von meiner, von meiner internen Organisation viel besser und schneller reagieren kann. So und wenn man so ein Vorhaben hat, sich also monolithische Systeme auftrennen möchte in ihre Einzelteile, um eben schneller und flexibler zu werden, dort hilft es genau wieder, genau so ein Mapping voranzutreiben, das heißt also bestehende Systeme zuzuordnen, welche Fertigkeiten unterstützen sie heute und dann neue Services zu planen, die eben genau diese Funktionen unterstützen.

Okay, damit sage ich mal, spielt ihr natürlich ein bisschen gegen die Komplexitätsreduktion an der Stelle auch, oder? Ja genau, also ich glaube, das ist wahrscheinlich ein Irrglaube, der sehr stark in diesem Bereich Architekturmanagement bestanden hat in der Vergangenheit. Das heißt also, die reine, die reine Denkweise, dass ich durch die Reduktion der Anzahl von Applikationen die Komplexität reduziere, ist sicherlich sehr eindimensional betrachtet. Natürlich gibt es heute weiterhin Unternehmen, die sehr stark eben diese Reduktion vorantreiben wollen, was wir aber glauben ist, dass das eben durch die stärkere Anzahl von APIs, die es heute am Markt gibt, also Schnittstellen, die ich nutzen kann oder Services, die ich extern einkaufe, also Cloud-Dienste oder eben bis hin zu IoT-Architekturen, wo ich ganz neue Datenquellen eben herbekomme, wächst die Anzahl der Mitspieler in so einer IT-Landschaft grundsätzlich sehr stark an.

Das heißt also, ständig darüber nachzudenken, wie kann ich die Komplexität reduzieren, indem ich die Anzahl der Dinge einfach kleiner mache, wird auf Dauer aus unserer Sicht eben gar nicht funktionieren. Unsere Antwort ist da eher drauf, Unternehmen müssen eben sich professionalisieren in der Art und Weise, wie sie ihre IT managen. Das heißt also, ich kann eine IT-Landschaft eben genau nicht mehr mit einer Excel-Liste pflegen und muss eben eine Lösung eigentlich, über eine Lösung nachdenken, die es mir erlaubt, das Ganze in einer professionellen Weise eben den Überblick zu behalten.

Das heißt, ich brauche einen Gesamtüberblick, ich muss Schnittstellen, Datenströme, Ausfallsicherheit, Art des Providers und so weiter alles gleichzeitig im Blick behalten. Ganz genau. Also und man sieht nicht zuletzt deshalb auch, dass das ganze Thema Enterprise-Architektur aufgrund dieser Entwicklung, dieser moderneren Architekturform schon auch eine Renaissance letztendlich erlebt.

Das heißt also, zahlreiche Unternehmen denken darüber nach, nicht mehr nur die großen Konzerne, sondern eben auch der Mittelstand, der erkannt hat, wenn ich dort flexibler werden will und wenn man mal wieder die Verknüpfung schafft auch zur Geschäftsseite, das heißt also, wenn ich schneller Produkte auf den Markt bringen möchte, wenn ich agiler reagieren möchte auf Kundenfeedback, dann muss ich eine Architektur etablieren, die nicht starr ist und damit nicht monolithisch ist, sondern eher auf so Konzepte setzt wie Microservices und daraus leitet sich eben ab, ich brauche ein professionelles Architekturmanagement. Okay. Wer treibt solche Dokumentations- und Analyseprojekte? Ist das vornehmlich doch noch der IT-Manager, der CIO? Kommt so was aus den Fachabteilungen, die sagen, wir haben eigentlich zu wenig Transparenz oder ist es das Management, was eigentlich bei neuen Geschäftsprozessen oder Geschäftsmodellen an der IT scheitert? Ja, also es gibt sicherlich immer wieder genau dieses Thema auch, dass man im Rahmen von Transformationsprogrammen feststellt, dass aus einer Fachseite heraus, es fehlt diese Transparenz und damit diese Nachfrage entsteht.

Bei uns letztendlich im Portfolio ist es so, der hauptsächliche Ansprechpartner ist die IT-Organisation, das heißt also typischerweise beim CIO des Unternehmens angesiedelt oder beim CTO, die erkannt haben, wenn sie sich eben modern aufstellen wollen als Organisation, dass sie dort transparent agieren wollen und dort gibt es typischerweise dann jemanden, der verantwortlich ist für das Applikationsportfolio oder für die Architektur an sich, der dann genau auch sich darum kümmert, so eine Lösung einzusetzen. Aber hier ist auch wieder ein Unterschied zu der Art und Weise, wie das in der Vergangenheit passiert ist. Typischerweise sind das nicht die Personen, die letztendlich die Dokumentation selbst vornehmen oder sozusagen dort zentralisiert ist, sondern die sind vielmehr die Personen, die so eine Initiative im Unternehmen verankern und dann kommt es eben darauf an, eine Lösung zu etablieren, die nicht nur für einzelne Architekten oder Applikationsportfolio-Manager funktioniert, sondern die eben auch breitflächiger in der Organisation nutzbar ist.

Dazu gehört sicherlich auch, dass man sich mit den Budgets, die für IT zur Verfügung steht, auseinandersetzt und dokumentieren und analysieren muss, wo man welche Summen, und das können ja durchaus große Summen sein, im Softwarebereich dann auch verausgabt, oder? Genau. Letztendlich ist dieses Thema Leistungs- und Kostenverrechnung tatsächlich auch noch mal ein eigenes Thema an sich. Also sich zu überlegen, wie komme ich in der IT zu Service- preisen für angebotene Applikationen oder angebotene Dienste.

Das ist jetzt Stand heute nichts, was wir, oder was originär eigentlich im Enterprise- Architekturmanagement verheimatet ist. Allerdings ist es so, dass die Ergebnisse aus so einer Kosten- und Leistungsrechnung in der IT typischerweise dann auch in so eine Lösung wie LeanIX landen. Das heißt also, man hat schon dort ein gutes Verständnis darüber, welche Anwendungen kosten mich eigentlich wie viel und wo sind die großen Kostentreiber in meiner IT eigentlich beheimatet.

Ist das durchaus überraschend, was dabei rauskommt für die Unternehmen, oder ist das das, was man eigentlich auch erwartet? Ne, also das bringt schon ein Erkenntnisgewinn. Also eine typische Erkenntnis, die wir häufig sehen, ist, dass sehr viel Zeit in Anwendungen, in Anwendungsweiterentwicklung und Betrieb und Wartung gesteckt wird für Anwendungen, die zum Beispiel sehr gering genutzt werden. Das heißt also, diesen Kontext zu schaffen aus, was bringt mir diese Anwendung eigentlich nachher im Geschäftsnutzen und auch in den Prozessen und da gegenüberzustellen, was stecke ich eigentlich dann rein im Rahmen von Projekten, die ich durchführe oder in laufenden Kosten durch Lizenzen oder eben auch durch den Betrieb in meinem Data Center.

Dieses Zusammenspiel, das bringt schon sehr stark Fragen hervor und auch Optimierungspotenziale, weil man sonst häufig in der IT sozusagen den eingeschränkten Blick hat darauf, man hat alle Applikationen sind irgendwie gleich, manche kosten mehr oder weniger, ja, aber man hat gar nicht so den Kontext, wofür wird das Ganze eigentlich im Detail verwendet. Und da lässt sich schon sehr stark auch optimieren und dann eben auch den Geschäftsnutzen dann verbessern. Okay.

Ein letzter Punkt, den du eben im Bereich Wachstum ermöglichen genannt hast, war IoT, Internet of Things. Vielleicht kannst du noch mal kurz sagen, was da aus eurer Sicht dahinter steckt und wie ihr in dem Bereich als Unternehmenssoftware-Management-Lösung unterstützen könnt. Genau, also für viele Unternehmen ist das Thema IoT steckt ja noch ein Stück weit in den Kinderschuhen.

Es gibt einige, die schon sehr weit sind und IoT-Plattformen etabliert haben. Was wir auch hier wieder sehen ist, dass wenn man IoT-Architekturen aufbauen möchte, dann ist das eben nicht, das Ganze startet eben doch nicht meistens auf einer grünen Wiese, sondern man muss sich Gedanken darüber machen, wie verbinde ich eigentlich meine Sensorik oder meine Event-Behandlung. Das heißt also, ich bekomme durch meine Sensoren, die ich in der IT-Architektur etabliert habe, viele Informationen und Ereignisse.

Wie packe ich diese Ereignisse eigentlich dann in meine Systeme? Und wenn ich solche Überlegungen anstelle, dann muss ich mir Gedanken darüber machen, wie sind Datenflüsse zu gestalten? Wo habe ich auch Sammelpunkte? Das heißt, über welche Systeme laufen meine Ereignisse? Das heißt also, auch hier helfen wir eben dann in den Grundlagen, dass eben diese IoT-Architekturen etabliert werden können und haben auch schon erste Darstellungsformen erarbeitet, wie man Architekturen eben darstellen kann, jetzt mit Bezug auf IoT. Das ist aber sicherlich ein Feld, was gerade mit zunehmender Reife sich weiterentwickeln wird, weil eben zunehmend auch Geschäftsmodelle darauf aufgebaut werden. Was ist dabei die größte Herausforderung? Na ja, die größte Herausforderung ist, dass sich die Art und Weise, wie letztendlich eine IT-Landschaft aufgebaut ist, durch die großen Datenmengen dramatisch ändert.

Das heißt also, während die bisherigen Systeme dann mit gar nicht, mit möglicherweise nicht so vielen Daten umgehen mussten, müssen sich Unternehmen ganz neue Gedanken machen, wie geht man eigentlich Realtime mit diesen Informationen um? Im Bereich BI hat man, oder Data Warehouse, hat man solche Themen ja eigentlich schon mal ganz gut gelöst. Der Unterschied ist aber hier jetzt, ich habe vielmehr den Aspekt, ich bekomme in Echtzeit aus vielen Quellen Daten und muss dann eben auch transaktional eigentlich darauf reagieren. Das wird eine große Herausforderung werden, das abzubilden in den bestehenden Architekturen.

Ja, ein ganz großes Thema, was ich auch in den Unternehmen immer wieder sehe, es ging jetzt auch neulich gerade wieder durch die Presse, ist das Thema Sicherheit. Interne, externe Angriffe, Datenmodifikationen, im Kontext von IoT sicherlich auch die Manipulation von Maschinen, also von physischen Objekten durch Eingriffe in bestimmte Software und so weiter und so fort. Ist das auch ein Thema, mit dem man sich im Bereich Unternehmensarchitekturmanagement auseinandersetzt? Ja, also das Thema Sicherheit spielt grundsätzlich eine Rolle.

Das geht auch wieder so zurück zu dem Thema, die Wahl der eingesetzten Technologiekomponenten. Das heißt also, die gute Kenntnis darüber, wo setze ich eigentlich Technologien ein, sei es dann ein IoT-Event-Hub oder gewisse Sensorik und in welche Versionen setze ich dort auch ein, sind eine große Voraussetzung dafür, dass ich eben, wenn solche Themen bekannt werden, auch darauf reagieren kann. Das heißt also, wenn Sicherheitsprobleme festgestellt werden, möchte ich als Unternehmen ja möglichst schnell in der Lage sein, zu erkennen, wo habe ich diese Risiken.

Das heißt also, dort kann Enterprise Architektur auch einen Beitrag zu leisten, dass die Sicherheit dort deutlich besser ist. Kannst du vielleicht noch mal so vom Gefühl her sagen, wer eure Zielgruppe ist? Also ich habe ja vorhin ein paar Namen aufgezählt. Es geht ja wirklich quer durch alle Branchen.

Gibt es bestimmte Branchen, wo sich das besonders eignet? Gibt es bestimmte Unternehmensgrößen, bei denen sich das besonders eignet? Wer spricht euch typischerweise aus dem Unternehmen zunächst an? Genau, also es ist genau richtig, wir sind heute in verschiedensten Branchen aktiv. Das geht über die Herstellung, Industrie, Finanzen, Versicherungen, Konsumerbereich, Pharma-Bereich, Telekom. Das heißt also, letztendlich ist das Thema Enterprise Architektur agnostisch.

Das heißt, es gibt dort keinen besonderen Bezug. Allerdings kann man schon feststellen, dass Branchen, die sich sehr stark im Wandel oder im Wandel befinden und dort ein hoher Innovationsgrad ist, dass dort das Thema Architektur eine besonders große Rolle spielt. Beispielsweise Versicherungen und im Finanzbereich, dort sieht man, dass sich neue Modelle bilden, neue Geschäftsmodelle, aber eben auch die Art und Weise, wie mit dem Kunden kommuniziert wird.

Das heißt also, dort ist ein sehr starker Veränderungsbedarf. Insofern schlägt sich das auch nieder, dass wir dort zunehmend eben Anfragen bekommen. Ansonsten, was wie Sie zu der typischen Kunde aus, ich hatte eben schon mal beschrieben, wir adressieren heute Unternehmen, die mehr als 500 Millionen Euro Umsatz machen.

Das heißt also, eine gewisse Größe haben, eine gewisse Komplexität in ihrer IT haben, die letztendlich dann ein IT-Management auch haben. Das heißt, ein CAO, der das Thema Architektur-Management angeht. Das heißt, unser Ansprechpartner ist typischerweise ein Enterprise-Architekt, der dieses Thema dann im Unternehmen vorantreibt.

Okay, was mache ich in Unternehmen, also Enterprise-Architekt genauso wie ein Prozessmanager und so weiter und so fort, finde ich ja doch erst in Unternehmen ab einer Größenklasse vielleicht von 500.000, manchmal 1.500, 2.000 Mitarbeitern. Was mache ich bei kleineren Unternehmen? Ja, also letztendlich, wir sehen grundsätzlich das Thema natürlich auch in kleineren Unternehmen. Für uns ist es so, als Unternehmen, wir haben uns derzeit fokussiert auf diese Gruppen, um das Thema voranzutreiben, weil man tatsächlich auch in kleineren Unternehmen ein Symptom natürlich feststellt.

Das heißt, häufig sind gar nicht diejenigen Mitarbeiter an Bord, die diese Themen vorantreiben können. Das ist ähnlich im Bereich Prozessmanagement. Ich muss jemanden haben, der überhaupt das Thema Prozessmanagement vorantreiben kann.

Das heißt also, die kleineren Unternehmen haben dort durchaus noch das Thema, dass sie dort auch die Kompetenz natürlich aufsetzen müssen, um so ein Thema voranzutreiben. Okay, also es gibt viel zu tun im Mittelstand, höre ich da draus. Ich habe in einer vorherigen Folge mal sinniert, welche Chancen eigentlich für kleinere Unternehmen in der Digitalisierung liegen.

Sind die vielleicht ein bisschen im Nachteil, weil sie gar nicht die Budgets, den Power haben, um so mit Digitalisierung umgehen zu können, wie das größere Unternehmen können? Ja, also ich glaube, es gibt auch dort Chancen und Hinderungen. Ich glaube, die große Chance, die diese Größenordnung von Unternehmen letztendlich haben, ist, dass sie nicht eine große Anzahl von Altlasten mit rumschleppen, die man eben dann in größeren Unternehmen findet. Und ich glaube, letztendlich ist das nicht nur bezogen auf IT-Systeme, die ich im Einsatz habe, sondern eben auch, ich habe gar nicht die Fähigkeiten teilweise oder andere Fähigkeiten, die vielleicht gar nicht mehr so gefragt sind.

Also ich glaube daran, dass der Mittelstand sich schneller bewegen kann. Und wir sehen es eben auch bei uns im Portfolio. Es gibt die Unternehmen, die letztendlich erkannt haben, dass ich, wenn ich Fähigkeiten an Bord bringe, Mitarbeiter, die sich mit diesen Themen auskennen, ich schon auch einen Wettbewerbsvorsprung erzielen kann.

Das heißt, also dort ist es schon eine Chance, weil ich das Ganze mehr auf einer grünen Wiese aufbauen kann, solche Themen, als ich das vielleicht in größeren Unternehmen habe. Gerade das Thema Enterprise-Architekturmanagement, während so ein Thema im Mittelstand bisher wenig eine Rolle gespielt hat und jetzt zunimmt und man dort eher auf einer grünen Wiese beginnt, hat man in größeren Unternehmen sich in der Vergangenheit typischerweise ein bis zweimal die Finger verbrannt und hat dann neben nicht nur eben auch Überzeugungsarbeit zu leisten, dass das richtige Thema ist, sondern eben auch muss mit Widerständen dort rechnen, weil es eben schon viele, viele Erfahrungen damit gibt. Das heißt also, ich glaube, dass die Voraussetzungen für Digitalisierung auch in diesen Unternehmen sehr gut sind, weil man eben auch dort schneller agieren kann.

Okay, jetzt hast du gerade einen interessanten Punkt noch angesprochen, was größere Unternehmen und ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit und ein gewisses Beharrungsvermögen angeht. Ist das nicht auch einer der Hauptgründe, warum sich sehr viel Schatten-IT innerhalb der großen Unternehmen bildet, also das CRM an der zentralen IT vorbei, nur für die Marketingabteilung und so weiter und so fort? Ja klar, also das heißt, immer dort, wo das Zusammenspiel zwischen den Fachseiten und einer IT-Organisation eben gar nicht so richtig gut funktioniert, bilden sich natürlich genau diese Schattenorganisationen. Ich glaube auch daran, dass das Ganze gar nicht zu, also dass es nicht der richtige Weg ist, darüber nachzuhängen, wie kann ich das verhindern, sondern es ist eher der Weg, wie kann ich eigentlich meine Fachseiten und meine Experten in den einzelnen Bereichen mitnehmen in eine gemeinsame Gestaltung der IT und das ist eben eher unser Ansatz, also gar nicht sagen diese Governance-Richtung viel mehr zu stärken, sondern eher darüber nachzudenken, wie baue ich eine Organisation auf, die eben cross- funktional dort zusammenarbeiten kann und deshalb ist so eine Lösung wie LeanIX sehr stark ausgerichtet auf Zusammenarbeit und auch Zugang durch Mitarbeiter, die eben nicht tagtäglich mit IT und Architektur zu tun haben, sondern auch Mitarbeiter, die eben Berührungspunkte mit IT haben.

Okay, kommen wir mal wieder abschließend ein bisschen zu dir. Du hast ja sehr viele Stationen schon in den letzten 10, 15 Jahren durchlebt. Gibt es irgendetwas, was dir geholfen hat, beruflich heute da zu stehen, wo du stehst? Also ich glaube, wahrscheinlich ist dort auch eher die Summe der Dinge, die ich gemacht habe, also ich habe in den vier Jahren, die ich bei der DHL arbeiten konnte, sehr viel sehen dürfen über, wie tickt eigentlich ein großes Unternehmen weltweit, habe aber eben gleichzeitig auch eine Zeit lang für kleine Software-Startups, Software entwickelt oder auch designt, das heißt also, kenne nicht nur die Welt der PowerPoint-IT, das heißt also der Entscheidungen über IT, sondern eben auch, wie IT selber gemacht wird und diese Kombination, die vielleicht auch schon sehr klassisch in der Wirtschaftsinformatik eben zu finden ist, eben nicht nur sich zu beschäftigen mit der Entwicklung von Software oder dem Design von Software, sondern eben auch der Art und Weise, wie ich das Ganze zu Entscheidungen bringe oder auch in einem Geschäftskontext eben nutze, das hat mir wahrscheinlich am meisten geholfen, eben auch im Unternehmen oder Arbeitsleben eben meine Dinge voranzubringen.

Dein größter beruflicher Erfolg? Ist wahrscheinlich das Bootstrapping eines Unternehmens, das, was wir mit LeanIX gemacht haben, das heißt also mit eigenen Ressourcen über drei Jahre Unternehmen aufzubauen, was jetzt mittlerweile 30 Mitarbeiter hat. Gibt es da eine Endausbaustufe? Derzeit nicht, wir sehen jetzt gerade auch im Hinblick der Finanzierungsrunde, die wir gemacht haben und das Wachstum, was wir als Unternehmen haben, eine große Chance, ein großes Unternehmen, ein Technologieunternehmen in Deutschland aufzubauen, was derzeit in der Nische unterwegs ist, aber eben sich dort am Markt eben auch global entwickeln kann. Insofern sehen wir da erst mal keine richtige Limitierung.

Welche Eigenschaften hast du, die man in deinem Beruf besonders gut braucht? Ich glaube, was mir hilft, ist die Übersetzung von Themen auf verschiedenen Ebenen, das heißt also runter bis hin zur Implementierung gehen zu können, das heißt zu verstehen, wie ist etwas letztendlich umgesetzt, das aber dann relativ schnell auch wieder zu bringen können auf eine Entscheidungsebene. Das hilft in einem Startup-Kontext ganz besonders, weil dort gerade in der Anfangszeit die Fähigkeiten nicht sehr spezialisiert sind, sondern man eben viele Fähigkeiten bündelt. Insofern ist das hilfreich.

Ganz generell ist die Fähigkeit, Sachverhalte mit verschiedenen Ansprechpartnern so darzustellen, dass das Thema verständlich ist. Ich glaube, das ist eine wesentliche Fähigkeit, die mir tagtäglich hilft. Gibt es bestimmte Bücher, die dir in der beruflichen, aber auch in der privaten Weiterbildung geholfen haben, die du gerne mit uns teilen magst? Ich habe zwei Bücher, die wahrscheinlich mir ganz besonders weitergeholfen haben.

Das eine ist das Thema The Lean Startup von Eric Ries. Da geht es nicht nur um Startups, sondern eher auch um Innovation und die Businessmodelle, die erstellt werden können. Das ist sehr interessant.

Das andere Buch ist sozusagen der Komplementär dazu, das Buch Thinking in C++. Das heißt also, jemand, der sich interessiert für Entwicklung, findet dort, glaube ich, alle Antworten, wie IT funktioniert. Okay.

Was das Interview für mich unheimlich spannend macht, du hast eine ganz andere Perspektive als die Leute, die typischerweise aus der Anwendungssystemwelt kommen, die natürlich sehr viel von den Anwendungsunternehmen sehen, aber vielleicht die Veränderungen, die dann bei dir in der Dokumentation, in der Analyse des Gesamtunternehmens aufschlagen, etwas anders mitbekommen, als du das tust. Daher die Frage an dich, wie wird sich die Berufswelt in den nächsten zehn Jahren verändern, gerade mit Bezug auf dieses Zusammenspiel IT und Business? Ja, also ich glaube, was man ja heute sehr stark sieht, ist, die IT in Unternehmen ist schon weiterhin ein Stück weit getrieben. Das heißt also, ich kann mich gut erinnern, früher war es so, wenn jemand was aus dem Unternehmen nach Hause mitgebracht hat, also ein Laptop, dann war das was, was man zu Hause nicht hatte.

Heute ist es eigentlich immer andersrum. Das heißt also, wenn man irgendwas im privaten Umfeld hat, dann ist es meistens so, dass man im Unternehmen dann das eben genau nicht hat. Also vor ein paar Jahren war es noch das Smartphone, was man irgendwie privat alle hatten.

Im Unternehmen hatte man irgendwie normale Handys. Und so dieses Phänomen setzt sich, glaube ich, zunehmend durch. Man hat im privaten Bereich deutlich bessere Softwarelösungen oder Apps, als man das im beruflichen Bereich letztendlich gewohnt ist.

Und ich glaube, dass das sozusagen eine IT, die immer nur getrieben ist, dass sich das wieder wandeln wird in eine IT, die eben selber auch Innovationen voranbringt, weil sie eben zunehmend auch von Leuten eben vorangetrieben wird, die die Themen, die sie in ihrem privaten Alltag haben, auf ganz natürliche Weise auch im Unternehmen dann verankern. Es gibt viele, viele tolle Lösungen, die auch entstehen, auch in großen Unternehmen, die letztendlich ein Stück weit ihren Ursprung auch wieder darin hatten, dass es etwas nachbildet, was man im privaten Umfeld auch so nutzt. Und ich glaube, dadurch erneuert sich die IT schon sehr stark in der Zukunft.

Und ich würde mir wünschen, dass das in der IT-Organisation mehr quasi diese Integration auch in Produktentwicklung stattfindet, anstatt dass man quasi die klassische IT hat, die eigentlich nur Aufträge erhält und dann Dinge umsetzt. Ich glaube, das sehen wir bei vielen modernen Unternehmen, dass das schon der Fall ist. Und ich glaube, bei anderen ist das ein Wandel, der auf ganz natürliche Weise jetzt passiert.

Vor diesem Kontext und natürlich mit Blick auch auf den ERP-Markt, vor welchen Herausforderungen steht dann die Standardunternehmenssoftware, die heute erstellt wird? Ja, also vor welchen Herausforderungen steht die ERP-Software? Grundsätzlich letztendlich glaube ich, dass der Funktionsumfang von ERP-Lösungen oder generell von Unternehmenssoftware immer wieder eine Herausforderung ist. Das heißt, es gibt häufig Lösungen, die sehr erfolgreich sind durch einen gewissen Fokus auf eine Funktionalität, dann aber über die Laufzeit weiter anwachsen. Ein Beispiel ist Salesforce, die auch sehr klein gestartet sind und mittlerweile ist eine Einführung von Salesforce schon ein Riesenprojekt auch für ein Unternehmen.

Und ich glaube, das ist ein ganz generelles Phänomen von Unternehmenssoftware. Tools und Lösungen, die teilweise monofunktional sind, sind sehr erfolgreich und bieten eine große Hilfe. Wenn daraus Suiten entstehen, die kaum noch überschaubar sind, wird es immer schwieriger, diese einzuführen und auf Dauer auch zu warten.

Das ist sicherlich eines der großen Themen, mit der sich gerade so ERP-Lösungen auch wahrscheinlich weiterhin Gedanken machen müssen, wie man dort in der Zukunft darauf gut reagiert. Ein Ansatz kann sein das Thema Integration und eben spezialisierte Lösungen, aber ich denke, dass das noch ein Thema ist, was uns beschäftigen wird in der Zukunft. Also, es bleibt spannend und ihr seid mit der Dokumentation und Analyse von Unternehmensarchitekturen sicherlich am Puls der Zeit und werdet das Thema auch die nächsten Jahre vorantreiben, weiterentwickeln und begleiten.

Ich darf mich ganz herzlich mit Blick auf die Uhr bei dir, lieber André, bedanken. Ich fand, es war ein wahnsinnig spannender Einblick in das, was ihr mit LeanIX, LeanIX macht, wie ihr mit Unternehmen gemeinsam helft, die Unternehmensansprüche an IT, an die Geschäftsmodelle zu verbessern. Die letzten Worte sind deine.

Wir werden natürlich dein Unternehmen in den Shownotes verlinken und ich danke dir ganz herzlich für dieses Interview. Ja, vielen Dank, Axel, für die ausgesprochen tolle Unterhaltung. Mir hat das Spaß gemacht, nochmal das Thema Wirtschaftsinformatik auch hier so aufzugreifen, weil es passt, glaube ich,

Noch mal sozusagen das Thema Wirtschaftsinformatik auch hier so aufzugreifen, weil es passt, äh, glaube ich, hier perfekt, gerade im Reis, Enterprise Architecture Management. Und, ähm, ja, vielen Dank an der Stelle noch mal. Alles klar. Danke dir. Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.