Produktinformationen müssen sicherlich auch in Ihrem Unternehmen für verschiedene Anwendungszwecke zur Verfügung gestellt werden. Natürlich finden sich bereits in Ihrem ERP-System zahlreiche Möglichkeiten, Produktdaten, insbesondere Stammdaten, zu pflegen, doch die medienneutrale Verwaltung und Veränderung dieser Daten in reinen ERP-, CRM- oder Dokumentenmanagement-Systemen ist begrenzt. Gerade wenn es darum geht, im Rahmen des Enterprise Content Managements verschiedene Bereiche wie gleichzeitig den technischen Katalog und die Webseite mit Produktdaten zu versorgen, kommen dann sogenannte PIM-Systeme zum Einsatz. Sie sind Spezialisten für die zentrale, medienneutrale Speicherung und Aufbereitung der Produktdaten für die Mehrfachnutzung in unterschiedlichen Zusammenhängen.
In der heutigen Folge erfahren Sie von meinem Interviewpartner Norbert Klinnert, geschäftsführender Gesellschafter der Noxum GmbH, alles über die Hintergründe und die Vorteile von PIM auch im Kontext von Cloud, CAD, digitaler Zwilling oder Katalogdatenmanagement in Ihrem Unternehmen.
Literaturempfehlung:
- Isaacson, W.: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2012
- Orwell, G.: 1984. 1949
- Anderson, C.: Free – Kostenlos: Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets. 2009
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In diesem Sinne: keep connected.
Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann
Transcript:
ERP-Podcast Folge 32 PIM-Systeme Product Information Management Eine Einführung in das Produktinformationsmanagement mit Norbert Klinert, geschäftsführender Gesellschafter der Noxum GmbH. Produktinformationen müssen sicherlich auch in Ihrem Unternehmen für verschiedene Anwendungszwecke zur Verfügung gestellt werden. Natürlich finden sich bereits in Ihrem ERP-System zahlreiche Möglichkeiten, Produktdaten, insbesondere Stammdaten, zu pflegen.
Doch die medienneutrale Verwaltung und Veränderung dieser Daten in reinen ERP-, CRM- oder Dokumentenmanagementsystemen ist begrenzt. Gerade wenn es darum geht, im Rahmen des Enterprise Content Managements verschiedene Bereiche wie gleichzeitig den technischen Katalog und die Webseite mit Produktdaten zu versorgen, kommen sogenannte PIM-Systeme zum Einsatz. Sie sind Spezialisten für die zentrale, medienneutrale Speicherung und Aufbereitung der Produktdaten für die Mehrfachnutzung in unterschiedlichen Zusammenhängen.
In der heutigen Folge erfahren Sie von meinem Interviewpartner Norbert Klinert alles über die Hintergründe und die Vorteile von PIM, auch im Kontext von Cloud, CAD, digitalem Zwilling oder Katalogdatenmanagement in Ihrem Unternehmen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast. Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen.
Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann.
Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. So, liebe Zuhörer, herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Heute wieder ein Begriff rund um Unternehmenssoftware, dem ich mich gerne nähern möchte, dem Thema Product Information Management.
Wir sind also voll in der Datenstrickkiste ganz unten. Und was das bedeutet, da möchte ich mich heute mal mit Herrn Klinnert drüber unterhalten. Er ist geschäftsführender Gesellschaft der Firma Noxum.
Wir alle haben mit Produktdaten tagtäglich zu tun, spätestens wenn wir im Webshop irgendwelche Produkte ansehen oder bestellen. Wir gehen heute so ein bisschen in das Thema rein. Wir werden das auch abgrenzen zum Thema ERP.
Herr Klinnert, herzlichen Dank, dass Sie hier sind und herzlich willkommen bei uns im ERP-Podcast. Ja, hallo. Herr Klinnert, vielleicht mögen Sie sich am Anfang ein bisschen vorstellen, wer sind Sie, wie sind Sie zu dem Thema eigentlich auch gekommen? Ja, das mache ich gerne.
Ja, wer sind Sie, wie bin ich zum Thema gekommen? Keine einfache Frage, weil AM braucht dementsprechend Eigenschaften, dass man im Prinzip in der IT und auch gerade mit Datenmanagement und Publikationssystemen umgehen kann. Ich denke mal, ich habe ein relativ großes Interesse an Technologien, an neuen Technologien, eine schnelle Auffassungsgabe, technisches Abstraktionsvermögen. Ich habe Freude an der konstruktionellen Arbeit mit Teams.
Also sprich, heute muss man im präzisen Team Produkte entwickeln, weiterentwickeln und auch mit Kunden im Team zusammenarbeiten. Dazu könnte sich auch das Kaufmännische denken. Für meine Vita beruflich habe ich erst mal mit einer klassischen technischen Ausbildung begonnen, habe dann vier Jahre im technischen Service gearbeitet, habe so eine Art TÜV-Prüfungen für komplexe technische Anlagen und Systeme durchgeführt und habe dann entschlossen, noch ein Studium hinten ran zu hängen.
Also im Prinzip ein Späteinsteiger gewesen und habe dann in Würzburg studiert und dann nochmal 15 Jahre als Lehrbeauftragter im Bereich Betriebswirtschaft, Medienmanagement gelehrt. Also sprich, alles was mit neuen Medien, Online-Systemen, Suchmaschinen, SEO-Optimierung angeht, war mein Thema in der Fachhochschule. 15 Jahre, ich bin echt irgendwie verblüfft, dass es so lange war.
Was haben Sie studiert? Social Management habe ich studiert. Und da waren Schwerpunkte halt dementsprechend auch Medien und Kommunikation. An der Fachhochschule in Würzburg ist ein sehr großes Medienlabor eingerichtet.
Die arbeiten zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk, haben dann die neueste Technik dort stehen von Betacam-Schnittsystemen, Digitalschnittsystemen, haben Referenten vom Bayerischen Rundfunk, Dr. Schramm und den Herrn Böhnte, der relativ langen Report aus Bayern sozusagen mitmoderiert hat. Und so bin ich im Prinzip immer näher an diese ganzen Themen Medien, Publikationskanäle und Informationsmanagement in diesem Bereich und Projekt im Prinzip angekommen. Und Sie haben dann noch während des Studiums Ihre Firma, die Noxum, gegründet.
Ist das richtig? Ja, das war sehr spannend, weil ich habe 1993 im Studium einen Kurses bewegt, der hieß damals Umgang mit der elektronischen Post. Den hat ein Student moderiert, der Herr Michael Stedtmann, der heute auch mein Companion ist, mit dem ich die Firma auch dann gegründet habe. Und in diesem Kurs habe ich sozusagen kennengelernt, was im Prinzip das World Wide Web, aber auch die Dienste aus dem Raum, Mail, FDP usw.
für Bedeutung haben. Und spannend war, die Aufnahmekriterien für die Aufnahme zu diesem Kurs waren, man müsste eine 712 KB Floppy-Disk haben. Warum? Das Mail-Programm wurde damals auf die Diskette gespeichert.
Infrastruktur gab es noch nicht an der Fachhochschule, auch an der Universität nicht. Und wir haben dann im Prinzip unsere Mails über diese Diskette abgerufen, dort drauf gespeichert und konnten sie dann lesen und wieder weiterversenden und Antworten drauf. Sehr spannend, ganz junge Zeit damals gewesen.
Also die Beginnung des Internets und der elektronischen Kommunikation. Und daraus hat sich dann im Prinzip ergeben, dass Michael Stedtmann und ich sehr lange darüber diskutiert haben, dass solche elektronischen Austauschformate wie HTTP und diese Webseitenentwicklung ein sehr interessantes Umfeld sein könnte und unsere Zukunft werden könnte. Und dann haben wir die Firma gegründet, 1996 in Würzburg, noch während meiner Diplomarbeit.
Das heißt, der Ausgangspunkt war gar nicht Stammdatenmanagement oder ähnliches, sondern eigentlich Kommunikationsnachrichten, ja? Ja, wir haben halt gesehen, dass viele Firmen Informationen haben und dass das World Wide Web natürlich eine ideale Präsentationsplattform, Kommunikationsplattform, aber auch Vertriebsplattform ist. Und unser Entschluss war, mit der Firma damals große Online-Systeme zu entwickeln und die Vertriebskanäle letztendlich zu steuern, mit zu steuern, helfen beim Kunden. Und das waren dann so die Anfänge der Firma.
Wir haben dann ein kleines Produkt geschrieben, das haben wir ICE genannt. Das ist sowas ähnliches wie heute ASP.net, also was Microsoft auf den Markt gebracht hat, um halt schnell Datenbanken online anbinden zu können, um schnell Entwicklungen, Webseiten zu entwickeln, Frontends zu entwickeln, aber letztendlich aber auch die Anbindung von der Infrastruktur, die on-premise beim Kunden steht, also sprich ERP und andere Datenbanken, wo Wissen drinsteckt. Also Sie sind aus einer Zeit gekommen, wo das Datenfundament vielleicht noch gar nicht so integriert war, wie das heute der Fall ist.
Heute haben wir ja relativ große ERP-Systeme, auch im Funktionsumfang und im Datenumfang und haben eigentlich einen eigenen Bereich aufgebaut, wenn ich das richtig verstehe. Vielleicht können wir mal ein bisschen abgrenzen. Sie stehen heute sehr stark für das Thema Product Information Management.
Als Firma, was genau kann ich mir darunter vorstellen und warum ist das etwas anderes als Stammdaten, die ich vielleicht im ERP-System habe? Bei Stammdaten im ERP habe ich oft Informationen zu Preisen, zu Vertriebsprozessen, Vertriebsmodellen, Rabattierungen, die Bindemengen, aber auch Logistikdaten, wie liefere ich ein Produkt an, wo ist der Lieferstatus usw. Hochgranulare Informationen zu den Produkten, das Beziehungswissen, wie die Produkte miteinander wirken oder dementsprechend die Prozesse, die man braucht, um internationale Märkte anzugehen, z.B. Übersetzungsthemen, Lokalisierungsthemen, sind oft im ERP nachrangig behandelt, also nicht in der Form ausgeprägt wie die klassischen ERP-Funktionen. Da setzt das Produkte-Information-Management an.
Wenn Sie heute sehen, dass Sie N-Kanäle bedienen müssen, digitale Kanäle, Print-Kanäle, Sie haben Point-of-Interest, wo Sie ein Display haben, wo Sie die Informationen abgeben, Sie haben einen Messestand, brauchen Sie Informationen immer wieder in unterschiedlichem Layout, immer wieder in unterschiedlicher Darbietung und für den E-Commerce-Bereich möglicherweise auch für unterschiedliche Partner, in unterschiedlichen digitalen Formaten, BIM, eCAD, E-Class, wie auch immer. Da setzt das BIM an, weil es relativ flexibel die Daten erfassen lässt, sprich, man sich für die Produkte jegliche Merkmale ausdenken, entwickeln kann und die auf einer Click-Oberfläche zusammenstellen kann, ohne Programmierung. Dann aber, einer der wichtigsten Punkte, das Beziehungswissen zwischen dem Produkt, den Medienkanälen und den Services anbietet.
Zum Beispiel, Sie haben ein Produkt, für das Produkt haben Sie ein Reparatur-Kit, Sie haben Servicemittel, Öle und so weiter, Sie haben ein Produkt, das das alte Produkt ablöst in einem gewissen Zeitraum, all das können Sie in einem BIM sehr schön und sehr schnell modellieren und dann auch publizieren. Wenn ich jetzt als Privatmensch zum Beispiel auf die Webseite von Amazon gehe, zumindest auf der amerikanischen, sehe ich dann, dass Models Textilien auch animiert darstellen. Im deutschen Bereich habe ich unter anderem teilweise kleine Filme zu den Produkten, natürlich Bilder, Sounddateien und so weiter und so fort.
Ist das alles Teil der Daten, die in einem BIM-System abgespeichert werden? Amazon hat einen großen Vorteil gehabt. Sie haben natürlich rein online begonnen und da kann man natürlich wirklich von einem klassischen BIM-Einsatz sprechen, weil die Granularität der Daten, die Amazon leben kann bis ins Detail, plus die Verbindung, welcher Kunde hat sich was angeschaut, was gekauft, plus letztendlich die Verbindung, wie Produkte letztendlich angeschaut werden, welche Produkte in reinen Folgen angeschaut werden, das können die natürlich sowohl Produktinformationsmanagement, also welche Merkmale hat das Produkt, dann der Verlauf, sprich welchen Klickweg hat der Nutzer gemacht und letztendlich was hat er gekauft, da können die halt Empfehlungen aussprechen. Das geht schon über das BIM-System hinaus.
Da wird wirklich das gemacht, wovon viele andere Händler träumen. Das ist das Prinzip, dass der Kunde durch seinen Klickweg, durch seinen Kauf auch wiederum anderen Kunden Empfehlungen gibt. Das ist eine Vermischung aus dem CRM-Bereich, Customer Relationship Management, einem Produktinformationmanagement-Part, der auch letztendlich stark von Partnern befüllt wird.
Das ist ja nicht bloß Amazon, sondern die ganzen Partner, die auch einen Shop bei Amazon aufgebaut haben und genau in dem Content zu finden sind. Und dann dahinter die Logistik-Kette, die halt grandios aufgebaut ist. Das sind so Rabattstaffeln, wenn man Produkte nicht umtauscht oder nicht zurückschickt.
Das ist jetzt der neueste Weg, den Amazon anbietet. Sprich, da ist sicherlich Produktinformationmanagement ganz zentral, aber auch die Verknüpfung rein, Benutzer, Benutzerweg und letztendlich Kaufverhalten. Ja, jetzt haben Sie schon einige der vielen, vielen Buzzwords, die wir in der IT in den letzten Jahren etabliert haben, genannt.
Vielleicht können wir dieses Produktinformationsmanagement PIM ein bisschen abgrenzen beispielsweise zu Content Management oder Content Management Systemen zu Enterprise Content Management, zu Document Management. Wo sehen Sie die Berechtigung für diesen Begriff PIM in Abgrenzung auch zu vielen anderen Begriffen, die es vielleicht auch schon länger gibt als diesen PIM-Begriff, der, glaube ich, ja auch erst Anfang des Jahrtausends entstanden ist? Ja, ich denke mal, wenn man die großen Enterprise Content Management und Content Management Systeme aus dem Webbereich sieht, sind die eigentlich dafür da, Informationen ideals nach außen zu präsentieren, also ein Layout draufzulegen, Funktionen draufzulegen, Workflows und Prozesse abzubilden. Die optimale Verwaltung von Produktdaten ist eine sehr, sehr gute Grundbasis, dass ich nachher so ein WCMS oder ein Enterprise Content Management mit validen Informationen sozusagen über so bestücken kann und dann halt einen großen Online-Auftritt aufbauen.
Wenn Sie heute sehen, wenn Sie Produktdaten sammeln, sammeln Sie möglicherweise, wenn ich jetzt mal, ich mache ein Beispiel, eine Kaffeemaschine sehen, dann hat die möglicherweise 250, 300 Merkmale. Die hat ein Gewicht, die hat eine Größe, die hat einen Versandkarton außenrum, der bringt auch nochmal Gewicht dazu, die hat aber auch Funktionseigenschaften, die hat Zubehör und so weiter, also da haben Sie so 250, 300 Merkmale und die wollen Sie natürlich in zehn Sprachen haben und das ist so ein ganz großer Kernbereich im PIM-Umfeld, dass Sie sofort innerhalb von kürzester Zeit einen Übersetzungsauftrag erstellen können, den an ein Werkzeug übergeben, wie Tratos STL oder Cross, das sind die Übersetzungswerkzeuge, die die Übersetzer einsetzen und dann diese Informationen prozesssicher wieder genau an den Punkt zurückbringen. Das sind ja hochgranulare Daten, Merkmal und Wert, Druck und dann dementsprechend 15 Bar, das sind drei Einheiten, Druck ist sozusagen das Merkmal, dann die Einheit ist Bar und dann halt der Wert sind 330 Bar als Beispiel oder 10 Bar bei einer Kassenmaschine.
Sie haben also sehr viel Informationen, Sie wollen dementsprechend schnelle Übersetzungen haben, dann müssen Sie Lokalisierung vornehmen, zum Beispiel, dass in China andere Bildwelten haben, Grafikwelten haben als in Europa, allein schon auch die Farbenwahl und das alles managen Sie letztendlich im Produktinformationsmanagement und dann können Sie sagen, per Knopfdruck übergibt es an ein WebCMS, übergibt es an einen ERP, dass es dort weiterverwendet werden kann. Sie haben die Prozesse sichergestellt, dass diese Informationen valide sind und perfekt gepflegt sind. Okay, also die Betonung bei PIM ist dann noch mehr eigentlich auf der Datenverarbeitung als vielmehr auf dem, wie man es nach außen bringt.
Ja, Datenerfassung, dann letztendlich die prozessuale Bearbeitung, Freigabethemen, Lokalisierung, Übersetzung als Abschlussthema und dann halt die Übergabe in Drittsystemen. Das Thema Stammdatenmanagement oder PIM ist ja vielleicht auch ein ganz altes Thema, wenn man zum Beispiel an Computer Edit Design denkt, an Produktdaten, die wir in der Produktion ja schon immer gehabt haben. Heute sprechen wir über den digitalen Zwilling.
Sind das alles Themen, die in PIM relevant sind? Ja, das ist heute auch Thema, digitaler Zwilling, Informationslieferung in dem Bereich. Ja, ist auch ein Thema. Auch vielleicht tue ich ein bisschen die Vita von diesem klassischen PIM 2 mal aufzeigen.
Hat so circa 1995, 1994 begonnen mit dem klassischen Katalogmanagement. Man hat damals Lösungen gesucht, mit denen man relativ schnell und den Prozess von der Erzeugung von Printkatalogen, also der Channel war wirklich Print, von Printkatalogen optimieren kann. Einfach durch Internationalisierung war es nötig, nicht bloß noch in einer oder zwei Sprachen zu liefern den Katalog, sondern möglicherweise in fünf bis zehn.
Und da hat sich dann so dieses Katalogmanagement rausgebaut. Hieß damals Single Source Publishing. Das war der Anfang von PIM-Systemen.
Die waren aber noch alle als Insel konzipiert. Heißt also, hatten kaum Anbindung an Drittsystemen. Alle Daten wurden prinzipiell händisch rein erfasst.
Hat keine Schnittstelle ins ERP gehabt und hat dann dementsprechend aber die Publikationsprozesse automatisiert, InDesign Server angesprochen und dann 500 Seiten gefüllt mit Produktdaten. Das Ganze nochmal Korrektur gelesen und dann übende Übersetzung und Sprachaustausch gemacht. Dann kam 1997, 1999 die Online-Welle.
Man musste also auch Online-Kataloge erzeugen. Dafür waren diese printorientierten Systeme nur teilweise geeignet. Also hat man entweder eine zweite Datensenke, eine zweite Insel gebaut, die den Online-Bereich optimiert hat oder hat versucht, die Printdaten nochmal zu optimieren für den Bereich Online.
Und dann 2005 waren wir so weit, dass das Thema sich gewandelt hatte in das klassische Multi-Channel Publishing. Also sprich, man hat ein System, mit dem man alle Kanäle, die eine Firma heute im Medienbereich bestücken muss, Online, Mobile, Print oder dementsprechend auch der Point of Interest, den man bestücken muss, den müssen wir immer beliefern. Dafür hat man Medienneutrale Daten eingesetzt.
XML kommt hier ins Treffen. Da hatten wir schon, wir haben 1997 begonnen, XML-Systeme zu entwickeln. Deswegen konnten wir da schnell aufspringen und diesen Multi-Channel Publishing-Gedanken sozusagen befriedigen.
Da geht es dann auch darum, wie kann ich ideale PowerPoint-Präsentationen, Freemedia-Dokumente, In-Design-Dokumente rechnen, aber auch HTML erzeugen oder PDF-Dokumente vollautomatisiert rendern. 2010 kam dann der nächste Schritt, Multi-Channel-Commerce. Wir wissen halt, ohne Online geht heute kein Vertrieb mehr.
Entweder im vorbereitenden Bereich, wo ich mich informiere, oder ich kaufe bei Amazon oder bei anderen Anbietern mein Produkt online. Und da kommen natürlich noch so Themen dazu, dass man Multi-Channel-Commerce dann erreicht, wo man auch solche elektronischen Standards wie BEM, ECAD, ETIM oder einen schnöden Excel- oder CSV-Output generieren kann, den wiederum jedes Drittsystem lesen kann und dann halt damit Shops und so weiter zu befüllen. Also die Lingua Franca ist hier XML oder halt dann aus dem XML generierte CSV, Excel, BEM, ECAD-Derivate.
Genau, und die neuen Herausforderungen, Sie haben ja gerade auf den digitalen Filling angesprochen, aber die neuen Herausforderungen geht es darum, diese PIM-Daten noch stärker anzureichern, das Beziehungsgeflecht noch besser zu pflegen, damit man dann SEO, Suchmaschinenoptimierung, Facettenfilter, die wir von Google kennen, die halt die Suchmenge eingrenzen, vollautomatisiert unterstützen können und sozusagen die Daten das Wissen in sich tragen, wie sie im Datengeflecht mit anderen Produkten zusammenstehen, mit anderen Services zusammenstehen. Das ist die neue Herausforderung, die man heute lebt. Da sind wir gerade mittendrin in dieser Transformation und wie das dann heißt, Multi-Channel Commerce, welcher Begriff dann kommt in ein, zwei Jahren, der wird sich dann finden.
Also die neue Währung ist Conversion Rate, das ist der Punkt. Die neue Währung ist Conversion Rate, sprich ein Online-System soll bezahlende Nutzer erzeugen, soll dementsprechend Käufe ermöglichen und Conversion Rate zu erreichen, heißt halt optimale Daten zu haben und das Wissen letztendlich, wie diese Daten genutzt werden. Ja, das heißt, Sie sehen sich quasi als zentrales System für sämtliche Informationen rund um das Produkt, angefangen von der Produktion bis hin in die Vermarktung des Produktes und so ein PIM-System bedient idealerweise quasi alle Kanäle, über die das Produkt erstellt, aber vor allen Dingen auch vertrieben wird.
Kataloge, Webseiten und so weiter und so fort. Richtig. Ich würde noch einen Step weiter gehen.
Wir haben bei unserem PIM-System ein Redaktionssystem mit integriert, wo Sie technische Kommunikation, technische Texte schreiben können. Wenn Sie heute ein Fahrzeug reparieren wollen, dann stehen Sie möglicherweise vor dem Produkt und dann wollen Sie das möglicherweise mit einer Argumented Reality-Brille erkennen und jetzt sollen Sie Tipps bekommen, welche Baugruppe welche Bauteile beinhaltet, um dann gleich einen Ersatzteil zu bestellen. Heute läuft das alles über klassische PIM-Dokumente oder man geht an ein Mikrofisch-System, das sind noch die älteren Sachen, oder man geht wirklich online und kriegt das Ganze aufgeschlüsselt.
Und wenn wir das dann halt wirklich in eine Argumented Reality-Welt bringen wollen, da kann PIM auch wiederum helfen, weil da brauchen Sie a, die Informationen zu dem Ersatzteil, die Sie benötigen, und b, Sie brauchen auch noch Informationen, wie Sie das Ganze einbauen, als Beispiel eine Handlungsanweisung. Bitte tun Sie den Ganghebel auf Park legen und klemmen Sie die Batterie ab und so weiter. Also Informationen dazu, wie Sie letztendlich dieses Bauteil, das Sie gerade bestellt haben, auch gleich einbauen können.
Das heißt, das ist eine tiefe Vernetzung von den Produkten, die ich benöte, mit den Handlungsanweisungen, die ich benöte, um es einzusetzen. Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich ein großer Verfechter von Integration bin und idealerweise für ein Datenfundament kämpfe, was keine Renudanzen hat, was keine großen Reibungsverluste innerhalb der Datenwelt haben. Jetzt haben Sie selber eben schon das Thema Insel kurz angesprochen.
Sie sind ja durchaus in der Softwarelandschaft des Unternehmens ein großer Block. Würden Sie sich als das führende System bezeichnen? Wie agieren Sie mit anderen Systemen, um eben das Datenfundament des Unternehmens darzustellen? Also als führende System würde ich uns nicht bezeichnen. Wir wissen sicherlich, wo welche Information steht.
Also wenn Sie ein ERP haben oder ein Konstruktionswerkzeug, wie so ein CATIA, mit dem Sie Ihre Konstruktion für die Konstruktionszeichnung entwickeln, da steht Wissen drin. Dann haben Sie Produktionsplanungssysteme, da steckt Wissen drin. Dann haben Sie das ERP, dann haben Sie Ihr Online-System und so weiter.
Diese Systeme sind hoch spezialisiert und haben alle ihre Berechtigungen. Das, was wir tun, ist, wenn wir Daten aus Drittsystemen bekommen, und die entstehen auch in diesen Drittsystemen, die haben die Hoheit darüber in den Drittsystemen, dann führen wir die durch den gesamten Prozess mit, aber sind nicht editierbar bei uns. Wir wissen, wo es steht.
Wir können sozusagen sagen, Achtung, hier gibt es einen Preis zum Beispiel, der kommt aus SAP, den kannst du hier nicht editieren, aber du kannst ihn verwenden, um ihn in einem Online-Shop als Preis mit den Rabattstaffeln letztendlich abzubilden. Das müssen wir können, sonst könnten wir keinen vollständigen Online-Katalog, Online-Shop oder einen Print-Katalog generieren. Aber das Editieren der Werte, die bleibt in der Hoheit des führenden Systems, in dem Fall des ERPs.
Aber wenn der Mitarbeiter sieht das, ausgegraut, kann es nicht editieren, kann er aber sagen, ich habe jetzt den Preis, aber üblicherweise fehlt mir noch die Angabe in Pfund, als Beispiel, und dann kann er dies anfragen, im ERP wird es eingetragen, importiert in das System und dementsprechend mit einer sauberen Schnittstelle wiederum in die anderen Prozesse übergeben. Wie arbeiten Sie an der Stelle technisch, weil Sie das Wort Schnittstelle schon in den Mund genommen haben? Das hängt immer ein bisschen von der Schnittstellenstrategie des Kunden ab. Es gibt kalte Schnittstellen, wo wir eigentlich nur Fileaustausch machen.
Das heißt, wir haben diese Files sehr viel Informationen in sich, zum Beispiel L-Dokumente, die wir in ein File-System ablegen und das ERP greift sich diese Dokumente ab oder das Web-System greift sich diese Dokumente ab oder wir kriegen Files aus dem ERP und die lesen wir ein, also klassisch CronShop gesteuert zu einer gewissen Uhrzeit. Wenn wir im relativ nahen E-Business-Bereich sind, sind die Schnittstellen oft heiße Schnittstellen, wo dann halt die Standardschnittstellen des Herstellers von SAP, zum Beispiel gibt es einen speziellen Server dafür, den wir anbinden oder auch von IBM-Werkzeugen, die wir da anbinden. Dann greifen wir direkt meistens über Soap-Schnittstellen und auf diese Systeme zu.
Die stellen uns was zur Verfügung, wir bringen es in den Prozess, haben wir Änderungen, können wir das auch wieder rückübergeben und das dementsprechend dann halt dem Drittsystem wieder zur Verfügung stellen. Die Lingua Franca ist auch hier XML und die Standardschnittstellen sind heute eigentlich von jedem ERP-Schnittsteller, ob es ein Navision, Accepta oder wie sie alle heißen, an SAP sind alle vorhanden. Vielleicht können Sie uns mal so ein, zwei, drei Szenarien aufzeigen, in denen sich ein PIM-System besonders gut geeignet hat bei Ihren Kunden, wo der Kunde plötzlich Dinge lösen konnte, die er eben in seiner ERP-Welt, also im eigentlichen Datenfundament, noch nicht lösen konnte.
Ich habe ein schönes Beispiel, das hat sich vor drei Jahren ereignet. Da hat ein großer Kunde von uns angerufen, der ein PIM-System hatte und natürlich auch eine sehr, sehr große führende SAP-Welt, also von der Produktkonfiguration bis hin zur Bestellung, bis hin zu produzierbarem Produkt, wurde alles in SAP durchorganisiert. Dann kam aber von einem Großkunden aus dem Automotivbereich die Anforderung, dass Ersatzteile über das Bestellsystem des Großkundens bestellt werden sollen.
Das heißt also, ich muss irgendwo alle meine Ersatzteile, alle Informationen, die ich habe, in einem gewissen Format übergeben von meinem SAP oder von meinem PIM-System in Richtung des Systems des Kunden. In dem Fall war auf der anderen Seite auch ein SAP gestanden. Dann kam so die Planungsphase.
Da kam aus der SAP-Welt damals, ja, wir brauchen dafür, diese spezielle BME-Card aufzubereiten in der Abteilung mit Rollout-Prozessen circa sechs bis sieben Monate. Und wir sagten dann, wir haben eigentlich alle Daten ja schon im PIM, auch die, die aus dem ERP mitgeführt werden. Wir können das innerhalb von zwei Wochen liefern.
Also jetzt wiederhole ich, sechs Monate oder zwei Wochen, um ein spezialisiertes, auf den Kunden eingestelltes BME-Card zu generieren. Das waren so die Erfolgserlebnisse, wo man sagt, im PIM haben wir sowieso alle Informationen, die wir erst im ERP möglicherweise aus zwei bis drei Systemen zusammensuchen müssten und konnten dann auch gleich die Spezifika des BME-Card-Kataloges, den halt der Automotive, Automobilhersteller wollte, auch gleich generieren, weil die hatten halt spezielle Eigenschaften dafür sich verlangt, dass die Merkmale so und so aufbereitet sein sollen. Das zeigt die Flexibilität.
In einem PIM-System kann ich sehr schnell Daten modellieren, kann sie verändern, kann sie dementsprechend auf Zielsysteme optimieren, wofür eigentlich ein ERP in erster Linie nicht gebaut ist. Ein ERP, das ist klar, ich bilde meine gesamten Logistikprozesse ab, meine Konfiguration von den Produkten und so weiter, aber dass ich dann mal schnell flexibel vielleicht möglicherweise OEM-Partner oder Partner mit Spezialdaten bestücke, die nicht klassisch in Vertrieb sind, die eigentlich durch den Service sozusagen verkauft werden, durch ein Aftersales verkauft werden, das ist in einem PIM sehr leicht möglich. Ihre Referenzen auf Ihrer Webseite lesen sich ja so ein bisschen wie das WhoisWho, Porsche, KUKA, Haushersteller sehe ich hier.
Ist das ein Thema, was vor allen Dingen die produktionsgetriebene Industrie beschäftigt? Zwei Welten. Das eine sind Hersteller, die ganz klar Sales und Marketing mit PIM-Systemen optimieren und natürlich auch dementsprechend produktionsorientierte Firmen, die hochkomplexe Produkte haben, die in vielen, vielen Varianten ausgeliefert werden. Maschinenanlagenbauer, die halt sehr viele Kombinationen aus ihrem Produktportfolio zu Anlagen zusammen entwickeln, das sind die Kernkunden, die wir haben.
Also Hersteller und dementsprechend Maschinenanlagenbau mit komplexen Produkten, komplexen Prozessen. Wie sieht es aus mit den Themen Archivierung, Compliance in diesem Umfeld von Produkten? Also wenn ich mir jetzt vorstelle, im ERP-Umfeld gibt es zahlreiche Anforderungen an die Betriebswirtschaft, was alles wie über Jahre weggespeichert, fälschungssicher weggespeichert werden muss. Aber auch im Produktmanagementumfeld gibt es ja immer wieder Veränderungen an den Produktdatenblättern, an den Produktinformationen, die sicherlich auch rechtlich entsprechend abzuspeichern sind, oder? Richtig, genau.
Also dafür haben die Kunden natürlich schon Lösungen eingeführt in den letzten 20 Jahren, DMS-Systeme, die genau dafür da sind, Compliance einzuhalten, die sozusagen einen Content-Baustein auch dementsprechend versiegeln. Also sprich, so sah der vor zwei Jahren aus und wenn man ihn aufruft und verändert, das auch mitdokumentieren. Und das ist auch ein Thema bei uns, wenn wir natürlich hochgranulare Daten haben, das ist ein Thema bei uns, wenn wir natürlich hochgranulare Daten haben, wenn wir natürlich hochgranulare Daten haben, wo ich mal Massendaten editieren muss und ich bringe die dann in Publikation, also spiele sie in Online-Systemen, spiele sie in einen Printkatalog oder ein Datenblatt rein, dann muss ich diese Daten natürlich in gewisser Form mit diesem Format auch verheiraten, also sprich verbinden und das übergibt man dann halt an das jeweilige DMS-System, das beim Kunden steht. Dafür hat er Archivierungswerkzeuge, weil er hat letztendlich auch Audits durchlaufen, er hat da in seinem DMS-System schon im Prinzip Regeln hinterlegt, die auch dann auf die Zielmärkte eingehen, also wenn sie zum Beispiel in die Staaten liefern im Pharma-Bereich, dann haben sie die FDA immer im Spital-Bereich und Pharma-Bereich, Medizin-Bereich, haben sie immer die FDA mit im Boden, da haben sie ihre Prozesse abgestimmt. Das brauchen wir nicht nachbilden, das ist ein Thema, das ist schon da, der Kunde übernimmt die Daten, speichert die vom Filesystem direkt in sein DMS-System rein und hat dann dementsprechend seine Standardprozesse.
Wie sieht generell der Markt aus für PIM? Ist das ein sehr kompetitiver Markt mit sehr vielen Produkten, sind dort relativ wenige Hersteller? Wohin geht Ihre Entwicklung als PIM-Spezialist? Ja gut, es ist sicherlich ein Markt, der wo man im Dachbereich von sicherlich 20 oder 15, 20 Anbietern spricht, die alle ihren Bereich für sich gefunden haben und die halt zum Teil dann halt immer so in Fünfergruppen im Wettbewerb zueinander stehen, vier bis fünf Firmen, die in der Ausschreibung mit drin sind. Da die ja seine Spezialitäten, wir haben klassisch Hersteller und Maschinenanlagenbau im Fokus und haben auch im Bereich Online-Bereich sehr großes System entwickelt. Sie haben Porsche gerade eben erwähnt, Porsche.com, also der globale Auftritt von Porsche wird mit dem System gefüllt und auch generiert, über das wir gerade sprechen, also unser Information Management und Redaktionssystem gefüllt sozusagen Porsche.com und macht auch letztendlich den Seitenaufbau.
Und da hat man natürlich jetzt, wenn man das E-Business sehr gut im Griff hat, wie wir das haben, kommt gleich das Thema Cloud mit ins Spiel, also auch da die Positionierung. Wir haben in Cloud-Themen im Jahr 2009 begonnen, erst mit Amazon, also AWS und sind dann aber relativ schnell gewechselt zu Microsoft Azure, weil das Konzept dort einfach als Plattform-as-a-Service hochskalierbar war und da können wir vielleicht nachher noch eine Frage dazu machen, wenn Sie das vertiefen wollen. Und haben da dementsprechend uns auch einen ganz neuen Bereich aufgebaut, hochskalierbare Systeme zu entwickeln, die halt dann genau E-Business abwickeln können.
Und da haben wir eine Stiftung Warentest 2012 in die Cloud gebracht mit ihrem ganzen öffentlichen Bereich, also alles was, sie haben ein hybrides Konzept, die wichtigen Daten, Kundendaten bleiben im Haus und letztendlich der Rest, der hochskalierbar sein muss, auf Millionen Zugriffe abgestimmt werden muss, der ist dann letztendlich in einer Azure Cloud geschützt abgelegt. Ich glaube, Sie sind auch ein Unternehmen, was generell sehr cloudaffin ist, oder? Sie haben wenig Software noch, die Sie on-premise, also im Eigenhaus nutzen, sondern Sie arbeiten sehr stark mit Cloud-Services, richtig? Richtig, genau. Also wir haben 2011 entschlossen, dass wir weitgehend das, was wir in der Cloud auslagern können, an eigener Infrastruktur in die Cloud überführen.
Haben uns auch für ein klassisches Office 365-Konzept entschieden, das damals promotet wurde, mit dem wir auch sehr glücklich sind. Haben also 80 Prozent unserer Infrastruktur heute als Cloud-Service in der Azure Cloud stehen von Microsoft. Und bei Kunden, also wir machen heute, sagen wir so 2012, 2013, 2014 hat man noch sehr stark hybride Konzepte entwickelt, also klassische Trennung on-premise Software-Hardware-Kopplung mit skalierbaren Cloud-Services.
Und heute erkennen wir, dass wir immer, also dass jedes zweite Projekt, das wir angehen, eigentlich in der Cloud beginnt, also Cloud-Borne ist, wo der Kunde sagt, die Vorteile überwiegen so stark. Man klärt noch die Sicherheitsklassen des Contents ab und sagt, okay, gewisse Teile, die bleiben on-premise und das, was letztendlich global ausgeliefert werden muss, das ist ja heute in der Cloud, gleich in der Anwendung konzeptiert. Da haben wir uns, wie soll man sagen, einen weiteren Geschäftsbereich aufgebaut zu dem Product Information Management und Professional Services im Web-Bereich, die wir liefern, heute Cloud-Lösungen zu entwickeln, die hoch skalierbar sind und global verteilbar sind und die halt wirklich dann im E-Business-Bereich eingesetzt werden.
Ja, Sie sind, glaube ich, auch gerade ausgezeichnet worden als Microsoft Cloud-Deutschland-Experte, wenn ich das richtig im Kopf habe. Ja, ja. Das Unternehmen ist 1996 gegründet worden, das heißt, Sie haben eine lange, eine bewegte Geschichte schon hinter sich.
Sie haben die New Economy voll miterlebt als Unternehmensgründer. Sie müssen selber schmunzeln. Heute ist das wahrscheinlich etwas in den Geschäftsmodellen seriöser, was von IT-Seite kommt und vielmehr mit betriebswirtschaftlich Themen durchsetzt, als das zu der Zeit damals war.
Wie groß ist das Unternehmen heute? Wir sind heute 90 Mitarbeiter an drei Standorten. Wir haben in Indien noch einen Entwicklungsstandort für Projekte, also wo wir dann Mobile- und Web-Services mitentwickeln, hier im Team von Deutschland aus gesteuert und haben in San Francisco noch eine Subsidiary gegründet, um Cloud-Services zu vertreiben. Das ist durchaus so ein großes Unternehmen, was in diesen 20 Jahren entstanden ist.
Ich würde sagen, 21 Jahre sind es jetzt gesunde Mittelständler, stabil, seriös geführt. Wir waren nie die Firma, die alles auf rot oder alles auf schwarz setzt. Wir haben immer gesagt, unsere Mitarbeiter sind uns wichtig.
Wir wollen uns langsam und normal entwickeln, also nicht mit großen VC-Geldern spielen und dann high and fire spielen. Das war nie unser Thema. Wir sind schon ein bisschen konservativ, aber dafür auch nachhaltig.
Sprich, als die ganze New-Economy-Blase geplatzt ist, hatten wir eigentlich keine Probleme, weil wir unterschiedlichste Kunden und Zielgruppen hatten, die wir bedient haben. Wenn es im Bankenbereich einfach weniger Bestellungen gab, kamen die dann aus dem Maschinenanlagenbau, weil die gerade Exportweltmeister wurden. Sprich, da haben wir immer ein sehr langsames, stetiges Wachstum und das ist nachhaltig geplant.
Ich komme mal so ein bisschen zu meiner Blitzlichtrunde, weil das führt mich auch wieder zu Ihnen zurück. Sie sind ja nun einer der Hauptakteure, einer der Treiber, der inhaltlichen Treiber auch dieser Firma. Was, glauben Sie, zeichnet Sie aus, dass die Noxum so erfolgreich geworden ist, wie sie das heute letztendlich im Bereich Produktinformationsmanagement auch ist? Ja, da will ich nicht selbst loben, aber ich denke mal, dass wir versuchen, das Thema Team wirklich zu leben und immer noch einigermaßen flache Hierarchien haben.
Das ist sicherlich ein Vorgehensmodell, das wir von Anfang an so gelebt haben. Wir waren drei Gründer in der Firma, die sind auch alle drei noch an Bord. Jeder hat seinen speziellen Bereich und das, was ich da einbringen kann, ist, dass wir eine offene Kommunikation haben und dass ich da auch dem Technikwillen meiner Kollegen auch Raum gebe.
Sie vorstellen, Sie müssen kaufmännisch so eine Firma führen, Sie haben Ihre Bilanzen zu organisieren, Sie wollen sicher und nachhaltig eine Firma führen und es kommt jemand und sagt, wir müssen in die Cloud. Sie hatten auch vorher schon zwei Jahre investiert, um mit den Kunden zusammen Virtualisierung zu leben. Dann ist das erst mal so ein kleiner Schreck, wenn man sagt, jetzt haben wir zwei Jahre Digitalisierung vorangeführt in Form von der Virtualisierung.
Jetzt kommt jemand und sagt, wir müssen in die Cloud, also ganz neue Geschäftsmodelle. Das ist so ein Thema, da muss man mutig sein, da muss man zuhören, man muss seinen Raum lassen, man muss sagen, okay, wir planen mal auf ein halbes Jahr, schauen, wie sich dieses Cloud-Thema entwickelt und dann muss man die Begeisterung, die aus der Technik kommt, muss man auch betriebswirtschaftlich aufnehmen, weil es verändert alle Prozesse, die man hat. Es verändert die Geschäftsmodelle.
Man redet dann über Software-as-a-Service, es entstehen Mietmodelle, es entstehen Projekte, die agil entwickelt werden müssen, die gar nicht mehr so klassisch planbar sind. Wir nennen eine Summe, machen einen Risikoaufschlag, der Kunde bestellt und wir wickeln ab. Das funktioniert dann plötzlich ganz anders und das wirft Ihnen sowohl Vertriebsthemen als auch die ganzen Diskussionen mit dem Kunden, wirft das ganz neu auf.
Da müssen Sie auch den Mut haben, das mitzutragen. Das habe ich, das ist, glaube ich, einer meiner Stärken, wenn ich sage, ich lasse den Kollegen den Freiraum, es experimentell zu prüfen, um dann aber zu sagen, wir treffen die Entscheidung, dass wir dann nachhaltig dahinterstehen und sie zu tragen. Und wie gesagt, mit Cloud selber, ich war erst mal ein Gegner davon, weil wir halt einfach diese Virtualisierung durchgeführt hatten mit den Kunden und wollte nicht schon wieder eine neue Technologie da nach vorne treiben und nach einem Dreivierteljahr war ich genauso begeistert wie die Kollegen aus der Technik und dann trägt man das und bringt es nach vorne, pusht das Ganze.
Die Entscheidung war richtig, wir machen heute sicherlich ein Drittel unseres Umsatzes mit Cloud Services, die wir halt für den Kunden programmieren oder selbst betreiben. Wenn ich jetzt mal von der Gründung der Noxum absehe, was würden Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg sehen? Also da habe ich zwei Punkte. Das eine ist, dass wir letztes Jahr mit einem großen Automotiv, also einem Automobilhersteller, ein Knowledge Tank entwickeln konnten.
Das ist also im Prinzip unser PIM-System mit relationellen Prozessen, wo dann Wissen an die Mitarbeiter weitergegeben wird, wo wir 200.000 Mitarbeiter erreichen, die halt dann auch bei den Partnern des Automobilherstellers arbeiten und das alles sozusagen in einem knappen Jahr erzeugt haben, wenn ich Rekordzeit und das auch schon live ist. Das war so mein letztes Jahr eines der richtig großen Highlights, dass der Kunde genauso das Thema Digitale Transformation denkt, wie wir auch hier bei Noxum. Und auch wenn wir die Taktung durchgehalten haben, ein agiles Projekt in sieben Monaten, Umsetzungszeit plus Rolloutprozess beim Kunden drei Monate einfach durchzuhalten.
Das war so ein Highlight, dass PIM-Systeme mehr können, als nur ein bisschen Produktdaten in E-Commerce-Systemen spielen, wo halt dann dieses Wissensmanagement stärker fokussiert war, das Beziehungswissen zwischen Inhalten, Baugruppen und Anleitungen, die der Nutzer braucht, um Fahrzeuge zu reparieren. Und jetzt noch so ein zweites Highlight. So aus Würzburg kommend war ich im Besuch in Houston, Texas und durfte dann Steve Balmer 2013 die Hand drücken, also durfte ihn begrüßen und eine Frage stellen.
Das war für mich ein Highlight, da steht im Prinzip der Mann, der Microsoft mit groß gemacht hat, der als Bulldogger bekannt war, dem ich vorgestellt wurde, weil wir damals ein, zwei Cloud-Systeme entwickelt hatten und da relativ Vorreiter waren. Und die Frage war, wir hatten einen Service entwickelt, den wir über den Microsoft Azure Store verkaufen wollten, der eigentlich damals nur von nordamerikanischen Firmen bewohnt wurde und die ihren Vertrieb organisiert haben. Und so durfte ich ihm die Frage stellen, weil er endlich mal die Türe für Europa öffnet, provozierenderweise das Tear-Down-That-Wall, wie es damals Reagan gesagt hat.
Durfte ich ihm die Frage stellen und er hat sie auch tatsächlich beantwortet, das vom Auditorium von 80 Leuten. Das war für mich so ein Highlight, dass man so eine Persönlichkeit, die mit die IT geprägt hat, mit den Vertriebswegen in der IT geprägt hat, dass man mit der direkt mal sprechen durfte, eine Frage stellen durfte. Das war für mich so damals ein ganz wichtiger Punkt, das Gefühl zu geben, dass ich mitwirke in dieser globalen Community.
Haben Sie denn das Gefühl, was die Cloud-Strategie, die Microsoft fährt, angeht, dass wir Europäer oder wir Deutschen da genauso partizipieren können wie die Amerikaner? Wir Deutschen können es nicht, weil wir sehr verhalten. Wenn man jetzt den deutschen Cloud-Markt sieht, ist der für Microsoft eigentlich viel zu langsam gewachsen. Die Treiber im Thema Cloud sind amerikanische Firmen.
Da haben wir Amazon, da haben wir Google, da haben wir Microsoft. All die haben sich da sehr schnell draufgestürzt. Man sieht als Vorreiter Amazon, die machen mehr Gewinne mit ihren Cloud-Services als mit dem Verkauf von ihren Waren im Online-Store.
Das muss man sich mal überlegen, dass die da mehr Gewinne fahren als mit ihrem ganzen Retail-Bereich, also Vertriebsbereich. Da werden wir auch nicht mehr aufholen. Aus meiner Sicht ist dieser Bereich aufgeteilt, der Markt ist aufgeteilt.
Da kommen jetzt noch ein paar chinesische Firmen dazu, ein paar indische Firmen, die einfach große Mengengröße haben. Aber die Technologie kommt zurzeit nahezu alles aus Amerika. Da können wir schwer mithalten.
Microsoft macht Eingebote an Deutschland. Die haben unter der Treuhandschaft der T-Systems Cloud-Services, die Deutsch-Cloud sozusagen, German Cloud, an die T-Systems übergeben, damit man, wenn man Ressentiments hat gegen Technologie aus den Staaten oder beziehungsweise das Rechtssystem aus den Staaten, Patriot Act und so weiter, dass man dann im Prinzip unter der Treuhandschaft von der T-Systems das Ganze in der gleichen Qualität betreiben kann. Auch da ist der deutsche Markt immer noch verhalten.
Er taut auf seit den letzten zwei Jahren. Also kriegen wir wöchentlich Anfragen zu dem Thema rein, dass man sagt, okay, wie können wir in die Cloud gehen? Wie können wir da ein System hybrid betreiben? Also man geht nachhaltig und mutig jetzt langsam ran an das Thema. Aber wenn man in die Staaten schaut, ist halt im Prinzip das Thema Cloud schon gar kein Thema mehr.
Es ist heute Standard, dass man in die Cloud zieht. Es ist Standard, dass man Office 365 einsetzt, in der Cloud betrieben, dass man Services auslagert. Da sind die Amerikaner einfach in ihrer Form mutiger.
Das ist einfach auch ihre Eroberungstaktik, dass sie halt schnell handeln wollen. Und wir haben halt im Prinzip den deutschen Mittelstand. Das ist ganz, ganz wichtig für Deutschland.
Und der denkt nachhaltig. Der hat Infrastruktur. Und er sagt, ich lage dann aus, wenn es sinnvoll ist.
Und dann muss man sich da einfach dran gewöhnen, dass halt die Amerikaner hier diesen Markt mit Software-Services, Infrastruktur und so weiter beglücken. Wo wir eigentlich T-Systems sagt, sie haben eine deutsche Cloud selber aufgebaut, kann die natürlich technologisch glaube ich schwer mit dem mithalten, wie die Entwicklungen bei einer Microsoft oder einer Amazon sind. Ja, das nehme ich auch so ein bisschen wahr.
Wenn wir schon über Cloud sprechen, gibt es Internetdienste, die Sie besonders häufig nutzen, die Ihnen persönlichen Mehrwert bieten? Ja, tagtäglich Office 365. Das ist so in der Arbeitswelt für mich, weil ich viel reise, weil ich oft in den Staaten bin, kann ich von jedem Ort der Welt komplett mit den Kollegen im Dialog stehen. Wir skypen gerade zusammen zum Beispiel.
Das ist ja auch ein Thema, das über den Cloud-Service abgewickelt wird. E-Mail-Server, die in der Cloud stehen. Also sprich, die ganze Arbeitsorganisation nützt sich eigentlich tagtäglich im Prinzip Cloud-Services.
Das merkt man nicht mehr. Man hat Teile möglicherweise noch On-Premise installiert. Aber wenn ich im Ausland unterwegs bin, nützt sich halt hauptsächlich Office 365.
Also ohne Werbung dafür machen zu wollen, ist halt das Produkt, das wir gewählt haben. Und es gibt im Office-Umfeld auch nahezu nichts anderes, wo man sagt, das ist in der Form mit diesen ganzen Features, die angeboten werden, ist eigentlich Outstanding. Plus halt, dass ständig neue kleine Werkzeuge dazu kommen, die meinen Arbeitsalltag einfach beflügeln, einfach einfacher machen.
Und wenn man in den Staaten ist, da kommen dann so Cloud-Services wie über, wo man sagt, also eigentlich wollte ich das boykottieren. Aber es geht nicht, dass jemand sich über gesetzliche Regeln hinwegsetzt, dass er möglicherweise in Deutschland irgendwann mal den Taximarkt zerstört, der halt reguliert ist und der es auch gut ist, dass wir eine gewisse Regulation haben. Aber in den Staaten fährt man fast kein Taxi mehr.
Man nimmt einfach die Über-App und sieht, dass da drei Überfahrer ganz in meiner Nähe sind. Man wählt die Fahrzeugqualität, gibt die Route ein, man steigt ein, man steigt aus, bezahlt, ist schon digital. Es ist einfach ein Konzept, das einem das Leben leichter macht.
Also sprich, solche Cloud-Services, die nützt man natürlich privat halt, Airbnb ab und zu. Also sprich, wenn ich in Paris irgendwo übernachten möchte und gerade kein Hotel mehr bekommen, dann ist das natürlich auch ein tolles Werkzeug. Also sozusagen Weiterbildung durch persönliches Doing.
Nutzen Sie auch traditionelle Medien, Bücher? Gibt es Bücher, die Sie unseren Zuhörern, weil Sie sie persönlich auch sehr wertschätzen, weiterempfehlen können? Ja, die Biografie von Stephen Jobs fand ich perfekt, weil sie auch so ein bisschen meine Digitalisierungswelt dargestellt hat, wie ich zum Computer gekommen bin, dass es da konkurrierende Systeme Windows und Apple gab, dass es einen Atari gab, dass es ein Amiga oder Commodore gab. Also das ist ein tolles Buch für Menschen, die einfach die Geschichte des Computers und aus der Sicht eines sehr erfolgreichen Firmengründers sehen wollen. Das finde ich sehr gut.
Und ich glaube, wenn man jetzt die ganzen gesellschaftlichen Entwicklungen sieht, dann finde ich immer noch George Orwell, immer wieder, 1984, ein Buch, das man jetzt nochmal lesen sollte, jetzt nochmal schauen sollte, wer sammelt Daten über mich, was macht er damit und so weiter. Da hat sich die Welt ein bisschen verändert, vom Iron Curtain hin zu, dass Daten eine neue Währung geworden sind, mit der man unser Kaufverhalten steuert, mit der man unser Verhalten auch insgesamt steuert. Also so einen Klassiker zu lesen, in der jetzigen Zeit und jetzt nochmal die jetzige Zeit daraus zu bewerten, was damals gesprochen worden ist, ist auch sehr spannend.
Und was so Vertriebskonzepte angeht, eins meiner Lieblingsbücher war damals von Chris Anderson, das war der Chefredakteur von Wired, das heißt im Deutschen kostenlos Geschäftsmodelle für Herausforderungen des Internets, das nochmal durchzulesen, weil das ist das, was heute in den Staaten entwickelt wird und dann auf die ganze Welt transportiert wird. Premium-Konzepte, kostenfrei Angebote zu machen, die dann eine Zielgruppe finden, die dann sehr schnell skalieren, hunderttausende, Millionen Menschen nehmen diese Dienste wahr und irgendwann kommt ein Geschäftsmodell, entweder durch Datenverkauf oder durch Werbung oder durch Bewegungsdaten, die man in der Zielgruppe zuordnen kann, so WhatsApp-Themen, Facebook und so weiter, also das hat mir so ein bisschen die Augen geöffnet, wie das amerikanische Denken für Internetvertriebsmodelle sind und da hat er sehr schön vom Handlungsreisenden bis zum Internetkonzern sehr gut beschrieben. Heißt free of English, also das waren so meine Buchtipps, die mir jetzt gerade spontan einfallen.
Jetzt haben Sie gerade viel über die Veränderung der Geschäftsmodelle, auch aus der Retrospektive gesprochen, wenn ich ein bisschen nach vorne blicke, aus Ihrer Einschätzung, wie wird sich Ihre Berufswelt in den nächsten zehn Jahren verändern? Ich glaube, wir werden stärker von Netz arbeiten müssen, was auf der Software-Ebene angeht. Es reicht nicht aus, ein ERP-System zu haben, ein PIM-System zu haben und ein CRM-System zu haben, sondern wir wollen heute, wenn man sich das E-Business anschaut, eigentlich in Echtzeit dem Nutzer eine Information zu spielen, die sein Verkaufsverhalten beeinflusst, also ihn fördert zum Beispiel, dass jemand Conversion redet, also dass jemand einen Abschluss macht oder dass er die Information findet, die er auch wirklich situativ braucht. Wir machen gerade ein Projekt mit einer großen Firma, wo es heißt, wir machen Mikrosegmente, das heißt, ein unbekannter Nutzer kommt auf eine Webseite, surft über die Webseite und wir versuchen, ihm schnell eine Zielgruppe zuzuordnen, um ihm dann die Informationen zu geben, die möglicherweise die richtigen für ihn sind.
Das heißt für meine Berufswelt, dass ich immer stärker dieses vernetzte Denken haben muss, wie Systeme zusammenarbeiten, um zu sagen, dieser Prozess gehört ins ERP, dieser Prozess gehört in Product Information Management, dieser Prozess gehört ins CRM, um dann halt ideal die Informationsflüsse zwischen Anbieter und Informationsnutzer zu steuern. Und da kommt natürlich AI dazu, Artificial Intelligence, also sprich, dass das System relativ logisch reagiert auf die Anfragen, die ein Webseitebesucher eingeht. Dazu gehört das Thema Chatbots, wo ich Informationen ausliefern muss und Dialoge führen muss und dann erst in ein Callcenter übergebe.
Also sprich, diese ganze Welt wird sich heute vernetzen, sodass man im Prinzip dem Nutzer die ideale Information gibt und dann wieder Informationsmanagement, Produkt Informationsmanagement, das ist meine Welt, die wird sich dadurch stark beeinflussen. Wenn Sie jetzt so ein bisschen die Nachbarschaft landschaftlich gesehen schauen, denn wir sind im ERP-Podcast, wie glauben Sie, verändert sich ERP? Was sind die ganz besonderen Herausforderungen, vielleicht als abschließende Frage an Sie als PIM-Experten? Es gibt ja so Entwicklungen, dass auch ERP-Anbieter mittlerweile Teil Produkt Information Management sozusagen mit anbieten. Ich denke, das ist ein haeres Ziel, also entweder man kauft ein Produkt dazu, das man erst sozusagen in seine Welt integrieren muss oder B, man entwickelt es komplett neu.
Da schon ein Anbietermarkt da ist, der den Markt auch ganz gut beherrscht, ist es wahrscheinlich für die ERP-Anbieter eher der schwierige Weg. Also das Zukauf wahrscheinlich noch ein Weg, aber selbst was entwickeln im PIM-Bereich ist sehr aufwendig, weil man halt dieses Multi-Channel-Commerce, Multi-Channel-Publishing dann vom Neuen sozusagen erleben würde. Ich glaube eher, dass man das Thema Schnittstellen verstärkt eingehen wird.
Machen wir das Beispiel Microsoft, die gerade an einer globalen Schnittstelle oder Datenablage für all ihre Produkte daran arbeiten, die gerade alle ihre Produkte heißt. Sie haben Dynamics AX oder Dynamics NAV und da wird es eine Standardablage geben, die wiederum spricht zu allen anderen Drittsystemen. Ich glaube, die Datenablage wird sehr, sehr wichtig und die Schnittstellen in diese Ablage hinein.
Darin werden sich die ERP-Systemhersteller messen lassen müssen, dass sie halt sehr gesprächig zu Drittsystemen werden und vor allen Dingen halt Online-Mobile-Themen so stark unterstützen mit dieser Schnittstelle, dass man daraus schnell Publikationen entwickeln kann oder Informationen entwickeln kann, die halt vertrieblich oder im Servicebereich den Mitarbeiter halt unterstützen können. Ja, ich glaube da steht noch einiges vor uns. Herr Klaert, ich darf mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Ihnen für diesen spannenden Einblick in das Product Information Management, in die Welt der Daten bedanken.
Haben Sie als letztes Wort noch ein paar Ergänzungen? Da habe ich jetzt aber so viel gesprochen. Ich überlege gerade, was ich nochmal hervorheben will, wenn ich so sage, Conversion Rate ist die neue Währung im Vertrieb, dann ist das glaube ich die Kernaussage, wo ich glaube, dass PIM-Systemen und ERP-Systeme zusammenarbeiten werden und zusammenwachsen werden. Das ist so das Schlusswort, das ist meine Zukunft.
Das ist unser Ziel auch, um halt ideale Informationen aufzubauen und halt zu verteilen. Herr Klaert, herzlichen Dank für dieses Interview und Ihnen, liebe Zuhörer, wünsche ich eine schöne Woche. Wie immer weitere Informationen, Kontakte und so weiter finden Sie über unsere Webseite www.erp-podcast.de oder hier über iTunes in den Shownotes.
Wie immer, keep connected. Herzlichst, Ihr Axel Winkelmann. Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können.
Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann.
Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.