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#52 - Der (Kleinst-)Einzelhandel im digitalen Wandel – ein Interview mit Dr. Marion Hösselbarth
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„Handel ist Wandel“ – trifft diese alte Handelsweisheit auch in Bezug auf die digitale Transformation auf die etablierten Branchen des stationären Einzelhandels zu? Mit Dr. Marion Hösselbarth diskutiere ich die Gestaltungspotenziale und den aktuellen Status Quo gerade bei Kleinst-Unternehmen.

Erfahren Sie,

  • warum sich der stationäre Einzelhandel mit dem digitalen Wandel beschäftigen sollte,
  • was für aktuelle Beispiele und Ansätze existieren und
  • wie der Wandel im eigenen Unternehmen vorangestrieben werden kann.

Viel Vergnügen!

Literaturempfehlung:

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten.

In diesem Sinne: keep connected.

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann

Transcript:
ERP-Podcast, Folge 52, der Einzelhandel im digitalen Wandel, ein Interview mit Dr. Marion Hösselbart. Handel ist Wandel. Trifft diese alte Handelsweisheit auch in Bezug auf die digitale Transformation auf die etablierten Branchen des stationären Einzelhandels zu? Mit Dr. Marion Hösselbart diskutiere ich die Gestaltungspotenziale und den aktuellen Status quo, gerade bei Kleinstunternehmen.

Erfahren Sie, warum sich der stationäre Einzelhandel mit dem digitalen Wandel beschäftigen sollte, was für aktuelle Beispiele und Ansätze existieren und wie der Wandel im eigenen Unternehmen vorangetrieben werden kann. Viel Vergnügen! Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten.

Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

So, liebe Hörer, herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast, Fragestellungen rund um das Datenfundament von Unternehmen. Ich habe heute wieder mal eine besondere Folge, denn ich habe meine ehemalige Doktorandin, die gerade promoviert hat, bei mir zu Gast. Marlen Hösselbart hat über den Einzelhandel promoviert, Technologieeinsatz, vor allem die digitale Transformation im Einzelhandel.

Über das Thema möchte ich gerne mit ihr reden, gerade vor dem Hintergrund von kleineren Unternehmen, stationären Unternehmen im Einzelhandel. Ich freue mich, dass sie heute hier ist. Herzlich willkommen.

Vielen Dank. Marlen, vielleicht kannst du dich am Anfang mal selber vorstellen. Wer ist Marlen Hösselbart? Ja, also auch guten Morgen nochmal von meiner Seite.

Mein Name ist Marlen Hösselbart. Ich bin geboren in der Nähe von Würzburg und auch aufgewachsen, habe hier in Würzburg Wirtschaftsinformatik studiert und eben im Anschluss daran meine Promotion absolviert. Mittlerweile bin ich bei einem Nürnberger Mittelständler gelandet, und zwar einem Softwareunternehmen in der Applikationsentwicklung.

Das ist erstmal ein weiter Weg wahrscheinlich. Vielleicht erzählst du uns ein bisschen, was hast du in deiner Dissertation gemacht und was hast du dich beschäftigt? Ich habe mich mit den Gestaltungspotenzialen der digitalen Transformation im Einzelhandel beschäftigt. Das ist der Titel.

Was genau habe ich gemacht? Ich habe eine Analyse der Nutzung von digitalen Technologien durchgeführt, und zwar speziell für kleine stationäre Einzelhändler, also Kleinstunternehmen beziehungsweise auch Kleinunternehmen, also wirklich Einzelhändler, die weniger als 15 Mitarbeiter haben. Also der Juwelier, die kleine Buchhandlung, der Bäcker und die Ecker? Genau, nur nicht der Bäcker, da ich den Lebensmittelhandel ausgeschlossen habe, da hierbei doch noch viele Aspekte eine spezielle Rolle spielen, wie Haltbarkeit, Frische und so weiter. Deswegen wurde der Lebensmittelhandel ausgeschlossen.

Was zeichnet denn den Kleinst-Einzelhandel in Bezug auf die Digitalisierung besonders aus? Da würde ich sagen, es zeichnet aus, dass der Kleinsthändler sich aktuell noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt, vorrangig aus dem Grund, dass kein Know-how besteht und auch sie eine gewisse Angst vor diesem großen Begriff Digitalisierung haben. Also die können sich gar nicht wirklich was darunter vorstellen, was bedeutet jetzt alles Digitalisierung. Meistens eher dann negativ, oh, da muss ich meine Daten irgendwo hingeben, ich werde ausspioniert, meine Kunden werden ausspioniert.

Sie haben eben Angst, ihr Know-how weiterzugeben, wegzugeben. Also wer den Podcast ein bisschen verfolgt, weiß, dass wir so ein bisschen eine größere Linie natürlich verfolgen, ERP, zentrales Datenfundament, überhaupt das Verwerten von Daten, die mit physischen Objekten letztendlich einhergehen. Ich glaube, wenn das Thema Digitalisierung im kleineren Einzelhandel fällt, dann denkt man gar nicht in dieser großen Richtung, sondern man hat wahrscheinlich irgendwie Facebook oder Twitter oder sowas nur im Kopf, oder? Genau, also da haben Einzelhändler wirklich auch Angst davor, wenn ich jetzt was poste auf Facebook, wenn ich vertreten bin auf Facebook, dann schreibt vielleicht ein Kunde ein negatives Feedback.

Hier habe ich überhaupt keine gute Erfahrung in dem Laden und die Händler haben Angst, dass dadurch andere Kunden abgeschreckt werden. Also da herrscht wirklich auch noch eine große Angst vor, da wird nicht der Nutzen gesehen, der hinter solchen Technologien steckt, sondern eben eher die Angst, die dahinter steckt, andere Kunden zu vertreiben. Warum ist Digitalisierung so schwierig für den Einzelhandel an der Stelle? Da spielen sehr viele Faktoren aus Sicht der Einzelhändler eine Rolle.

Zum einen das bereits genannte mangelnde Know-how. Viele Einzelhändler sind nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen, wie die heutige Jugend schon ab, ich weiß nicht, ab wann, vielleicht mit 10, 11 Jahren schon das erste Smartphone besitzt, auf Facebook vertreten ist, Instagram oder was es da noch alles gibt. Sondern sie sind, ich sage es jetzt mal klassisch, noch aufgewachsen und leben ihr Geschäft seit Jahren so, wie sie es leben, nämlich ohne digitale Technologien, teilweise sogar ohne Kassensystem oder ähnliches und haben dabei eben kein Know-how in diesem Bereich.

Zum anderen auch keine Ressourcen. Die meisten kleinen Einzelhändler sind wirklich inhabergeführte Geschäfte, die vielleicht ein, zwei Aushilfen haben, aber eben keine extra Ressourcen dafür aufbrauchen möchten oder können, um digitale Technologien einzuführen und auch nachhaltig zu pflegen. Ist vielleicht an der Stelle hier, oder ist das vielleicht gerade auch ein Hinderungsgrund, weil eines der wesentlichen Treiber von einem zentralen Datenfundament ist ja auch, dass ich, wenn ich die Daten zentral habe, beispielsweise über meinen Warenbestand, dass ich von überall darauf zugreifen kann, Bestandsmanagement machen kann, dezentrale Worte bespielen kann und wenn ich kleiner Einzelhändler bin und mehr oder weniger alleine mit einigen Aushilfen bin, dann ist dieser Faktor ja eigentlich nicht mehr so interessant.

Eigentlich nicht, aber ich glaube, dass die Kleinsthändler genau diesen Vorteil nicht sehen, also nicht wissen, dass sie durch eine Datenpflege, durch ein System, welches sie nutzen, um ihre sämtlichen Daten zu dokumentieren, da überhaupt Vorteile rausziehen können. Stichwort Onlinehandel oder ähnliches. Ja.

Jetzt hast du dir verschiedene Branchen angeschaut. Du hast gesagt, Lebensmittelhandel lassen wir aus und vor. Klar, hängt ja auch vor allem an größeren Ketten meistens.

Aber du hast dir ganz andere Branchen angeschaut. Gibt es da wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen? Die gibt es. Also ich habe mir angeschaut, zum einen Bücher-Schweibwarenhandel, Uhrenschmuck, Textil- und Haushaltswaren und Leder- und Schuhwaren.

Und hierbei konnte man einen merklichen Unterschied erkennen, beispielsweise bei den Leder- und Schuhwaren und auch bei Uhren- und Schmuckhändlern. Diese sehen noch nicht die große Notwendigkeit, wirklich in den Onlinehandel, in die digitalen Technologien zu investieren. Da hier die Kunden noch gerne in ein Geschäft kommen, am Leder riechen, die Schuhe wirklich anprobieren, wie ist die Passform, wie ist das Gefühl oder eben auch beim Schmuck, wie liegt der Schmuck am Hals, beziehungsweise am Handgelenk, wie ist meine Ringgröße und so weiter.

Wohingegen beim Bücher- und Schreibwarenhandel die befragten Händler durchaus eine Notwendigkeit gesehen haben, online vertreten zu sein. Klar, das Stichwort hier Amazon, dort findet man jedes Buch, mehr Bücher als in einem kleinen Handelsgeschäft. Und deswegen sind diese Händler auch eben mehr online vertreten und investieren mehr in digitale Technologien.

Sind Sie damit insgesamt erfolgreicher als Branchen, die eigentlich sehr stark noch offline, nicht digital agieren? Erfolgreicher, ich denke, das kommt auch ein bisschen darauf an, wie die digitalen Technologien genutzt werden. Wenn wird einfach nur ein Facebook-Auftritt eingerichtet und dieser nicht nachhaltig genutzt, dann bringt dieser auch nicht viel, sondern der muss auch wirklich gepflegt werden. Von daher würde ich nicht sagen zwingend erfolgreicher, vor allem da auch gerade Uhren-Schmuck-Händler, heutzutage noch davon leben, einen zusätzlichen Service anzubieten, wie beispielsweise den Batterienaustausch bei Uhren.

Ich vermute, dass es dies auch online gibt. Man kann seine Uhr einschicken und die Batterie wird ausgetauscht. Das ist aber noch ein Service, der heutzutage noch stationär, also vor Ort genutzt wird.

Oder eben auch so Dinge wie Gravuren, Reparatur von Schmuck, und Uhren. Jetzt hast du, um Gestaltungspotenziale herauszuarbeiten, nicht nur ganz viele Gespräche mit Einzelhändlern geführt, sondern du hast auch in die wissenschaftliche, aber insbesondere auch in die Handelsliteratur der letzten Jahre reingeschaut. Gibt es Ansätze, gibt es gute Beispiele, best practice sozusagen, die vielleicht auch anderen helfen, sich mit dem Thema zu beschäftigen? Es gibt sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der praxisnahen Literatur einige Ansätze, welche bereits beschrieben werden.

Die sind in der Literatur hauptsächlich bezogen auf große bzw. mittlere Unternehmen, können jedoch aus meiner Sicht auch von kleineren bzw. Kleinstunternehmen in einer gewissen Weise adaptiert werden.

Dabei gibt es verschiedene Ansätze, wie man die Geschäftsmodelle, die Abläufe entweder erweitern, überarbeiten, oder eben auch komplette neue Teilbereiche entwickeln kann. Konkrete Konzepte werden vor allem in der praxisnahen Literatur, also in Zeitschriften des Handels genannt, wie beispielsweise Click & Collect. Das heißt, ein Händler bietet online seine Waren an, bietet aber nicht den Versand an, sondern die Ware wird dann vom Kunden vor Ort im Geschäft abgeholt.

Oder so etwas wie Curated Shopping ist ein Konzept, welches in der Literatur angepriesen wird. Das Beispiel war hier gerade männliche Kundschaft bei Textilien, die vielleicht nicht so viel Zeit verbringen möchten, um sich Sachen auszusuchen, die vielleicht auch noch zusammenpassen. Hierfür gibt es dann quasi Berater, sowohl vor Ort als auch über eine Webseite online, die ein gewisses Outfit, ein Gesamtoutfit von den Schuhen bis hin zur Krawatte aussuchen.

Also wirklich noch einen Mehrwert bieten, nicht einfach nur einzelne Kleidungsstücke anbieten, sondern eben ein Gesamtkonzept. Sonst gibt es noch die Möglichkeit des Store Sharing, also Einzelhändler können sich natürlich auch Ladenflächen, die natürlich eine gewisse Kosten nach sich ziehen, Mietkosten, Unterhaltskosten, auch teilen. Das heißt, es könnte vielleicht ein Schmuckuhrenhändler sich zusammen tun mit Schuh- und Lederwaren oder je nachdem, welche Branche man hier mischen möchte.

Wenn wir uns ein bisschen die Prozesse auch im Einzelhandel anschauen, du hast das Beispiel Great Shopping schon genannt, wo Ware schon zusammengestellt wird, was ja letztendlich im Onlinehandel in Teilen auch passiert, aber es wäre ja auch denkbar, dass man Teile des stationären Einzelhandels quasi digital darstellt, beispielsweise online, sodass der potenzielle Kunde eben sagen kann, um 12.30 Uhr habe ich Mittagspause und ich würde gerne mal Jeans, Größe, Länge XYZ ausprobieren, such mir doch ein paar Waren raus, damit ich dann eine Viertelstunde später quasi auch aus deinem Geschäft wieder raus bin. Das sind ja alles Sachen, die denkbar sind und die, glaube ich, ersten Ansätzen eigentlich gefragt werden im stationären Handel, oder? Richtig, ja, durchaus denkbar. Gerade hier im stationären Handel sollte in Zukunft meiner Ansicht nach wirklich das Kundenerlebnis im Mittelpunkt stehen.

Und Erlebnis muss jetzt nicht unbedingt sein, irgendwas Tolles, ein Feuerwerk oder was auch immer anzubieten, wenn ein Kunde in den Laden kommt, aber genau so etwas. Dem Kunden einen gewissen Mehrwert bieten, den er entweder in einem oder eben im Online-Handel nicht erlangt. Das geht natürlich weit über irgendwie Fotos bei Instagram oder einen Facebook-Auftritt hinaus.

Wenn ich mich damit jetzt beschäftigen möchte, gerade als Kleiner, als Kleinst-Einzelhändler, wo fange ich da an? Wo kann ich mich informieren? Wie kann ich die ersten Schritte eigentlich planen? Ich würde sagen, informieren auf jeden Fall in der praxisnahen Literatur, das heißt in Zeitschriften, die wirklich speziell für den Einzelhandel da sind, da wirklich sehr viele Konzepte genannt sind. Wo würde ich anfangen, wenn ich jetzt ein Einzelhandelsgeschäft aufmachen würde? Ich würde zuerst einmal schauen, dass mein Laden über gewisse Suchmaschinen wirklich auch auffindbar ist. Das heißt, dass Kunden, die sich vorher online informieren, überhaupt wissen, okay, hier gibt es noch diesen Schmuckladen, der hat diese Öffnungszeiten und bietet vielleicht die und die Produkte an.

Zudem wäre natürlich gerade für die jüngere Kundschaft ein Auftritt in den sozialen Medien von Vorteil. Wobei ich hier sagen muss, viele der befragten Einzelhändler haben hierbei gesagt, ja, wir haben einen Facebook-Auftritt oder sogar einen Twitter-Auftritt, aber diesen pflegen wir eigentlich gar nicht. Also man muss sich auch bewusst sein, wenn man so etwas einführt, so etwas nutzt, dass dies auch wirklich nachhaltig gepflegt wird und auch auf einem aktuellen Stand gehalten wird.

Denn dem Kunden bringt es nichts, wenn es zwar einen Facebook-Auftritt gibt, dort aber beispielsweise eine falsche Adresse oder falsche Öffnungszeiten hinterlegt sind. Also mir fallen spontan hier im Umfeld einige Einzelhändler ein, die noch nicht einmal eine Webseite haben. Ist das ein erster Start in das digitale Datenfundament oder würdest du an einer ganz anderen Stelle anfangen? Es ist sicherlich ein erster Start, wobei man auch hier wieder auf die Aktualität der Webseite hinweisen muss.

Also es bringt nichts, einfach nur eine Webseite zu haben, auf der auch keine Informationen regelmäßig gepflegt werden. Was ich hierbei einen guten Ansatz finde, beispielsweise in der Stadt Wuppertal, gibt es einen gewissen Zusammenschluss von Unternehmen oder auch in anderen Städten schon in ersten Ansätzen, die sich dann eine Webseite teilen und mehrere Händler sind darauf abgebildet, können ihre Produkte anbieten. Und haben so einen nicht ganz so hohen administrativen Aufwand für die Webseite, sondern sind eben nur für ihre eigenen Inhalte verantwortlich.

Ich denke, das ist ein gutes Konzept, um gerade Kleinsthändlern, die eine gewisse Abneigung, Angst vor Digitalisierung haben, da ein bisschen einen Start zu geben. Würdest du sagen, das ganze Thema ist Chefsache oder ist das doch lieber etwas für den Sohn oder die Tochter, die sich mal damit beschäftigen sollen? Da bin ich ein bisschen zweigeteilter Meinung. Und zwar, klar können Söhne, Töchter oder auch Bekannte, die Erfahrung mit digitalen Technologien haben, unterstützen.

Jedoch muss hierbei dann auch wirklich Sohn oder Tochter auch dahinter stehen und sich wirklich auch Zeit dafür nehmen. Ich denke nicht, dass es mit fünf Minuten in der Woche getan sind, wenn die Tochter oder der Sohn vielleicht mal am Wochenende zum Essen kommt und dann, ach ja, kannst du mal kurz mal wieder was auf Facebook stellen. Sondern, wie ich ja bereits schon gesagt habe, das Ganze sollte wirklich aktualisiert werden, regelmäßig aktualisiert werden.

Und der oder diejenige, die das Geschäft führt, sollte auch dahinter stehen. Von daher, ja, Unterstützung holen, aber sich auch selber damit beschäftigen und nicht sagen, ach nee, das macht meine Tochter, die kommt aber erst wieder in drei Wochen zu mir, dann können wir mal wieder was posten auf Facebook. Jetzt verändern sich sicherlich auch die Geschäftsmodelle im kleinen und im kleinsten Einzelhandel durch die Digitalisierung, durch die Transformation sehr stark.

Lassen sich neue Geschäftsmodelle erkennen, die nicht rein digital sind, sondern vielleicht auch in dieser Hybridität aus Online und Offline ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten bieten für die Branche? Ja, zum einen das bereits genannte Click-and-Collect-System, also wirklich die Verbindung zwischen dem Online- und dem stationären Handel. Ja, das würde ich sagen, das ist das schon. Und ich vermute, dass es in der Zukunft sicherlich auch noch mehr Möglichkeiten gibt, dass diese beiden Kanäle immer mehr miteinander zusammenwachsen.

Gibt es so einen Hauptpunkt, den man den kleinen Einzelhändlern mitgeben sollte, was sie auf jeden Fall machen sollten, um in die Zukunft zu starten? Ich würde sagen, die Einzelhändler sollten sich nicht verschließen vor der Digitalisierung. Sie sollten versuchen, ihre Angst und ihre Abneigung gegen digitale Technologien abzulegen und auch offen sein für Neues. Das heißt, wenn jetzt in der eigenen Stadt etwas aufkommt, ein Zusammenschluss von verschiedenen Unternehmen sich auftut, nicht gleich sagen, ah nee, da kommt wieder Arbeit auf mich zu, das will ich eigentlich nicht machen, sondern wirklich offen dafür sein und sich nicht verschließen.

Ein erster Schritt wäre hierbei wirklich ein Auftritt an eine Webseite oder eben in den sozialen Medien. Also wir sehen ja mittlerweile alles. Wir sehen ja Einzelhändler, die komplett stationär sind, komplett offline sozusagen sind, die aber durch ihre Spezialisierung ein Kundenklientel ansprechen, was nicht nur in der eigenen Stadt oder im eigenen Dorf ist, sondern einen großen Radius von teilweise 50 oder 100 Kilometern hat.

Und auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahren auch stationäre Einzelhändler irgendwo in der Provinz erlebt, die über ihre Online-Kanäle es verstanden haben, eigentlich zwar einen stationären Laden zu haben, aber das wirkliche Geschäft mittlerweile in ihrer Nische online zu machen, seien es Fensterdichtungen, seien es Musikalienhandel, Schmuck haben wir eben schon genannt, es gibt gerade wieder ein Start-up, was sich mit Luxusuhren beschäftigt, sehr erfolgreich und so weiter und so fort. Ich glaube, da sind viele Spielarten zwischen den Geschäftsmodellen denkbar, oder? Richtig, gerade auch im Bereich Uhren und Schmuck, um das nochmal aufzugreifen. Es gibt auch einige Schmuck oder Uhren an Hersteller, die explizit ihre Ware nur an stationäre Händler ausgeben und nicht möchten, dass diese online angeboten werden.

Also auch hier gibt es da von Herstellerseite dann auch verschiedene Anforderungen, welche natürlich die Händler dann auch beachten müssen. Kommen wir nochmal abschließend ein bisschen zu dir. Du weißt, ich frage meine Gäste auch immer gerne ein paar persönliche Fragen.

Jetzt warst du einige Jahre hier bei uns am Lehrstuhl, bist mit deiner Dissertation vor einigen Monaten in die freie Wirtschaft gewechselt. Warum bist du beruflich heute das, was du heute bist? Ich denke zum einen durch die Unterstützung, die ich in den letzten Jahren sowohl von meiner Familie als auch von meinen Freunden bekommen habe, aber auch durch eigene Vorhaben und Ziele, die ich mir selbst gesteckt habe. Also das ist natürlich schon auch ein bisschen das eigene Anstreben.

Ja, ich möchte diese Promotion, als ich mich vor viereinhalb Jahren dafür entschieden habe. Und natürlich auch ein großer Erfolg, diese dann erfolgreich abgeschlossen zu haben. Jetzt ist die Stelle, die ich entweder ein bisschen leiser oder lauter drehe.

Hat sich das gelohnt, zu promovieren? Nach dem Studienabschluss nochmal eine Zeit lang in der Universität zu bleiben, die andere Seite der Lehrstühle auch kennenzulernen? Für mich persönlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe zum einen schon bereits während meinem Studium als Tutorin mitgearbeitet bei Lehrstühlen, was mir sehr viel Spaß bereitet hat, weswegen ich dann auch hauptsächlich diesen Weg eingeschlagen habe. Zum anderen merke ich selbst, dass ich mich in den vier Jahren, die ich am Lehrstuhl verbracht habe, sehr weiterentwickelt habe.

Mein strukturiertes Denken, meine Organisiertheit, aber auch mein analytisches Denken wurde sehr gefördert in diesen vier Jahren. Dann brauche ich nach den Eigenschaften, die du beruflich gut nutzen kannst, eigentlich gar nicht mehr zu fragen, oder? Genau, das wären nämlich diese. Deine Dissertation habe ich hier als wunderschönes Buch, als dickes Buch.

Vor mir liegen Gestaltungspotenziale der digitalen Transformation im Einzelhandel. Lesenswert, hat Spaß gemacht, dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Letztendlich auch die Ergebnisse dieser Arbeit auf 250 Seiten sehen zu können und lesen zu können.

Wir verlinken das natürlich in den Show Notes, wie immer. Aber vielleicht gibt es auch andere Bücher, die dich beruflich oder privat sehr vorangebracht haben. Beruflich gerade im Hinblick auf die Dissertation war das das Buch des Second Machine Age.

McAfee. Genau, McAfee, was natürlich gerade den Umbruch im digitalen Zeitalter gut darstellt. Privat bin ich ein großer Fan von Harry Potter.

Ein bestimmter Band? Nee, durchweg. Okay. Gibt es bestimmte Webseiten, Internetdienste, Tools, Online-Tools, die du gerne nutzt, die dir beruflich Mehrwert versprechen? Dass es To-Do ist, also eine To-Do-Liste.

Also man kann Aufgaben sich setzen mit einer bestimmten Deadline, kann diese auch teilen mit anderen Partnern, die auch dieses Tool nutzen. Das hat mir sowohl bei der Anfertigung der Dissertation sehr geholfen, als auch jetzt noch. Und privat auch.

Jetzt hast du ja sehr tief auch in den Einzelhandel reingehorcht und hast sicherlich auch zwischen den Zeilen einiges gehört, was man vielleicht auch nicht so ganz offiziell in einer Dissertation verarbeiten kann. Aber was dir durchaus ja auch ein Gespür für die Veränderung in der Domäne Handel gegeben hat. Aus deiner Sicht, wie wird sich der Einzelhandel in den nächsten zehn Jahren verändern? Ich befürchte leider, dass es immer weniger Kleinsthändler geben wird, wenn diese nicht aus ihrem traditionellen Denken herauskommen.

Finde ich sehr schade persönlich. Ich bin jemand, der geht gern in die Stadt, auch in kleine Läden. Nicht sowas Großes wie Zara oder wie auch immer, sondern eher die kleinen persönlichen Läden.

Aber meiner Meinung nach gibt es keinen Weg um die Digitalisierung herum, sondern die Einzelhändler müssen, meiner Meinung nach, langsam anfangen, sich wirklich damit zu beschäftigen. Es braucht nicht jeder einen Webshop, meiner Meinung nach, aber eine gewisse Auffindbarkeit im Internet sollte schon gegeben sein. Das heißt, man muss sich auch als Kleinstunternehmen letztendlich mit dem Datenfundament, mit der Zentralisierung der verfügbaren Kanäle, der verfügbaren Daten auseinandersetzen.

Ist das vielleicht auch die Herausforderung, vor der die ja doch recht komplexe Unternehmenssoftware in der Zukunft stehen wird? Ja, durchaus. Diese komplexe Software auch wirklich Kleinstunternehmen zugänglich zu machen und gerade für den Gebrauch der Kleinstunternehmen praktikabel zu machen, sehe ich als eine Herausforderung. Sind da Cloud-Angebote vielleicht der Königsweg, den man als Kleinstunternehmen gehen kann? Ich denke an sowas wie Plenty Markets, WeClap, Scope Visio, PRP B5 und viele andere, die ja auch gerade dieses Segment versuchen, zu adressieren. Sicherlich, das würde den Kleinsthändlern auf der einen Seite natürlich den, den Betrieb ersparen, eines, eines eigenen Systems. Auf der anderen Seite vermute ich, dass da auch noch eine kleine Herausforderung mitspielt, nämlich den Unternehmen, den Kleinstunternehmen klarzumachen-… Auch wenn die Daten in der Cloud, wie so schön gesagt wird, gespeichert werden, diese sind trotzdem sicher. Da spielt natürlich dieser Sicherheitsaspekt bei den Kleinsthändlern dann auch wieder eine Rolle: Wo, wo sind denn dann meine Daten? Da kann ja dann jeder darauf zugreifen. Also es bleibt spannend. Ich hoffe, dich in ein paar Jahren zu dem Thema noch mal interviewen zu können. Ich hoffe, dass du ein bisschen am Puls der Zeit, was das Thema angeht, auch weiterhin bleiben wirst. Frau Dr. Marion Nösselbart, ganz, ganz herzlichen Dank für das heutige Interview und wie immer, die letzten Worte gehen an unseren, äh, Studiogast. Herzlichen Dank, dass du da warst. Bitte schön. Ja, vielen Dank für die Einladung. Es hat mich sehr gefreut und freue mich natürlich auch, wenn wir dann in ein paar Jahren noch mal darüber reden und dann sehen, wie viele Kleinsthändler es dann noch gibt. Ihnen hat der EAP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.eap-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der EAP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen, losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

… ERP-Podcast, Folge zweiundfünfzig: Der Einzelhandel im digitalen Wandel. Ein Interview mit Dr. Marion Hesselbarth. Handel ist Wandel. Trifft diese alte Handelsweisheit auch in Bezug auf die digitale Transformation, auf die etablierten Branchen des stationären Einzelhandels zu? Mit Dr. Marion Hesselbarth diskutiere ich die Gestaltungspotenziale und den aktuellen Status quo, gerade bei Kleinstunternehmen. Erfahren Sie, warum sich der stationäre Einzelhandel mit dem digitalen Wandel beschäftigen sollte, was für aktuelle Beispiele und Ansätze existieren und wie der Wandel im eigenen Unternehmen vorangetrieben werden kann. Viel Vergnügen! [Musik] Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderung geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. So, liebe Hörer, herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Ähm, Fragestellungen rund das Datenfundament von Unternehmen. Ich habe heute wieder mal eine besondere Folge, denn, ähm, ich habe meine ehemalige Doktorandin, die gerade promoviert hat, bei mir zu Gast. Marion Hesselbarth hat über den Einzelhandel promoviert, Technologieeinsatz, äh, vor allen Dingen die digitale Transformation im digitalen Einzel, äh, im Einzelhandel und über das Thema möchte ich gerne mit ihr reden. Gerade vor dem Hintergrund von kleineren Unternehmen, äh, stationären Unternehmen im Einzelhandel und ich freue mich, dass sie heute hier ist. Herzlich willkommen. Vielen Dank. Äh, Marion, vielleicht kannst du dich am Anfang mal selber vorstellen: Wer ist Marion Hesselbarth? Ja, also auch guten Morgen noch mal von meiner Seite. Mein Name ist Marion Hesselbarth. Ich bin geboren in der Nähe von Würzburg und auch aufgewachsen, habe hier in Würzburg Wirtschaftsinformatik studiert und eben im Anschluss daran, ähm, meine Promotion absolviert. Mittlerweile bin ich bei einem Nürnberger Mittelständler gelandet, und zwar einem Softwareunternehmen in der Applikationsentwicklung. Das ist erst mal ein weiter Weg, wahrscheinlich. Ähm, vielleicht erzählst du uns ein bisschen: Was hast du in deiner Dissertation gemacht? Womit hast du dich beschäftigt? Ich habe mich mit den Gestaltungspotenzialen der digitalen Transformation im Einzelhandel beschäftigt. Das ist, ähm, der, der Titel. Ähm, was genau habe ich gemacht? Ich habe, ähm, eine Analyse der Nutzung von digitalen Technologien durchgeführt, und zwar speziell für kleine stationäre Einzelhändler, also, ähm, Kleinstunternehmen beziehungsweise auch Kleinunternehmen, also wirklich, ähm, Einzelhändler, die weniger als fünfzehn Mitarbeiter haben. Also der Juwelier, die kleine Buchhandlung, der Bäcker um die Ecke. Genau, nur nicht der Bäcker, da ich den Lebensmittelhandel ausgeschlossen habe, da, ähm, hierbei doch noch, äh, viele, ähm, Aspekte eine spezielle Rolle spielen, wie Haltbarkeit, Frische und so weiter. Deswegen, äh, wurde der Lebensmittelhandel ausgeschlossen. Was zeichnet denn den, den Kleinen, den Kleinsteinzelhandel in Bezug auf die Digitalisierung besonders aus? Da würde ich sagen, es zeichnet aus, dass der Kleinsthändler sich aktuell noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt. Vorrangig aus dem Grund, dass kein Know-how besteht und auch, ähm, sie eine gewisse Angst vor diesem großen Begriff Digitalisierung haben. Also, die können sich gar nicht wirklich was darunter vorstellen. Was, was bedeutet jetzt alles Digitalisierung? Ähm, meistens eher dann negativ: „Oh, da muss ich meine Daten irgendwo hingeben. Ich werde ausspioniert, meine Kunden werden ausspioniert.“ Ähm, und, äh, ja, sie haben eben Angst, ihr Know-how, ähm, weiterzugeben, wegzugeben. Mhm. Also, wer den Podcast so ein bisschen verfolgt, weiß, dass, dass wir so ein bisschen eine größere Linie natürlich verfolgen. ERP, zentrales Datenfundament, überhaupt, äh, das Verwerten von Daten, die mit physischen Objekten letztendlich einhergehen. Ich glaube, wenn das Thema Digitalisierung im kleineren Einzelhandel fällt, dann denkt man gar nicht in dieser, in dieser großen Richtung, sondern man hat wahrscheinlich irgendwie Facebook oder Twitter oder so was nur im Kopf, oder? Genau, also und da haben Einzelhändler wirklich auch, auch Angst davor, wenn ich jetzt was poste auf Facebook, wenn ich vertreten bin auf Facebook, dann schreibt vielleicht ein Kunde ein, ein negatives Feedback. Ähm, „Hier habe ich überhaupt keine gute Erfahrung in dem Laden.“ Ähm, und die Händler haben Angst, dass dadurch andere Kunden abgeschreckt werden. Also da, da herrscht wirklich auch noch eine, eine große Angst vor, nicht– da wird nicht der Nutzen gesehen, der hinter solchen Technologien steckt, ähm, sondern eben eher die, äh, die Angst, die dahintersteckt, andere Kunden zu, zu vertreiben damit. Warum ist Digitalisierung so schwierig für den Einzelhandel an der Stelle?… Ähm, da spielen sehr viele Faktoren aus Sicht der Einzelhändler eine Rolle. Zum einen das, äh, bereits genannte mangelnde Know-how. Viele Einzelhändler, ähm, sind nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen, ähm, wie die heutige Jugend schon ab, ich weiß nicht, ab wann, vielleicht mit zehn, elf Jahren, ähm, schon, schon das erste Smartphone besitzt, ähm, auf Facebook vertreten ist, Instagram oder was, was es da noch alles gibt. Ähm, sondern sie sind, ich sag’s jetzt mal, klassisch noch, noch auf-aufgewachsen und, ähm, leben ihr Geschäft, ähm, seit Jahren so, wie sie es leben, nämlich ohne digitale Technologien, teilweise sogar ohne Kassensystem oder, oder Ähnliches. Ähm, und haben dabei eben kein, kein Know-how in diesem Bereich. Zum anderen auch keine Ressourcen. Die meisten kleinen Einzelhändler sind wirklich inhabergeführte Geschäfte, die, ähm, vielleicht ein, zwei Aushilfer, Aushilfen haben, aber, ähm, eben keine extra Ressourcen dafür aufbrauchen möchten oder können, ähm, um digitale Technologien einzuführen und auch nachhaltig zu pflegen. Ist vielleicht an der Stelle hier auch– oder ist das vielleicht gerade auch ein Hinderungsgrund? Weil eines der weli, wesentlichen Treiber von einem zentralen Datenfundament ist ja auch, dass ich, wenn ich die Daten zentral habe, beispielsweise über meinen Warenbestand, dass ich von überall darauf zugreifen kann, Bestandsmanagement machen kann, dezentrale, äh, äh, Orte, äh, bespielen kann. Und wenn ich kleiner Einzelhändler bin und mehr oder weniger alleine mit einigen Aushilfen bin, dann ist dieser Faktor ja eigentlich nicht mehr so interessant. Eigentlich nicht, aber ich glaube, dass die, die Kleinsthändler genau diesen, diesen Vorteil nicht sehen. Also nicht, nicht wissen, dass sie durch, durch eine Datenpflege, durch, durch ein System, welches sie nutzen, um, um ihre sämtlichen Daten zu, zu dokumentieren, ähm, da überhaupt Vorteile rausziehen können. Stichwort Onlinehandel oder Ähnliches. Ja. Jetzt, äh, hast du dir verschiedene Branchen angeschaut. Ähm, du hast gesagt, Lebensmittelhandel lassen wir außen vor. Klar, hängt ja auch vor allen Dingen an, an größeren Ketten meistens. Ähm, aber du hast dir ganz andere Branchen angeschaut. Gibt es da wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen? Mhm. Die gibt es. Also ich habe mir angeschaut, äh, zum einen Bücher, Schreibwarenhandel, ähm, Uhren, Schmuck, äh, Textil und Haushaltswaren und, äh, Leder- und Schuhwaren. Und hierbei konnte man einen merklichen Unterschied erkennen, beispielsweise bei den Leder- und Schuhwaren und auch bei Uhren- und Schmuckhändlern. Diese sehen noch nicht, äh, die große Notwendigkeit, wirklich in den Onlinehandel, in die digitalen Technologien zu investieren, da hier die Kunden noch gerne in ein Geschäft kommen, am Leder riechen, die Schuhe wirklich anprobieren. Ähm, wie ist die Passform, äh, wie ist das Gefühl? Oder eben auch beim Schmuck: Wie liegt der Schmuck, äh, am Hals beziehungsweise am, am Handgelenk? Wie ist meine Ringgröße und so weiter. Wohingegen beim Bücher- und Schreibwarenhandel die, äh, befragten Händler durchaus eine Notwendigkeit gesehen haben, ähm, online vertreten zu sein. Klar, das Stichwort hier Amazon. Dort findet man jedes Buch mehr Bücher als in einem, einem kleinen, ähm, Handelsgeschäft. Und, ähm, deswegen sind diese Händler auch, ähm, eben mehr online vertreten und investieren mehr in digitale Technologien. Mhm. Sind sie damit insgesamt erfolgreicher als Branchen, die eigentlich sehr stark noch offline nicht digital, äh, agieren? Hm, erfolgreicher? Ich denke, dass, das kommt auch ein bisschen darauf an, wie die digitalen Technologien genutzt werden. Werden, wird einfach nur ein Facebook-Auftritt eingerichtet und, äh, dieser nicht nachhaltig genutzt, dann, dann bringt dieser auch nicht, nicht viel, sondern der muss auch wirklich gepflegt werden. Ähm, von daher würde ich nicht sagen, zwingend erfolgreicher. Vor allem, da auch gerade Uhren, Schmuckhändler heutzutage noch davon leben, einen zusätzlichen Service anzubieten, wie beispielsweise den Batterienaustausch bei Uhren. Ähm, ich vermute, dass es dies auch online gibt. Man kann seine Uhr einschicken und die Batterie wird ausgetauscht. Ähm, das sind, ist aber noch ein Service, der heutzutage noch, ähm, stationär, also vor Ort, genutzt wird. Oder, [Lippenschmatzen] ähm, eben auch so Dinge wie, äh, Gravuren, Reparatur von Schmuck und, und Uhren. Mhm. Ja. Jetzt hast du, um Gestaltungspotenziale, ähm, herauszuarbeiten, nicht nur ganz, ganz viele Gespräche mit Einzelhändlern geführt, sondern du hast auch in die wissenschaftliche, aber insbesondere auch in die Handelsliteratur der letzten Jahre reingeschaut. Ähm, gibt es Ansätze, gibt es gute Beispiele, Best Practice sozusagen, ähm, die vielleicht auch anderen helfen, sich mit dem Thema zu beschäftigen? Mhm. Also es gibt sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der praxisnahen Literatur einige Ansätze, welche bereits beschrieben werden. Die sind in der Literatur hauptsächlich bezogen auf große beziehungsweise mittlere Unternehmen, ähm, können jedoch aus meiner Sicht auch von kleineren beziehungsweise Kleinstunternehmen, ähm, in einer gewissen Weise adaptiert werden. Dabei gibt es verschiedene Ansätze, wie man, ähm-… die Geschäftsmodelle, die, die Abläufe entweder erweitern, überarbeiten oder eben auch komplette neu, neue Teilbereiche, ähm, entwickeln kann. Ähm, konkrete Konzepte werden vor allem in, in Praxis, in der praxisnahen Literatur, also in, in Zeitschriften des Handels, genannt, wie beispielsweise Click and Collect. Also das heißt, ein Händler bietet online seine Waren an, bietet aber nicht den Versand an, sondern die Ware wird dann vom Kunden vor Ort im Geschäft abgeholt. Oder so etwas wie, ähm, Curated Shopping, ähm, ist ein Konzept, welches in der Literatur, ähm, angepriesen wird. Das heißt, ähm, das war, das Beispiel war hier, ähm, gerade männliche Kundschaft bei Textilwaren, die vielleicht nicht so viel Zeit verbringen möchten, um sich Sachen auszusuchen, die, ähm, vielleicht dann auch noch zusammenpassen. Ähm, hierfür gibt es dann quasi Berater, ähm, sowohl vor Ort als auch, ähm, über eine Webseite online, ähm, die eine, ein gewisses Outfit, ein Gesamtoutfit, von den Schuhen bis hin, äh, zur Krawatte aussuchen. Also wirklich, ähm, noch einen Mehrwert bieten. Nicht einfach nur die einzelnen Kleidungsstücke anbieten, sondern eben ein, ein Gesamtkonzept. Sonst, äh, gibt es noch, äh, die Möglichkeit des Store Sharing. Also, ähm, Einzelhändler können sich natürlich auch Ladenflächen, die natürlich eine gewisse, ähm, gewisse Kosten nach sich ziehen, Mietkosten, Unterhaltskosten, ähm, auch teilen. Also, das heißt, ähm, es könnte vielleicht ein, äh, Schmuckuhrenhändler sich auch zusammentun mit Schuh- und Lederwaren oder, oder je nachdem, welche, welche Branche man hier mischen möchte. Ähm, wenn wir uns, wenn wir uns ein bisschen die, die Prozesse auch im Einzelhandel anschauen. Du hast das Beispiel Creative Shopping schon genannt, wo, wo Ware schon zusammengestellt wird, was ja letztendlich im, im Onlinehandel in Teilen auch passiert. Aber es wäre ja auch denkbar, dass man Teile des stationären Einzelhandels quasi digital darstellt, beispielsweise online, sodass der potenzielle Kunde eben sagen kann: „Um zwölf Uhr dreißig habe ich Mittagspause und ich würde gerne mal Jeans, äh, Größe, Länge, X, Y, Z ausprobieren. Häng mir doch oder such mir ein paar Waren raus, damit ich dann eine Viertelstunde später quasi auch aus deinem Geschäft wieder raus bin.“ Ähm, das sind ja alles Sachen, die, die denkbar sind und die, glaube ich, erst in ersten Ansätzen eigentlich gefahren werden im stationären Handel, oder? Richtig, ja, durchaus denkbar. Ähm, gerade hier im stationären Handel sollte in Zukunft meiner Ansicht nach wirklich das Kundenerlebnis im Mittelpunkt stehen. Und Erlebnis muss jetzt nicht unbedingt sein, irgendwas Tolles, ein Feuerwerk oder wie, [lacht] was auch immer anzubieten, wenn ein Kunde in den Laden kommt. Aber genauso etwas dem Kunden einen gewissen Mehrwert bieten, den er entweder in einem anderen Laden oder eben im Onlinehandel nicht erlangt. Mhm. Das geht natürlich weit über irgendwie Fotos bei Instagram oder einen Facebook Auftritt, äh, hinaus. Wenn ich mich damit jetzt beschäftigen möchte, gerade als kleiner, als Kleinsteinzelhändler, ähm, wo fange ich da an? Wo kann ich mich informieren? Wie kann ich die ersten Schritte eigentlich planen? Ähm, ich würde sagen, informieren auf jeden Fall in der praxisnahen Literatur, das heißt, in, in Zeitschriften, die wirklich speziell für den Einzelhandel da sind, da, da, ähm, wirklich sehr viele Konzepte genannt sind. Wo würde ich anfangen, wenn ich jetzt ein, ein Einzelhandelsgeschäft aufmachen würde? Es, ich würde zuerst einmal schauen, dass mein Laden über gewisse Suchmaschinen wirklich auch auffindbar ist. Also das heißt, dass Kunden, die sich vorher online informieren, überhaupt wissen: Ah, okay, hier gibt es noch diesen Schmuckladen, der hat, äh, diese Öffnungszeiten und bietet vielleicht, ähm, die und die Produkte an. Ähm, zudem, ähm, wäre natürlich gerade für die jüngere Kundschaft, ähm, ein Auftritt in den, in den sozialen Medien, ähm, von Vorteil. Ähm, wobei ich hier sagen muss, viele der befragten Einzelhändler haben hierbei gesagt: „Ja, wir haben einen Facebook Auftritt oder sogar einen, einen Twitter, ähm, Auftritt, aber, ähm, diesen pflegen wir eigentlich gar nicht.“ Also man muss sich auch bewusst sein, wenn man so etwas einführt, so etwas nutzt, ähm, dass dies auch wirklich nachhaltig, ähm, gepflegt wird und auch auf einem aktuellen Stand gehalten wird. Denn dem Kunden bringt es nichts, wenn es zwar einen Facebook Auftritt gibt, dort aber beispielsweise eine falsche Adresse oder falschen Öffnungszeiten hinterlegt sind. Mhm. Also mir fallen spontan hier im Umfeld einige Einzelhändler ein, die noch nicht mal eine Webseite haben. Ist das ein erster Start in das digitale Datenfundament oder würdest du an einer ganz anderen Stellen anfangen? Es ist sicherlich ein erster Start, wobei man auch hier wieder auf die Aktualität der Webseite hinweisen muss. Also es bringt nichts, einfach nur eine Webseite zu haben, auf der auch keine Informationen regelmäßig gepflegt werden. Ähm, was ich hierbei einen guten Ansatz finde: Beispielsweise in der Stadt, äh, Wuppertal, ähm, gibt es, äh, einen gewissen Zusammenschluss von Unternehmen, ähm, oder auch in anderen Städten schon in ersten Ansätzen, die sich dann eine Webseite teilen und mehrere Händler sind darauf abgebildet, können ihre Produkte anbieten…. ähm, und haben so einen nicht ganz so hohen administrativen Aufwand für die Webseite, sondern sind eben nur für ihre eigenen Inhalte verantwortlich. Ich denke, das ist ein gutes Konzept, um gerade Kleinsthändlern, die eine gewisse Abneigung, Angst vor Digitalisierung haben, da ein bisschen einen, einen Start zu geben. Mhm. Würdest du sagen, dass das ganze Thema ist, äh, Chefsache oder ist das doch lieber etwas für den Sohn oder die Tochter, äh, die sich mal damit beschäftigen soll? Ähm, da bin ich ein bisschen zweigeteilter Meinung. Und zwar klar können Söhne, Töchter oder auch Bekannte, die, ähm, äh, Erfahrung mit digitalen Technologien haben, unterstützen. Ähm, jedoch muss hierbei dann auch wirklich Sohn oder Tochter auch dahinter stehen und sich wirklich auch Zeit dafür nehmen. Ich denke, ich denke nicht, dass, ähm, es mit fünf Minuten in der Woche getan sind, wenn die Tochter oder der Sohn vielleicht mal am Wochenende zum Essen kommt und dann: „Ach ja, kannst du mal kurz mal wieder was auf Facebook stellen?“ Sondern, ähm, wie ich ja bereits schon gesagt habe, das Ganze sollte wirklich aktualisiert werden, regelmäßig aktualisiert werden und, ähm, der oder diejenige, ähm, die das Geschäft führt, sollte auch dahinter stehen. Von daher: ja, Unterstützung holen, aber sich auch selber damit beschäftigen und nicht sagen: „Ach nee, das macht, äh, meine Tochter. Die kommt aber erst wieder in drei Wochen zu mir. Dann können wir mal wieder was posten auf Facebook.“ Mhm. Jetzt verändern sich sicherlich auch die Geschäftsmodelle im Kleinen und im Kleinsteinzelhandel durch die Digitalisierung, durch die Transformation sehr stark. Lassen sich neue Geschäftsmodelle erkennen, die ja, also nicht rein digital sind, sondern vielleicht auch in dieser Hybridität aus online und offline ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten bieten für die Branche? Ähm, ja, zum einen, äh, das bereits genannte, ähm, eben Click-and-Collect-System, also wirklich die Verbindung zwischen dem Online- und dem, äh, stationären Handel. Ähm, ja, das würde ich, würde ich sagen. Das ist das schon. Und ich, äh, vermute, dass es in, in der Zukunft sicherlich auch noch mehr Möglichkeiten gibt, ähm, dass diese beiden Kanäle immer mehr miteinander, ähm, zusammenwachsen. Gibt es so einen, ein Hauptpunkt, den man den kleinen Einzelhändlern mitgeben sollte, was sie auf jeden Fall machen sollten, um in die Zukunft zu starten? Ich würde sagen, die Einzelhändler sollten sich nicht verschließen vor der Digitalisierung. Sie sollten versuchen, ihre Angst und ihre Abneigung gegen digitale Technologien abzulegen und auch offen sein für Neues. Das heißt, wenn jetzt in, äh, der eigenen Stadt etwas aufkommt, ähm, ein Zusammenschluss von verschiedenen Unternehmen sich auftut, nicht gleich sagen: „Ah, nee, da kommt wieder Arbeit auf mich zu. Das will ich eigentlich nicht machen.“ Ähm, sondern wirklich offen dafür sein und, ähm, ja, sich nicht, nicht verschließen. Ein, ein erster Schritt wäre hierbei wirklich ein, ein Auftritt, ähm, eine, eine Webseite oder eben in den, in den sozialen Medien. Also wir sehen ja mittlerweile alles. Wir sehen ja, ähm, Einzelhändler, die komplett stationär sind, komplett offline sozusagen sind, die aber durch ihre Spezialisierung ein Kundenklientel ansprechen, was nicht nur in der eigenen Stadt oder im eigenen Dorf ist, sondern einen großen Radius, äh, von, von teilweise fünfzig oder hundert Kilometern hat. Und auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahren auch stationäre Einzelhändler irgendwo in der Provinz erlebt, die über ihre Onlinekanäle es verstanden haben, eigentlich zwar einen stationären Laden zu haben, aber das wirkliche Geschäft mittlerweile in ihrer Nische online zu machen. Seien es Fensterdichtungen, seien es Musikalienhandel, Schmuck haben wir eben schon genannt. Gibt gerade wieder ein Start-up, was sich mit Luxusuhren beschäftigt, sehr erfolgreich und so weiter und so fort. Ich glaube, da sind viele Spielarten zwischen den Geschäftsmodellen denkbar, oder? Richtig, ähm, gerade auch im Bereich Uhrenschmuck, ähm, um das noch mal aufzugreifen. Ähm, es gibt auch einige, ähm, Schmuck- oder Uhrenanhersteller, die explizit ihre Ware nur an stationäre Händler ausgeben und nicht möchten, dass diese online angeboten werden. Also, ähm, auch hier gibt es da von Herstellerseite dann auch verschiedene, ähm, Anforderungen, welche natürlich die Händler dann auch beachten müssen. Mhm. Kommen wir noch mal abschließend ein bisschen zu dir. Ähm, du weißt, ich frage meine Gäste auch immer gerne ein paar persönliche Fragen. Ähm, jetzt warst du einige Jahre hier bei uns am Lehrstuhl, äh, bist, äh, mit deiner Dissertation vor einigen Monaten, äh, in die freie Wirtschaft gewechselt. Warum bist du beruflich heute das, was du, was du heute bist? Also ich denke zum einen-… Durch die Unterstützung, die ich, äh, in den letzten Jahren sowohl von, von meiner Familie als auch meinen Freunden, äh, bekommen habe, aber auch durch eigene Vorhaben und Ziele, die ich mir selbst gesteckt habe. Also das ist natürlich schon auch ein bisschen, ähm, das eigene, ähm, Anstreben. Ähm, ja, ich möchte diese Promotion, als ich mich vor, ja nun viereinhalb Jahren dafür entschieden habe und, äh, natürlich auch, ähm, ein großer Erfolg, diese dann erfolgreich abgeschlossen zu haben. So, jetzt ist die Stelle, die ich entweder ein bisschen leiser oder lauter drehe. Ähm, hat sich das gelohnt, zu promovieren? Quasi nach dem Studienabschluss noch mal eine Zeit lang in der Universität zu bleiben, die andere Seite quasi der Lehrstühle auch kennenzulernen? Für mich persönlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ich, ähm, habe zum einen, ähm, schon bereits während meinem Studium, ähm, als Tutorin mitgearbeitet, äh, bei Lehrstühlen, äh, was mir sehr viel, äh, Spaß bereitet hat, ähm, weswegen ich dann auch hauptsächlich, ähm, diesen Weg eingeschlagen habe. Ähm, zum anderen merke ich selbst, dass ich mich in den vier Jahren, die ich am Lehrstuhl verbracht habe, ähm, sehr weiterentwickelt habe. Ähm, mein strukturiertes Denken, meine Organisiertheit, ähm, aber auch, äh, mein analytisches Denken wurde sehr gefördert in diesen vier Jahren. Dann brauche ich nach den Eigenschaften, die du beruflich gut nutzen kannst, eigentlich gar nicht mehr zu fragen, oder? [lacht] Genau, [lacht] das wären, denke ich, diese. Mhm. Deine Dissertation habe ich hier als wunderschönes Buch, als dickes Buch vor mir liegen: Gestaltungspotenziale der digitalen Transformation im Einzelhandel. Ähm, lesenswert. Hat Spaß gemacht, äh, dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen, äh, letztendlich auch die Ergebnisse, äh, dieser Arbeit, äh, auf zweihundertfünfzig Seiten, ähm, sehen zu können und, und lesen zu können. Aber vielleicht gibt’s auch… Also, wir verlinken das natürlich in den Show Notes, wie immer. Ähm, aber vielleicht gibt’s auch andere Bücher, die dich beruflich oder privat sehr vorangebracht haben. Also, ähm, beruflich, gerade im Hinblick auf die, äh, Dissertation, war das das Buch The Second Machine Age. Mhm. McAfee. Genau. McAfee. Ähm, was natürlich, ähm, gerade den Umbruch im digitalen Zeitalter gut darstellt. Ähm, privat, äh, bin ich ein großer Fan von, äh, Harry Potter. [lacht] Ein bestimmter Band? Äh, nee, durchweg. [lacht] Okay. Gibt es bestimmte Webseiten, Internetdienste, äh, Tools, Online-Tools, die du gerne nutzt, die, die dir beruflich Mehrwert versprechen? Mhm. Das ist, äh, To-do ist. Also eine, ja, To-do-Liste. Also man kann Aufgaben, äh, sich setzen mit einer bestimmten Deadline, ähm, kann diese auch, ähm, teilen mit, mit anderen Partnern, die auch dieses Tool nutzen. Äh, das hat mir sowohl bei der Anfertigung der Dissertation sehr geholfen, als auch jetzt noch. Und privat auch. Ja. Ja. Jetzt hast du ja sehr tief auch in den Einzelhandel rein, äh, gehorcht und hast sicherlich auch zwischen den Zeilen einiges gehört, was man vielleicht auch nicht so ganz offiziell in einer Dissertation, äh, verarbeiten kann. Ähm, aber was dir durchaus ja auch ein Gespür für die Veränderung in der Domäne Handel, äh, gegeben hat. Aus deiner Sicht: Wie wird sich der Einzelhandel in den nächsten zehn Jahren verändern? Ich befürchte leider, dass es immer weniger Kleinsthändler geben wird, wenn diese nicht aus ihrem traditionellen Denken herauskommen. Ähm, finde ich sehr schade persönlich. Ich bin jemand, der geht gerne in die Stadt, auch in, in kleine Läden. Nicht, nicht so was Großes wie Zara oder wie auch immer, sondern, ähm, eher die kleinen persönlichen Läden. Aber meiner Meinung nach gibt es keinen Weg die Digitalisierung herum, sondern die Einzelhändler müssen meiner Meinung nach langsam anfangen, sich wirklich damit zu beschäftigen. Es braucht nicht jeder einen Webshop, meiner Meinung nach, aber, ähm, eine gewisse Auffindbarkeit, ähm, im Internet sollte schon gegeben sein. Mhm. Das heißt, man muss sich auch als Kleinstunternehmen letztendlich mit dem Datenfundament, mit der Zentralisierung der verfügbaren Kanäle, der verfügbaren Daten auseinandersetzen. Ist das vielleicht auch die Herausforderung, vor der die ja doch recht komplexe Unternehmenssoftware in der Zukunft stehen wird? Ja, durchaus. Ähm, diese, ähm, komplexe Software auch wirklich Kleinstunternehmen zugänglich zu machen und gerade für, für den Gebrauch der Kleinstunternehmen, ähm, praktikabel zu machen, sehe ich als eine Herausforderung, ja. Sind da Cloud-Angebote vielleicht der, der Königsweg, den man als, als Kleinstunternehmen gehen kann? Ich denke an so was wie Plenty Markets, WeClap, Scopevisio, PRPW5 und, und viele andere, die ja auch gerade dieses Segment versuchen, äh, zu adressieren. Ähm, sicherlich. Ähm, das würde den Kleinsthändlern auf der einen Seite natürlich den, den Betrieb ersparen, eines, eines eigenen, ähm, Systems. Auf der anderen Seite vermute ich, dass da auch noch eine kleine Herausforderung mitspielt, nämlich den Unternehmen, den Kleinstunternehmen klarzumachen-… Auch wenn die Daten in der Cloud, wie so schön gesagt wird, gespeichert werden, diese sind trotzdem sicher. Da spielt natürlich dieser Sicherheitsaspekt bei den Kleinsthändlern dann auch wieder eine Rolle: Wo, wo sind denn dann meine Daten? Da kann ja dann jeder darauf zugreifen. Mhm. Also es bleibt spannend. Ich hoffe, dich in ein paar Jahren, äh, äh, zu dem Thema noch mal interviewen zu können. Ähm, ich hoffe, dass du ein bisschen am Puls der Zeit, was das Thema angeht, auch weiterhin bleiben wirst. Frau Dr. Marion Nösselbart, ganz, ganz herzlichen Dank für das heutige Interview und wie immer, die letzten Worte gehen an unseren, äh, Studiogast. Herzlichen Dank, dass du da warst. Bitte schön. Ja, vielen Dank für die Einladung. Es hat mich sehr gefreut und freue mich natürlich auch, wenn wir dann in ein paar Jahren noch mal darüber reden und dann sehen, wie viele Kleinsthändler es dann noch gibt. [musik] Ihnen hat der EAP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.eap-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der EAP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen, losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.