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#65 - E-Commerce as a Service Teil 2 – ein Interview mit Ronni Swialkowski, Intershop Communications AG
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Wenn Sie wissen möchten, wie sich E-Commerce sowohl im B2C als auch im B2B rasant verändert, dann ist diese Folge mit dem strategischen Direktor Ronni Swialkowski der Intershop Communications AG genau richtig.

Viel Vergnügen.

Literaturempfehlung:

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten.

In diesem Sinne: keep connected.

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann

Transcript:

Erp Podcast Folge 65 E Commerce as a Service Teil zwei ein Interview mit Ronny Swyalkowski, Intershop Communications AG Wenn Sie wissen möchten, wie sich E Commerce sowohl im B2C als auch im B2B rasant verändert, dann ist dieser zweite Teil der Folge mit dem strategischen Direktor Ronny Swyalkowski der Intershop Communications AG genau richtig. Viel Vergnügen! Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. So, herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Diese Woche ein zweiter Teil zum Thema E Commerce as a Service. Ich habe wieder Herrn Swyalkowski im Interview. Herr Swyalkowski ist Director Strategic Alliances und Partnerships bei der Firma Intershop Communications. Kommt also sozusagen als Digital E Commerce Kind sozusagen seit seit vielen, vielen Jahren aus dieser Richtung. Wir haben uns letzte Woche schon ganz viel unterhalten über Was ist E Commerce eigentlich heute? Was bedeutet das auch im B2B Bereich? Warum muss der Mittelstand aufwachen? Und ich möchte da eigentlich gerne noch mal anknüpfen, vielleicht auch noch mal zu dem Thema Umsatzrenditen oder generell Zahlen zu dem zu dem Thema E Commerce Jetzt auch nicht nur unbedingt aus der B2B Berichtung, sondern vielleicht haben Sie auch ein bisschen Gefühl für nicht nur aus der B2C Berichtung, sondern vielleicht können Sie uns auch ein bisschen Gefühl geben, wie stark diese B2B Richtung eigentlich gerade am Aufwachen ist und wie das explodiert. Ja, sehr gerne. Das Thema Umsatzrenditen ist natürlich ein ganz, ganz schwieriges, weil es erstmal sehr stark davon abhängt, was auch das Geschäftsmodell unserer Kunden ist. Um mal so ein paar Korridore aufzumachen also so ein Hersteller von Elektronikwaren zum Beispiel. Hat natürlich eine deutlich geringere Marge mit seinen Produkten, weil sie doch einen sehr starken Verdrängungskampf auch gibt, insbesondere durch Fernost. Währenddessen zum Beispiel ein Hersteller für Kleidungsartikel vielleicht ja teilweise Margen von 50 70 % tatsächlich im Verkauf seiner Waren hat. Das ist natürlich auch die Frage für Händler. Also sicherlich ist ein Markenhersteller noch mal ganz anderen komfortablen Position, als das vielleicht zum Beispiel ein Großhändler ist, der hier vielleicht nur eine geringe Handelsmarge von 2345, vielleicht ein gutes 10 % hat. Das heißt, wenn wir hier von einer Umsatzrendite sprechen für digitale Kundenportale, muss man natürlich auch immer erstmal ganz individuell betrachten, wo der wo, der wo der Kunde halt herkommt und was jetzt sein konkreter Business Case halt hergibt. Wir hatten ja in unserem letzten Telefonat und Cast auch das Thema der Artikel, welche Artikel sehr sehr gut online gehen, welche sich sehr gut online verkaufen lassen. Wo können wir die höchsten Umsatzrenditen erreichen und welche Produkte sollten wir vielleicht vermeiden? Hat sich natürlich auch in den letzten Jahren einiges getan. Also ich würde sagen, vor zehn Jahren, vielleicht sogar noch vor 20 Jahren, als wir die die ersten digitalen Plattformen ins Netz gestellt haben, zusammen mit unseren Kunden, war eigentlich immer so das Credo, dass wir erstmal anfangen, Produkte online zu verkaufen, die sehr, sehr gut sich standardisieren lassen oder die sehr standardisiert sind, das heißt sehr einfache Produkte. Auch sehr wichtig Produkte, die sich sehr leicht logistisch verarbeiten lassen. Zum einen, die ich sage mal, sehr wenig Lagerregal Platz in der Logistik in Anspruch nehmen, aber auch, die sich auch sehr gut lagern lassen. Also das heißt, damals galt ja noch die Königsdisziplin des digitalen Handels waren ja die FMCG Güter, also die Fast moving Consumer Goods Güter, die also im Prinzip verderbliche Waren mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum ausdrücken. Und eine besondere Herausforderung war dann hier sicherlich nicht nur die Lagerung der Artikel, sondern auch die Kühlkette einzuhalten bis zum Endkunden. Ja, ja. Und dann kam Amazon und deswegen Heutzutage würde ich sagen, heute lässt sich alles handeln, was sich auch handeln lässt. Und wo ein Markt ist, da ist auch Handel und das ist natürlich jetzt die Herausforderung für viele unserer Kunden, dass ihre Güter natürlich schon längst digital gehandelt werden, sei es bei Amazon, sei es auf Marktplätzen, sei es über die Großhändler oder halt von lokalen Händlern, die natürlich auch inzwischen angefangen haben, hier in einem lokalen Einzugsgebiet, Handel zu betreiben. Ein ganz, ganz spannendes Thema für uns ist natürlich das Thema, dass heutzutage nicht nur Waren gehandelt werden, sondern natürlich auch Dienstleistungen. Auch sehr variantenreiche Produkte werden heutzutage digital gehandelt. Und ja bis hin zu Themen wie, Sie haben vorhin das Thema Smart Shelf angesprochen, dass also heutzutage die Regale, über die ich vorhin sprach, dass sie nicht mehr nur manuell bedient werden, sondern dass sie automatisch selber nachbestellen, indem sie halt ihre Füllstände halt wissen und dann natürlich dort auch zu neuen Synergien führen. Mhm. Das heißt, es verschiebt sich gerade wahnsinnig viel. Ich, ich gebe selber auch noch mal ein Beispiel rein aus dem B2C-Bereich. Also wenn ich so reine E-Commerce-Unternehmen heute anschaue, dann entscheiden die, was sie verkaufen, gar nicht mehr unbedingt nur nach Branche, sondern nach dem, was auf großen Portalen angeboten wird, zu welchem Preis das angeboten wird, zu welchem Preis das eingekauft werden kann, sprich was der Deckungsbeitrag ist und vor allen Dingen, wie schnell sich das auf diesen Portalen dreht, also abverkauft wird. das sind die strategischen Entscheidungen, wie ich als E-Commerce-Unternehmen heute entscheide, ob ich Bohrhämmer oder Wäscheleinen verkaufe. Ja, genau. Und da sage ich mal, besteht auch die Gefahr sich das Leben leicht zu machen. Also wenn ich mich jetzt mal in das in die Lage versetze von von einem Hersteller, ja, und der möchte jetzt seine Waren verkaufen, egal ob jetzt an Endkunden und er, ich sage jetzt mal, B2C-orientiert ist oder ob er an seine Geschäftskunden verkaufen will. grundsätzlich möchte er natürlich erstmal sich einen gewissen Markt schaffen, ja. Und wie hat er das früher gemacht? klassisch im Einzelhandel ist er in die A-Lage gegangen, das heißt, er hat in den großen Einkaufsstraßen Filialen eröffnet oder in B2B, ist an die Märkte gegangen und hat dort, wenn die Märkte groß genug sind eine lokale Dependance aufgemacht und hat so im Prinzip den Weg zum Kunden gefunden. was er früher gemacht hat, war ja klassisch, er hat über Großhändler verkauft, über Zwischenhändler verkauft, um im Prinzip sich dieses diese, diese, dieser Aufgabe zu entledigen und hat dann über Distributoren im Prinzip seiner Waren in den Handel oder halt im B2B-Geschäft an, an seine Kunden gebracht. ich sage mal, an die Stelle sind ja im digitalen Zeitalter sehr oft nach wie vor auch immer noch die Großhändler sind aber auch die Marktplätze getreten, ja, wie zum Beispiel Amazon oder, oder andere professionelle digitale Marktplätze. Und deren Interesse ist jetzt natürlich ein anderes. Die wollen natürlich ein möglichst reichhaltiges Sortiment online listen, damit sie die Kunden auf ihren Plattformen binden und exklusiv binden. Und das ist natürlich jetzt die Gefahr, ja. Das heißt, wenn ich jetzt mir das überlege dass ich jetzt als ein Hersteller über Amazon oder über eBay oder über andere Plattformen meine Waren vertreibe, ist das erstmal sehr gut. Ich komme im Prinzip wie früher in diese klassische A-Lage. Das heißt, ich erreiche sehr, sehr viele Kunden. Alle Kunden verzeichnen dort auch sehr, sehr schnell ein extremes, überproportionales wachsendes ja, Nachfrage. Aber was Amazon dort macht, die– Amazon kennt natürlich, ich sage mal, die Sortimente. Amazon kennt natürlich die Kunden und hier kommt es sehr, sehr schnell zu einem Abhängigkeitsverhalten. und jetzt wird es sehr spannend, was Amazon und die Marktplätze jetzt machen. Sobald Amazon ein, einen Markt entdeckt oder ein Produkt entdeckt, was es was es für sehr ertragsträchtig, rentabel erachtet, fangen sie an, selber die Produkte zu– unter dem eigenen Label zu listen, diese natürlich auch zu bevorteilen. dann kommt natürlich auch eine gewisse Marktmacht ins Spiel, die Preise zu senken, zu dominieren. Und das ist natürlich für Hersteller oder Markenhersteller oder Marken als Ganzes natürlich ein, ein höchst dramatisches Feld und deswegen ist es auf jeden Fall gut. ich sage mal, nicht auf die Marktplätze zu gehen, ist auch keine Antwort, ja. aber man muss natürlich auch versuchen, diese Kanäle zusammen mit seinem Zwischenhandel, mit seinem Distanzhandel oder mit seinem Direktgeschäft selber auch zu besetzen, um einfach den Weg zum Kunden nicht zu verlieren um, um hier einfach ein Stück weit auch für sich selbst einzustehen. Mhm. (räuspert sich) Ich nehme das mal als Stichwort für das Thema E-Commerce-as-a-Service. also wenn ich, wenn ich in die alte Welt der, der Intershop reinschaue, wahnsinnig große Kunden würde mich jetzt als, als kleinerer, als mittelgroßer Mittelständler vielleicht erst mal abschrecken, weil ich, ich möchte ja eigentlich erstmal so erste Fußschritte in dieses Thema digitaler Produktverkauf, also über Onlinekanäle, Produktverkauf über Onlinekanäle, das möchte ich hier erst mal so Schritt für Schritt gehen. Wie gehe ich heute am besten vor? Ja, das ist eine sehr spannende Frage. richtig. Also das Thema ist sehr komplex, das war es schon immer. und heutzutage ist es sicherlich noch komplexer als es das seit jeher war. unsere Empfehlung ist hier immer nicht zu versuchen alles auf einmal zu machen, ja. Bei Digitalisierung also wir, wir sprechen bei unseren Kunden– wenn wir mit unseren Kunden sprechen, der erste Schritt, den wir immer machen, ist, wir versuchen den digitalen Reifegrad unseres Kunden zu bestimmen im Dialog mit unserem Kunden. -Um jetzt einfach hier unserem Kunden, ich sag mal, ne möglichst passgenaue Lösung zu geben. Und das kann tatsächlich dazu führen, dass wir zu gemeinsam mit dem Kunden zum Schluss kommen, ah dass vielleicht ah ein Onlineshop noch gar nicht die Lösung ist. Und das ist immer sehr überraschend für unsere Kunden, ah dass wir da an der Stelle so offen sind. Meistens ist aber der digitale Reifegrad von unseren Kunden deutlich höher als wie sie es selber einschätzen, ja weil sie viele ihrer Produkte schon längst über die letzten Jahre digitalisiert haben, ja. Ich mein, wir sind ja in Deutschland ah schon immer federführend gewesen, gerade im Bereich Industrie vier null. Ist ja, ist eine Begrifflichkeit, die, die sag ich mal, durch deutsche Unternehmen, auch durch den deutschen Mittelstand geprägt wurde und auch zur Marke geworden ist. Und die Frage ist natürlich jetzt, mach, was machen wir jetzt da draus, ja? Nehmen jetzt wieder andere Wettbewerber in anderen Regionen dieses, dieses Trendthema an und kapitalisieren sie das? Deswegen ist unser Ansatz eigentlich immer, der Ansatz, also mindestens immer eines, eines MVP Ansatzes, also als minimal viable products. Das heißt, wir versuchen klein zu starten, schnell zu starten, um den Schritt in die Digitalisierung einfach mit dem Kunden gemeinsam zu gehen. Und das kann zum Beispiel einfach nur ein Markt sein oder eine Marke oder ein Produkt oder vielleicht ist es auch nur eine Dienstleistung, die wir hier digital anbieten, um einfach mal in das Geschäft einzusteigen. Und dann wächst automatisch eigentlich der digitale Reifegrad unseres Kunden und dann gehen wir Schritt für Schritt evolutionär agil zusammen mit dem Kunden hier einfach den Weg. Und das mündet dann zum Schluss tatsächlich in solchen Themen wie zum Beispiel Product as a Service. Das heißt, dass wir nicht nur Produkte digital verkaufen oder sogar dann in ’n weiteren Schritt vielleicht auch Dienstleistungen, die rund die Produkte, Servicedienstleistungen angeboten werden, sondern es geht dann so weit, dass wir die Sensorik der Produkte, die schon sehr oft schon längst an Bord ist ah von unseren Produkten unserer Kunden, dann nutzen, um dann diese Produkte nicht mehr nur ah zum Verkauf anzubieten, sondern nur noch rein zur Miete. Ah Und dann sprechen wir hier halt vom vom Product as a Service, ah wo dann eben nicht mehr das der Wert des Produktes abgegolten wird, sondern nur noch die reine Dienstleistung, also … Sie haben vorhin so ein schönes Beispiel gebracht, Smart Drill, Smart Drill. Im Vorgespräch, ja hab ich, habe ich mir auf aufgeschrieben. Vielleicht können Sie das mal plausibilisieren, was an der Stelle wirklich Ecommerce as a Service für Sie dann auch bedeutend? Ja, gern, sehr gern. Ich versuch’s mal plastisch zu machen. Wenn wir jetzt mal von dieser, von ’ner Bohrmaschine ausgehen, eine Bohrmaschine, würde man, früher hat man die im Baumarkt gekauft oder halt online und dann war man im Prinzip mit der Bohrmaschine allein, ja. Wenn man sich aber anguckt bei der Bohrmaschine, was mit so Bohrmaschine oder mit ’nem Bohrhammer heutzutage passiert, die ist ja nicht die ganze Zeit im Einsatz. Das heißt ah, was nutzt man sie? Man nutzt sie mal, um ein Loch zu bohren. Oder Bohrhämmer zum Beispiel, die sind ja meistens auf ’ner Baustelle, wenn sie gebraucht werden, aber meistens werden sie auf der Baustelle gebraucht, wo sie heutzutage eben nicht liegen. Das heißt, ah was unsere Kunden hier getan haben, oder was wir gemeinsam gemacht haben, ist, wir haben diese Maschinen mit Sensorik versehen, wo man ah zum einen GPS Tracking zum einen herstellen kann, das heißt, wo ist diese Bohrmaschine? Wo ist dieser Bohrhammer? Wir können aber heutzutage auch schauen, wie hoch ist die Drehgeschwindigkeit oder wie viel darf diese Maschine eigentlich leisten? Und das Spannende ist jetzt eigentlich, dass wir das jetzt verknüpft haben. Das heißt, ah unsere Kunden können diese Bohrhämmer oder Bohrmaschinen jetzt an ihre Kunden verkaufen oder sogar vermieten. Und sobald sie sie vermieten, können wir ah in dem digitalen Kundenportal zum Beispiel die Laufgeschwindigkeit dieser Bohrmaschine freischalten. Und je nachdem, wie viel der Kunde halt gekauft hat, f rt sie halt mit zweitausend Watt, fünftausend Watt oder achttausend Watt. Und wir stellen das tatsächlich bei uns ah im Kundenportal ein und ah können zeigen, dass in Echtzeit diese Bohrmaschine tatsächlich schneller läuft oder langsamer läuft. Das führt dann natürlich sehr, sehr schnell dann auch in den Bereich ah von von Cryptocurrencies, von Micropayments, ja weil wir dann natürlich schauen müssen, diese Bohrmaschine läuft ja nicht ’n Tag, sondern die läuft Sekunden oder Mikrosekunden und ah das ist die Transaktion. Und die ah müssen wir natürlich abrechnen. Das sind natürlich ganz neue Herausforderungen, die sich dort dann natürlich auch an an das Abrechnungswesen im ERP stellt. Und das lösen wir halt über Micropayments, über Cryptocurrencies. Und ah jetzt jetzt wird’s ganz spannend für unsere Kunden, weil die können natürlich jetzt sagen, ich hab auf der Baustelle such ich grad einen Bohrhammer. Ich kann jetzt genau sagen, wo ist dieser Bohrhammer? Das heißt, wir können jetzt den Auftrag an an die Distribution schicken, die diesen Bohrhammer zum einen an die richtige Baustelle bringt. Der Kunde bezahlt aber auch nur die Bohrmaschine und den Bohrhammer für die Zeit, die er tatsächlich dort an der Baustelle verbringt. Und die Sensorik an Bord zeigt mir natürlich auch die Füllstände der Akkus zum Beispiel. Ah Ich sehe, ist dieser Akku noch, läuft er noch in normalen Parametern oder muss ich einen Ersatzakku inzwischen liefern? Damit diese Bohrmaschine immer ihre optimale Leistung bringt, ja. Und das ist natürlich das, was dann natürlich auch einen Kundennutzen dann wiederum stiftet. Weil bisher irgendwann hat jedes Gerät Verschleiß, aber jetzt kann er natürlich immer jedem Kunden ein optimales, übrigens immer das neueste Produkt und ein optimal gewartetes Produkt zur Verfügung stellen. Und ja, deswegen kauft der Kunde bei mir oder mietet bei mir. Das Beispiel lässt sich ja beliebig übertragen auf Maschinen, auf (schnalzt) Kaffeemaschinen, auf Nachfüllen von irgendwelchen Flüssigkeiten und so weiter und so fort. Korrekt. Ich glaube, das ist gut, dass wir über das Beispiel sprechen, weil, wenn ich mir unseren Mittelstand anschaue, da gibt es ’n paar, die sind sehr weit, aber es gibt eben ganz, ganz viele, die sind– Sie haben vorhin auch den digitalen Reifegrad angesprochen, ich nenn denen immer den organisatorischen Reifegrad. Die sind eigentlich noch in ihren Prozessen und in der Art, wie sie über Produkte nachdenken sehr wie drücke ich das jetzt positiv aus? Sehr behutsam in ihrem Denken und haben noch gar nicht erkannt, dass sich die Welt unterhalb dessen, was man eigentlich jetzt sieht, komplett verändert hat und sie haben das so schön gesagt, es kann sein, dass die Konkurrenz in vier Monaten schon mit ähnlichen Angeboten kommt, in einem Jahr mit ähnlichen Angeboten kommt, in zwei Jahren mit ähnlichen Angeboten kommt, aber definitiv, es dauert ja auch seine Zeit, bis ich solche neuen Angebote, neue Produktnutzen, neue Kundennutzen auch entwickelt habe. Absolut korrekt. Also, man kann das auch sehr schön an, an vielleicht wieder plastisch machen, ja? Nehmen wir mal ein Hersteller von, sagen wir mal, von Wasseruhren. Was hat der früher gemacht? Der hat Wasseruhren hergestellt hat da sehr, sehr viel Erfahrung viele, viele Jahre Erfahrung gesammelt und baut hochwertige Wasseruhren. Das Problem von, von ’nem Wasseruhrenhersteller ist, dass diese Wasseruhren in der Regel sehr, sehr lange halten. Das heißt, wir reden hier von ’nem Produktlebenszyklus, der teilweise fünf Jahre, zehn Jahre, manchmal im, im Industriebereich sogar fünfzehn Jahre eigentlich ausmacht. Das heißt, ein Vertriebler, der in der Vergangenheit Wasseruhren verkauft hat wird sehr wahrscheinlich die nächste Wasseruhr nicht mehr verkaufen, ja, weil er selber dann auch schon gar nicht mehr den Kunden betreut oder der Kunde einfach dieses Produkt gar nicht braucht. Was jetzt diese Hersteller von Wasseruhren zum Beispiel jetzt macht, der bringt jetzt zum Beispiel ne Wasseruhr auf den Markt, die mit Sensorik ausgestattet ist, ja, also mit, mit IoT-Sensorik. Das heißt die Wasseruhren werden nicht mehr digital abgelesen, sondern digital senden sie das. Jetzt sagt typischerweise dieser Hersteller von Sensorik oder von Wasseruhren, na gut, warum habe ich das gemacht? Ich hab das aus zwei Gründen gemacht. Zum einen, weil meine Kunden gesagt haben, ich bin nicht mehr gewillt, ich hab gar nicht mehr die Leute, um diese Wasseruhren einzeln analog abzulesen, plus es passiert natürlich auch immer ’ne Menge Schwund, ja. Und ich kann sie nicht zu einem Zeitpunkt ablesen. Es ist immer kommt’s zu Differenzen. Deswegen hab ich das gemacht. Ich hab aber jetzt ein Problem. Diese Wasseruhren zum einen halten die jetzt nicht mehr so lang die halten nur noch wenige Jahre. Das heißt, ich hab auch ’n Argumentationsproblem im Verkauf dieser Wasseruhren. Zum anderen kosten sie doppelt so viel wie meine alten analogen Wasseruhren und mein größtes Problem, die ganzen Daten kommen zurück. Das heißt, was mache ich jetzt mit diesen ganzen Daten? Und da müssen wir einfach auch, (lacht leise) übrigens auch in der Forschung und Lehre, einfach den Kunden beraten neu, weil völlig neue Geschäftsfelder für ihn sich aufmachen. Weil, was zum Beispiel wir jetzt gesagt haben in dem Fall war zum Beispiel, na ja schau doch mal diese Daten, die jetzt alle zurückkommen. Du bist doch als Einzigster jetzt in der, in der Lage, zum Beispiel eine große Kommune zu beraten, weil du siehst ja, dass es irgendwo eine Wasseruhr, allein aus den historischen Daten, einfach ’ne Anomalie von sich gibt. Das heißt, sehr wahrscheinlich wird dort ein Leck sein. Auch wenn heutzutage die Kommune noch nicht weiß, dass dort ein, ein, ein Rohr leckt kann heutzutage schon der Hersteller von Wasseruhren sagen, dass in einer bestimmten Straße, in einer bestimmten Region sehr wahrscheinlich eine Leckage ist, ja. Und das ist es halt, das sind diese neuen Geschäftsmodelle. Das ist sehr oft auch Beratungsmodelle. und ja ich sag mal, wir beraten den Kunden halt dort und sagen: Ja, verkauft doch nicht diese Wasseruhr für den doppelten Preis, sondern vermiete sie doch einfach und bietet dann diese zusätzlichen Dienstleistungen um diese Produkte an und dann schaffst, schaffst du noch völlig neuen Kundennutzen und ’n Mehrwert. Und das ist so ’n bisschen die Herausforderung, die, die der deutsche Mittelstand oder auch die Hersteller grundsätzlich dann hier einfach heutzutage haben. Und da bitte ich einfach mal die weiterhin die Forschung und die Lehre, dort einfach immer mehr Generationen von Mitarbeitern auszubilden, die, die unserem, unserem Mittelstand dort helfen. Mhm. Das Thema Cloud ist zur Zeit bei allen Softwareherstellern ein riesen Thema. Mhm. ich hab bei Ihnen auch ganz viel rausgehört, aber vielleicht können Sie selber mal sagen, welche Bedeutung das Thema Cloud gerade auch für Sie hat. Ja. (schnauft) ja, das Thema Cloud hat sich insbesondere in den letzten fünf bis zehn Jahren massiv geändert. also-Vor zehn Jahren wars ja noch so, dass unsere Kunden mit uns, wenn sie in den globalen Handel eingestiegen sind gesagt haben, okay, wir versuchen das von Deutschland aus oder von, von, von wo auch immer aus. Und dann sind wir in den Handel gegangen und haben das früher immer im klassischen Rechenzentren unsere Software installiert. Das Problem war für uns aber immer, dass diese Rechenzentren weltweit unterschiedliche Standards aufgewiesen haben, ja. Das heißt, ein Rechenzentrum in der USA unterliegt ganz anderen Standards als ein Rechenzentrum in Deutschland. Ein Rechenzentrum in Australien hat ganz andere Preise, als das ein Rechenzentrum zum Beispiel in Asien hatte. Das hat natürlich, ich sag mal, die Globalisierung nicht einfacher gemacht, ja. Das heißt, unsere Kunden, wir mussten vertraglich gesehen mit jedem Hoster in der Region Verträge halten. Wir mussten uns auf die jeweiligen Standards, Sicherheitsstandards, Technologiestandards einlassen. Die Cloud hat hier uns erst mal rein technisch eine, eine große Hilfe gebracht, weil wir jetzt weltweit in jeder Region dieser Welt unter einem technologischen Ansatz unter, unter einer vertraglichen Basis und auch mit ein und demselben Sicherheitsstandard dieselbe Lösung deployen können, und zwar auf Knopfdruck. Das heißt, wenn wir– wenn ich mir mal ein Projekt angucke, früher wars so, wenn wir mit einem Kunden zum Beispiel nach Nordamerika gegangen sind, aus Deutschland aus, haben wir uns erst einen Hoster gesucht, wir haben die Verträge ausgemacht, wir haben ein Sizing gemacht, also das heißt, die Infrastruktur festgelegt. Dann wurde die Infrastruktur bestellt, dann wurde sie installiert, konfiguriert und dann erst begann eigentlich bei uns der Prozess aus dem E-Commerce, dass wir dieses Portal dort in der Region online stellen konnten. In der Regel hat das fünf, sechs, acht Wochen gedauert, ehe wir dort tatsächlich erst mit dem Projekt beginnen konnten. Heutzutage in der Cloud geht das auf Knopfdruck. Das heißt, unsere hochkomplexe Enterprise Software deployen wir heutzutage auf Knopfdruck und in vierzig Minuten habe ich einen Onlineshop deployed, zum Beispiel in Kanada oder in Nordamerika und dann ist der online. Das heißt, was wir früher in, in über Wochen gemacht haben, geht heute in vierzig Minuten, ja. Und das zur selben Qualität zum selben Preis und noch zu einem viel, viel höheren Sicherheitsstandard. Das Thema Sicherheit würde ich vielleicht noch als Letztes dort noch anbringen. das ist auch ein ganz wichtiger Aspekt, weil (räuspert sich) was ist denn heutzutage die Herausforderung an, an, an, an eine Unternehmens-IT? die Innovationsgeschwindigkeit, ja, in der sich unsere Lösungen, E-Commerce, aber auch ERP, CRM, aber auch jegliche andere Software heutzutage bewegt die hat atemberaubende Ausmaße angenommen. Das heißt, wir sprechen hier heutzutage nicht mehr von Jahren, sondern von Wochen, manchmal auch von Tagen. ich glaube nicht, dass ein mittelständisches Unternehmen heutzutage noch in der Lage ist, genügend IT-Personal zur Verfügung zu haben oder aber auch auszubilden um sich halt, ich sag mal, diesen zum einen technologischen Wandel als auch diesen regional globalen Wandel zu stellen, ja. Und dort bietet einfach die Cloud ’ne, ’ne sehr, sehr tolle Möglichkeit, um dort einfach sich dieser Thematik zu entlasten und sich wieder auf seine Kernkompetenzen, ja, Märkte, Produktion Herstellung von Gütern, Waren und Verkauf zu fokussieren und das Thema IT ein Stück weit wieder in den Hintergrund zu schieben, um sich einfach darauf zu verlassen. und das geben wir natürlich damit natürlich auch weiter an unsere Kunden, diesen Vorteil. Wenn ich es richtig im Hinterkopf habe, arbeiten Sie sehr stark und sehr eng auch mit der Microsoft in diesem Bereich zusammen. Welche Rolle spielt Microsoft dabei? Ja, also Microsoft ist an der Stelle unser präferierter Partner in Sachen Cloud. also hier die Microsoft Azure Cloud. als wir uns vor zwei Jahren die Frage gestellt haben mit welchem Cloud Anbieter möchten wir zusammenarbeiten hat sich eigentlich für uns haben sich eigentlich nur, nur, nur drei Anbieter ergeben. ich mein, die großen Cloud Anbieter sind natürlich damals noch Amazon Web Services Microsoft Azure vielleicht auch IBM oder, oder auch Google zu nennen an der Stelle. das Problem an der Stelle ist natürlich, wenn man seine Dienstleistungen nicht über Amazon verkaufen will aber auf Amazon als sein Cloud-Anbieter setzt– Also ich sag immer so ein bisschen, das ist so fast wie das Schwein zum Schlachter bringen. das das, das ist nicht gut. Also wenn ich gerade davon sprach dass wir unsere Kunden ja gerade versuchen zu entwickeln und zu unterstützen in ihrem digitalen Reifegrad, dann wäre das einfach nicht der richtige Schritt gewesen. Das heißt also, unser Partner ist an der Stelle Microsoft. das Spannende für Microsoft, für uns, aber auch für unsere Kunden ist, dass Microsoft ja nicht nur ein Anbieter für IT-Infrastruktur, also als Infrastructure as a Service ist, sondern dass sie auch ihre Dienste und Produkte natürlich auch als Dienst oder sogar als vollkommen gemanagte Lösung, in dem Fall dann Software as a Service anbieten. Und das ist natürlich was ganz Charmantes, weil für uns, weil ich hatte ja vorhin davon gesprochen, dass wir eigentlich unseren Kunden einen MVP-Ansatz empfehlen. Das heißt also ein kleines, eine kleine Marke, vielleicht nur eine Region, ein kleiner Markt. Und das können wir natürlich nur tun, indem wir natürlich auch dann auch eine Lösung anbieten für das Thema ERP. Wir brauchen das Thema Kundenrelationship Management, wir brauchen das Thema, vielleicht brauchen wir auch einen Chatbot, also was auch immer der Kunde braucht und das können wir sehr, sehr schön auf Basis der Microsoft Azure Plattform mit den darauf gebundenen und gebündelten Diensten passgenau für den Kunden schneiden und dann in einer Lösung zusammenpacken, gemeinsam deployen und es kostet nur so viel, wie tatsächlich auch genutzt wird ja. Und das ist natürlich sehr, sehr spannend, weil früher war es so, wenn ich das Thema zum Beispiel Chats, Chatautomatisierung, also Chatbots mal als Beispiel nehmen darf, früher war die Automatisierung des Kundendienstes immer nur großen Kunden von uns wie einer Telekom offen, die große Callcenter hatten, die sehr viel Investitionsbudget hatten, um diese Dinge sage ich mal, anzugehen und zu realisieren. Heutzutage kann ich halt so einen automatisierten Chatbot einfach als Dienst mieten und ich bezahle tatsächlich nur für die eine Interaktion, für zehn Interaktionen. Ich kann aber auch 1 Million Interaktionen darüberfahren. Und das heißt, jetzt versetze ich heutzutage Unternehmen, Start Ups oder Mittelständler, aber auch Großunternehmen technologisch gesehen in dieselbe Lage und statte sie mit denselben Waffen auf. Ja, und das ist halt die Chance, die sich dort bietet und die sich uns natürlich dort auch bietet, gemeinsam mit unseren Kunden und den Partnern von Microsoft in der Cloud vollumfänglich zu bauen. Und jetzt kommt es drauf an, ja klappt die Idee, können wir sie groß skalieren? Wir müssen dort nicht, ich sag mal, dann die nächste Iterationsstufe oder den nächsten Level, technologischen Level angehen. Das geht dann im Prinzip, das skaliert unendlich. Wenn es aber nichts wird, können wir es auch wieder einstellen und können uns dem nächsten Thema widmen. Und das bringt halt unheimlich viel Geschwindigkeit in die Innovation, ohne dabei, ich sag mal, das ganz große finanzielle Risiko eingehen zu müssen. Mhm. Ich glaube, das wird auch weiterhin ein sehr, sehr spannendes Thema sein. Und wir haben ja auch gehört, Folge vierundvierzig habe ich auch mit Microsoft selber über das Thema Microsoft Cloud gesprochen, was für ein wahnsinniger, was für ein gigantischer ahhh Power da eigentlich aufgebaut worden ist, gerade die letzten Monate im letzten Jahr und auch noch in zweitausendachtzehn aufgebaut werden wird. Also ich kann mir Geschmack gut vorstellen, dass man dort als E-Commerce-Anbieter oder als Kunde eines E-Commerce-Anbieters ganz, ganz viele zusätzliche Dienste, eben E-Commerce as a Service, auch noch zusätzlich nutzen kann, die einem hilft, sein eigenes Digitalangebot noch weiter nach vorne zu tragen, ja. Richtig. Korrekt. Ich würde gerne zum Abschluss nochmal ein paar persönliche Fragen an Sie stellen. Sozusagen unsere persönliche Blitzlichtrunde mit der Bitte um kurze Antworten. Herr Swiekowski, vielen, vielen herzlichen Dank schon mal für diesen inhaltlichen Überblick. Ich glaube, es ist sehr klar geworden, wie sich E-Commerce verändert hat, wie die Intershop sich auch verändert hat und was die Herausforderungen jetzt auch gerade für den Mittelstand sind. Ich glaube, das macht auch Ihren Beruf letztendlich aus, oder? Warum sind Sie beruflich das geworden, was Sie heute sind? Ja, warum bin ich das geworden, was ich heute bin? Also ich bin das geworden was ich heute bin, zunächst mal wegen meiner Ausbildung. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und dort eine Vertiefungsrichtung Internet Business Engineering. Das heißt, mein Weg war sozusagen vorgezeichnet damals noch motiviert durch die Dot Com Blase aber im Prinzip, was wurde dort ausgebildet? Wirtschaftsingenieure oder Wirtschaftsinformatiker. Wir sind ja die Schnittstelle zwischen Business und IT und das hatten damals unsere Professoren und ah unsere Alma Matas halt schon erkannt und haben uns glücklicherweise ausgebildet und das hilft mir heutzutage jeden Tag. Das ist schön, dass fast alle meiner Gäste irgendwie so ein Plädoyer für unsere Bindestrich Ausbildung, also bei Ihnen ist es der Wirtschaftsingenieur, bei meinen Studierenden ist es der Wirtschaftsinformatiker, ohne dass ich darauf dränge, (kichern) sozusagen nennen. Also ich glaube, dass gerade in diesen Bindestrich Berufen unglaublich viel Potenzial auch für die Zukunft steckt. Was war Ihr größter beruflicher Erfolg, wenn sie so ein bisschen zurückschauen? Ja, das lässt sich gar nicht so auf einen beruflichen Erfolg reduzieren. Ich hatte ja gesagt, dass eigentlich meine gesamte berufliche Karriere eigentlich ein. Eine einzige, sag ich mal, Change ist ja, ich würde sagen, noch zu meinen Zeiten, als ich als Online Business Manager für Intershop tätig war. Da waren für mich meine größten beruflichen Erfolge, als mein Kunde mich anrief und sagte lebt das System noch? Wir haben hier schon 5000 Orders bekommen und wir dann gemerkt haben, dass das System sogar noch schneller geworden ist und wir es nicht gemerkt haben in dem Sinne. Das heißt also, das war damals sicherlich waren das meine größten beruflichen Erfolge später, ich sag mal eher im beratenden Tätigkeiten oder vertrieblichen Tätigkeiten, war mein größter Erfolg, als ich bei einem Großkonzern in der Schweiz saß, großer Lebensmittelhersteller und ihnen gemeinsam mit einem Partner eine Lösung verkauft hatte für einen hohen siebenstelligen Projekt und Betrag und er mich nach der Vertragsunterschrift das erste Mal fragte, ob er jetzt auch mal das System sehen kann. Und da wurde mir eigentlich klar, dass sich der Markt komplett gewandelt hat von einem Produktvertrieb hin zu einem reinen Lösungsvertrieb und dass die Produkte immer mehr in den Hintergrund rücken und es tatsächlich den Kunden mehr um die Lösung und die Lösungsberatung geht. Und das waren so die größten Erfolge jetzt in der Zusammenarbeit meiner jetzigen Tätigkeit mit Microsoft war denke ich, mein größter Erfolg der Ritterschlag von Microsoft. Als ein Kollege von Microsoft zu mir meinte, dass inzwischen wir Microsoft vorantreiben und nicht sie uns erdrücken. Und das ist ja auch ein Stück weit eine Auszeichnung dann unserer Arbeit und der Lösungen, in denen wir gemeinsam arbeiten. Jetzt verändert sich ja die Branche massiv. Also das treibt natürlich alle Branchen vor sich her. Gibt es da überhaupt auch eine Chance, sich weiterzubilden? Haben sie persönlich Bücher, Internetdienste, wo sie sich beruflich, vielleicht auch privat weiterbilden und die sie unseren Zuhörern auch empfehlen können? Ja, also viel Zeit bleibt natürlich nicht für, für, für Weiterbildung im Beruf, weil wie gesagt, diese Innovationsgeschwindigkeit so hoch ist. Was ich jedem empfehlen kann, sind natürlich Hörbücher und Podcasts. Just einen hören wir ja oder in einem sprechen wir ja heute. Mich haben aber, sagen wir mal, zwei Bücher tatsächlich dann noch im letzten Jahr gefesselt. Das eine ist ein Buch über den digitalen Wandel, ein Buch von dem CEO, von Microsoft, Satya Nadella hit refresh. Mich hat einfach mal interessiert, wie konnte so ein Technologiekonzern Microsoft sich in nur zwei Jahren so wandeln? Und das spannende für mich war dort nicht die Story von Microsoft zu hören oder zu lesen, sondern tatsächlich die Parallelen zu selbst unserem eigenen Unternehmen zu sehen. Und das hat mich wiederum darin bestärkt, dass eigentlich nicht nur Microsoft sich digital wandelt, sondern jedes Unternehmen. Und wir haben, wir haben alle das das gleiche Thema und ja, also das, das wäre das. Ansonsten wir haben auch eine Reihe von Whitepapern zur Digitalisierung, zum Thema Cloud oder auch zu Synergien zwischen den Produkten CRM, ERP und auch Commerce. Das kann ich jedem empfehlen, weil wir da einfach mal versucht haben, dass in wenigen Seiten auf einen kurzen Nenner zu bringen, um die, sagen wir die die kostbare Zeit, die wir alle haben, nicht noch mehr in Anspruch zu nehmen. Wir werden auf die Whitepapers auch entsprechend in den Shownotes zu dieser Folge verlinken, so dass unsere Zuhörer da auch direkt draufkommen. Jetzt haben sie gerade gesagt, Microsoft hat sich sehr stark verändert. Ich glaube, das ist nach vielen gar nicht so bewusst, was da für ein Wandel die letzten, na sagen wir mal zwei, drei, vielleicht vier Jahre, aber eher die letzten zwei Jahre passiert ist. Wenn sie sich mal ihr eigenes Umfeld anschauen, wie wird sich ihrer Einschätzung nach in den nächsten zehn Jahren ihr Business, ihr Umfeld verändern? Ja, also wir werden immer weniger Software selber schreiben, sondern wir werden sie nur noch konfigurieren. Es kommen ja immer mehr die neuen Generationen, die Millennials, Generation X jetzt gerade in Führungspositionen und Entscheidungspositionen. Und diese Generation, die sind es nicht mehr gewohnt, Software selber zu schreiben oder zu programmieren, sondern die werden immer mehr zu Usern, zu Konsumenten. Und das heißt, die diese Sache wird sich sehr stark verschmelzen. Und das andere, was, was ich sehr, sehr stark sehe, ist eine Verschmelzung der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Ja, also unsere jungen Kollegen heutzutage sind always on. Die, die fragen gar nicht mehr danach. Von wann bis wann müssen sie arbeiten, sondern fragen eher was für technologische Möglichkeiten könnt ihr mir zur Verfügung stellen, dass ich jederzeit die Aufgaben, die ich mir gestellt werden, bewältige? Man braucht da ein bisschen Vertrauen, dass man denen auch vertraut und nicht so viel kontrolliert. Aber ich sage mal, da steckt auch sehr, sehr viel Kreativität. Und gerade in diesem globalen Kontext, wo man mit verschiedenen Zeitzonen zusammenarbeitet, ist es oftmals dann sehr, sehr stark von Vorteil, dort Mitarbeiter auch da mal ein Stück weit von der Leine zu lassen und das Vertrauen in sie dort einfach zu haben. Abschließend der Blick auf die. Das Unternehmens Datenfundament auf Unternehmenssoftware, insbesondere natürlich aus Ihrer Brille auch des E- Commerce. Vor welchen Herausforderungen steht da die Unternehmenssoftware zukünftig ganz besonders? Ja, also zunächst mal, ich sag mal der Quadratur des Kreises. Also was heutzutage von uns gefordert wird, ist die Erwartungshaltung, dass sie jederzeit immer aktuell ist. Wir nennen das Keep Current. Die Erwartungshaltung wird hier sehr, sehr stark durch die ganzen, sagen wir, durch die Apple-Apps, durch Stores geliefert. Das heißt, das wird auch von uns erwartet, dabei aber trotzdem agil und flexibel zu bleiben, natürlich nach wie vor extrem reichhaltig Funktionen zu liefern, aber trotzdem immer noch intuitiv erlernbar zu bleiben und natürlich immer robust und skalierbar zu bleiben. Also das sage ich mal, die Quadratur des Kreises, die wir hier sehen. Und nichtsdestotrotz soll es natürlich immer noch günstig sein. Und hier ist natürlich, ich sage mal, diese Lösung, Cloud-basierte Lösung, Subscription-based-Lösung, einfach die probate Antwort. Ich glaube, es bleibt spannend. Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen, Herr Swielkowski, bedanken für diesen wirklich extrem spannenden Einblick in das, was E-Commerce war, was E-Commerce ist, was E-Commerce auch werden wird. Ich würde mich freuen, wenn wir das in einiger Zeit noch mal wiederholen können, weil das Thema, glaube ich, uns weiterhin fesseln wird und die Geschäftsmodelle sehr stark treiben wird. Für heute bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen und wie immer, die letzten Worte gehören Ihnen als unserem heutigen Interviewgast. Ja, also vielen Dank für die Einladung. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich würde gerne noch mal mit einem Plädoyer vielleicht abschließen für die enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, weil mich das ja natürlich persönlich schon immer getrieben hat und meine treibende Kraft ist. Wir waren ja in Deutschland schon immer, ich sage mal, die Erfinder des Buchdrucks. Wir haben den mp3 erfunden, wir haben die Term Industrie 4.0 geprägt, aber leider kommen wir immer sehr oft zu kurz, wenn es um die wirtschaftlichen Erfolge geht. Die werden dominiert von großen Weltkonzernen, die meistens nicht aus Deutschland kommen und nicht aus dem deutschen Mittelstand. Und hier wünsche ich mir einfach ein bisschen mehr Mut, ein bisschen mehr Durchsetzungskraft für den Forschungs-und Wirtschaftsstandort Deutschland und würde mich freuen, wenn wir das gemeinsam angehen. Ja, machen wir es. Herzlichen Dank. Ihnen hat der EAP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www. Erp-Podcast. De. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen, losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.