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#67 - eStandards einfach einführen
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Diese Folge vermittelt Hintergründe zu digitalen Schnittstellen mit Lieferanten oder Kunden, vermittelt interessante Erkenntnisse zur Aufwandsabschätzung aus über drei Jahren Forschungstätigkeit im BMWi-Projekt Komplex-e und hilft Ihnen, geeignete Standards für Ihre Schnittstellen zu identifizieren.

Viel Vergnügen.

Webempfehlungen:

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In diesem Sinne: keep connected.

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann

Transcript:

EAP Podcast Folge 67: E-Standards einfach einführen. Diese Folge vermittelt Hintergründe zu digitalen Schnittstellen mit Lieferanten, Banken, dem Finanzamt oder Kunden, vermittelt interessante Erkenntnisse zur Aufwandsabschätzung aus über drei Jahren Forschungstätigkeit im BMWi-Projekt Komplex E und hilft Ihnen, geeignete Standards für Ihre Schnittstellen zu identifizieren. Viel Vergnügen! Herzlich willkommen zum EAP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potentialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich willkommen zurück zum EAP-Podcast. Heute mit einer Folge zum Thema digitale Schnittstellen Standards zum Datenaustausch zwischen Unternehmenssystemen, zwischen Unternehmen. Ich sitze heute aus einem besonderen Grund hier, gemeinsam mit meinen Mitarbeitern David Julian Hornung und Daniel Neuss, denn wir haben zu Ende Juno ein großes Forschungsprojekt für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beendet namentlich Komplex E. Da geht’s um die Aufwandsschätzung und Komplexitätsreduzierung bei der Einführung von solchen digitalen Schnittstellen, sogenannten E-Standards bei KMU. Und darüber wollen wir uns heute ein bisschen unterhalten. Ich denke, wir haben nach drei Jahren Forschungsarbeit in dem Bereich einiges zu erzählen. Und bevor wir das tun, möchte ich Sie ganz herzlich willkommen heißen hier bei uns im EAP-Podcast. Vielleicht können Sie sich zunächst mal selbst vorstellen. Vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Daniel Neuss. Ich bin hier am Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik beschäftigt und habe mich im Rahmen von dem Projekt Komplex E intensiv mit den E-Business-Standards auseinandergesetzt. Also welche Arten es gibt, welche Herausforderungen es gibt und wie die Standards in die Systeme einzuführen sind. Ja, und mein Name ist, wie bereits gesagt, David Julian Hornung. Im Projekt lag mein Aufgabenbereich insbesondere darin, verschiedene ERP-Systeme dahingehend zu untersuchen, wie gut sie die E-Standards unterstützen, ob dort im Bereich der Standardfunktionalität E-Standards bereits vorhanden sind oder leicht eingeführt werden können. Ein zweiter Bereich war die Auseinandersetzung mit der Frage, wie E-Standards die Prozessabläufe im System und damit natürlich auch im Unternehmen beeinflussen. Und ich möchte den Ball jetzt gleich mal an Sie zurückspielen, Herr Professor Winkelmann. Bitte berichten Sie uns doch ein bisschen was über die Hintergründe des Projekts und wie es überhaupt dazu gekommen ist. Ja, vielleicht muss man, dazu mal beim EHP, also beim Unternehmensdatenfundament anfangen. Die Idee dahinter ist ja, dass man nur noch an einer Stelle die Daten erhebt und auch nur noch an einer Stelle Single Source of Truth die Daten speichert.   und wenn man diese Art der Integration lebt, dann macht es oder ist es natürlich sinnvoll, dass nicht nur für sein Unternehmen zu durchdenken, sondern eigentlich die Daten dort zu nutzen und der ganzen Wertschöpfungskette zur Verfügung zu stellen, wo sie anfallen. Also beim Produzenten beispielsweise, der das Produkt produziert. Das heißt, der Einzelhändler hat natürlich spezifische Daten, möchte aber eigentlich gerne Daten über das Produkt bereits vom Großhändler beziehen, der diese Daten wiederum gerne von dem Produzenten, beispielsweise dem Apfelbauern beziehen möchte. Und, auf diese Art und Weise, um die Effizienzen nutzen zu können, muss man sich eben überlegen, wie diese Wertschöpfungskettenpartner ihre Daten austauschen. Das sind dann die sogenannten digitalen Schnittstellen.   und natürlich kann man nicht auf irgendeine Art digitale Schnittstellen austauschen, sondern es ist eben wichtig, dass man sich abspricht, auf welche Art und Weise Daten ausgetauscht werden, denn sonst würde das Datum eins neun Uhr neunzig keine Informationen geben, denn es ist nicht klar, ob es der Einkaufspreis, der Verkaufspreis, der rabattierte Verkaufspreis und so weiter ist.   und das sind dann die sogenannten elektronischen Standards oder E-Standards, von denen es für ganz unterschiedliche Daten im betriebswirtschaftlichen Datenaustausch zahlreiche Standards gibt. Und, dieses Thema ist etwas, was wir schon ganz, ganz lange eigentlich beobachten, wie Unternehmen diese Schnittstellen definieren, wie sie eben Standards gestalten und dann entsprechend einsetzen.   und man stellt immer wieder in diesen Projekten fest, dass das relativ aufwendig sein kann. So. Es gibt unzählige Standards und je nachdem, wie tief dieser Standard eigentlich reingreift in die Betriebswirtschaft, in das Unternehmen, in die Unternehmenssoftware, insbesondere in das EHP-System desto aufwendiger ist es eigentlich, diesen Standard zu gestalten und einzuführen. Und das war eigentlich genau der Punkt, wo wir gesagt haben, wir müssten eigentlich mal ein Projekt machen, bei dem wir gerade auch dem Mittelstand, der diese Potenziale noch nicht nutzt, eine Möglichkeit bieten, selbst den Aufwand abschätzen zu können, der mit so einer E-Standards…Die Standardeinführung einhergeht und die Komplexität bei dieser Einführung durch viele Hilfestellungen zu reduzieren. Und dieses Projekt haben wir 2013 vierzehn dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Förderung vorgeschlagen und man hat im Rahmen der Initiative I Standards Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolge sichern uns einen Zuschlag erteilt, an dieser Idee, an diesem Vorhaben zu forschen. Und das haben wir jetzt in den letzten dreieinhalb Jahren mit vielen wissenschaftlichen Mitarbeitern, insbesondere auch mit Ihnen gemacht. Und ich glaube, das, was wir dabei herausbekommen haben und wie wir KMUs mittelständischen Unternehmen heute damit helfen können, das ist ein sehr guter Projekt Outcome, das ist ein sehr gutes Projekt Output und ich freue mich eigentlich sehr darüber, dass wir die Chance gekriegt haben, das zu realisieren. Jetzt spiele ich den Ball mal an Sie zurück. Wir haben ja in den letzten dreieinhalb Jahren ganz, ganz viele verschiedene Dinge in diesem Projekt erforscht und haben ja auch sozusagen einen zentralen Output des Projektes. Fangen wir mal von vorne an. Was haben wir gemacht? Der erste Schritt im Rahmen des Projektes war es zu analysieren, welche Standards werden überhaupt in der Praxis eingesetzt. Das bedeutet, wir haben auf der einen Seite unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse als Grundlage genommen und haben die transferiert, indem dass wir Praxisprojekte analysiert haben. Ganz wichtig war uns, dass wir hier keine Elfenbeinforschung machen, sondern dass wir wirklich praxisnahe, relevante und einsetzbare Ergebnisse produzieren, die eben Unternehmen wirklich dabei helfen, die E-Business Standards einfach einzuführen und eben die Komplexität bei der Einführung zu reduzieren. Hier an der Stelle haben wir uns eben im ersten Schritt auf Praxisberichte bezogen, wo die unterschiedlichen E-Business Standards eingeführt werden, haben im Anschluss auch mit Implementierungspartnern gesprochen, welche Herausforderungen die bei der Einführung in der Praxis sehen und auch mit Unternehmen, die eben bereits Praxis in der Praxis die E-Business Standards eingeführt haben, gesprochen, um eben noch mal wirklich aus der Sicht des kleinen und mittelständischen Unternehmens zu analysieren. Was sind denn jetzt wirklich die Probleme, die Herausforderungen, die dabei auftreten und wie ist die Vorgehensweise und was ist eben erfolgreich und was ist nicht erfolgreich? Und das Ganze haben wir dann eben mit den ERP-Systemen verknüpft und hier haben wir eben verschiedene Masken analysiert. Herr Hornung, möchten Sie dazu noch was sagen? Ja. Maskenanalyse. Das war tatsächlich eine Tätigkeit, die uns fast zwei Jahre lang im Projekt begleitet hat. Ausgangspunkt dessen war unser ERP-Labor. Ich vermute, die meisten Hörer werden wissen, dass wir hier am Lehrstuhl ein sehr, sehr großes Labor für betriebswirtschaftliche Software betreiben. Und im Rahmen des Projekts war eigentlich auch mit eine der ersten Aufgabenstellungen, dieses Labor noch auszubauen, auszuweiten, was auch sehr, sehr erfolgreich funktioniert hat, indem es jetzt mittlerweile als das deutschlandweit größte gilt. Und diese ERP-Systeme waren für uns dann eben Ausgangspunkt, um die Wirkung von Standards konkret im System zu untersuchen. Und wir haben das eben mithilfe von einer Analyse der ERP-Masken vorgenommen. Sprich wir haben erstmal die Systeme grundlegend erfasst. Ich vermute die meisten Hörer hier werden ERP-Masken kennen und damit auch wissen, dass das eine ziemlich umfangreiche Aufgabe ist, die unterschiedlichen Reiche, die unterschiedlichen Bereiche alles sehr stark katalogisiert zu erfassen. Die Informationen brauchten wir aber, um dann im nächsten Schritt auf Feldebene tatsächlich auch zu untersuchen und nachweisen zu können, wo die Standards einen Einfluss in die ERP-Systeme nehmen und welche Abläufe, welche Geschäftsprozesse dadurch dann betroffen sind, typischerweise verkürzt werden, aber auch durchaus auch verlängert werden können. Infolgedessen nämlich, dass plötzlich andere Abteilungen im Unternehmen betroffen sein können, die vorher mit dem eigentlichen Geschäftsablauf gar nichts zu tun hatten. ERP-Systeme sorgen durch ihr zentrales integriertes Datenfundament ja dazu, dass die Unternehmensdaten typischerweise nur einmal erfasst werden müssen und dann für alle Abteilungen zur Verfügung stehen. In Bezug auf Standards bedeutet es aber auch, dass Unternehmensdaten von Abteilungen im System hinterlegt werden müssen, um den STANDARD zu nutzen, die allerdings überhaupt nichts mit dem Geschäftsablauf zu tun haben, sondern vielleicht an einer viel früheren Stelle oder im Rahmen einer zentralen Stammdatenerfassung daran beteiligt sind. Können wir mal ein Beispiel für einen Standard nehmen und das, was Sie eben auch gesagt haben, vielleicht einmal mit Leben füllen. Also ein einfaches Beispiel ist zum Beispiel eine elektronische Rechnung, die eben von dem Lieferanten übermittelt wird. Das bedeutet, die elektronische Rechnung wird beispielsweise in dem ERP-System erzeugt. Das heißt, wenn ich jetzt mir den Standard anschaue, dann gibt mir der Standard an der Stelle vor, welche Elemente ich füllen muss. Beispielsweise brauche ich eine Rechnungsnummer, ich brauche eine Artikelnummer, ich brauche selbstverständlich einen Betrag und Umsatzsteuer und ähnliche Punkte. Und was jetzt der elektronische Standard macht an der Stelle ist er spezifiziert quasi die unterschiedlichen Felder, so wie es der Herr Professor Winkelmann vorhin im Beispiel schon gesagt hat, dass eben zum Beispiel der Preis 1, 99 eben der Nettopreis ist und nicht der Bruttopreis. Und wenn dann dieser Standard implementiert ist, dann kann quasi das ERP-System, welches die Rechnung empfängt, an der Stelle den Code oder beziehungsweise. Die die elektronische Datei übersetzen und gleichzeitig wieder vollautomatisch in das andere ERP-System einpflegen. Und somit erleichtert es eben die Datenübertragung an der Stelle. Sprich die Fehler werden reduziert, zum Beispiel durch die Änderung von manuellen Eingaben. Und hier hatten wir auch beispielsweise in Gesprächen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen gezeigt, dass für die war es im ersten Schritt sehr aufwendig, die Rechnungen einzuführen und die eigentlichen Vorteile lagen nicht unbedingt darin, dass man jetzt kein Papier mehr ausdrucken muss und es zur Post zu bringen, sondern einfach, dass sich die Fehlerreduktion beispielsweise in der Buchhaltung gezeigt hat. Da geht es nur um einige wenige Prozente. Aber wenn jetzt so eine elektronische Rechnung fehlerhaft ist und die falsch versendet wird oder falsch zurückgebucht wird, dann muss man erst wieder bei seinem Kunden anrufen und sagen Hallo, wie sieht es aus mit der Rechnung? Da ist meines Erachtens nach ein Fehler drin. Dann wird die Rechnung hoffentlich korrigiert, bis dann wieder die neue Rechnung gesendet ist, diese dann wieder überprüft ist, ist es natürlich ein immenser Aufwand, der dann an der Stelle natürlich auch Zeit kostet. Und diese Zeit könnte eben das Unternehmen bereits anders nutzen. Gleichzeitig spricht es natürlich für eine hohe Datenqualität, wenn man weniger Fehler macht, auch in Bezug auf den Datenaustausch. Herr Neuss, Sie haben vorhin gesagt, dass wir ganz, ganz anfänglich, bevor wir dann auch die die Systeme in Bezug auf die Ausgestaltung digitaler Schnittstellen untersucht haben, uns auch ganz viele Fallstudien eigentlich angeschaut haben. Unternehmen, die gleich welchen STANDARD, ob es jetzt für Rechnungsstellung, ob es für den Artikel Stammdatenaustausch oder für jegliche Art von Datenaustausch eigentlich angeschaut haben. Was kann man daraus lernen, was kann man daraus ableiten, was können andere vielleicht auch daraus lernen? Wie haben wir das aufbereitet? Also zum einen war natürlich der erste essenzielle Punkt Wie gehen die Unternehmen überhaupt dabei vor? Das heißt, was ist jetzt quasi die klassische Vorgehensweise, um so ein Projekt einzuführen? Und der zweite Schritt war dann eben zu gucken, okay, die hat die gewählte Vorgehensweise funktioniert, sprich gab es Verzögerungen, gab es Herausforderungen bei gewissen Standards häufiger, bei anderen weniger häufig? Wie groß waren auch die Projektverzögerungen? Was hat zu den Komplikationen geführt? Was waren wirklich die Herausforderungen? Und wir haben daraus eben zum Beispiel abgeleitet, wie eben eine empfohlene Vorgehensweise sein kann, wenn man so ein Business Standard einführt. Aber auch auf der anderen Seite haben wir sehr viele Herausforderungen identifiziert, die eben zum einen standardübergreifend sind, zum anderen vielleicht unternehmensintern. Es können dann zum Beispiel solche klassischen Themen wie Krankheitstage oder Projektgeschäft sein, das da vorkommt, aber auch wirklich standardspezifische Fragestellungen wie, dass man einen gewissen STANDARD, zum Beispiel zur Unternehmens oder Artikel Klassifikation einsetzen wollte und es gab einfach die Merkmalsgruppen nicht. Oder auch technische Anforderungen, die gestellt werden mussten, dass beim Einsatz von RFID-Technologie zum Beispiel die Antennenreichweite nicht ausgereicht hat oder es da zu Komplikationen mit Maschinen kam. Und diese ganzen verschiedenen Herausforderungen haben wir eben extrahiert und katalogisiert und können die eben bereitstellen, dass ein Unternehmen, wenn es jetzt eben diesen STANDARD einführen möchte, direkt darauf zugreifen kann. Auch in Kombination mit den Anforderungen, die die ERP-Systeme stellen. Und so können wir eben im Vorfeld bereits die Herausforderungen darstellen und das Unternehmen kann diese vermeiden und bei der Projektplanung entsprechend berücksichtigen. Jetzt haben wir das ERP-System untersucht, oder wir haben nicht eins untersucht, wir haben sehr viele untersucht. Vielleicht können Sie auch gleich noch ein paar Namen nennen. Gibt es da, wenn wir solche Standards einführen, Standards, die besonders einfach einzuführen sind? Oder sind diese Standards, vielleicht diese Schnittstellen? Sind die vielleicht schon implementiert im System? Also muss ich mich da eigentlich gar nicht drum kümmern, wenn ich das System bei mir implementiere und zum Laufen bringe. Also tatsächlich zeigt sich da ein sehr heterogenes Bild. Wir haben insgesamt 18 ERP-Systeme auf die Umsetzung oder das Vorhandensein von Standards untersucht. Da sind ganz bekannte Systeme dabei, die eben auch eine sehr, sehr große Bedeutung für den Mittelstand haben, beispielsweise aus der Microsoft Dynamics Reihe. Wir haben uns die SAP-Welt angeschaut, aber auch mittelständisch ausgerichtete ERP-Systeme, beispielsweise von abas. Das A Seco AP plus System Canias, aber auch Systeme, die für eher kleinere Unternehmen gedacht sind und sogar Open Source Lösungen haben wir auch mitberücksichtigt. Wie zu erwarten war, haben natürlich die größeren und umfangreicheren Systeme mehr Möglichkeiten, um die Standards direkt aus dem STANDARD Funktionsumfang zu nutzen. Allerdings hat sich auch herausgestellt, dass da bei weitem nicht alle Möglichkeiten vorgesehen sind. Und in manchen ERP-Systemen sind so gut wie keine Standardfunktionen für die Standards verfügbar, so dass es sich hier immer um individuelle Anpassungen handelt. Wenn man eben ein Unternehmen ist, das dieses System nutzt und die Standards nur für sich verwenden möchte. Wobei es bei vielen Systemen auch Partnerlösungen gibt oder Zusatzmodule, die dann gezielt angedockt werden können an das System, um die standardmäßige Funktionalität herzustellen. Jetzt nehme ich mal einen ganz einfachen STANDARD. Sicherlich einer der einfachsten im Mittelstand relativ beliebtesten Standards ist zum Beispiel Zugpferd. Was muss ich dafür machen? In meinem ERP-System muss ich dafür überhaupt etwas machen. Und wenn Sie diesen STANDARD nehmen und ihn vergleichen, mit…. dedizierten Standard wie ihn beispielsweise die GS1 zur Verfügung stellen. Gibt’s da Unterschiede zwischen den Standards? Können Sie uns ein bisschen Gefühl dafür geben, Herr Neuss? Ja, also gerade Zugpferd ist natürlich ein sehr positives Beispiel, weil es ja auch, mit verschiedenen europäischen Initiativen und auch mit der Initiative von der Bundesregierung sehr homogen weiterentwickelt wird.   dementsprechend is– kann man in dem Fall wirklich eigentlich von ’nem guten Standard sprechen.   und die Grundidee von Zugpferd ist ja auf der einen Seite eine einfache Rechnung, mit– wie durch ein PDF zu erzeugen und auf der anderen Seite innerhalb von dem PDF in Form von einem XML-Anhang gleichzeitig noch dieses PDF maschinenlesbar zu machen. Und durch diese einfache Kombination wird es natürlich auch für viele kleine Unternehmen interessant, weil die immer noch sagen können: „Okay, auch wenn ich ein Zugpferd-Standard bekomme, ist es immer noch in der Basis eine PDF-Datei. Die kann ich mir einfach ausdrucken und kann die normal weiterverarbeiten.“   und dementsprechend hat die, diesen Vorteil auch viele ERP-Hersteller bereits erkannt und es zeigt sich, dass im Vergleich zu anderen Standards, durch die, durch die wirklich homogene Etablierung des Standards, die ERP-Hersteller dazu übergegangen sind, in den neuen Versionen diesen nativ zu implementieren. Sprich, ein Unternehmen, was auf der aktuellen Version von seinem ERP-System arbeitet, kann häufig einfach darauf zurückgreifen und muss im Endeffekt in den Einstellungen mehr oder weniger einen Schalter umlegen oder ein, ein Feld ändern. Und dann kommt eben am Ende von der normalen PDF-Rechnung gleichzeitig eine Zugpferd-Rechnung aus. Und das ist auch was, was wir häufig bei kleinen Unternehmen sehen. Das heißt, die setzen ein ERP-System ein, die, verschicken die PDF-Rechnung, aber die sind sich oft gar nicht bewusst, dass das System da gleich mehr kann und dass man direkt für den Kunden an der Stelle wieder einen Mehrwert bieten kann, wenn der eben dann direkt die Rechnung vielleicht maschinenlesbar automatisiert einlesen kann. Und im Gegensatz dazu, wenn man jetzt einen EDIFACT-Standard nimmt, da ist es eben häufig so, dass die sehr stark angepasst sind. Beispielsweise der EON COM D96A, der im Jahr ’97 in der ersten Version veröffentlicht wurde, ist heute in der Praxis immer noch sehr weit verbreitet und einer mit der meisten eingesetzten Standards. Und hier zeigt sich eben das Problem, dass über die letzten zwanzig Jahre dieser Standard immer weiter individualisiert und angepasst wurde. Und das erhöht natürlich auch die Komplexität bei der Einführung. Äh, gleichzeitig ist es so, dass viele ERP-Systeme eben nicht nativ ein EDI-Modul haben. Äh, bei XML sieht’s jedoch wieder anders aus. Das ist– Da es eben ein sehr flexibler Webstandard ist, spielt das natürlich auch wieder in Bezug auf die Zugpferd-Implementierung ’ne große Rolle, weil diese XML-Schnittstellen häufig schon vorhanden sind und folglich kann der ERP-Hersteller einfaches Zugpferd implementieren. Sie haben ja– Ja? Sie wollten was ergänzen? Ja, sehr gerne. Also die Frage, die ja noch im Raum stand, war: Was muss ich eigentlich tun, um so einen Standard wie Zugpferd zu nutzen? Und ich als Anwendungsunternehmen muss da erfreulicherweise relativ wenig dafür tun. Klammer auf: Wenn ich natürlich schon die aktuellste Version meines ERP-Systems im Einsatz habe. Die Systemanbieter sind da sehr unterschiedlich vorgegangen.   allgemein kann man allerdings sagen, dass Zugpferd tatsächlich schon in Standard-Workflows eingebunden ist. Sprich, immer wenn ich dann den normalen Rechnungslauf anstoße, um eben eine Rechnung, für einen Kundenauftrag zu erzeugen, habe ich gleichzeitig auch die Möglichkeit, eben diesen Zugpferd-Standard zu verwenden, um damit auch meinem Geschäftspartner möglicherweise einen Mehrwert bei der Verarbeitung der Rechnung zu bieten. Manche Systeme haben das so gelöst, dass das quasi über den Druckertreiber eingesetzt wurde oder dieser Standard berücksichtigt wurde.   andere haben da einfach das an ihr XML-Modul angekoppelt.   ich als Anwendungsunternehmen habe da allerdings keine größeren Aufwände und es muss sich keinen– Oder ich präzisier’s: Ich muss meistens kein zusätzliches Implementierungsprojekt daraus machen und auch entsprechend, keine externen Berater oder Programmierer damit beauftragen. Ich nehme das mal als Stichwort: die Aufwände. Ah, Sie haben ja dann auch verschiedene Unternehmen und deren quasi Implementierung beziehungsweise die über die digitalen Schnittstellen versendeten Datensätze zwischen zwei Unternehmen angeschaut. Also nicht nur auf der syntaktischen, sondern auch auf der inhaltlichen, auf der semantischen Ebene.   erstens: Wie, wie groß sind die Datensätze überhaupt? Jetzt nicht im Zugpferd-Standard, sondern in einem komplexen Datenaustausch-Standard?   wie viel Felder? Worüber reden wir da und um was sind auch Ihre Erkenntnisse, die Sie daraus mitnehmen? Also das ist genau eins der Probleme, was eben Standards zeigen, beziehungsweise die mehr gewachsenen Standards über die Jahre, dass sie sehr stark individualisiert wurden. Das heißt, wir haben hier mehrere zehntausend Rechnungen beispielsweise analysiert und hier ist wirklich alles dabei von einer einfachen Rechnung, die aus zehn, fünfzehn Feldern besteht bis zu einer Rechnung, die mit der Minimalanforderung achtzig, neunzig Felder hat. Und das ist genau eines der großen Probleme, die diese Standards haben. Das heißt, im Endeffekt, haben viele Unternehmen, die eine gewisse Marktmacht haben, im Rahmen von der Implementierung ihre Systeme immer weiterentwickelt und folglich auch die Standardanforderungen angepasst. Und wenn ich jetzt ein kleines oder mittelständisches Unternehmen bin und mit einem größeren Händler zusammenarbeiten möchte, dann kann er mir quasi aufzwingen, welchen Standard ich implementieren muss und wie der auszusehen hat. Folglich bedeutet das, wenn ich jetzt mit mehreren Händlern zusammenarbeite, muss ich wiederum mehrere Hän– mehrere Standards anpassen beziehungsweise implementieren und dies erhöht natürlich extrem die Komplexität. Deswegen lässt sich diese Frage per se so pauschal nicht beantworten. Mhm. Aber wir haben schon festgestellt-Die Felder, die im Standard definiert werden, werden unter Umständen dafür verwendet, etwas ganz anderes an Daten zu tauschen. Also es gibt ein Feld Anrede, da steht normalerweise Herr Frau drin. Es kann aber auch sein, dass ein Unternehmen, was diesen Standard implementiert hat, anderen Unternehmen, mit denen es Daten austauschen will, eben sagt, das Feld Anrede wird nicht für Herr Frau verwendet, sondern für irgendwelche Aktionscodes oder Artikelinformationen oder ähnliches. Genau. Das ist was, was uns eben auch aufgefallen ist, dass nämlich auch auf der semantischen Ebene die Standards leider abgewandelt werden. Das bedeutet eben, wir haben irgendeine Anforderung, die der Standard an der Stelle nicht abdeckt und, da gibt’s eben zwei grundsätzliche Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist eben Freitextfelder zu verwenden. Das heißt hier ist es der Fall, dass eben der, das Unternehmen reinschreiben kann, was es möchte.   das war auch eines der Key Lessons, die wir da gemerkt haben, dass eben teilweise sehr intensiv Freitextfelder verwendet werden, was immer darauf schließen lässt, dass der Standard, bisschen an den Anforderungen des Unternehmens oder des Markts vorbeigeht, weil das Unternehmen viel anpasst. Und die zweite Möglichkeit ist zu sagen okay, es gibt hier Felder, die sind definiert, aber die verwende ich gar nicht in dem Standard und dementsprechend nutze ich dieses Feld und sag eben anstatt anstelle der Anrede steht da jetzt zum Beispiel die Artikelnummer drin.   und das macht es natürlich nochmal viel komplizierter zu überprüfen, ob der Standard korrekt implementiert ist und erhöht den Abstimmungsaufwand. Weil selbst wenn man die Standarddefinition hat, braucht man hier an der Stelle nochmal eine Unternehmens Guideline, die eben diese ganzen Anpassungen spezifiziert und die auch hier haben wir identifiziert, dass es eigentlich von jedem Unternehmen eine Unternehmens Guideline gibt, wie der Standard umzusetzen ist. Und die sind auch komplett heterogen. Das bedeutet, wir haben teilweise Guidelines gekriegt bekommen mit 120 Seiten, die nur definiert haben, was die Unterschiede sind zwischen dem Hauptstandard und dann haben wir wiederum teilweise Guidelines mit fünf bis zehn Seiten Anforderungen, wo wirklich nur wenige Spezifikationen gemacht wird. Was jetzt besser und was schlechter ist, lässt sich auch hier so pauschal nicht sagen. Weil das Problem auch mit Guidelines ist, dass die meist auf Papier gedruckt sind und Papier ist bekanntlich geduldig und dementsprechend ist es häufig so, dass sich die Systeme bereits schon wieder weiterentwickelt haben. Das heißt, wir haben im Endeffekt drei Dokumententypen. Auf der einen Seite die Standarddefinition, wie es der Standardhersteller rausgibt. Der zweite Typ ist dann die Guideline, die eben die Anpassungen definiert. Und der dritte Punkt ist dann wirklich der real eingesetzte Standard, zum Beispiel die Rechnung, wie sie dann wirklich zwischen den Unternehmen ausgetauscht wird. Und diese drei Stufen verdeutlichen schon, dass es immer komplexer wird und, dementsprechend auch wie, um noch mal auf die Frage zurückzukehren ist es sehr schwer ist eben diese Implementierung zu verallgemeinern. Jetzt ist es so, wenn ich ein mächtiges Unternehmen in der Lieferkette bin, in der Wertschöpfungskette, dann habe ich das Problem wahrscheinlich gar nicht, weil ich meinen Lieferanten oder meinen Kunden sagen kann, tausch mit mir digital die Daten nach folgender Vorgabe, nach folgender Standardvariation aus oder du bist nicht mehr mein Lieferant. Wenn ich aber einer von vielen austauschbarer   Player in der Wertschöpfungskette bin, wie das beispielsweise in der Logistik der Fall ist, dann habe ich plötzlich ganz, ganz viele Kunden, die mir alle quasi ihre Standardvariante als die einzig wahre verkaufen wollen. Und ich habe die Aufgabe, eigentlich ganz, ganz viele unterschiedliche Dialekte, also Standardvarianten zu implementieren. Richtig? Genau, das ist so korrekt. Das bedeutet, an der Stelle habe ich eben die Notwendigkeit, dass ich ganz viele verschiedene Standards implementiere, und folglich reicht dann meistens auch die Standard- Implementierungsmöglichkeiten von dem ERP-System nicht aus. Das heißt, hier brauche ich dann häufig, ein extra Tool, was eben diese ganzen Mappings vornimmt. Sprich, ich habe einmal meine Datenbasis und habe auf der anderen Seite die zehn anderen, Rechnungen, wie die aussehen sollen und habe dann da eben diesen Mappingaufwand, der dann, leider in der Praxis schon teilweise eher zu eins zu eins Verbindungen geht als zur eins zu n Verbindung. Das heißt, hier kann man an der Stelle nicht mehr von oder nur noch in dem begrenzten Rahmen von wirklich einem Standard sprechen, weil es natürlich ein sehr hoher Aufwand ist jeden neuen Lieferanten oder Kunden dann anzubinden. Äh, erhöht natürlich auf der einen Seite auch die Kundenbindung, weil man natürlich einen gewissen Aufwand eingeht, aber gerade wenn man austauschbar ist, ist es natürlich wieder ein Hindernis, um eben das zu implementieren. Und da haben wir auch in der Praxis gesehen bei Gesprächen mit kleinen Unternehmen, die führen dann ganz klassisch eine Return on Investment Rechnung durch und sagen okay, bis zu der Anzahl an Belegen lohnt es sich, diesen Standard einzuführen und drunter machen wir es im Endeffekt händisch und zahlen gegebenenfalls sogar eine Strafgebühr, weil wir den Standard eben nicht in dem Format liefern können. Also dieses ganze Thema semantische Interpretation der Daten, die, die über den Standard definiert ausgetauscht werden sollen, ist ja auch ein Riesenthema. Gerade für die Bitkom wird auch ein Riesenthema in diesem ganzen IoT Umfeld sicherlich werden. Auch da tauschen wir ja dann Daten nach irgendeinem Standard zwischen den Systemen und den, den Produkten oder, oder Maschinen aus.   jetzt haben sie ein paar mal gesagt Aufwand und Aufwandsabschätzung und Komplexitätsreduzierung war ja auch ein ganz wesentliches Ziel unseres Projektes.   was, was kann man mitnehmen aus diesem Projekt für sich selber als KMU? Also eines unserer Ziele oder wenn nicht sogar das Hauptziel in diesem Projekt war es vor allem Transparenz zu schaffen. Äh, wenn man als Unternehmen, ich sage jetzt mal sogar fast ein bisschen unbedarft den Begriff Standard hört, dann hat man natürlich erstmal die Erwartung, dass ein Standard tatsächlich auch ein Standard ist. Sprich ich muss mich da nicht noch auf unzählige Varianten und Dialekte und Variationen einlassen, sondern hab mehr oder weniger nur einen Einmalaufwand, um den zu nutzen.   und wie mein Kollege Herr Neuss eben schon erläutert hat, ist es ja tatsächlich nicht so. Also selbst wenn ich in meinem ERP-System die Grundvoraussetzung habe, um einen bestimmten Standard zu nutzen, muss ich auch dort immer wieder die Abläufe und die Strukturierung anpassen, weil eben meine Geschäftspartner, ja, sehr individuelle Interpretationen dieses Standards für sich nutzen oder zunutze gemacht haben und mir eben als deren Kunde möglicherweise, oder auch als deren Dienstleister, als deren Lieferant, deren Variante, ja, mehr oder weniger aufzwingen.   das– Also aus dem Grund ist für uns die Aufwandseinschätzung aus der Hinsicht schon mal, ein wichtiger Punkt, um Klarheit zu sorgen, dass so ein Aufwand eben nicht nur einmal anfällt, sondern auch durchaus für jede Standardvariation mehr oder weniger identisch ist. Mhm. Das sind jetzt wahnsinnig viele Dokumente, die wir erstellt haben, wahnsinnig viele Quellen, die wir erschlossen haben. Was haben wir damit gemacht? Also der Kernoutput, des ganzen Projekts ist unser Online-Self-Assessment-Tool.   das ist quasi neben der Webseite, wo wir viele Publikationen zu den unterschiedlichen Bereichen bereits veröffentlicht haben, eigentlich unser Hauptergebnis. Das bedeutet, wir haben die Webseite, die unter www.komplex-e.de zu erreichen ist. Packen wir auch in die Shownotes. Ja. Genau. Und, das Tool eben unter tool.komplex-e.de. Und, auf Basis von diesem Tool haben wir, Webtechnologien genutzt und versucht, es die komplexen Fragestellungen, die wir bereits erläutert haben, möglichst einfach für KMU, greifbar zu machen. Das bedeutet, wir haben verschiedene Szenarien vordefiniert, die ein Unternehmen durchlaufen kann und wir haben auf Basis von einem kleinen Fragebogen, bereits, identifiziert, was die Herausforderungen sind beziehungsweise, auf welchen Komplexitätsfaktoren, der E-Standard auszuwählen ist. Und, deswegen haben wir eben ein vierstufiges Tool ausgebaut.   das bedeutet, im ersten Schritt beantwortet das Unternehmen, wenige Fragen zum Selbstassessment. Das bedeutet, in welcher Branche sind sie, welches ERP-System setzen sie ein, und was ist überhaupt die Zielsetzung, die sie erreichen wollen? Äh, um daraus dann eben zum einen eine E-Business-Standard-Empfehlung abzuleiten und zum anderen aber auch zu überprüfen in Kombination mit dem ERP-System: Was bedeutet es denn jetzt, diesen Standard ins System einzuführen? Und dabei beantworten wir eben vier Fragen. Der, der erste Teil ist: Was bedeutet es projektspezifisch? Sprich, wie muss ich das Projekt planen? Was für Herausforderungen treten dabei auf? Der zweite Punkt ist: Was bedeutet es organisatorisch? Äh, sprich, welche Unternehmensmitarbeiter sind dabei einbezogen?   gibt es Prozessveränderungen? Muss ich vielleicht irgendwas anpassen? Weil häufig ist es so, dass Unternehmen auch gar nicht bewusst ist, dass die, dass jetzt die Einführung von dem Standard an einer ganz anderen Stelle eine Auswirkung haben. Ein Beispiel kann dafür sein, zum Beispiel eine E-Mail-Adresse, die von irgendeinem Lieferanten gefordert ist. Das heißt, wenn ich irgendwie eine Rechnung erstelle und da muss eine E-Mail-Adresse draufstehen als Pflichtfeld und ich habe das aber vorher bei der Eingabe der Stammdaten nicht als Pflichtfeld definiert, dann heißt das zum einen, dass ich entweder die ganzen E-Mail-Adressen nachpflegen muss oder zum anderen, dass ich dieses Pflicht in meinem ERP-System– äh, dieses Feld „E-Mail-Adresse“ als Pflichtfeld definieren muss und folglich muss der Mitarbeiter, der die Stammdaten anlegt, eben seinen Arbeitsablauf umstellen und auch zum Beispiel immer nach der E-Mail-Adresse fragen. Und das ist das, was in den organisatorischen Veränderungen mit auftritt. Und der letzte Teil sind dann eben technische Anforderungen. Sprich, wie kompatibel ist mein bestehendes ERP-System mit dem bereits eingeführten Standard? Das können Informationen zu IDI-Schnittstellen sein, zu XML-Schnittstellen. Und hier haben wir eben diese Fragestellungen zusammengepackt in einem Tool und, auf einer Ebene dargestellt für das Unternehmen, dass es eben die Informationen bekommt. Sprich, ist es einfach umzusetzen? Ist es ein komplexeres Projekt? Brauche ich vielleicht einen Dritten? Was sind die angesprochenen Herausforderungen, die wir identifiziert haben? Aber auch, ob jetzt mein ERP-System quasi das Ganze nativ umsetzen kann oder ob ich vielleicht eine Drittanbieterlösung brauche, und im letzten Schritt zu zeigen: „Okay, auf Basis von einer Prozessebene, die an der Stelle aufgabenorientiert ist, haben wir noch mal dargestellt: „Okay, wenn ich jetzt diesen Standard in mein System einführe, verändern sich in den und den Bereichen eben die unterschiedlichen Prozesse und hier wird’s eine Prozessveränderung geben. Mhm. Dieses Tool ist kostenfrei zugänglich. Noch mal: Wir packen die URL, die Internetadresse in unsere Shownotes beziehungsweise auf die Webseite unseres Podcasts.   ist das speziell für irgendwelche Branchen? Ist das speziell für irgendwelche Standards? Wie viel Standards unterstützen wir in diesem Tool? Also wir haben in dem Stuhl– Tool um die fünfzig Standards, die wir aktuell unterstützen. Äh, da haben wir eben auch darauf Wert gelegt, wirklich die relevantesten auszuwählen. Wir haben natürlich im Rahmen des Projekts über hundert Standards untersucht. Allerdings ist es so, dass das dann deutlich die Komplexität übersteigt, die im Rahmen des Tools sinnvoll abbildbar sind. Das bedeutet, zum einen sind wir bei den Standards eben auf die am meisten verwendeten, geblieben. Genauso ist es bei der Auswahl der ERP-Systeme. Und dahingehend haben wir eben bei der Branchenauswahl, versucht, möglichst unabhängig zu sein. Das heißt sprich, unser Tool kann erstmal jeder nutzen, und wir haben natürlich Branchenspezifika bei Standards mit implementiert.   allerdings haben wir wirklich versucht, das möglichst breit zu halten. Das heißt, unser Ziel war es schon, das nicht für eine Nische zu machen, sondern für möglichst viele Anwender. Wir haben ja nicht nur ein Tool entwickelt, Sie sagen ja selber, das Tool kann bis zu einer gewissen Komplexität das Ganze unterstützen, sondern wir haben, große Schatten werfen Ihre Augenringe.   wir haben auch ein Buch dazu geschrieben. Vielleicht können Sie dazu auch ein bisschen was sagen. Ja, in dem Buch sind eigentlich einfach all unsere Kernerkenntnisse noch mal zusammengefasst.   es gibt dazu Kapitel, die noch mal die Funktion von ERP-Systemen erläutern. Es gibt Kapitel, die auf die unterschiedlichen E-Standard-Typen und E-Standard-Kategorien eingehen, wo mithilfe von Beispielen aufgezeigt wird, wofür die E-Standards in Unternehmen genutzt werden können. Beispielsweise, um eben den Nachrichtenaustausch mit Geschäftspartnern zu vereinfachen oder zu automatisieren, aber auch um die Rückverfolgbarkeit von Produkten zu erhöhen oder den Aufwand bei der Katalogisierung der Produkte im Lager, zu reduzieren. Und das Gute ist, das Buch ist kostenfrei.   wir wollen möglichst viele Leute über die Möglichkeiten von digitalen Standards, die Möglichkeiten des unternehmensübergreifenden Datenfundaments aufklären.   das Buch befindet sich gerade im Druck. Wo kann ich das Buch bekommen? Im Endeffekt läuft es so ab, dass wir auf unserer Komplex-E-Webseite ’ne Landingpage einrichten werden, über die das Buch bestellbar ist.   und hier können Sie sich dann registrieren und wir werden Ihnen dann entsprechend das Tool zukommen lassen. Also da wir mit ein paar Tagen vorher sozusagen aufzeichnen, würde ich sagen, dass wir die URL, die Internetadresse dafür in die Shownotes verlinken, in den Shownotes verlinken, sodass Sie, liebe Hörer, auch entsprechend sich direkt registrieren lassen können und wir Ihnen das Buch dann auch zusenden, sobald die Bücher aus der Druckerei bei uns angekommen sind. Was ich persönlich sehr spannend finde, ist, dass diese ganze E-Standard-Thematik eigentlich immer mehr an Bedeutung gewinnt.   viele E-Standard-Formate sind schon sehr, sehr alt. Also Herr Neuss hat ja eben das Beispiel gebracht, dass eine E-Standard-Definition zum ersten Mal vor über zwanzig Jahren herausgegeben gegeben wurde.   bislang ist das aber noch gar nicht so recht im Bewusstsein von vielen Unternehmen drin, zumindest meiner Beobachtung nach und auch, gemäß der Gespräche, die wir mit vielen Unternehmen geführt haben.   in manchen Branchen sind E-Standards sehr, sehr verbreitet, in anderen spielen sie dagegen kaum eine Rolle.   letzte Woche erst habe ich mit ’nem Kleinunternehmen gesprochen, das in der Dienstleistungsbranche tätig ist. Und zwar berät dieses Unternehmen andere Industriekonzerne dabei, die Produktsicherheit ihrer Erzeugnisse zu, zu erhöhen. Und jetzt wurde dieses Kleinunternehmen kürzlich dazu aufgefordert von einem seiner langjährigen Geschäftspartner, dass er doch bitte seine Angebote auch in ’nem E-Standard-Format zu übermitteln habe, damit eben auf der anderen Seite in dem Konzern die Prozessabläufe, die natürlich auch entsprechend standardisiert und möglichst effizient sein sollen eingehalten werden können. Und auch dieses kleine Unternehmen, wie gesagt, aus der Dienstleistungsbranche, ist nun plötzlich durch diese E-Standard-Thematik betroffen. Also ich glaube, das wird, wird uns noch lange, lange, lange begleiten, wird die Unternehmen noch lange begleiten. Äh, was können wir den Unternehmen über das Tool, über das Buch hinaus anbieten, zukünftig auch? Jetzt ist unser Projekt ja erstmal abgeschlossen. Genau, also eine– Also wir hatten’s ja schon gesagt, dieses Tool wird weiterhin verfügbar sein und es wird auch kostenlos sein. Aber selbstverständlich können wir da nicht auf eine Granularitätsebene vordringen, die wirklich, allumfassend ist. Das bedeutet, was wir natürlich im Anschluss an das Projekt noch weiterhin machen, mit Hilfe von unserer Initiative und mit Hilfe unseres Know-how, was wir haben und, auch des ERP-Wissen, möchten wir Sie eben weiterhin dabei unterstützen, die E-Standards einzuführen. Das bedeutet, auch hier, führen wir eben Prozessanalysen durch, Potenzialanalysen. Wir hatten ja vorhin das Beispiel mit dem Zugpferd. Das heißt, dadurch, dass wir immer die aktuellen ERP-Systeme haben und uns mit diesen auseinandersetzen, dann wissen wir auch immer genauestens Bescheid, was sind denn jetzt die neuen Potenziale, die neuen Möglichkeiten und können so eben aufzeigen: „Hey, du kannst ja dieses Zugpferd beispielsweise nutzen.   du kannst es so und so implementieren und folglich, kannst du wieder den Mehrwert für deinen Kunden binden oder es vielleicht schon selbst nutzen, und somit wieder einen Prozessschritt automatisieren.“ Das heißt, auf der einen Seite die Potenziale zu identifizieren, aber auch auf der anderen Seite Synergien zu identifizieren. Das heißt, wenn ich bereits Standard A einsetze, in meinem ERP-System und diese Implementierung durchgeführt habe, dann ist es vielleicht so, dass ich auf Basis von diesem Standard schon weitere Standards einsetzen kann und so meine Prozesse automatisieren.   auch wenn es vielleicht so nicht, gar nicht, offensichtlich ist, weil eben wir festgestellt haben, dass die teilweise Ineinandergreifen, die Anforderungen sich überdecken. Und hier an der Stelle können wir eben aufzeigen, okay, auf Basis von den Synergien kannst du weitere Potenziale umsetzen. Und darüber hinaus natürlich unterstützen wir dann bei der Vorbereitung, bei der Umsetzung, bei der Auswahl von Partnern. Wir haben uns jetzt über diese dreieinhalb Jahre ein sehr großes Partnernetzwerk ausgebaut. Das heißt, wir haben für jedes ERP-System, für jeden E-Standard eigentlich den richtigen Ansprechpartner, und können hier bei der Auswahl der richtigen, Implementierungspartner unterstützen, und gleichzeitig dann, den Prozess vorbereiten und eben auch Herausforderungen, Fallstricke, vermeiden, damit das Projekt erfolgreich und kostengünstig umgesetzt werden kann. Mhm. Insbesondere darf man natürlich auch wirklich die Komplexität von solchen E-Standard-Einführungsprojekten nicht unterschätzen.   gerade im Bereich Datenaustausch sind das typisch, weil sie Großprojekte, also irgendwie über die Einführung von irgendeinem Button im ERP-System, geht das weit hinaus. Da sind mehrere Parteien beteiligt, sprich beispielsweise die Geschäftspartner, mit denen ich die Nachrichten austauschen will, der Anbieter des E-Standards, oft auch noch ein Implementierungspartner, der Anbieter meines ERP-Systems, der An-, der Anbieter des ERP-Systems meines Geschäftspartners. Infolgedessen sind da auch wirklich viele Stakeholder (lacht leise) an solchen Projekten beteiligt, und das hat tatsächlich auch Auswirkungen auf das Gelingen von solchen Projekten. Sprich, es hat sich gezeigt, eben auch im Rahmen der Auswertung der angesprochenen Praxisberichte, dass derartige Projekte umso erfolgreicher sind, umso mehr professionelle Projekt- und Change-Management-Methoden eingesetzt werden und auch da können wir eben Unternehmen dabei unterstützen, Projekte möglichst effizient und möglichst erfolgreich umzusetzen. Ja, Sie merken, also ich glaube wir könnten jetzt wahrscheinlich noch zwei Stunden weiter lang über das Projekt reden und diskutieren.   die Aktenordner, sowohl digitaler als auch analoge Art und Weise haben sich bei uns gefüllt.   es ist ein wahnsinnig spannendes Projekt gewesen, ein, glaub ich, sehr nutzbringendes Projekt auch, gerade für den Mittelstand, vor allen Dingen mit den kostenlosen Informationen, die wir jetzt zum Ende des Projektes eben auch geballt zur Verfügung stellen können. Das wäre nicht möglich gewesen ohne die Forschungsförderung, ohne die Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Förderinitiative. Ich glaube jetzt zum Abschluss des Projektes ist es auch Zeit, allen, die an diesem Projekt beteiligt waren, zu danken und, ja, vielleicht einfach mal aufzuzählen, wer, wer einfach an so einem Projekt auch beteiligt war. Ich fang mal an und dann machen wir es vielleicht reihum.   ich danke allen Projektmitarbeitern hier am Lehrstuhl. Das sind insbesondere sie beide, aber auch viele weitere Mitarbeiter, die im Laufe von dreieinhalb Jahren an dem Projekt mitgearbeitet haben, auch Studierende, die an dem Projekt mitgearbeitet haben. Äh, wir haben einen zweiten Partner dabei, das ist die Firma IBIS Prof. Thomé AG, die hier in der Implementierung unseres Tools sehr stark eingebunden war, mit gefördert wurde denen wir entsprechend auch ganz herzlich Danke schön sagen für alles, was dort geleistet wurde und die Flexibilität, die man auch gezeigt hat, weil Forschung sich nun mal nicht ganz linear bestimmen lässt und mal ein bisschen nach links oder nach rechts abweicht von dem, was man eigentlich ursprünglich mal gedacht hat. Wem können wir noch alles danken? Selbstverständlich unseren Ansprechpartnern und Unterstützern, beim Bundesministerium, aber auch dem Projektträger, vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, und selbstverständlich auch der Begleitforschung der WIKT GmbH, die uns auch immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, was Publikationen und ähnliche Themen angeht. Und ja, ich möchte auch in meinem Bereich insbesondere natürlich den Herstellern der ERP-Systeme danken, die uns ihre Systeme meist sogar kostenfrei zur Verfügung gestellt haben und auch immer wieder bereitwillig Rede und Antwort gestanden haben, um uns bei der Analyse ihrer Systeme zu unterstützen, und nicht zuletzt auch vielen Anwendungsunternehmen, mit denen wir sprechen durften. Wir hatten einen Projektbeirat, der uns eben während der ganzen Projektlaufzeit immer wieder unterstützt hat, punktuell durch deren Beobachtungen, durch deren Einschätzungen, durch deren Erwartungen und Bedürfnisse und natürlich auch, weitere Unternehmen, die immer mal wieder beispielsweise von ihren tatsächlich schon durchgeführten E-Standard-Einführungsprojekten berichtet haben und mit denen wir zusammen unser Tool testen konnten, um tatsächlich auch ’ne nutzenstiftende Lösung zu entwickeln. Ja, ich glaube, damit haben wir einen kleinen Einblick gegeben in das, was wir getan haben. Ich sage Ihnen herzlichen Dank. Ihnen, liebe Zuhörer, herzlichen Dank fürs Zuhören und bis nächste Woche. In diesem Sinne, keep connected. Herzlichst, Ihr Daniel Neuss, Julian Hornung und Axel Winkelmann. Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen. Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.