Ich benütze nicht nur das Gehirn, das ich besitze, sondern ich borge mir noch zusätzlich, was ich bekommen kann. Auch im zweiten Teil des Interviews spreche ich mit dem langjährigen SAP-Experten und Leiter Consulting der FIS Informationssysteme und Consulting GmbH Torsten Hartlieb über die Herausforderungen bei der SAP-Einführung, die Veränderungen am Markt für ERP und die Rahmendaten heutiger SAP-Projekte.
Viel Vergnügen!
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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten.
In diesem Sinne: keep connected.
Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann
Transcript:
ERP-Podcast Folge 91, zweiter Teil. ERP- und SAP-Beratung, ein Interview mit dem Leiter Consulting der FIS-Informationssysteme und Consulting GmbH Thorsten Hartlieb. Ich benutze nicht nur das Gehirn, das ich besitze, sondern ich borge mir noch zusätzlich, was ich bekommen kann.
Auch im zweiten Teil des Interviews spreche ich mit dem langjährigen SAP- Informationssysteme und Consulting GmbH Thorsten Hartlieb über die Herausforderungen bei der SAP-Einführung, die Veränderungen am Markt für ERP und die Rahmendaten heutiger SAP-Projekte. Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast, dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen.
Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit finden. Mein Name ist Axel Winkelmann.
Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast. Heute der zweite Teil zum Thema ERP-Beratung, insbesondere SAP-Beratung.
Ich freue mich, dass ich wieder hier im Studio habe, Herrn Hartlieb. Thorsten Hartlieb ist Leiter Consulting bei der FIS. FIS ist einer der zentralen SAP-Goldpartner hier insbesondere im süddeutschen Raum, nicht nur im süddeutschen Raum.
Über 700 Mitarbeiter. Er wird gleich selber ein bisschen was dazu sagen. Ich freue mich, dass Sie wieder hier bei uns im ERP-Podcast sind.
Herzlich willkommen Thorsten Hartlieb. Ja, vielen Dank, Herr Winkelmann. Ja, wie gesagt, Thorsten Hartlieb ist mein Name.
Privat, ich bin verheiratet seit über 20 Jahren, habe zwei erwachsene Töchter, bin hier in der Region Schweinfurt aufgewachsen, habe in Würzburg studiert und bin letztendlich seit über 20 Jahren hier im Unternehmen tätig. Und ja, studiert habe ich in Würzburg an der Fachhochschule Kunststofftechnik und bin dann auf einigen Abwegen und weg von dem Beruf eines Ingenieurs hingegangen eher zur EDV, zur IT-Beratung, zum SAP- und würde auch sagen, dass ich das bis dato in keiner Weise bereut habe. Die entsprechende Ausbildung war wichtig, das Verständnis zu bekommen in vielen Sachen, Zusammenhänge verstehen und letztendlich fühle ich mich da wohl und mittlerweile auch seit langen Jahren hier im Unternehmen etabliert.
Sie haben gesagt, Sie haben Kunststofftechnik studiert. Das muss doch ein Kulturschock gewesen sein, oder? Das war es am Anfang, das ist korrekt. Wie gesagt, Mitte der 90er Jahre hatte ich mein Studium beendet und die wirtschaftliche Lage war eher schlecht, sodass für Neueinsteiger wenig Chancen bestanden und somit habe ich mich dann umorientiert und bin dann über diverse Schulungen dann auch dazu gekommen, Spaß daran zu finden, auch mit Kunden zusammenzuarbeiten und letztendlich 1998 hier in der Firma FIS gelandet als SAP-Berater und wie gesagt in vielen, vielen Projekten unterwegs gewesen und habe es bis dato eigentlich nicht bereut, dass ich das gemacht habe.
Können Sie noch ein bisschen was zu FIS sagen? Sie haben es letzte Woche sehr ausführlich gemacht. Für die Hörer, die heute erst eingeschaltet haben. FIS ist ein mittelständisches Familienunternehmen, da lege ich immer Wert drauf.
Wir sind, wie gesagt, immer noch ein Familienunternehmen, gegründet 1992 von damals elf Mitarbeitern, von FHG Kugelfischer, mittlerweile Schaeffler, mittlerweile wie gesagt im 27. Jahr das Ganze und wir haben die 700-Mitarbeiter- Grenze auch überschritten. Die FIS ist eine Firmengruppe, besteht aus mehreren kleinen Firmen, die größte ist natürlich die FIS GmbH mit 400 Mitarbeitern und wir haben noch ein Tochterunternehmen, was sich ausschließlich mit Rechenzentrums Dienstleistungen und betreibt selber auch drei Rechenzentren.
Wir haben noch eine Firma in Hamburg, die Firma Medienwerf, die sich ausschließlich mit dem Thema E-Commerce beschäftigt und wir haben noch eine Tochterunternehmen mit circa 60 Mitarbeitern in Polen. Das ist ausschließlich eine Nearshoring Entwicklungsabteilung, die für uns dann entsprechende Entwicklungen im Bereich ABAP, .NET oder Java vollziehen. Jetzt haben sie die FIS ja viele, viele, viele Jahre begleitet.
Sie sind noch nicht seit 1992 dabei, aber ja schon in den 90er Jahren zur FIS noch dazu gestoßen. Sie haben immer in der SAP Welt gelebt. Wenn Sie das vergleichen, gestern, heute, vielleicht auch morgen, wie verändert sich Beratung, wie verändert sich da auch die SAP Welt? Also die Veränderung ist natürlich schon zu spüren, das merkt man.
Die Anforderungen an einen Berater, die nehmen zu. Die Komplexität der Systeme nimmt zu, definitiv. Während ich, ich nenne es mal früher, wenn ich vor 10, 12 Jahren ein zentrales ERP-System hatte, wenn es gut lief, waren da diverse Web, war vielleicht noch ein Webshop dran, um Kommunikation nach draußen zu haben, aber ansonsten war die Systemlandschaft relativ überschaubar.
Mittlerweile ist es ein sehr komplexes Thema, durch die verschiedenen Cloud-Systeme, die mittlerweile angebunden werden, Shop-Systeme, die angebunden werden, CRM-Systeme und das wiederum macht es für einen Berater auch schwerer, die ganzen Abhängigkeiten auch im Detail zu kennen und auch beurteilen zu können. Hat sich das Profil des Beraters dabei verändert, die letzten Jahre und Jahrzehnte? Würde ich sagen, ja, es hat sich verändert. Wie gesagt, man muss diese technischen Systeme natürlich erst mal kennenlernen und das wiederum bedeutet, dass der Berater auch ein Stück weit mehr in diese technischen Themen ein Verständnis entwickeln muss.
Er muss sie nicht selber aufsetzen, betreiben, aber er muss natürlich wissen, wofür wird welches System verwendet, wie ist der optimale Einsatz beim Kunden und das wiederum ist durch die komplexen Systeme natürlich auch eine höhere Anforderung an den Berater. Grundsätzlich ist es so, betriebswirtschaftliche Prozesse, also Waren- und Mengenflüsse in den Unternehmen bleiben natürlich nahezu unverändert und das wiederum ist die Konstante und davon profitieren natürlich auch die erfahrenen Berater, dass sie ein entsprechendes Fachwissen in den letzten Jahren oder Jahrzehnten aufbauen konnten. Sehen wir da vielleicht auch eine Veränderung? Also Sie haben gesagt, früher war es so, man hatte so ganz viele kleine Applikationen, die man da drangesetzt hat, den Webshop und so weiter und so fort.
Geht es heute in den Unternehmen, die Sie beraten, vornehmlich oder auch immer mehr dahin, dass man versucht ein Data Lake auf Englisch oder wie ich es nenne Unternehmensdatenfundament, also eine konsolidierte Datenbetrachtung im Unternehmen einzurichten, statt alles in einzelnen Applikationen zu haben? Natürlich, das ist ja der wesentliche Vorteil von SAP. Ich habe ein einziges System, in dem ich alle möglichen Applikationen habe, alle Unternehmensbereiche von dem Rechnungswesen, vom Controlling, von der Produktion, vom Vertrieb, vom Einkauf, vom Lager, also ich kann vom Versand, ich kann im Prinzip alle Unternehmensbereiche relativ elegant miteinander verknüpfen, sodass ich auch durchgängige Belegketten im System darstellen kann und das wiederum hilft natürlich den Unternehmen immens, ihre Unternehmensprozesse zum einen mal zu verstehen und zum anderen auch zu optimieren, weil sie da erst mal eine einheitliche Möglichkeit, eine einheitliche Plattform haben, solche Daten überhaupt pflegen und darstellen zu können. Jetzt ist es ja so, dass SAP auch selber transformiert, also einen längeren Weg auch selber geht.
Ich sage mal, vielleicht gezeichnet von Anfang der tausender Jahre, wo man mit Business by Design neue Wege beschritten hat, daraus hervorgehend dann die HANA-Datenbank, die man auch mit viel Marketing getöse natürlich, aber auch natürlich mit den entsprechenden Leistungsdaten auf den Markt gebracht hat und heute schließlich die SV-Welt, wo man den Kunden eigentlich ein komplett neues System auch vorsetzt, als Nachfolger der alten R3-Welt. Wie nehmen Sie diese Entwicklung selber wahr, wie nehmen Ihre Kunden auch diese Entwicklung wahr? Ja, Sie sprechen es an, die SAP hat viele Jahre, so ich würde mal sagen, was Oberflächendesign angeht, was die Usability angeht, eher ein verstaubtes Dasein gehabt. Es war sehr, ich würde jetzt mal sagen, eine altbackene Oberfläche und man hat das erkannt und hat eben gemerkt, es ist doch wichtig, auch die entsprechende Userakzeptanz allein schon durch die Bedienung, allein schon durch die Oberfläche zu bekommen.
Das war dann ein logischer Schluss, dass die SAP hier was tut und hat dann eben über das SV-HANA letztendlich eine neue Möglichkeit geschaffen, diese Oberfläche zu gestalten und es gibt ganz unterschiedliche Ansätze in Unternehmen, die wir jetzt durchaus auch schon in der Praxis so kennenlernen. Es gibt Unternehmen, die lieben diese altbackene Oberfläche, weil sie einfach, schnell und effizient zu bedienen ist. Es gibt dann, ist natürlich der Mensch ein Gewohnheitstier, das ist ganz klar.
Es gibt natürlich auch die jungen Kollegen, die das gewohnt sind, entweder mit einem Touchscreen oder mit einer Maus zu arbeiten. Für die ist es dann wichtig, dass die Oberflächen schön designt sind, dass sie trotzdem effizient zu bedienen sind und das wiederum ist so eine Kombination aus beiden, dass Unternehmen natürlich durchaus bereit sind, diesen Wechsel zu vollziehen. Überdies hinaus ist es natürlich so, dass die SAP natürlich auch eine Wartungsstrategie fährt und dieses, wie Sie sagen, R3 bzw.
das ECC wird natürlich nicht mehr unendlich lang gewartet. Voraussichtlich Wartungsende wird 2025 sein und bis dorthin müssen sich die Unternehmen in irgendeiner Form überlegen, auf das neue System zu wechseln oder eben einen entsprechenden Support zu beauftragen, der dann darüber hinaus geht. Also besteht hier schon ein gewisser Druck.
Technisch gesehen, haben Sie es ja angesprochen, die HANA-Datenbank als Innovation, die bei diversen Applikationen schneller funktioniert und die Daten schneller zur Verfügung stellt, aber in vielen Bereichen auch keine wesentliche Leistungsverbesserung ist, also sprich der Mitarbeiter, der am ECC sitzt und einen Kundenauftrag erfasst, der wird es deswegen nicht doppelt so schnell können, weil es geht ja nicht schneller. Was nehmen Sie denn zurzeit wahr am Markt? Ist es so, dass Sie ganz viele Beratungsmandate gewinnen aus der, Sie haben recht, es heißt nicht mehr R3-Welt, für mich ist es irgendwo noch das angestammte Produkt, ja, ECC. Sind es Kunden, die dort sich zusätzliche Funktionalität, kleinere Tools dran wünschen oder ist es zurzeit so, dass alle Welt auf diese neue SAP-Produktlinie strömt und Projekte macht in dieser neuen Produktlinie? Also es ist grundsätzlich so, wenn man heute sich eine SAP, ich nenne es jetzt mal bewusst ERP, ERP-Lizenz kauft, dann kann man nur noch eine S4-HANA-Lizenz kaufen.
Es ist gar nicht mehr möglich, ein ECC-System zu installieren, neu zu installieren. Also bedeutet, alle neuen SAP-Kunden bekommen automatisch das S4-HANA Enterprise Management, alle Bestandskunden, denen steht es natürlich offen, diesen, ich nenne es mal Release-Wechsel oder Systemwechsel durchzuführen. Die SAP wird den Kunden ermöglichen, ein vorhandenes ECC-System auf den neuen Stand zu hieven.
Das wird funktionieren, das wird so eine Art Upgrade-Leitfaden geben. Man muss gewisse Tätigkeiten im System durchführen, das ist korrekt. Aber technisch ist es möglich, ein bestehendes System, also ECC-System, in ein S4-System umzuwandeln.
Dieser Aufwand, da wird doch erheblicher Aufwand noch entstehen, um das durchzuführen. Neben den Kosten für die neue Hardware, die man braucht. Also viele Unternehmen scheuen sich einfach, diesen Schritt zu gehen, weil es dann doch eine erhebliche Summe ist, die sie investieren müssen.
Was sie natürlich auch abschreckt, man kennt das ja von vielen Unternehmen, man hat sich sein ERP-System so zurechtgeschneidert, dass es ein Maßanzug ist und passt. Also man hat viele Sachen erweitert, man hat Prozesse modifiziert, man hat das System für seine Belange zurecht gebogen. Der Ansatz, den die SAP natürlich auch verfolgt ist, prüft doch bitte mal, ob ihr nicht auch mit Standardprozessen auskommen könnt.
Deswegen gibt es eben zwei Varianten, diesen Release-Wechsel durchzuführen. Der sogenannte Brownfield-Ansatz wäre eine Systemkonvertierung von einem ECC in ein S4-System. Ich übernehme dabei alle Daten eins zu eins.
Ich übernehme meine ganzen Prozesse, Erweiterungen, Programme eins zu eins ins neue System, passe nur an, dass sie auch programmtechnisch richtig sind. Der neue Ansatz wäre der sogenannte Greenfield-Ansatz. Ich schaue mir mein System mal an und sage, okay, das läuft teilweise gut, teilweise könnte es besser laufen, aber ich bin offen für Neuerungen und ich möchte mich mal mit den Standardprozessen beschäftigen, inwieweit die für mich auch verwendbar und einsetzbar sind.
Dieser Ansatz ist im Prinzip ähnlich wie eine Neueinführung, außer ich habe es dann schon mit SAP-Wissenden zu tun. Die kennen natürlich diese Systeme und somit wäre so eine Neueinführung natürlich etwas schneller zu machen, aber nichtsdestotrotz mit doch erheblichem Aufwand verbunden und diesen Aufwand, der ja dann gleich mal im sechs- oder siebenstelligen Bereich sich bewegt, den scheuen natürlich ganz viele Unternehmen sowas dann einzuführen. Heißt aber SAP hat ja bereits abgekündigt, da gibt es unter Umständen in den nächsten Jahren durchaus ein Bottleneck, oder? Das ist korrekt, da stimme ich Ihnen zu 100 Prozent zu.
Wie gesagt, diese Transformation von Alt in Neu, man kann da auf Kundenseite gewisse Tätigkeiten selbst durchführen, manche Sachen wird man sich auf einen Berater berufen. Ich würde mal sagen, aktuell ist es so, dass wir zwischen drei und vier solcher, ich nenne es mal Transitions, dass wir drei bis vier Transitions durchführen könnten parallel im Jahr. Das ist also keine 100-Prozent-Arbeit, sondern das ist immer punktuell eine Tätigkeit, die bei den Beratern oder Entwicklern liegt, aber es ist doch mit einem erheblichen internen Aufwand bei den Firmen auch verbunden, weil dann gewisser Change auch was die Prozesse angeht, stattfinden muss.
Wie hoch sehen Sie so einen Aufwand? Wenn man jetzt mal, ich gehe jetzt mal von einem von einem Brownfield-Ansatz aus, also sprich, ich möchte das System eins zu eins konvertieren, dann müssen Sie, ich würde jetzt mal sagen, zwischen 100 und 500 Beratertagen müssen Sie da einplanen. Das ist optimistisch gesprochen, oder? Das ist optimistisch gesprochen, genau vorausgesetzt ist, dass die Anpassungen im System durchaus überschaubar sind, nicht sehr viele Entwicklungen, Modifikationen im System sind, weil da natürlich jedes Mal zu validieren ist, sind die überhaupt noch lauffähig in der neuen Systemumgebung. Es haben sich gerade was die Datenbankstruktur angeht, doch einige Sachen verändert im S4-Umfeld.
Von den eigentlichen Geschäftsprozessen ist es natürlich ähnlich wie im alten System, aber je nachdem, was der Kunde einsetzt, die SAP spricht hier im S4-Umfeld von einer sogenannten Simplifizierungsliste. Man hat also im Zuge der S4-Erstellung gewisse Themen vereinfacht, nenne ich es mal, oder man könnte auch sagen gelöscht, Programmteile gelöscht, die redundant waren, also beispielsweise es gab schon immer ein im ERP-System integriertes Kreditmanagement, es gab aber auch schon die ganzen Jahre ein externes System, was das Kreditmanagement auch abgebildet hat und so hat die SAP natürlich den ERP-Kern sukzessive entschlagt und hat verschiedene Themen, die redundant waren, eben eliminiert, aber genau das wiederum ist natürlich die Konsequenz für unsere Kunden. Jeder unserer Kunden setzt ein Kreditmanagement ein, was ihm im Standard vom ECC ausgereicht hat.
Das wiederum gibt es Im S4 nicht. Bedeutet, ich muss ein neues Konzept erstellen und muss diese bisherigen Logiken natürlich in das neue System überführen und das macht es aufwendig und da gibt es nur eins von vielen Beispielen, die hier zum Tragen kommen und das wiederum macht es natürlich aufwendig und je nachdem, wie intensiv ein Kunde diese Funktionalitäten genutzt hat, kann der Aufwand natürlich auch im vierstelligen Bereich dann liegen. Ich mache jetzt einfach ein bisschen Eigenwerbung, weil ich mich mit dem Thema SAP natürlich im ERP-Podcast auch mit verschiedensten Gästen schon mehrfach beschäftigt habe.
Wie immer finden Sie alle Verlinkungen oder alle anderen Folgen, die relevant sind, auch in den Shownotes, also in den ergänzenden Kommentaren, beispielsweise auf der Webseite www.erp-podcast.de. Beispiel, ich habe mich länger unterhalten in Folge 25f mit dem Peter Zenke, dem ehemaligen Entwicklungsvorstand der SAP. Ich habe mich in Folge 31 unterhalten über, ja, eigentlich auch Brownfield, also Reverse Business Engineering, wie wird das System eigentlich tatsächlich genutzt. Ich habe mich in Folge 57 unterhalten über internationale SAP-Projekte, wie sind die Erfolge von solchen Großprojekten, wie kann man das erfolgreicher machen, wo sind vielleicht auch Fragestellungen, die nicht so gut laufen.
In Folge 54 ein Thema, was sicherlich sehr vielen Sorgen bereitet, das Thema indirekte Nutzung, also Lizenzierungsgebühren für außenstehende Nutzung, also indirekt über eine andere Software. In Folge 80 habe ich meinen Mitarbeiter, den Fabian Gwinner, der länger als SAP-Berater jetzt unterwegs war, interviewt zum Thema SAP-APO, also Advanced Planning and Optimization, auch eine schöne Funktionalität, die die SAP-Welt bietet, also viele, viele Informationshäppchen, die ich anbiete. Wir sprechen ja heute so ein bisschen über SAP-Beratung, ERP-Beratung.
Wir haben gerade gesprochen darüber, das sind dann durchaus ja schon sehr, sehr große Projekte. Jetzt sind Sie nicht ganz klein mit über 700 Mitarbeitern, auch als FIS, das heißt in gewisser Weise können Sie sicherlich auch skalieren, aber Dienstleistung, Beratung ist eben nur sehr begrenzt skalierbar. Wie geht man mit solchen großen Projekten, die da auf Sie auch immer wieder zukommen als System aus, tatsächlich oben in der Praxis? Der Kunde wird ja im Gespräch mit uns dann irgendwann mal äußern, welche Bereiche für ihn überhaupt relevant sind, was die Umstellung angeht.
Jetzt gehen wir davon aus, es ist ein Unternehmen, was eine alte Lösung im Einsatz hat und möchte eben in alle Unternehmensbereiche entsprechend SAP einsetzen. Nach so einer gewissen Voranalyse wird dann auch relativ schnell deutlich, was das für Fachbereiche alles sind, die hier betroffen sind und wir werden dann entsprechend mit Beratern das Ganze auch besetzen. Das bedeutet, so ein Projekt besitzt eine ganz normale Projektorganisation, wo entsprechende Berater, wo entsprechende Entwickler, wo auch vom Kunden natürlich entsprechende Mitarbeiter in der Projektorganisation vertreten sind und jeweils ihre eigenen Fachbereiche auch entsprechend vertreten und das Ganze auch umsetzen.
Das bedeutet ganz einfach, man hat eine gewisse Projektorganisation zur Verfügung und über die Zeit lässt sich natürlich dann so ein Projekt abbilden. Würde das natürlich unrealistisch sein, so ein Termin, den man vom Kunden genannt bekommt, wird hier uns das Chinesen-Prinzip, also ich stecke noch 100 Berater da rein, um es dann nochmal schneller fertig zu bekommen, natürlich nicht wirklich funktionieren. Also das Ganze muss natürlich auch entsprechend fundiert sein, die Planung, was Ressourcen, was die Themen, was die Aufwände angeht, die muss natürlich dazu passen und so lässt sich eigentlich ein Projekt relativ gut skalieren.
Entwicklungsseitig schaut es anders aus, also Vorgaben für Entwickler, es könnte sein, dass nur ein oder zwei Entwickler im Projekt sind, aber es könnten durchaus auch mal zehn Entwickler sein und damit lässt sich natürlich auch so eine Entwicklung skalieren. Bei der Beratung funktioniert das nur bedingt, dass man das Ganze nach oben skaliert. Vor allem auch in dem Hintergrund, wir bewegen uns in einem Mittelstand von den Kunden her, typischer Kunde hat zwischen 500 und 1500 Mitarbeiter und dort ist es so, dass die IT bzw.
der Fachbereich eigentlich zu 99,9% nicht ausschließlich für ein SAP-Projekt abgestellt wird, sondern es wird immer auf dem, ich nenne es mal Job-Sharing rauslaufen, dass man Teile seines Tagesgeschäftes weitermachen muss und sich parallel auch noch um SAP kümmern. Das wiederum bedeutet, auch der Kunde hat gewisse Limits, die er einhalten muss und das wiederum ist ein zeitliches Thema, sodass die nicht unendlich schnell werden können. Das ist jetzt genau mein Stichwort, nachdem ich auch die ganze Zeit schon fragen wurde, aus der Erfahrung von 20 Jahren Projekte, wie lange dauern solche Projekte tatsächlich? Also mir ist klar, die Geschäftsführung gerade im Mittelstand will sofort am besten vorgestern, spätestens aber in drei Monaten.
Was ist die realistische Dauer, ich sage mal Greenfield? Greenfield, gehen Sie mal davon aus, es sind mindestens 15 Monate, die Sie brauchen, weil das ist eher die untere Grenze, würde ich sagen, 15 Monate. Es würde, je nachdem wie der Kunde auch aufgestellt ist, wir haben auch sehr viele Kunden, die sehr hohe Anzahl an Filialen haben, teilweise 100, 200 Niederlassungen dann verteilt über mehrere Regionen und das wiederum macht es natürlich schwierig, so ein System einfach mit einem Big Bang umzustellen, also alles auf einmal, sondern da werden dann natürlich noch entsprechende Rollouts von Gebieten, von entsprechenden Organisationseinheiten folgen. Gehen wir mal davon aus, es ist ein normales Unternehmen, Big Bang, es ist überschaubar, was die zusätzlichen Anforderungen angeht, dann würde ich mal sagen, liegen sie bei 18 Monaten gar nicht so schlecht.
Aber das sind jetzt wirklich die optimalen Bedingungen, also Unternehmen hat schon Ahnung von IT, hat schon mal Prozesse konsolidiert, macht jetzt alles auf der grünen Wiese nochmal, Big Bang alles auf einmal, also das ist ja wirklich absolut ideal, oder? Ist aber durchaus realistisch, also das kürzeste Projekt, was ich in meiner Karriere jemals gemacht habe, da sind wir nach 13 Monaten live gegangen, waren Unternehmen mit 50 Niederlassungen verteilt über ganz Österreich, gut es war Österreich, aber das ist jetzt nicht weiter schlimm, die haben das dann auch relativ schnell verstanden gehabt alles. Und es war super effizient, wie wir das Ganze abgewickelt haben und nach ich sage jetzt mal 15 Monaten war da niemand mehr von der Firma, von uns vor Ort, sondern es lief alles eigenständig, also das geht auch. Natürlich gibt es auch Kunden, denen fällt dann sukzessive immer eine andere Niederlassung noch vor die Füße und sagt, oh da haben wir noch was entdeckt, da zieht sich so ein Projekt auch gut mal zwei oder drei Jahre hin.
Das ist jetzt direkt die nächste Frage, die sich anschließt, wenn Sie sagen, kürzeste Projektdauer, die ich jemals erlebt habe, längste Projektdauer, die Sie jemals erlebt haben. Ja, wie gesagt, ich habe es vorhin eingangs erwähnt, es gibt natürlich Unternehmen, die auch global aufgestellt sind. Ich habe ein Projekt lange Jahre begleitet als Projektmanager.
2012 haben wir begonnen ein internationales Template dort aufzusetzen. Mittlerweile sind von 34 Ländern 12 produktiv im System, also wir reden hier von sieben Jahren. Ich gehe mal davon aus, es wird noch einige Jahre laufen, es sind parallel vier Rollout-Teams am Arbeiten, die Land für Land in das System reinholen.
Aber das System an sich ist natürlich in der Lage, das wesentlich schneller durchzuführen, man darf aber die Menschen nicht vergessen und das ist das Hauptproblem. Die Unternehmen müssen ja in der Lage sein, innerhalb von kürzester Zeit mit dem System auch effizient zu arbeiten, das ist das Entscheidende. Da wird ein neues System, am Freitag schalten die ihr System ab und am Montag wird da ein neuer Bildschirm sein, ein ganz neues EDV-System.
Das wiederum muss man natürlich absolut berücksichtigen, dass man hier mit Menschen zusammenarbeiten muss, die man mitnehmen muss und die müssen es verstehen. Die müssen damit ihr tägliches Brot verdienen, die müssen dem Unternehmen weiterhelfen und das wiederum macht es erforderlich, dass solche Projekte auch viele Jahre dauern. Jetzt haben wir letzte Woche und heute über Menschen gesprochen, über Qualifikation, auch im Beratungskontext gesprochen.
Ein Punkt, den ich noch auf meiner To-Do- oder meiner Frageliste habe, ist natürlich das Thema Kosten. Also gerade im Mittelstand kennt man ja die berühmten EDA-Kosten, also Mitarbeiter sind ohnehin da. Warum soll ich mir überhaupt den teuren ERP-Berater ins Haus holen, warum ist der überhaupt so teuer? Sie meinen, dass man das nicht mal selber macht? Ja, also das ist ja naheliegend erstmal zu sagen, die IT-Abteilung macht das schon.
Also grundsätzlich ist es so, das habe ich bislang nie erlebt, dass es so ist, dass ein Unternehmen das eigenständig einführen konnte. Sie müssen sich schon vorstellen, es ist ein bisschen mehr, als man natürlich allein schon mal so ein SAP-System zu installieren, ist schon eine Herausforderung für viele. Dafür haben wir wie gesagt in der FIS-ASP 100 Spezialisten, die das machen und täglich tun.
Aber die Beratung an sich ist ja nicht nur die wesentlichen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, sondern das ist ja die Fähigkeit zu wissen, wenn ich einen Prozess steuern möchte, an welchem Schalter muss ich im SAP drehen und wie muss ich ihn drehen, nach links oder nach rechts, um überhaupt diese notwendige Eigenschaft am Geschäftsprozess zu bekommen. Ich würde es mal so sagen, bei uns die Berater, es dauert einige Jahre, bis so ein Mitarbeiter wirklich umfänglich diese Prozesse beraten kann und auch verstanden hat, wie ein SAP die Umsetzung zu erfolgen hat. Wenn das so einfach wäre, dass ein Mitarbeiter das mal nebenbei erlernt, dann hätten wir die ganze Zeit was falsch gemacht, um es mal einfach zu sagen.
Also es ist erforderlich, dass sie sich da entsprechende Beratung holen, weil sie können natürlich auch viel falsch machen. Und es nützt einem nichts, wenn man ein tolles ERP-System gekauft hat, das aber leider aufgrund der fehlerhaften Parametrisierung oder aufgrund der fehlerhaften Anwendung dann absolut praxisuntauglich wird und das muss man ja vermeiden. Und ich glaube, dann wären die Kosten noch wesentlich höher, als wenn man sich so einen ERP-Berater letztendlich gönnt.
Ich habe in den Folgen 6 und 7 auch einiges zu Kosten bei solchen Projekten, auch Beratungskosten bei solchen Projekten gesagt. Mich würde Ihre Einschätzung da auch nochmal interessieren. Wie viel kann ich tatsächlich selber machen? Wie viel muss ich durch externe Berater machen? Und wie rechtfertigt sich dann auch sicherlich der Unterschied zwischen einem internen Mitarbeiter, der in Vollkosten vielleicht 300, 400 Euro, maximal 500 Euro pro Tag kostet, mit den deutlich höheren Kosten, die ich natürlich für einen externen Mitarbeiter oder Berater in dem Falle habe? Also grundsätzlich ist unser Ansatz immer so ein Train-the-Trainer-Konzept.
Also in unseren Projekten ist unsere Philosophie, wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen, weil wir möchten gerne, dass der Kunde irgendwann in der Lage ist, sein System selber zu betreuen und auch entsprechende Hilfe leisten zu können, wenn irgendein Thema von einem Anwender entsprechend hochkommt. Also wir versuchen auch, die Kundenmitarbeiter auch aktiv in das ganze SAP-Thema einzubinden. Das ist schon mal der Grundansatz.
Des Weiteren ist es natürlich so, gerade was Entwicklungen angeht, viele Kunden beschäftigen mittlerweile auch, wie Sie es nennen, EDA-Kostenmitarbeiter, die auch programmieren können. Und ich meine, diese Programmiersprache ist jetzt nicht wesentlich anders als vielleicht bekannte Programmiersprachen. Und dort ist es dann schon durchaus üblich, dass man kleinere Erweiterungen dann auch im eigenen Hause durchführt und vielleicht nochmal das konzeptionell vorher mit einem Berater kurz abstimmt, ob das so richtig ist.
Das ist durchaus eine gängige Praxis, sodass Unternehmen auch durchaus in der Lage sind, ihre Systeme dann auch eigenständig zu erweitern. Aber die Grundinstallation werden sie dann häufig verwenden. Es sind ausschließlich dann auch von Beratungshäusern gemacht.
Gibt es da so eine Benchmark, dass man sagt, also im SAP-Bereich, ich kenne es aus anderen SAP-Bereichen, wo man sagt, so ungefähr zweieinhalb bis drei interne Manntage ergibt einen externen Manntag. Also das, was der Impuls von außen wieder reinbringt, damit die interne Mannschaft dann in dem Projekt weiterarbeiten kann. Kann man das für die SAP-Welt auch so ein bisschen unterstreichen? Oder ist es da ein ganz anderes Verhältnis? Ich würde es schon so ähnlich sehen, ja.
Also wir haben, denke ich mal, auch was die Beratung angeht, das ist auch in den Projekten so, auf einen Berater kommen gewöhnlich ein bis zwei, vielleicht auch drei interne Mitarbeiter. Das heißt, der Workshop wird durchgeführt und dort entstehen gewisse Aufgaben, sodass man zwei Leute mindestens beschäftigen kann, die damit beschäftigt sind, diese offenen Punkte auch zu lösen und entsprechende Informationen beizuschaffen. Also das ist durchaus normal und das, was Sie ansprechen, ob es wirklich der Faktor zwei ist oder drei, das weiß ich nicht.
Also es gibt natürlich durchaus auch gute Mitarbeiter, da sehe ich das fast eins zu eins. Also ich habe auf Kundenseite auch Projektteam-Mitglieder gehabt, die jahrelange Beratung gemacht haben. Da ist es dann logischerweise eins zu eins, dass sie genauso gut sind wie ein Berater.
Also auf jeden Fall sehr, sehr spannende Projekte und ich glaube, gerade wenn man aus der Universität oder Hochschule kommt, das darf ich als Professor jetzt mal sagen hier, ist es, glaube ich, eine Branche, diese Beratung. Mehr lernen kann man eigentlich nicht als junger Mensch, oder? Das ist korrekt. Also ich vergleiche es dann immer mit einem Schwamm.
Sie müssen alles aufsaugen, was Ihnen da über den Weg kommt. Und es ist sehr, sehr abwechslungsreich, ganz klar, weil nach dem Projekt ist vor dem Projekt und sie werden mit neuen Menschen zu tun haben, sie werden vielleicht neue Städte kennenlernen, wie gesagt, neue Länder, neue Kontinente, je nachdem, welches Projekt das ist. Das heißt, es ist absolut abwechslungsreich und das ist auch, muss ich persönlich sagen, das, was ich am meisten an der Projektarbeit geschätzt habe, ist diese abwechslungsreiche Tätigkeit und auch die Tätigkeit, dass man immer wieder mit neuen Menschen zu tun hat.
Das macht dann absolut Spaß und es wird nie eintönig. Ich würde gerne abschließend nochmal in unsere Blitzlichtrunde eintauchen und das Blitzlicht ein bisschen auf Sie abschließend noch einmal richten. Warum sind Sie beruflich überhaupt das geworden, was Sie heute sind? Also den Teil Kunststofftechnik in die SAP-Welt, den haben wir besprochen.
Aber es hätte ja auch sein können, dass Sie nach drei Jahren schreiend davonlaufen und sagen, ich will wieder in den Kunststoffbereich. Das hätte sein können. Das hätte sein können, ist leider nicht passiert oder ist vielleicht Gott sei Dank nicht passiert.
Also es ist ganz einfach der Spaß an dem Job, das, was ich gerade eben schon ein Stück weit erwähnt habe, der Spaß an Projekten, immer Neues kennenzulernen und natürlich die IT an sich selber, dieser Wandel, den man ja ständig begleiten muss. Das heißt, man bleibt nie stehen, was sein Wissen angeht, sondern entwickelt sich eigentlich permanent fort. Das ist eigentlich so das Wesentliche, was mich dann auch immer angetrieben hat.
Jetzt sind Sie Leiter der Consulting-Sparte. Gibt es da bestimmte Eigenschaften, die man in der Position besonders gut gebrauchen kann? Naja, es ist letztendlich wie im Berateralltag auch. Man muss mal gut zuhören können.
Man muss, wenn man später in so einem Projekt arbeitet, sei es als Projektmanager oder als Teilprojektleiter, auch eine gewisse Fähigkeit haben, Mitarbeiter zu führen, Mitarbeiter anzuleiten. Und das wiederum kommt einem zugute, wenn man dann hier in der Stelle als Leiter des Consulting sitzt und dann doch eine ordentliche Anzahl von Beratern hier in der Abteilung hat. Stichwort Weiterbildung, Weiterlernen, lebenslanges Lernen.
Wie bilden Sie sich weiter? Gibt es bestimmte Bücher, die Ihnen selber persönlich weiterhelfen? Also wie gesagt, grundsätzlich ist es natürlich so, man bekommt schon ganz viele Informationen allein schon über das Internet zur Verfügung gestellt, über diverse Workshops, die man dann begleiten kann. Gute Fachliteratur, wo unsere Kollegen auch häufig zurückgreifende sind, von Galileo Press irgendwelche Dokumentationen beziehungsweise Fachbücher über SAP, das auch, oder Subpress teilweise, die sind teilweise sehr tiefgreifend und man kann sich damit auch notwendiges Wissen aneignen. Aber prinzipiell die beste Möglichkeit ist immer, das natürlich im Projekt direkt einzusetzen und vielleicht parallel dazu noch eine Präsenzschulung zu besuchen.
Jetzt sind Sie über 20 Jahre sogar schon bei der FIS in verschiedenen Positionen, haben den Beratungsalltag in der Zeit miterlebt. Wie wird sich dieses Berufswelt, dieses Berufsumfeld in den nächsten zehn Jahren Ihrer Einschätzung nach verändern? Nun ja, also ich denke mal der Beruf oder die Stelle des Beraters, die wird ähnlich bleiben. Wir hatten ja jetzt durchaus schon öfter diese Themen angesprochen.
Stichwort SAP bringt mit S4HNA eine neue Suite raus. Das heißt, da werden Veränderungen sein. Man muss natürlich die Komplexität entsprechend auch berücksichtigen in diesen Systemen mittlerweile.
Die Kundenansprüche werden definitiv auch wachsen durch diese neuen Prozesse, die allein schon die Digitalisierung mit sich bringt. Wo wir damit auf jeden Fall schon aktuell kämpfen, ist entsprechender Fachkräftemangel. Also wir suchen händeringend Berater.
Ich hatte es ja im Eingangspodcast schon mal gesagt, dass wir ein entsprechendes Ausbildungsprogramm aufgesetzt haben, um allein diesem Mangel an Fachkräften etwas vorzubeugen und natürlich auch die intensive Zusammenarbeit mit Ihrer Hochschule, dass wir darüber auch entsprechende Bewerber bekommen können und Interessenten natürlich für uns gewinnen können. Das sehe ich in den nächsten Jahren als die Herausforderung, entsprechende Ressourcen zu generieren, die diese Tätigkeit dann auch gerne ausüben möchten. Wenn Sie sich jetzt ERP so als Ganzes vorstellen, dazu gehört natürlich auch die SAP, aber ja auch viele, viele andere, eine Herausforderung sicherlich der Nachwuchs, entsprechendes Personal sowohl auf der technischen als auch auf der betriebswirtschaftlichen Ebene zu haben.
Aber sehen Sie vielleicht auch noch ganz andere Herausforderungen, die ERP heute beziehungsweise zukünftig ganz besonders treibt? Ja, wie gesagt, die Anbindung von verschiedensten Diensten, die mittlerweile ja state of the art sind. Es ist in jedermanns Munde, diese sogenannten Cloud-Dienste zu nutzen. Das sehe ich schon als wesentlichen Aspekt an.
Auch die SAP sieht es als einen der wesentlichen Aspekte an und versucht immer mehr dieser Dienste dann auch in die Cloud reinzubringen. Aber ansonsten, ja, künstliche Intelligenz wird ein wesentliches Thema sein für die nächsten Jahre. Wie künstliche Intelligenz meine Unternehmensprozesse steuern oder auch korrigieren kann und die Mitarbeiter somit auch entlastet werden.
Also das sehe ich schon als einige neue spannende Themen, mit denen wir uns aktuell natürlich auch schon beschäftigen. Ja, ich glaube, es bleibt spannend. Ich werde es mit dem Podcast auf jeden Fall hier auch weiter verfolgen, auch das Thema künstliche Intelligenz.
Herr Hartlieb, ich darf mich ganz, ganz herzlich bei Ihnen bedanken für diesen spannenden Einblick in die ERP- beziehungsweise SAP-Beratung. Und wie immer, die letzten Worte sind natürlich die meines Studiogastes. Ich bin an dieser Stelle aus der Sendung heraus.
Herzlichen Dank Ihnen. Ihre letzten Worte. Ja, Herr Professor Winkelmann, erst mal recht herzlichen Dank für die Möglichkeit, dass wir uns hier mal austauschen konnten.
Ich hoffe, Sie haben die Möglichkeit auch ein bisschen bekommen, diesen Beraterberuf mal so als solches zu erkennen. Und wie gesagt, wir sind immer auf der Suche nach jungen dynamischen Nachwuchskräften und freuen uns natürlich immer wieder, junge dynamische Mitarbeiter bei uns im Unternehmen begrüßen zu dürfen. Herzlichen Dank.
Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen im Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen.
Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.