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#109a - Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung - ein Interview mit Tim Bennemann, Senior Business Consultant bei Cosmo Consult International GmbH
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Welche Arten von Digitalisierung existieren in den Unternehmen, wie kann ich mich selbst einschätzen und Potenziale entdecken? Darüber unterhalte ich mich mit dem Business Consultant Tim Bennemann von Cosmo Consult.

Viel Vergnügen!

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast Folge 109 Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung Ein Interview mit Tim Bennemann, Senior Business Consultant bei Cosmo Consult International Welche Arten von Digitalisierung existieren in den Unternehmen? Und wie kann ich mich selbst einschätzen und Potenzial entdecken? Darüber unterhalte ich mich mit dem Business Consultant Tim Bennemann von Cosmo Consult. Viel Vergnügen! Herzlich Willkommen zum ERP-Podcast. Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen.

Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet. Mein Name ist Axel Winkelmann.

Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich Willkommen zurück zum ERP-Podcast. Herzlich Willkommen hier auf Ihren Ohren, in Ihren Ohren.

Ich freue mich, dass ich heute wieder nicht ganz allein bin, sondern ich habe mir wieder einen Studiogast eingeladen. Ich möchte ein bisschen reden über, ja, wir haben uns im Vorgespräch schon unterhalten, wie wir die Folge nennen. Ich glaube, das Wichtige, was wir heute ein bisschen rauskitzeln wollen, sind Erfolgsfaktoren.

Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung. Wie schätze ich eigentlich ein, wo ich stehe, was brauche ich eigentlich, wie kann ich weitermachen, wohin geht die Reise? Das möchte ich heute ein bisschen beleuchten und ich habe heute einen Telefonanruf getätigt in die Beraterszene. Ich freue mich, dass heute Tim Bennemann von der Cosmo Consult International Zeit gefunden hat und Lust gefunden hat, mit mir über das Thema zu reden.

Er selber ist Senior Business Consultant bei Cosmo Consult, der so ein bisschen den Beratermarkt verfolgt. Cosmo Consult ist ein Unternehmen auf Basis von Microsoft Dynamics. NAV hätte ich jetzt beinahe gesagt.

NaVision heißt natürlich nicht mehr so, sie werden uns das gleich alles erklären. Aber auf dieser Schiene ein Unternehmen, was sehr erfolgreich am Markt ist, sehr viele tolle, auch internationale mittlerweile Projekte durchgeführt hat. Wir werden ein bisschen darüber sprechen.

Wir werden aber vor allen Dingen über Digitalisierung sprechen. Ganz, ganz herzlich willkommen bei uns im ERP-Podcast. Herzlich willkommen auf den Ohren unserer Zuhörer Tim Bennemann.

Schön, dass Sie da sind. Hallo, vielen Dank für die Einladung. So, jetzt muss ich mich zunächst mal entschuldigen.

Ich klinge ein bisschen nasal. Ich muss die Folgen ja immer so ein bisschen vor der Ausstrahlung aufnehmen. Mich hat es gerade voll erwischt.

Meine kleinen Kinder haben freudestrahlend etwas mit nach Hause gebracht, was ich jetzt ausbaden darf sozusagen. Ich hoffe, dass mir die Stimme nicht zwischendurch wegbricht. Aber es kommt ja auch mehr auf Sie an als auf mich.

Insofern gehen wir direkt in Medias Res. Herr Bennemann, wer ist der Mensch Tim Bennemann? Ja, ich bin noch 29 Jahre jung und komme aus der Fußballhauptstadt Dortmund und bin vom Bildungsweg her Wirtschaftsinformatiker, ähnlich wie Sie. Wie Sie richtig schon sagten, bin ich Senior Business Consultant bei der Cosmo Consult International.

Die Cosmo Consult International ist eben eine Tochter der Cosmo Consult an sich. Das heißt, wir reden eigentlich immer nur von der Cosmo Consult. Und dort beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit diesen Themen der Entwicklung von digitalen Strategien, der Weiterentwicklung von Unternehmenskulturen, Change Management und mache ab und an auch immer so ein paar klassische ERP-Projekte an der Stelle.

Also, ich habe so parallel jetzt gerade mal Ihr Xing-Profil aufgerufen und schaue mir so Ihre Stationen an. Sie sind ja, das ist jetzt nicht abwertend gesagt, weil das sage ich auch über mich selber immer wieder, Sie sind ja sozusagen ein bunter Hund mit Wirtschaftsinformatik in Dortmund begonnen. Sie sind dann in England gewesen.

Genau. Sie haben verschiedene Stationen, waren unter anderem bei Kuma Vision, sind seit einiger Zeit bei Cosmo Consult. Ist das als Berater der klassische Weg, dass man möglichst viel sieht, um möglichst wertvoll für die Kunden auch zu werden? Ich glaube, dass man als Berater von Hause aus schon sehr viel auch sieht, weil gerade in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, im Mittelstand, macht man ja sehr viele Projekte.

Und hat dadurch schon alleine die Möglichkeit dann eben auch sehr viel zu sehen. Jetzt sind Sie bei Cosmo Consult gelandet. Cosmo ist eine Firmengruppe, ursprünglich mal in Deutschland, mittlerweile in ganz Europa beinahe schon tätig.

Können Sie ein bisschen das Aufgabenprofil beschreiben, was die Firma macht, vielleicht auch was Sie in der Firma machen? Genau. Die Cosmo Consult gibt es seit 1996 und hatte dann ja schon relativ bewegtes Leben, dass sie zwischenzeitlich mal in anderen Händen war, dann durch ein Management-Buyout wieder selbstständig wurde und hat dann auch irgendwann Teile der ehemaligen Mutter dann selber aufgekauft und ist seitdem stark wachsend. Wir selber sind mittlerweile nicht mehr nur in Europa unterwegs, sondern haben 42 Standorte in Europa und auch in Lateinamerika, sodass wir da mit gut 1200 Mitarbeitern dann Projekte machen.

Was heißt Projekte bei Ihnen? Sie kommen ja aus einer Welt, wo Sie, ich glaube initial, was heißt ich glaube, ich weiß es, ich bin ja ganz in der Nähe der ehemaligen Keimstätte sozusagen akademisch groß geworden in Münster. Ich hatte auch damals mit dem Unternehmen zu tun. Also Sie sind sehr stark kommend aus der ERP-Beratung.

Wie sieht das heute aus? Welchen Stellenwert hat das noch für die Cosmo? Was machen Sie darüber hinaus? Ja, unser primärer Produktpartner ist ja an der Stelle Microsoft. Das hatten Sie ja schon richtig gesagt. Wir haben ja einen Schwerpunkt in dem Bereich ERP.

Das ist dann das NAV, ehemalige Navision und der Bereich AX für die Großkunden an der Stelle dann eben auch. Plus natürlich Sachen wie BI zur Datenanalyse oder Customer Relationship Management, CRM-Systeme, Dynamics 365, wie es heute heißt. Das ist so ein bisschen die Basis, wo wir herkommen.

Das heißt, Sie beraten Kunden, die derartige Produkte einsetzen wollen, aber Sie entwickeln wahrscheinlich auch eigene Lösungen auf Basis der Produkte, oder? Genau. Wir haben diverse Branchenlösungen im Einsatz, weitere Module, die man dann eben zu den verschiedensten ERP, BI, CRM-Systemen dann einfach integrieren kann, dazukaufen kann. Und die führen wir dann eben bei unseren Kunden ein.

Und innerhalb der letzten Jahre, durch die neuen Technologien, Trends, die dort hochgekommen sind, haben wir mittlerweile auch eigene Einheiten und eigene Teams, die sich mit diesen Bereichen Internet of Things beschäftigen, dass wir eben selber Sensoren bereitstellen für zum Beispiel Chemiewerke. Wir haben eben auch Einheiten, die sich mit Themen wie künstlicher Intelligenz und dem Bereich Machine Learning beschäftigen, dass wir eben diese Funktionalitäten auf ERP-Systeme draufsetzen, um beispielsweise dann den richtigen Mindestbestand ausrechnen zu können auf Basis von Vergangenheitswerten plus eventueller Zukunftsprognosen dann eben dazu. Und eben natürlich auch Sachen wie Data Science, dass wir eben Prozessoptimierung auf Basis von mathematischen Modellen durchführen.

Themen wie Cloud sind natürlich auch bei uns dann auf der Tagesordnung daneben. Das heißt, Sie haben ein ganzes Portfolio von Bereichen, die weit über das hinausgehen, was typisch ERP eigentlich ist. Das heißt, Sie sind eigentlich gar kein klassisches Systemhaus mehr.

Sie selber bezeichnen sich auch als Business Consultant. Ja, was ist das mehr als die Software einzuführen? Wir selber haben, wollen oder fahren den Ansatz und möchten gerne eine End-to-End-Beratung für den Kunden sein, dass wir eben nicht nur technologisch den Kunden unterstützen und durch die Digitalisierung, durch die digitale Transformation begleiten, sondern dann eben auch tiefer gehend dann eben unterstützen wollen. Das heißt eben für uns, dass wir erkannt haben, dass heutzutage ja letztendlich mit jedem Technologiewandel man ja deutlich agiler sein muss, dass die Menschen viel flexibler sein müssen, dass sie auch immer wieder neue Sachen kennenlernen, mit denen sie dann eben auch arbeiten müssen an der Stelle.

Und das bedeutet am Ende ja, dass es ja einen Kulturwandel für die ganze Organisation darstellt, aber auch dann eben für die einzelnen Mitarbeiter. Und wir wollen eben den Kunden an der Stelle dann helfen, dass es für sie auch zum Selbstverständnis wird letztendlich, dass sie die Mitarbeiter dann eben auch den Wandel vernünftig mitnehmen wollen. Jetzt haben wir über den Kunden gesprochen.

Der Kunde ist so eine graue, anonyme Masse, so eine homogene Masse. Gibt es den Kunden überhaupt oder, ich sag mal, ich hatte neulich eine Veranstaltung mit Handwerkern, da sieht Digitalisierung sicherlich ganz, ganz anders aus, auch vom Wissenstand her, als über das, was Sie eben gesprochen haben, der Einsatz von Predictive Data Science, von künstlicher Intelligenz, von Sensorik an den Maschinen. Gibt es für Sie durchaus Unterschiede in der Digitalisierung? Wenn ja, was für Typen von Digitalisierung existieren aus Ihrer Sicht? Ja, wir haben das ein bisschen vereinfacht dargestellt, haben wir an der Stelle drei verschiedene Typen, die wir ausgemacht haben, die Unternehmen die Digitalisierung sehen.

Unser erster Typ, der geht so ein bisschen in die Richtung, der möchte analoge Prozesse digitalisieren. Für den ist dann Digitalisierung vielleicht einfach schon, dass er im Lager einen Scanner einsetzt oder dass er seine Akten, Mappen mit E-Mails und Angeboten eben nicht mehr von Tisch zu Tisch trägt, sondern vielleicht ein Dokumentmanagementsystem irgendwo im Einsatz hat und darüber dann eben diese Prozesse steuert. Der zweite Typen, den wir ausgemacht haben, der geht eher in Richtung digitale Geschäftsoptimierung, der möchte den Kunden neuen Mehrwert bieten, also der verkauft dann vielleicht nicht nur ein Produkt, sondern er bietet dem Kunden eben auch noch einen weiteren Service dazu an und das dann eben auf Basis von Konnektoren, die vielleicht an den Produkten dran sind, wo dann eben Daten übertragen werden.

Und da ist dann so ein Beispiel eben, was Sie gerade auch ansprachen, dieses Thema Predictive Maintenance, dass der Endkunde quasi gar nicht mehr anrufen muss, wenn sein Produkt kaputt ist, sondern das Unternehmen, der Hersteller, das quasi von alleine erkennt und dann proaktiv dann schon reagiert und da ist, bevor das Produkt auch wirklich kaputt ist. Und die dritte Stufe, die wir ausgemacht haben, wie man Digitalisierung verstehen kann oder wie Unternehmen, Menschen die digitale Digitalisierung, die digitale Transformation verstehen, das geht dann so weit, dass es sich da wirklich dann um einen Bereich vom Redesign oder die Erweiterung, die Änderung der aktuellen Geschäftsmodelle, dass sie sich wirklich dann darum kümmern, heißt, dass die Unternehmen dann weniger ein Produktanbieter sind, sondern vielleicht eher ein Serviceanbieter sind. Ein Beispiel dafür kann vielleicht dann eben sein Rolls-Royce.

Die kennen wir alle als Hersteller von sehr, sehr teuren Autos, aber die stellen ja auch Turbinen für Flugzeuge her und die haben ihr Geschäftsmodell im Rahmen der Digitalisierung so verändert, dass sie eben nicht mehr Turbinen verkaufen, sondern Schubstunden. Heißt, sie stellen der Fluggesellschaft, dem Flugzeughersteller, die Turbine zur Verfügung. Da ist ein Sensor dran und darüber rechnen sie quasi die Stunde ab, die die Turbine läuft und können dadurch dem Kunden dann eben auch noch einen weiteren Mehrwert bieten, dass sie an der Stelle dann auch wieder proaktiv erkennen, zum Beispiel im Rahmen von Predictive Maintenance, wenn eben eine solche Turbine kaputt ist oder kaputt geht, dass sie dann eben direkt hinfahren können und diese Turbine reparieren können.

Und das hat eben den Vorteil, dass die Kunden dadurch dann eben auch, also die Unternehmen mit dem neuen Geschäftsmodell, an der Stelle dann eben auch einen gesicherten Cashflow haben, weil sie ja dann regelmäßig Umsätze erwarten können. Das finde ich ganz spannend, dass Sie als Beratung quasi eine Abstraktion bieten, eine Struktur bieten, die man normalerweise von einer Universität erwarten würde. Sie sprechen ähnlich, wie ich auch spreche oder wie ich es auch denke.

Jetzt ist natürlich die Frage, Sie haben drei unterschiedliche, wenn man so will, auch Reife gerade angesprochen, was ich im Bereich der Digitalisierung machen kann. Kann ich als Lieschen Müller GmbH direkt von manuell hin in diese dritte Stufe springen? Ist das möglich oder ist das etwas, was in Übergänge geht und wenn ja, wie erkenne ich eigentlich, was ich machen sollte? Diesen dritten Typen, den ich da angesprochen habe, das muss nicht zwingend sein, dass man sich so peu à peu entwickelt. Ich glaube auch, dass es Leute gibt, die vielleicht auch schon ganz anders denken, die direkt auf diesem dritten Typen dann eben sind, die vielleicht wirklich das Ziel haben, die Welt ein bisschen zu verbessern, zu verändern wollen.

Die steigen vielleicht dann direkt auf diesen dritten Typen letztendlich ein, die sagen, wir machen jetzt einfach alles anders. Wir wollen die Welt verbessern, wir wollen den Status quo einfach verändern, weil das vielleicht auch nicht mehr zukunftsführend ist. Wie wir jetzt rauskriegen, was wir da zu tun haben, das bieten wir zum Beispiel so an, dass wir ein Digi-Check, ein Cosmo-Consult-Framework entwickelt haben, wo wir sagen, um die richtige Strategie durch die Digitalisierung zu finden und sich halt eben erfolgreich dann auch zu transformieren, da muss man sich eben die Bereiche der Technologie angucken.

Man braucht den Bereich der, wir nennen es immer Strategie, da geht es ein bisschen darum, wo möchte ich mit meinem Unternehmen hin? Habe ich eine passende Vision für die digitale Transformation? Habe ich eine neue Roadmap entwickelt? Muss ich vielleicht mein Geschäftsmodell anpassen? Sodass wir halt letztendlich dort rüber dann den Menschen quasi eine Art neues Denken oder den Firmen neues Denken beibringen wollen. Und als dritte Stufe, was wir auch als sehr wichtig erachten, ist der Bereich Mensch und Kultur. Dass wenn wir uns wandeln und uns transformieren wollen in Richtung dieser Service-Unternehmen, die Services anbieten, vielleicht auch schneller reagieren können, kreativer, innovativer arbeiten müssen, für den Bereich ist eben auch die Unternehmenskultur sehr wichtig.

Das Thema Change Management sehr wichtig, dass wir halt die Mitarbeiter mitnehmen, dass wir die Mitarbeiter auch weiterentwickeln können, dass sie eben selber auch die Glaubenssätze, das Mindset eben mit an den Tag legen, was es eben braucht, um halt dann eben auch dieser dritte Typ letztendlich dann eben auch zu sein und dann eben auch so am Markt im Unternehmen erfolgreich zu sein in der Digitalisierung. Und genau dieses Framework, wie wir das nennen, was ich jetzt beschrieben habe, das haben wir sogar bei uns selber angewendet und haben, haben und weiterentwickeln uns selber auch mithilfe dessen weiter. Da kann ich später nochmal ein, zwei Beispiele zu geben.

Das klingt jetzt so, als wenn Sie in ein mittelständisches Unternehmen gehen, 100-Mann-Tage veranschlagen und ganz viele Workshops mit den Kunden machen. Oder wie kann ich mir so ein Framework, so einen Digi-Check vorstellen? Das, was Sie beschreiben, ist ja der Ansatz von den ganz großen Strategieberatungen, die zu den Konzernen gehen. Wir selber sind ja eine Mittelstandsberatung.

Wir sind selber Mittelstand, manchmal auch ein bisschen hemsähnlich unterwegs auch noch und wir wollen gar nicht 100-Mann-Tage verkaufen und am Ende kommt eine PowerPoint-Präsentation raus, der Kunde ist alleingelassen und kann dann selber gucken, wie er damit durchkommt. Wir machen das eben in diesen drei einzelnen Digi-Checks, die ich gerade erwähnt habe und die einfachste Variante, wo der Kunde selber schauen kann, wo er sich optimieren kann im Zuge der Digitalisierung, ist dieser bei uns sogenannte Digi-Check-Technology. Was ist das genau? Der Digi-Check-Technology, das ist ein Online-Fragebogen, wo das Unternehmen, der Mitarbeiter, der diesen Fragebogen ausfüllt, sich selber einschätzen kann.

Dahinter steckt ein Tool, was von mehreren Unternehmen, unter anderem eben auch von uns, angeboten wird und wo man dann so eine Art Self-Assessment machen kann und sich dann eben auch mit anderen Unternehmen an der Stelle vergleichen kann, wie gut oder schlecht man dann eben auch zu seinen Wettbewerbern dasteht. Und mit jeder Ausführung von diesem Test wächst quasi die Datenbank auf und man bekommt halt genaueren Input an der Stelle. Also ich weiß jetzt mehr, als ich durch meine Fragen zu erkennen gebe, aber natürlich stellt sich jetzt die Frage, es gibt ja verschiedenste kleinere, ich nenne es mal Assessment-Tests im Internet, wie gut bist du für die Digitalisierung aufgestellt und dann muss man da fünf Fragen beantworten und dann kommt am Ende 17 als Antwort raus oder 42 oder so.

Und man steht da eigentlich relativ alleingelassen. Wie inhaltlich, umfangreich ist das, was der Kunde bereits alleine schon erfassen kann über seinen Status Quo, über seine Potenziale auch im Bereich der Digitalisierung? Also ein paar mehr als fünf Fragen sind da schon. Wir beleuchten dabei sämtliche unternehmensrelevanten Prozesse.

Das heißt, wir gucken uns, wenn wir zum Beispiel bei einem Fertigungsunternehmen sind, gucken wir uns den Bereich zum Einkauf an, die Prozesse im Lager an, im Verkauf an, im Personalwesen an, in der Finanzbuchhaltung, in der Produktion. Wenn wir vielleicht ein Unternehmen, der einen Test bei uns macht, der ein Projektdienstleister ist, dann gucken wir uns vielleicht an der Stelle auch das Projektgeschäft an. Und der Kunde oder die Person, die diesen Test durchführt, muss dann eben diverse Fragen zu den Prozessen beantworten in Bezug auf die Relevanz für das Unternehmen.

Wie wichtig ist der Prozess für Sie als Organisation? Muss Fragen dazu beantworten, wie der Prozess umgesetzt ist und wie digitalisiert auch der Prozess an der Stelle dann eben auch schon ist. Das klingt jetzt allerdings kompliziert. Nein, ist es tatsächlich nicht.

Die Fragen sind vorgegeben und man als Person, die den Test ausführt, die beurteilt dann einfach von der Ebene von 1 bis 5, wie zutreffend das an der Stelle dann eben ist, auf einen selber. Können wir mal so ein Beispiel machen, dass wir einfach mal für einen bestimmten Bereich des Unternehmens so ein bisschen ein Gefühl dafür kriegen, was wird dort gefragt. Wir werden das Tool auch in die Shownotes packen.

Vielleicht können Sie auch nochmal die URL sagen, wo man da mehr Informationen auch zu bekommt. Finden wird man das, wenn man in den bekannten Suchmaschinen zum Beispiel nach Cosmo Consult und DigiCheck sucht. Dann ist dann gleich schon die erste Seite ein Treffer, wo man diesen Test machen kann.

Eine Beispielfrage kann zum Beispiel sein, dass man sich dann um die Debitorenbuchhaltung kümmert. Dann muss man halt beurteilen, ist der Prozess für mich als Firma relevant oder nicht. Ist der Prozess, so wie er umgesetzt wird, schon digitalisiert? Ist er dann eben im ERP-System umgesetzt? Das ist dann die nächste Frage.

So wird man dann halt durch die Fragen geführt. Das macht man dann in den nächsten Bereichen auch, dass man sagt, die nächste Frage ist dann vielleicht, habe ich eine automatische Dokumentenverarbeitung für die Eingangsrechnungen zum Beispiel? Wie aufwendig ist das und was kriege ich als Ergebnis, sodass ich damit nicht nur lächelnd sagen kann, siehst du, ich bin digital oder nicht digital, sondern dass ich wirklich einen Mehrwert habe und damit auch ein Stück weiter komme eigentlich? Das ist schon ein Test, wo man zwei Stunden vielleicht schon Zeit ein für ein planen muss. Man betrachtet eben nicht nur fünf Fragen und kriegt eine Zahl raus, sondern beleuchtet an der Stelle tatsächlich alle Geschäftsbereiche, die es eben in einem Unternehmen gibt oder geben kann.

Dadurch dauert das natürlich halt eben einen Moment länger, als wenn man diese einfachen Tests macht. Okay. Und als Ergebnis? Genau.

Als Ergebnis bekommt man eine ungefähr 30-seitige Auswertung. Das ist ein Dokument, wo man dann eben schauen kann, wie denn die eigene Selbsteinschätzung dann war zu den eigenen Punkten. Das heißt, man bekommt dann eine Rückmeldung zu seinen Prozessen, zu seinen Unternehmensbereichen.

Wie digitalisiert sind denn die Prozesse schon? Wie hoch ist denn überhaupt mein digitaler Reifegrad in dem Bereich? Wie wichtig ist der Bereich denn auch für meinen Unternehmenserfolg? Das Ganze kann man sich dann eben auch nochmal im Detail ansehen pro Geschäftsbereich. Das heißt, man könnte dieses Dokument dann sogar in die einzelnen Unternehmensbereiche weitergeben, sofern man das nicht sogar mit denen dann ausgefüllt hat, sodass man eben daraus dann seine Schlüsse ziehen kann. Und das Interessanteste an der Sache ist eigentlich, man bekommt eben auch einen Überblick im Vergleich zur Branche.

Das heißt, wie digital bin ich in meinen Prozessen schon und wie digital sind denn meine Wettbewerber dann eben auch. Um da dann erkennen zu können, muss ich vielleicht aufholen oder kann ich vielleicht durch weitere Optimierungen oder Veränderungen meinen Vorsprung weiter ausbauen, sodass man dann eben letztendlich auch eine Schwachstellenanalyse einfach dazu bekommt an der Stelle. Okay.

Und wie geht es von da an dann weiter? Also bis dahin ist alles kostenlos, alles unverbindlich, alles frei verfügbar im Internet. Das, was ich mitbringen muss, ist die Zeit. Ich kriege eine Auswertung.

Habe ich verstanden. So, jetzt habe ich diese Auswertung. Was mache ich damit? Entweder selber dann daran arbeiten oder wenn sie dann zum Beispiel auf uns zukommen würden, dann würden wir an einem Ein-Tages-Workshop quasi diesen Test nochmal genauer betrachten.

Das heißt, wir gucken uns dann einfach im Detail nochmal die aktuellen Prozesse an, gucken uns die Soll-Prozesse an der Stellung und geben dann eben auch schon Vorschläge mit, mit welchen Technologien man diese einzelnen Prozesse, die einzelnen Bereiche dann eben weiter digitalisieren kann. Sodass wir dann eben am Ende ja auch eine Roadmap gemeinsam erstellen können, die der Kunde dann vielleicht mit uns, vielleicht mit wem anders dann auch abarbeiten kann. Jetzt bleiben wir ja nicht dabei stehen, sondern das ist ja ganz viel strategische Arbeit, die jetzt eigentlich erledigt wird.

Ist das auch etwas, was Sie an der Stelle mitmachen? Genau. Dieser Digi-Check-Technology, der guckt sich ganz stark eben die technologische Seite an. Er ist vielleicht wirklich ein gutes Einsteiger, ein Einsteiger-Workshop, ein Einsteigerprogramm, wo man sagt, ich möchte mich jetzt nur technologisch optimieren und verbessern.

Wenn man dann eben, was Sie gerade sagten, das Thema Unternehmensstrategie, Strategie durch die Digitalisierung damit angucken möchte, vielleicht auch wirklich sein eigenes Geschäftsmodell optimieren möchte, verändern möchte, neu ausrichten möchte, dann bieten wir eben ein zweites Tool an, ein zweites Format an, den sogenannten Digi-Check-Strategy oder Digi-Check-Strategie. Und der begutachtet an der Stelle dann eben wirklich nicht nur die Technologie, sondern eben acht weitere Dimensionen an der Stelle, wo wir dann eben tiefergehende Interviews dann eben auch führen. Das heißt eben, wir unterhalten uns an der Stelle dann auf Management-Ebene mit Geschäftsführern, mit IT-Leitern, vielleicht auch mit Produktionsleitern, mit Chef-Controllern, mit Vertriebsleitern über Punkte wie die Produkte, über die Kernprozesse, über Bereiche wie kooperieren wir mit anderen Partnern, wie ist denn unsere Organisationsstruktur aufgebaut, wie sieht die Unternehmensstrategie für die Zukunft aus, gibt es Innovationen bei uns im Haus, etc.

Und dadurch, dass wir eben dann diese neuen Dimensionen betrachten, kriegen wir einen ganz anderen Einblick. Das heißt, wir haben da jetzt dann eher die Möglichkeit, diese Digitalisierung und die Transformation ganzheitlich anzugehen an der Stelle. Okay, ich denke jetzt geht es viel so auch in den Bereich rein, auf welcher Stufe steht ein Unternehmen in seiner Entwicklung, also das, was wir in dem akademischen Umfeld auch als Reife gerade bezeichnen.

Ich würde gerne in diese ganze Diskussion mit Ihnen jetzt mal tiefer einsteigen, ich würde auch gerne mal in einzelne Branchen reingucken, vielleicht so ein bisschen hören, wie auch Ihre Erfahrungen aus anderen Branchen sind an der Stelle. Ich schaue nur gerade auf unsere Uhr und die magische halbe Stunde ist schon wieder leicht überschritten. Wenn es für Sie okay ist, Herr Bennemann, dann würde ich gerne mit Ihnen in der nächsten Woche genau dort anknüpfen und für diese Woche die Podcast-Folge erstmal abschließen.

Sehr gerne, das können wir machen. Dann freue ich mich, herzlichen Dank und wir hören uns in der nächsten Woche zu dem Thema weiter. Vielen Dank, bis nächste Woche.

Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de. Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, auseinandersetzen wollen.

Mein Name ist Axel Winkelmann, ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

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