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#110a - Quereinstieg in die ERP-Beratung - ein Interview mit Julian Wendelken von der CVS Ingenieurgesellschaft mbH Alphaplan ERP
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Dies ist eine Folge für alle, die sich fragen, wie Weiterbildung auch innerhalb eines ERP-Haus funktioniert und ob der Beruf des ERP-Consultants vielleicht auch für Sie selbst ein toller Beruf sein kann.

Viel Vergnügen!

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Wenn Ihnen unsere Folgen gefallen, dann freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Ihrer Wunschplattform, damit auch andere auf diesen Podcast aufmerksam werden und wir das Angebot weiter verbessern können. Zeitaufwand: 1-2 Minuten. 

In diesem Sinne: keep connected. 

Herzlichst
Ihr
Axel Winkelmann 

Transcript:

ERP-Podcast, Folge 110. Quereinstieg in die ERP-Beratung. Ein Interview mit Julian Wendelken von der CVS-Ingenieurgesellschaft MWH Alphaplan ERP.

Dies ist eine Folge für alle, die sich fragen, wie Weiterbildung auch innerhalb eines ERP-Hauses funktioniert und ob der Beruf des ERP-Konsultants vielleicht auch für sich selbst ein toller Beruf sein kann. Viel Vergnügen. Herzlich willkommen zum ERP-Podcast.

Dem Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen auseinandersetzen wollen. Mit diesem Podcast möchte ich Sie mit eigenen Gedanken und Interviews bei der Gestaltung moderner IT-Konzepte nebenbei, also zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren, begleiten. Damit möchte ich Ihnen in dieser von technologischen Veränderungen geprägten Zeit Informationen anbieten, die sich in Zeitschriften, Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln in dieser Form nicht darlegen lassen und für die sich im hektischen Alltag ohnehin nicht die Zeit findet.

Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg. Herzlich willkommen zurück zum ERP-Podcast.

Herzlich willkommen in eine neue ERP-Podcast-Runde. Es ist wieder Mittwochmorgen und ich bin nicht ganz allein im Studio, sondern ich habe mir wieder einen Studiogast eingeladen. Sie wissen ja, ich suche mir immer spannende Themen und ein spannendes Thema für alle ERP-Häuser und damit auch für alle Anwendungsunternehmen ist natürlich immer die ausreichende Anzahl an Mitarbeitern, auch für die Projekte und für alles, was hinter den Projekten steht, zu haben.

Und deswegen freue ich mich ganz besonders, dass ich jetzt mal jemand in der Leitung beziehungsweise am Mikrofon habe, der noch nicht ganz so lange in der ERP-Branche ist, der sozusagen Quereinsteiger ist und genau darüber möchte ich mal ein bisschen sprechen. Wie kommt man eigentlich als Quereinsteiger in den ERP-Bereich? Wie bereitet ein ERP-Unternehmen darauf vor? Ich freue mich, dass wir Julian Wendekln heute bei uns im Podcast haben. Er ist von CVS Ingenieursgesellschaft, das System Alphaplan ERP und wir werden sicherlich auch darüber ein bisschen sprechen.

Herzlich willkommen hier im Podcast. Herzlich willkommen, Julian Wendekln. Ja, einen schönen guten Morgen, Herr Prof. Dr. Axel Winkelmann.

Ich freue mich wahnsinnig, dass ich hier sein darf. Ich bin gespannt, was unser Gespräch ergibt und freue mich sehr darauf. Ja, perfekt.

Es ist immer ganz lustig, wie ich auf meine Studiogäste komme. Manchmal ergibt sich das ganz spontan, manchmal habe ich aber auch schon ganz lange den Gedanken über Quereinsteigertum, über wie kommt man als Rookie, also als sozusagen neues Gesicht auch natürlich in das Wissen eines ERP-Hauses, eines ERP-Systems auch hinein. Das schwirrt schon ganz lange durch den Kopf und sie haben mich dann irgendwann angeschrieben, weil sie gesagt haben, Mensch, ich höre gerade auch den Podcast, auch der bereitet mich ein bisschen vor.

Herzlichen Dank dafür. Und ich habe dann direkt gesagt, Mensch, komm, dann machen wir mal eine Folge draus mit Herrn Loers aus Ihrem Hause. Habe ich schon mal was gemacht.

Der war nämlich schon mal in unserem Adventskalender im letzten Jahr. Eine sehr nette Sache. Ich will nicht zu viel verraten, aber vielleicht machen wir das ja dieses Jahr auch wieder.

Aber zunächst mal zu Ihnen. Wer ist der Mensch Julian Wendelken? Mögen Sie sich ein bisschen selber vorstellen. Ja, liebe Ken.

Wer ist der Mensch Julian Wendelken? Tja, das ist zugegebenermaßen gar nicht mal so einfach. Ich glaube nicht, man kann jemanden in Dreizeiler darstellen. Aber wer bin ich? Julian Wendelken, den Namen haben Sie schon gesagt.

Ich bin 32 Jahre jung. Ein von liebender Vater und Ehemann. Und irgendwann mal war ich ein gelernter Reiseverkehrskaufmann und habe dann so meine Odyssee durch den Handel quasi erlebt.

Meine Ausbildung war Milieu. Ich würde nicht sagen, dass ich der beste Auszubildende gewesen bin. Ich würde aber auch nicht sagen, dass das auszubildende Unternehmen zumindest mich als Person so fassen konnte.

Und dann sage ich immer, meine erste richtige Ausbildung in Anführungszeichen habe ich auf dem Wochenmarkt hier in Bremen erhalten als Marktschreier, wo ich raus aus dem Kaufmännischen rein in den Handel und habe dann bei einem 2-Meter-Schrank von Holländer Käse verkauft. Da muss ich eben nachhaken. Der eine oder andere wird es wissen oder man hört es vielleicht auch ein bisschen an meiner Stimme.

Ich komme auch selber aus dem Norden. Moin. Ich bin an der Grenze zu Schleswig-Holstein oder andersherum als Schleswig-Holsteiner an der Grenze zu Hamburg groß geworden.

Und Wochenmärkte sind natürlich als fast Hamburger oder als Hamburger je nach geografischer Sichtweise sind das natürlich ein Magnet. Also haben Sie so richtig mit Sprüchen bei Alediter oder wo waren Sie? Nee, bei Alediter war ich nicht. Das war Käsehandel Rhein-Nebelhorn.

Der ist hier auf dem Domshof immer noch vertreten. Da war ich fast drei Jahre. Als junger Mann, der aus einer Ausbildung kam, die halt echt eher bescheiden gewesen ist, hat man dann das Handwerk Arbeit von der Pike aufgelernt.

Das war eine ganz krude, eher undurchsichtige Arbeitsvertrag beziehungsweise so schlicht, wie es da irgendwie ging. Sollte heißen, keine Arbeit, kein Geld, aber ein unheimlich angenehmes Betriebsklima. Man ist jung gewesen, das war halt nicht so wichtig.

Am Wochenende war die Butze voll auf Hochdeutsch. Da hatte man so einen richtigen Campingwagen, der nach vorne hin aufging. Da hatte man einen großen Tisch davor, der über und über voll mit Käse war.

Dann hat man gegebenenfalls den, wie Sie schon gesagt haben, beim Alediter entsprechend laut beworben oder den Schnack mit den Kunden im Vorbeigehen gesucht. Diese ganze Thematik Wochenmarkt ist halt, Sie hatten es eben so schön gesagt, so ein Event. Das kann man auch so sagen.

Das war eine sehr, sehr schöne Kultur, die man da erlebt hatte. Harte Arbeit. Ich sage mal, das kann man sich kaum vorstellen, aber die Arbeit da ist ein bisschen wie auf dem Bau.

Aber da wurde ich definitiv geformt, was so die Thema Arbeit bzw. vielmehr dieses Hands-on anging. Das war sehr schön.

Ich kann mir das auch bei Ihnen sehr, sehr gut vorstellen. Sie wirken sehr sympathisch, Sie wirken sehr verbindlich an der Stelle. Gibt es einen Lieblingsspruch? Bei Fisch weiß ich das wohl, aber wie ist es bei Käse? Käse riecht nicht, Käse duftet.

Das ist so das Häufigste, dass die Leute vorbeigehen und sagen, es riecht hier aber komisch. Und dann brüllt man denen halt hinterher, Käse riecht nicht, Käse duftet. Man hat immer ein Messer mit Käse an der Hand.

Es gibt ja diesen schönen Spruch, was der Kunde probiert, das kostet er. Da hat der Kunde ja quasi den Kanal selbst aufgemacht. Selber schuld, könnte man auch hochdeutsch sagen.

Indem man den Leckereimarkt kurz ranreicht, so ein bisschen skeptisch, kommen sie dann ran. Mitgehangen, mitgefangen. Immer auf Augenhöhe, aber sehr, sehr.

Das war sehr formend, auch nach hinten raus. Ich wollte eigentlich zur Bundeswehr. Ich habe meinen Wehrdienst bei der Marine abgeleistet und bin danach wieder in den Handel, aber nicht auf dem Wochenmarkt, weil es sind dann schon ein paar Jahre vergangen und man hatte nicht mehr die heißblühenden Zwanziger, sondern die Mitzwanziger, will ich mal sagen.

Bei Regen und Wetter draußen stehen, das schleift. Also auch hier noch mal allerhöchsten Respekt an die Leute, die das immer noch machen. So bin ich dann erst in ein größeres, ich sage immer den Rewe für die oberen 500 hier in Bremen geraten.

Bin dann da in den Obst-Gemüse-Handel eingestiegen. Hab dann da in kürzester Zeit zumindest kommissarisch den An- und Verkauf von Obst-Gemüse verantwortet, weil der eigentliche Abteilungsleiter weggebrochen ist. Und bin dann danach halt eben weiter.

Sie hatten es eben schon angesprochen. Ich war bei der Edeka, war da dann Abteilungsleiter und stellvertretender VIA-Leiter. Das waren auch sehr, sehr schöne Jahre.

Und hatte dann aber gemerkt, dass, wie sagt man das jetzt charmant, so schön die Arbeitsatmosphäre auch ist, aber die intellektuelle Obergrenze ist halt doch relativ zügig erreicht. Oder man ist so im Tagesgeschehen verankert, dass da ein wenig Platz bleibt, sich auch gedanklich noch mal andersweitig auszuleben. Auch in diesem Rahmen Arbeit halt eben.

Also im Tagesgeschäft könnte man auch sagen. Und so habe ich dann nebenberuflich auf eigene Rechnung an der FOM Bremen hier ein Studium der Wirtschaftspsychologie begonnen, beziehungsweise Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie. Und darüber hat man sich dann halt weiterentwickelt.

Vitamin B hat dann mich quasi getragen. Ein ehemaliger Kunde hatte mich dann zu sich in die Firma geholt, wo ich dann den Kontakt zum Großhandel hatte. Auch unheimlich interessant.

Hab dann da viel im Service. Wenn man sich jetzt so den groben Faden anschaut, man guckt so, was ist die Kernkompetenz, wo möchte ich arbeiten? Das hat sich herauskristallisiert. Und das war eigentlich immer die Betreuung, die Kommunikation, die Serviceleistung.

Und war dann Service verankert bei der Bärverpackung hier in Bremen ebenfalls. Waren auch ein paar schöne Jahre. Ich glaube, in der Tat fast zwei war ich da.

Und danach, ich hatte eigentlich schon die Perspektive auf den Bereich HR innerhalb der Firma, wo man einen interessanten Anstoß nimmt an mein Studium und mein Interessengebiet. Man hat ja irgendwann Schwerpunkte innerhalb des Studiums. Das muss ich Ihnen, glaube ich, nicht erklären.

Und kam dann aber in die wunderbare Lage, dass ich mir meinen Arbeitgeber nicht aussuchen konnte, aber diesen Bereich, in dem ich halt arbeiten wollen würde. Ich bin der Meinung, es gibt immer ein, zwei Charaktere im Leben, die einen treiben. Also die einen so, das sind immer so Basswürze, versuche ich zu vermeiden.

Aber dieses Enablen, wo die dann nochmal sagen, möchte sich da nicht mal ein bisschen mehr mit auseinandersetzen und dann das Feuer zu einem tragen. In meinem Fall war das dann die Frau Prof. Dr. Kesselmann, die so im Bereich New Work verankert ist. Dann eben der Kontakt durch das ERP-System, mit dem ich bei Bayer gearbeitet hatte.

Es ist mir dann aber aufgefallen, dass diese ganzen Mechaniken, dieses Sinn stiftende, was man eigentlich in Firmen tragen sollte, meistens daran scheitert, dass man gesagt, wir haben dafür keine Zeit. Bei Bayer habe ich gelernt, was ERPs oder ein gutes ERP-System ausmacht, welche Zeitersparnis nach hinten raus zu holen ist. Durch eine gute Freundin habe ich dann den Kontakt zur CVS herstellen können und habe mir dann nach einem unheimlich interessanten und sehr beflügelnden Bewerbungsgespräch mit meinem jetzigen Vorgesetzten, dem Herrn Rieken, mich dann dazu entschieden, quasi zu der Wurzel zu gehen, von wo aus man wirklich schalten und walten kann.

Das war für mich das ERP-System. Das heißt, eine Grundlage schaffen auf Basis eines ERP-Systems, um Firmen zu ermöglichen, Zeitersparnisse rauszuholen, die sie dann wie auch immer verorten, aber idealerweise Sinn stiften für die Kollegen, die sie da haben, sodass man am Ende des Tages mit Sinn stiftender Arbeit und einem schönen Fundament aus dem ERP-System die monetären Ströme quasi maximiert. So würde ich es quasi im Dreizeiler formulieren.

Ja, wunderbar. Also, was ich besonders interessant fand und was mich auch im Vorgespräch beziehungsweise im E-Mail-Pingpong sehr fasziniert hat, ich bilde ja selber an der Universität Wirtschaftsinformatiker aus. Das ist natürlich eine extrem gut qualifizierende Zielgruppe für den Bereich des Consultants, auch für den Bereich des ERP-Consultants, weil sie eben beide Welten aus der Universität bereits mitbringen.

Sie sind jetzt aus einer ganz anderen Welt. Sie haben gesagt, Sie haben sich einen Kanal erschlossen, nämlich die Käsetheke sozusagen. Später war es dann Obst und Gemüse.

Und dann sind Sie eigentlich so mit der betriebswirtschaftlichen und technischen Welt mit ERP in Berührung gekommen, bis hin zu jetzt wollen Sie das Thema auch selber weitertreiben. Ich nehme das Stichwort Kanal mal. CVS, also das System Alphaplan ERP, ist ja gerade wieder ausgezeichnet worden.

Wir hatten vor wenigen Tagen beziehungsweise Wochen hatten wir unter Leitung meines sehr geschätzten Kollegen Norbert Kronau das ERP des Jahres, die Veranstaltung. Und haben uns wieder sehr, sehr viele verschiedene Systeme über das Jahr verteilt und speziell an einem Tag im Oktober angeschaut. Und Ihr Arbeitgeber, die CVS Ingenieursgesellschaft MbH, hat es ja auch wieder geschafft, ERP des Jahres in einer bestimmten Kategorie zu werden, nämlich genau bei dem Kanalmanagement.

Also da kommen wir wieder auf Sie. Omnichannel-Unterstützung ist das, was ganz besonders bei dem System hervorgehoben wurde, die weitgefächerte Kundenkommunikation über sehr viele Kanäle, Anpassbarkeit etc. pp.

Bevor ich jetzt aber vorgreife, erzählen Sie doch ein bisschen was zu Ihrem Arbeitgeber. Ja, die CVS Ingenieursgesellschaft, deshalb lassen Sie mich jetzt nicht lügen, ich meine seit 1986, ist dann historisch einfach gewachsen, hatte da verschiedene Sprünge einfach gemacht, indem man sich immer wieder Großkunden erschlossen hat. Und seit 2010 nehmen wir an dem, wenn ich jetzt richtig informiert bin, an dem Wettbewerb eben teil.

Und seit 2010, ich glaube jetzt insgesamt siebenmal, da auch Preise gewonnen, in den verschiedenen Kategorien Handel, Großhandel und eben auch jetzt den Omnichannel, was halt auch so den, meiner Meinung nach, den Geist und die Entwicklung von CVS, beziehungsweise eben in diesem IPA-Plan, in dem IPA-Plan ist das ERP-System mittlerweile eben auch in der fünften Generation, also Version 5 quasi, vertreten, die denn da, wie heißt es so schön, diese Omnichannels, also die Firmen, die lagversetzt werden, durch eben ein zentralisiertes ERP-System, verschiedene Kanäle zusammenzuführen, um darüber dann eben zentral wieder steuern zu können. Das trifft es, glaube ich, relativ gut. Können wir jetzt ein paar Rahmendaten bekommen? Also erstmal, wie groß ist das Unternehmen? Wir sind mittlerweile, ich meine 140 Personen, plus, minus, ich bin da jetzt nicht ganz involviert.

Wir haben über die Zeit hinweg 1000 Firmen mit unserem System versorgt. Aktuell ist das so, auf Basis eben eines Servicevertrags, wo wir sagen, okay, da steht immer noch die direkte Verbindung, wo man sagt, die nutzen das System definitiv noch, sind das um die 600. Und ja, das System als solches, neben der Funktion, halt eben verschiedene Kanäle zusammenzuführen zu können, ist eben die, der sogenannte USB-Jagd, auf jeden Fall ganz stark in der Usability für die Anwender auch zu finden.

Sei es jetzt eben die Anpassbarkeit des Systems, also von diesem Standardsystem, das wir halt eben anbieten, relativ schnell und agil für den Kunden Neuanpassungen vornehmen zu können. Und eben auch das Interface, also die Maske, die dann schlussendlich der Sacharbeiter vor sich hat. So habe ich halt ERP-Systeme kennengelernt.

Das ist, ich werde jetzt nicht sagen, Pris oder Stirb, aber das ist die Maske, mit der arbeitest du jetzt bitte. Wir haben da den anderen Ansatz, gerade durch die Firmware-Version, die wir jetzt halt haben, dass man sich die Maske so zusammenstellen kann, wie man es halt eben braucht. Grundfunktionen sind immer weiter gegeben, aber ganz banal gesagt ist ein Einkäufer, muss er häufiger Termine erstellen, kann er sich das so zusammenstellen, dass er das eben in seiner Maske auf seine Bedürfnisse maximal gut nutzen kann.

Okay, das heißt, Sie haben ein sehr flexibles System. Jetzt stelle ich Ihnen eine gemeine Frage, weil Sie erst seit zwei Monaten sozusagen im Unternehmen sind. Wir wollen uns ja über, wie kommt man rein, wie wird man eigentlich dann auch qualifiziert gleich unterhalten.

Aber vorher die Frage, ich sage mal, viele Anwendungsunternehmen, potenzielle Anwendungsunternehmen, mit denen ich spreche, die haben immer die Vorstellung, das Projekt geht jetzt sofort los und ist aber auch in drei Monaten abgeschlossen. So, ich lasse das jetzt mal stehen. Also die Frage, können Sie sich denken an der Stelle, ja? Wie lange eine Integration dauert? Ja, ja, ja.

Also vielleicht geben Sie uns mal ein Gefühl, wie lange dauern typischerweise Ihre Projekte, wie groß sind vielleicht auch die Unternehmen, die Ihre Software einsetzen? Da ich das nur in der Peripherie mitkriege, da das noch nicht in meinen Aufgabenfeld fällt, kann ich das halt nur grob anreißen. Im Endeffekt hat es halt schlussendlich was mit der Größe des Unternehmens zu tun, mit dem man dann da eben, es ist eine, auf Hochdeutsch, Zwei-Mann-Butze. Jetzt bedeutet das schneller, als hätte man 100 Leute, verständlicherweise, weil da eben ja nicht nur die Integration, die Datenübernahme, sondern auch die Ausbildung der Leute in der Mitte mit dranhängt.

Aus dem Bauchgefühl von dem, was ich in der Peripherie so mitkriege, kann das halt zwischen dreieinhalb, fünf Monaten bis halt hoch eben, ja, auf ein, zwei Jahre eben gehen. Also wahrscheinlich, wenn man so alles mit reinrechnet, ja, nach dreieinhalb Monaten bei kleineren Unternehmen hat man sicherlich schon was Lauffähiges, bis man aber tatsächlich, sag ich mal, alle Potenziale eines Systems ausgeschöpft hat. Ich kenne Unternehmen, die nach vielen, vielen, vielen Jahren immer noch sagen, wir haben immer uns noch nicht alles erschlossen, wir arbeiten immer noch an verschiedenen Dingen.

Wer den Podcast so ein bisschen verfolgt, weiß, dass ich davon ausgehe, dass wir quer durch alle Branchen im nächsten Jahrzehnt bei sehr vielen Prozessen hingehen werden und die BWL automatisieren werden. Ich nenne das den Abbau von virtuellen Puffern, also überall Mausklicks raus, Liegezeiten von Dokumenten, wofür brauchen wir überhaupt Dokumente, all das raus aus dem Unternehmen. Das wird sicherlich die große Aufgabe sein in der BWL, um die Kosten auch dort zu reduzieren.

Und das machen sie natürlich nicht in drei Monaten oder in ein, zwei Jahren, sondern das sind Aufgaben, die über viele, viele Jahre innerhalb des Systems passieren und wo sie sicherlich die Unternehmen auch bei unterstützen. Da würde ich dann eher davon ausgehen, wenn es, wie gesagt, ist ein Bauchgefühl, ich habe da keine konkreten Zeiten, aber wenn wir jetzt davon ausgehen, dass wir halt nur das Standardsystem nehmen, ohne weitere Module, in einer kleinen Firma, wo es Personenzahlen unter 10, wo dann die Ausbildung erleben, nicht lange dauert, da kann man sowas halt relativ schnell realisieren. Was heißt jetzt Standardsystem bei Ihnen? Welche Branchen sind das? Welche Funktionen oder Module sind das dann auch? Ja, Module bieten wir mehrere an.

Wenn wir vom Standardsystem reden, umfasst es halt eben eine Warenwirtschaft. Bei den Modulen geht es dann zum Beispiel in den Bereich Produktion, Logistik, wenn solche Aspekte halt eben mit angeschlossen werden. Wie gesagt, nicht mein Metier, beziehungsweise fehlt immer im elektronischen Bereich meine Ausbildung, da dann immer gern den Herrn Lührers aus dem Vertrieb ansprechen, der kann Ihnen das ganz genau sagen.

Schlussendlich verhält es sich aber so, wenn der Kontakt hergestellt wurde, wie groß ein Projekt ausfällt, wird in einem sogenannten Pre-Sales-Workshop festgehalten, wo man dann in den direkten Dialog geht und das dann auch sinnig anhand einer Roadmap quasi darlegt, dass es für alle Parteien offensichtlich ist, wie lange sowas dauert. Da fließt dann eben die Erfahrung mit ein, dann kann man sowas gut abschätzen. Ich frage mal, also Handel habe ich verstanden, Sie haben ein System, was vor allen Dingen für den Großhandel geeignet ist.

Sie dürfen mich unterbrechen, wenn es falsch ist. Einzelhandel wahrscheinlich auch ein bisschen. Das Thema Internationalität? Fragezeichen? Zugegebenermaßen kann ich Ihnen das aus dem Stegreif nicht beantworten.

Ich meine ja, aber ich kann es nicht hundertprozentig sagen. Okay. Wie weit sind auch Unternehmen, also es ist ja so, dass sich heute die Geschäftsmodelle sehr stark verändern.

Ich habe selbst im E-Commerce mittlerweile Unternehmen, die sagen, naja, also spätestens wenn ich eine Retoure habe, brauche ich eigentlich Stücklisten, um ein Produkt, was leicht defekt ist, selber noch zu reparieren, etc. pp. Das heißt also, so diese klassischen, das ist nur eine frische Abteilung, Einzelhändler oder so, das verschwimmt irgendwie so zwischen den Branchen.

Daher auch die Frage, wie sieht es mit Produktionsfunktionalität aus, mit Funktionalität aus der Fertigung? Ja, es ist definitiv gegeben, eben durch das Modul Produktion, wo auch eben die angesprochenen Stücklisten dann eben auftauchen, bzw. die Verfolgung vom Einkauf von einzelnen Zusatzmaterialien, die dann da eben zusammenfließen. Aus Ihrer Erfahrung heraus, was macht den Großhandel so besonders, dass man ein System braucht, speziell für einen Großhandel? Schlussendlich, wenn wir uns den Großhandel einmal betrachten, ist er nicht nur der Zukauf, sondern auch der Abverkauf.

Die beiden Synergien, bzw. die Synergie erhole ich ja maximal heraus, wenn es darum geht, beispielsweise Lagersysteme auch zu optimieren, dass ich nicht elendig große Lagerflächen brauche, sondern halt Just-in-Time-Ware habe und die dann auch wieder das Haus verlassen. Hier eben also eine vernünftige Planung im Einkauf, in der Kommunikation zum Verkauf.

Die sind dann bei uns eben auch gegeben, dass man dann eben Prognosenmittel eben nutzen kann durch unser System, die das dann eben optimieren. Soweit der Großhandel ja auch mittlerweile nicht nur auf das klassische Telefonat, der Herbert ruft an, der braucht mal wieder zwei Paletten K24-Kartonmargen, sondern dass da eben, Sie hatten es angesprochen, der E-Commerce einfach eine sehr, sehr große Rolle mitspielt. Hier haben wir dann wieder verschiedene Kanäle, wenn man sich überlegt, was keine Ahnung, beispielsweise Amazon ist immer so ein schönes Musterbeispiel, da derzeit alles anbietet, dass man sich denn da bis in diese Bereiche Plattform, Ökonomie halt auch irgendwo etablieren kann, damit einem das halt nicht davongetragen wird.

Ich glaube, Sie haben es sehr schön angesprochen. Das ist glaube ich auch das, was also gerade in den 90er Jahren, ohne jetzt Systemnamen nennen zu wollen an der Stelle, ich habe es im Hinterkopf, was auch massiv unterschätzt wurde im Handel, insbesondere im Großhandel, vielleicht aber auch im Einzelhandel, haben wir ganz andere Datenvolumina, haben wir ganz andere Anforderungen, was die Geschwindigkeit, mit der Ware eigentlich durch das Unternehmen durchgeschleust wird, angeht. Wir haben vielmehr die Mehrkanalansätze, die Omnichannel-Ansätze, für die Ihr Unternehmen ja jetzt auch gerade ausgezeichnet worden ist, als wir das vielleicht in der Vergleichsweise, jetzt werde ich gleich geschlagen von den Hörern, Rügenfertigung eigentlich haben.

Das sehe ich ähnlich. Also ob es nun, also das, was man im Einzelhandel sieht, dieses Aussterben der Innenstädte, was immer so schön plakativ beschrieben wird, das hält halt meiner Meinung nach nicht vor dem Großhandel. Dass da die einzelnen Vertreiber nach und nach wegbrechen, vorausgesetzt, man macht halt nichts dagegen, man nutzt es dann eben, die Möglichkeiten, die man halt hat, denn Sie hatten es eben auch schon angesprochen, wie erklärt man es am besten, so ein gewisses Adaptionsniveau, gerade jetzt, wo jetzt die Generation Y und Z nach und nach immer weiter mit reinkommen.

Früher gab es diese Frage, nicht schicken Sie mir, ganz klassisch, den Tracking-Link bitte von meiner Ware. Da hat man gesagt, die Ware ist ein KW46 bei Ihnen und dann hat man sich da gefühlt irgendwie mit zufrieden gegeben, so auch meine Erfahrung aus dem Handel halt rein. Mittlerweile ist das, was ich selbst als Kunde, also aus dem B2C kenne, trage ich quasi denn als zukünftiger Einkäufer ja auch mit in den B2B-Handel und dem muss ich halt eben gerecht werden.

Also auch diese verhältnismäßig, ich nenne es jetzt mal trockenen Seiten, die man denn desweilen halt online finden kann. Wenn ich mir mal einen Großhändler für, ich bleibe jetzt mal aus einer Branche, wo ich halt herkam, eben Kartonagen beziehungsweise Verpackungsmaterialien kenne, da muss halt auch dann mehr passieren, um denn der Sache gerecht werden zu können. Okay, der Sache gerecht werden zu können, ist jetzt sozusagen meine Überleitung.

Ich schaue schon auf die Uhr. Wir sind so ins Plaudern gekommen, wunderbar. Wir haben unsere magischen 30 Minuten beinahe schon erfüllt, aber bevor ich Sie auf die nächste Woche vertröste und wir dann im zweiten Teil wirklich in Medias Res gehen, schon mal die Frage an Sie sozusagen als Teaser für das, was dann nächste Woche auch kommt.

Wie war Ihr erster Arbeitstag? Sind Sie ein Typ, weil Sie früher Käsemarktschreier waren, der sagt, hoppla, hier bin ich, oder sitzt man still in der Ecke und schaut erst mal den Kollegen zu? Also was passiert, wenn man als Fachfremder sozusagen zu einem ERP-Hersteller kommt am ersten Tag? Ich selbst würde mich jetzt nicht als schüchtern bezeichnen. Das heißt, man sucht schon den Kontakt, aber tatsächlich war mein erster Tag überragend, muss ich ehrlich sagen. Also fernab von den Kollegen, die einen wirklich aufgenommen haben, sondern man hat die Gelegenheit bekommen, anzukommen.

So im Vormittag würde ich mal meinen. Danach wurde einem ein ziemlich strukturierter und realistischer Ablaufplan dargelegt, wie denn die eigene Ausbildung auch aussieht. Verbindlich und kantig vorher aus, muss ich wirklich sagen.

War top, war richtig gut. Wunderbar, da steigen wir nächste Woche gleich wieder ein. Ich habe es gesagt.

Ich freue mich, dass wir Sie wieder begrüßen dürfen. Bleiben Sie uns treu, liebe Hörer. Herzlichen Dank an Herrn Wendelken.

Und wir hören uns nächste Woche wieder. Dankeschön. Bis zur nächsten Woche.

Ihnen hat der ERP-Podcast gefallen und Sie konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen? Dann würde ich mich über eine Bewertung auf iTunes freuen, damit auch andere von diesem Podcast erfahren können. Eine Anleitung für die Bewertung finden Sie auf www.erp-podcast.de www.erp-podcast.de Dort finden Sie auch weitere Hinweise, Links und Aktualisierungen zu dieser Folge. Das war der ERP-Podcast für alle, die sich aktiv mit dem Einsatz und der Gestaltung von Unternehmenssoftware und den daraus entstehenden Veränderungen und Potenzialen in Unternehmen losgelöst von Fachzeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Beispiel beim Spazierengehen oder Autofahren auseinandersetzen wollen.

Mein Name ist Axel Winkelmann. Ich bin Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg.

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